Alfsee

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Alfsee
Alfsee55.jpg
Lage: Landkreis Osnabrück
Zuflüsse: Zuleiter von der Hase
Abflüsse: Ableiter zur Hase
Größere Orte am Ufer: Alfhausen, Rieste
Größere Städte in der Nähe: Osnabrück
Alfsee (Niedersachsen)
Alfsee
Koordinaten 52° 29′ 16″ N, 7° 58′ 29″ O52.4877777777787.9747222222222Koordinaten: 52° 29′ 16″ N, 7° 58′ 29″ O
Daten zum Bauwerk
Bauzeit: 1971 – 1983
Kronenlänge: 320 m
Basisbreite: 17 m
Daten zum Stausee
Höhenlage (bei Stauziel) 37 m ü. NN
Wasseroberfläche 2,2 km² (220 ha)dep1
Stauseelänge 2,88 kmdep1
Stauseebreite 1,35 kmdep1
Speicherraum 20 Mio. m³
Besonderheiten:

Reichhaltige Vogelwelt

Karte Quakenbrück geogr. Lage.png

Der Alfsee (offizielle Bezeichnung: Hochwasserrückhaltebecken Alfhausen-Rieste) ist ein 2,2 km² großer Stausee im Norden des Landkreises Osnabrück in Niedersachsen (Deutschland).

Er dient als Hochwasserrückhaltebecken für das Einzugsgebiet der Hase und als Naherholungsgebiet.

Geografie[Bearbeiten]

Der Alfsee befindet sich im nördlichen Bramgau im Osnabrücker Land. Er liegt rund 25 km nördlich Osnabrücks bzw. 8 km nördlich Bramsches südöstlich der Ankumer Höhe. Etwa 95 Prozent seiner Fläche gehören zur westlich gelegenen Gemeinde Alfhausen, nach welcher der Stausee benannt ist. Der Rest, eine Bucht im Osten des Sees, gehört zur im Osten befindlichen Gemeinde Rieste.

Seenwelt[Bearbeiten]

Vier Seen[Bearbeiten]

Die Wasseroberfläche des Alfsees umfasst 2,2 km², die Uferlänge ca.sieben Kilometer. Seine maximale Länge beträgt 2,88 km in Nord-Süd-Richtung. In West-Ost-Richtung ist er im Süden bis 330 m und im Norden bis 1.350 m breit. Sein Stauinhalt umfasst 20 Mio. m³ bei bis zwei Meter Wassertiefe.

Unmittelbar südlich, dort wo der künstlich angelegte Wasser-Zuleiter von der Hase in die Alfsee-Seenwelt einmündet, ist dem eigentlichen Stausee ein kleines Absetzbecken vorgelagert, von dem das Wasser über eine etwa 330 m lange Überlaufschwelle in den See einfließt.

Direkt östlich grenzt an den Alfsee der kleine Dubbelausee, der in West-Ost-Richtung maximal 400 m und in Nord-Süd-Richtung bis 360 m lang ist und auf 37 m ü. NN liegt.

Unmittelbar nordöstlich ist dem Alfsee im Rahmen eines kleinen Naturschutzgebiets ein Reservebecken vorgelagert, das in Nord-Süd-Richtung maximal 700 m lang und in West-Ost-Richtung bis zu 425 m breit ist.

Zu- und Abfluss[Bearbeiten]

Nur etwas nördlich der Stadt Bramsche zweigt ein künstlich angelegter Zuleiter von der Hase ab, der Wasser aus Richtung Süden auf etwa 4,5 km Länge in die Seenwelt des Alfsees führt. Das aus dem Alfsee abfließende Wasser verläuft über einen ebenso künstlich errichteten und etwa 1,3 km langen Ableiter direkt westlich vorbei am nördlich des Alfsees angelagerten Reservebecken, wonach es in Richtung Norden über den kanalisierten und etwa 2,5 km langen Unterlauf der Ueffelner Aue, welche die Seenlandschaft in Süd-Nord-Richtung verlaufend unmittelbar westlich bei Alfhausen passiert, wieder dem Fluss Hase zufließt.

Geschichte und touristische Angebote[Bearbeiten]

Mit dem „Generalplan für die Wasserregulierung im Hasegebiet“ vom 17. Januar 1964 wurde erstmals von einem Hochwasserrückhaltebecken im Bereich der Gemeinden Alfhausen und Rieste gesprochen.[1] Dieses sollte die ständige Gefahr von Überflutungen am Unterlauf der Hase bannen und so die Landwirtschaft fördern. Schon bei kleineren bis mittleren Hochwassern trat die Hase hier über die Ufer und überschwemmte weite Flächen.

Für den Bau wurde extra eine eigene Abteilung „Haseregulierung“ im Osnabrücker Wasserwirtschaftsamt eingerichtet. Sie überwachte und plante den Bau des Alfsees mit einem Büro in der Alfhausener Bauernschaft Heeke. Die Bauarbeiten für den Alfsee begannen 1970[2] mit Rodungs- und Deichbauarbeiten auf der zukünftigen Seefläche. Es wurde gänzjährig teilweise sogar im Schichtbetrieb die Seeflächen für den Bau hergerichtet. Die Riester Straße musste 1976 auf dem Trenndeich umgelegt werden um für den See und das Reservebecken Platz zu machen[3].

Die 330 m lange Überlaufschwelle, der Einlauf des Alfsees, wurde 1974 mit einem 10 ha großen Absetzbecken gebaut. Hier sollen sich Sand und Schwemmpartikel absetzen die die Wasserqualität des Sees verschlechtern würden. Auch das Auslassbauwerk wurde 1974 errichtet.

Im Sommer 1980 wurde das Verteilerbauwerk in Sögeln fertiggestellt, hier wurde die Trennung der Tiefen Hase von dem Zuleiter errichtet. 1981 wurde der Ringdeich fertiggestellt, der Sand wurde aus dem Dubbelausee entnommen. Der erste Probestau war für den Herbst 1981 geplant, wurde jedoch durch ein starkes Unwetter mit Hochwasser dieser gezwungener Maßen schon im Frühjahr vollzogen.

Um die Einflüsse auf die Umwelt und Grundwasser zu testen wurde im Januar 1982 der ersteoffizielle Probestau vollzogen. Bei einer Stauhöhe von vier Metern zeigten sich trotz Erwartungen kaum Beeinflussungen auf das Grundwasser in der Näheren Region.

Seine Feuertaufe erhielt der Alfsee am 28. Oktober 1998 mit einem der größten Hochwässer seit 1946. Sowohl das Hauptbecken als auch das Reservebecken wurden mit 18 Millionen Kubikmetern Hasewasser geflutet und der Unterlauf der Hase vor starken Überschwemmungen geschützt.

Ab 1976 wurde auf dem Gebiet des Dorfs Rieste am Ostufer ein Ferienpark errichtet. Dort befinden sich heute unter anderem Ferienhäuser, mehrere Campingplätze und ein Hotel. Neben den Campingplätzen liegt der Dubbelausee mit drei Wasserskianlagen und einem Strandbad. In der Nähe gibt es eine Kartbahn, das Kinderautoland, die „Bullermeck“-Spielscheune, einen Irrgarten und verschiedene Restaurants. Der Alfsee ist auch bei Anglern beliebt, vor allem wegen des Schleienvorkommens.

Tretbootfahren und Segeln ist aufgrund der Wasserpest, welche sich in den Sommermonaten extrem vermehrt, momentan nur sehr stark eingeschränkt möglich.

In der Nähe des Ferienparks wurde 1998 der Archehof Arche Alfsee errichtet. Der Hof gehört zu einem von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) geförderten Netzwerk von Einrichtungen, durch die vom Aussterben bedrohte alte Haustierrassen geschützt werden sollen. Die Arche Alfsee beherbergt u. a. Pouitou-Esel, Wollschweine, Skudden, Diepholzer Gänse, Lakenfelder Hühner und Vorwerkhühner.[4]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Der Alfsee, der sich südöstlich von Alfhausen wenige hundert Meter östlich der B 68 befindet, kann von dieser Bundesstraße und von der Anschlussstelle Neuenkirchen-Vörden der etwas östlich vorbei führenden A 1 erreicht werden. Der im Stundentakt von Bremen (über Delmenhorst) und Osnabrück aus bediente Bahnhof Rieste ist nur etwa 1.800 m vom Alfsee entfernt.

Bilder[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Christof Haverkamp: Die Erschließung des Emslandes im 20. Jahrhundert als Beispiel staatlicher regionaler Wirtschaftsförderung. S. 164 Regulierung der Hase
  2. Alfhausen eine Chronik in Bildern. Selbstverlag der Gemeinde Alfhausen. Zweite Auflage 2011. S. 168: Der Alfsee – Planung und Wirklichkeit
  3. "Alfhausen eine Chronik in Bildern" Selbstverlag der Gemeinde Alfhausen. Zweite Auflage 2011. S.169 "Der Alfsee - Planung und Wirklichkeit"
  4. Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH): Arche-Alfsee

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alfsee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien