Alfter

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Alfter (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Alfter
Alfter
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Alfter hervorgehoben
50.7355555555567.009166666666776Koordinaten: 50° 44′ N, 7° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Rhein-Sieg-Kreis
Höhe: 76 m ü. NHN
Fläche: 34,78 km²
Einwohner: 22.941 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 660 Einwohner je km²
Postleitzahl: 53347
Vorwahlen: 0228 und 02222Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: SU
Gemeindeschlüssel: 05 3 82 004
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Rathaus 7
53347 Alfter
Webpräsenz: www.alfter.de
Bürgermeister: Rolf Schumacher (CDU)
Lage der Gemeinde Alfter im Rhein-Sieg-Kreis
Rheinland-Pfalz Bonn Köln Kreis Euskirchen Oberbergischer Kreis Rheinisch-Bergischer Kreis Rhein-Erft-Kreis Alfter Bad Honnef Bornheim (Rheinland) Eitorf Hennef (Sieg) Königswinter Lohmar Meckenheim (Rheinland) Much Neunkirchen-Seelscheid Niederkassel Rheinbach Ruppichteroth Sankt Augustin Siegburg Swisttal Troisdorf Wachtberg WindeckKarte
Über dieses Bild

Alfter ist eine Gemeinde im Rhein-Sieg-Kreis im Süden Nordrhein-Westfalens, am westlichen Stadtrand von Bonn.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde Alfter liegt unmittelbar westlich der Bundesstadt Bonn am südlichen Rand des Vorgebirges. Sie grenzt im Norden an die Stadt Bornheim, im Osten an die Stadt Bonn, im Süden an die Städte Meckenheim und Rheinbach und im Westen an die Gemeinde Swisttal.

Alfter umfasst eine Fläche von etwa 35 km², davon 18 km² landwirtschaftliche Nutzfläche und 8 km² Wald.

Höchste Erhebung ist der Bergerortsweg in der Ortschaft Witterschlick mit 173 m ü. NHN. Durch Alfter fließen der Alfterer Bornheimer Bach und der Hardtbach mit zahlreichen Zuflüssen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Rathaus der Gemeinde Alfter

Die Gemeinde besteht aus den fünf heutigen Ortsteilen

Alfter[Bearbeiten]

Die Ortschaft Alfter wird erstmals 1067 urkundlich erwähnt. Bis 1969 war sie eine selbständige Gemeinde mit den Ortsteilen Birrekoven und Olsdorf. Zu Alfter gehörte auch der untergegangene Ort Pelz, der nur noch im Straßennamen „Pelzstraße“ fortbesteht. Seit 1969 ist Alfter Ortsteil der Gemeinde Alfter. Mit 8.687 Einwohnern[2] ist er der größte Ortsteil der Gemeinde.

Burgwall

Eine Burgwall genannte Erdwallanlage, eine ehemalige Fliehburg (vermutlich ein Refugium für die Insassen des Alfterer Schlosses) befindet sich zwischen der Straße Görreshof im Süden und dem Buchholzweg im Norden (südlich von Haus Buchholz). Die Anlage hat die Form einer Ellipse, deren große Achse in Ost-West-Richtung verläuft. Die Achsen verhalten sich ungefähr wie 3 : 2. Der Erdwall ist ca. 90 m lang, die Fläche demnach ca. 600 m².* Wall und Graben der Fliehburg sind noch gut ausgeprägt, der Böschungswinkel beträgt ca. 30° und der Höhenunterschied zwischen Grabensohle und Wallkrone ca. 5 m (der Graben ist um die 2 m tief). Die Südseite fällt zum Görreshof steil ab und bot einen natürlichen Schutz.

Das Schloss stammt (spätestens) aus dem 12. Jahrhundert (erstmals erwähnt 1117, Herren de Halechtre). Ab 1188 war mit dem Anwesen das kurkölnische Erbmarschallamt verbunden.[3] Im 15. Jahrhundert kam es in den Besitz der Familie Salm-Reifferscheidt-Dyck, in dem es sich heute noch befindet. Im 18. Jahrhundert erhielt es seine heutige Gestalt. Es beherbergte von 1977 bis 2009 Teile der Alanus-Hochschule.** Seit 1991 sind in der Schloss-Galerie u. a. Werke des aus Spa gebürtigen Malers und Zeichners Renier Roidkin (1684–1741) zu sehen.*** In nächster Nähe zum Schloss steht die katholische Kirche Sankt Matthäus, eine Bücherei und ein Fachwerkhaus, dessen Geschichte bis in das 17. Jahrhundert zurückgeht.

Die Alanus-Hochschule ist seit Ende 2002 staatlich anerkannt und seit 2007 Stiftungshochschule. Im April 2008 haben sie und die Universität Wuppertal einen Kooperationsvertrag geschlossen. An der L 183 (Bonn-Brühler Straße, Ecke Buschdorfer Weg) wurde 2009 ein aus Stiftungsmitteln erbauter zweiter Campus bezogen.

Der jüdische Friedhof (Beth Olam – Haus der Ewigkeit) an der Grenze zu Bornheim wurde laut Gedenkstein erstmals 1719 urkundlich erwähnt. Die jüdische Gemeinde in Alfter (sie bestand seit mindestens Anfang des 17. Jahrhunderts) ist durch das Naziregime ausgelöscht worden. Alfter hat 1949 die Pflege des Friedhofs übernommen. Er steht seit 1987 unter Denkmalschutz.

* Die Fläche ist das Produkt der Kreiszahl und der beiden Halbachsen, also ca. 3,14 × 17 × 11 m²; die Anlage in Walberberg 0(Aldeburg, auch Keltenring genannt) umfasst ungefähr das Zehnfache.
** Die Hochschule begann ihren Studienbetrieb 1973 im Johannishof.
*** Roidkin wanderte in den 20er und 30er Jahren des 18. Jahrhunderts durch das Rheinland und zeichnete im Auftrag des 00Adels, insbesondere des Kurfürsten Clemens August, Schlösser und Gärten.
Offengelegtes Flechtwerk
Fachwerkhaus am Hertersplatz
Birrekoven[Bearbeiten]

Die Ortschaft Birrekoven ist ein Ortsteil südwestlich von Alfter, zwischen Alfter und Gielsdorf gelegen. Die Grenze zwischen Alfter und Birrekoven ist mittlerweile fließend, die Grenze zwischen Gielsdorf und Birrekoven bilden der Mirbach und einige Felder. Birrekoven hat eine eigene kleine Kapelle.

Olsdorf[Bearbeiten]

Zu Olsdorf gehört der oberhalb auf der Olsdorfer Heide gelegene Johannishof. Der Johannishof war ein großer Bauernhof, der von Halfen bewirtschaftet wurde. Heute ist er Sitz der Alanus-Hochschule. Olsdorf wurde in früherer Zeit auch Alsdorf geschrieben.

Gielsdorf[Bearbeiten]

Der am Vorgebirgshang gelegene Ort mit 2.002 Einwohnern[2] war ursprünglich von der Landwirtschaft geprägt, bis Anfang des 20. Jahrhunderts auch vom Weinbau. In der Ebene an der Grenze zu Bonn findet man noch heute Gemüseanbaubetriebe. Der in der Vergangenheit für das Vorgebirge charakteristische Obstbau ist nahezu ganz untergegangen. Insbesondere die ehemaligen Weinberghanglagen Gielsdorfs werden derzeit in großem Umfang bebaut.

Im Ortskern finden sich neben der Katholischen Pfarrkirche St. Jakobus einige schöne Fachwerkhöfe. Hierzu zählt unter anderem der ehemalige Hof des Kurfürsten, auf dem dessen Statthalter lebte.
Unterhalb der Kirche liegt der Zehnthof als ursprüngliche Besitzung des Bonner Stiftes St. Cassius. Dieser ist seit Jahrhunderten im Adelsbesitz unter anderem der Familien von Groote, von Siersdorf und von Geyr.

In Gielsdorf sind ein Musikverein, ein Junggesellenverein, eine Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr, die Gielsdorfer Möhnen und der Trägerverein "Dorfgemeinschaftshaus Gielsdorf" beheimatet.

Oedekoven[Bearbeiten]

Oedekoven, Kapelle, Ansicht von der Ginggasse
Oedekoven, Fachwerkhaus in der Staffelsgasse
Hauptartikel: Oedekoven

Die bis 1969 selbständige Gemeinde Oedekoven ist mit 5.543 Einwohnern[2] der drittgrößte Ortsteil der Gemeinde Alfter. Der ursprünglich landwirtschaftlich geprägte Ort ist in erster Linie Wohnort in unmittelbarer Nähe zur Stadt Bonn.

Impekoven[Bearbeiten]

Impekoven ist ein Ortsteil der Gemeinde Alfter mit 2.211 Einwohnern[2]. Bis zur kommunalen Neugliederung im Jahre 1969 war Impekoven eine eigenständige Gemeinde. Letzter Bürgermeister von Impekoven war Karl Schumann. Impekoven ist Standort eines Kindergartens, der katholischen Kirche St. Mariä Heimsuchung und der Freiwilligen Feuerwehr. Seit 2000 ist Impekoven durch zahlreiche Neubaugebiete gewachsen.

Zu Impekoven gehören die Ortsteile Ramelshoven und Nettekoven. Ramelshoven entstand aus dem Weiler der Burg Ramelshoven; im unteren Teil von Impekoven ist das Gewerbegebiet beheimatet, welches aus der Firma Robens (Treibstofflieferant), der Firma Kalnik (Wurstherstellung) und mehrerer Grafik- und Werbefirmen besteht.

Nach 36 Jahren Auszeit zieht seit dem Jahr 2009 wieder ein Karnevalszug durch Impekoven. Der eigens dafür gegründete Karnevalsausschuss Impekoven 2009 organisiert den Karnevalsumzug mit anschließender After-Zoch-Party sehr erfolgreich und zur Freude der Bevölkerung am Samstag vor dem eigentlichen Karnevalswochende.[4]

Witterschlick[Bearbeiten]

Hauptartikel: Witterschlick

Der Ortsteil Witterschlick liegt im südlichen Teil der Gemeinde und ist mit 6.044 Einwohnern[2] der zweitgrößte Ortsteil. Witterschlick wurde bereits in der Vergangenheit nach der Entdeckung von Tonvorkommen in der Umgebung industrialisiert.

Volmershoven-Heidgen[Bearbeiten]
Hauptartikel: Volmershoven-Heidgen

Volmershoven-Heidgen ist der südlichste Ortsteil der Gemeinde Alfter. Dieser Ort wird verwaltungstechnisch zum Ortsteil Witterschlick gezählt. Volmershoven-Heidgen hat aber immer sein eigenes Vereins- und Kulturleben behalten.

Geschichte[Bearbeiten]

Funde belegen, dass die Gegend um Alfter seit der Jungsteinzeit besiedelt ist. Ebenso war das Gebiet in fränkischer und römischer Zeit besiedelt. Seit der Römerzeit waren die Orte des Vorgebirgshanges ein wichtiges Weinanbaugebiet. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurde vornehmlich Spätburgunder angebaut. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Alfter stammt aus dem Jahr 1067, die von Impekoven aus 1171[5] und die von Gielsdorf aus den Jahren 801 bis 814.[6]

Landesherrlich war das heutige Gebiet der Gemeinde Alfter Teil des Kurfürstentums Köln. Der Ort Alfter gehörte zur Herrlichkeit Alfter (mit Birrekoven, Olsdorf und Roisdorf), die im Besitz der Grafen von Salm-Reifferscheid war,[7] Gielsdorf gehörte zum Dingstuhl Gielsdorf, Oedekoven zum Dingstuhl Duisdorf, Witterschlick zum Dingstuhl Godesberg. Nach der Inbesitznahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen (1794) und der Einführung neuer Verwaltungsstrukturen (1798) wurden die Ortschaften der „Mairie“ Oedekoven zugeordnet, die zum Kanton „Bonn externe“ im Rhein-Mosel-Département gehörte. Unmittelbar an der nördlichen Grenze von Alfter verlief damals die Grenze zum Rur-Département. Nach den auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen kam die Region zum Königreich Preußen, die Mairie wurde in die Bürgermeisterei Oedekoven im Kreis Bonn überführt, zu der auch die Bonner Ortsteile Buschdorf und Lessenich/Meßdorf gehörten.

Die Bürgermeisterei Oedekoven (ab 1927 „Amt Oedekoven“) ging 1937 im Amt Duisdorf auf. Die Gemeinde Alfter entstand am 1. August 1969 im Zuge der kommunalen Gebietsreform aus den ehemals selbständigen Gemeinden Alfter, Gielsdorf, Impekoven, Oedekoven und Witterschlick.[8] 1973/74 erhielt die neugebildete Gemeinde Alfter ein neues Rathaus, das nach Entwürfen der Planungsgruppe Stieldorf an einem leichten Osthang als dreiflügelige, verglaste Bauanlage in Stahlbetonskelettbauweise entstand. Zum Zeitpunkt der Errichtung befand es sich auf unbebautem Gelände östlich von Oedekoven.[9][10]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner1
1998 20.326
1999 20.623
2000 20.907
2001 21.350
2002 21.567
2003 21.684
2004 22.125
Jahr Einwohner
2005 22.569
2007 22.868
2008 22.807
2009 22.895
2010 22.820
2011 22.988
2012 22.941
1 Erhebung jeweils zum 31. Dezember

Religion[Bearbeiten]

Bis in das 19. Jahrhundert war die Bevölkerung fast ausschließlich römisch-katholisch. Lediglich im Ort Alfter gab es eine kleine jüdische Gemeinde. Ursprünglich gab es nur die katholischen Pfarreien Alfter und Witterschlick. Im 20. Jahrhundert wurden auch Gielsdorf (1920) und Oedekoven selbständige Pfarreien. Gielsdorf und Oedekoven hatten zuvor der Pfarrei Lessenich angehört. Inzwischen bilden die Pfarreien Alfter, Witterschlick, Gielsdorf, Oedekoven mit Impekoven und Volmershoven-Heidgen die Pfarreiengemeinschaft Alfter. Seit 2007 besteht die Evangelische Kirchengemeinde am Kottenforst mit der Jesus-Christus-Kirche, die bereits 1962 erbaut wurde. Alfter ist der 3. Pfarrbezirk der Evangelischen Kirchengemeinde Vorgebirge, zu der auch Bornheim und Hemmerich gehören. Die Kirchen in den Orten sind charakteristisch und stellen Sehenswürdigkeiten dar.

Politik[Bearbeiten]

Sitzverteilung im Gemeinderat
      
Von 40 Sitzen entfallen auf:
Ratswahl 2014
Wahlbeteiligung: 57,7 %
 %
50
40
30
20
10
0
40,67
19,8
18,33
6,68
9,97
4,56
n. k.
Sonst.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+5,67
+1,96
+3,32
-5,51
+1,02
-4,29
-2,16
Sonst.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat ist die kommunale Volksvertretung der Gemeinde Alfter. Über die Zusammensetzung entscheiden die Bürger alle fünf Jahre. Die letzte Wahl fand am 25. Mai 2014 statt[11].

Bürgermeister und Ortsvorsteher[Bearbeiten]

2009 wurde Rolf Schumacher als hauptamtlicher Bürgermeister gewählt und 2014 im Amt bestätigt. Erste stellvertretende Bürgermeisterin ist Luise Wiechert (CDU), zweiter stellvertretender Bürgermeister ist Bruno Schmidt (SPD).[12]

Folgende Ortsvorsteher wurden in der Sitzung des Rates am 17. Juni 2014 gewählt[12]:

Ortsteil Ortsvorsteher
Alfter Werner Jaroch (CDU)
Gielsdorf Albert Schäfer (CDU)
Impekoven Klaus Tschiersch (CDU)
Oedekoven Brigitte Schächter (CDU)
Witterschlick 00 Sigrit Pippon (CDU)

Liste der Bürgermeister und Gemeindedirektoren[Bearbeiten]

Bürgermeister:

  • Heinrich Arenz (CDU), 1969–1989
  • Bärbel Steinkemper (CDU), 1989–1997 ehrenamtlich, 1997–2009 hauptamtlich
  • Rolf Schumacher (CDU), seit 21. Oktober 2009

Gemeindedirektoren:

  • Johannes Janssen (CDU), 1969–1970 Beauftragter für die Aufgaben des Gemeindedirektors, 1970–1976 Gemeindedirektor
  • Norbert Linnenborn (CDU), 1976–1989
  • Bodo Kerstin (FDP), 1989–1997.

Nach dem Ausscheiden Kerstins aus dem Amt wurde das Amt des Gemeindedirektors in Alfter abgeschafft. An die Stelle trat die hauptamtliche Bürgermeisterin.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Unter goldenem Schildthaupt, darin fünf rote Rauten fünfmal von Rot nach Gold geteilt und überdeckt von einem golden bekrönten, doppelschwänzigen, silbernen Löwen mit goldener Krone.“

Übernahme des Wappen der früher ansässigen Herren von Alfter, die Rauten deuten auf den eingemeindeten Ortsteil Witterschlick, die Balken weisen auf die Ortsteile hin.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Alfter unterhält Partnerschaften mit dem französischen Châteauneuf-sur-Charente im Département Charente und dem brandenburgischen Beelitz.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke und Denkmäler[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde Alfter sind 114 bauliche Anlagen oder Teile baulicher Anlagen als Baudenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz Nordrhein-Westfalens ausgewiesen. Sie sind in der Denkmalliste der Stadt Alfter eingetragen.

Stand: September 2011

Bodendenkmäler[Bearbeiten]

Stolpersteine[Bearbeiten]

In Alfter gibt es auch mehrere Stolpersteine.[13]

Grünflächen und Naherholung[Bearbeiten]

Im Gebiet der Gemeinde liegen die Naturschutzgebiete Dürrenbruch, Kottenforst, Waldville und Tongrube Witterschlick [14].

Der Naherholung dienen der Naturpark Rheinland, der teilweise auf Alfterer Gebiet liegt, mit der Ville und dem Vorgebirge. Größere, offene Wasserflächen gibt es in Alfter nicht, dafür ortsnahe/innerörtliche Parks (Jakob-Wahlen-Park; Broich-Park) mit kleinen Wasserflächen, gespeist durch den Alfterer Bornheimer Bach bzw. seine Zuflüsse.

Alfter gehört zu den Gemeinden, die im Grünen C zusammengeschlossen sind. Mit dem Wegenetz, den Stationen und anderen Elementen des Grünen C wurde versucht, weitere Elemente der Naherholung zu schaffen.

Darüber hinaus gibt es in Alfter den Kunst- und Kulturlandschaftspfad Streuobst[15] und den Kultur-Erlebnisweg Alfter[16] sowie den Kulturerlebnisweg Witterschlick[17].

Sport[Bearbeiten]

Fußball[Bearbeiten]

Einer der Fußballvereine der Gemeinde, der VfL Alfter, spielt in der Mittelrheinliga, der höchsten Liga des Fußballverbandes Mittelrhein und der fünfthöchsten Spielklasse in Deutschland. Die zweite Mannschaft des VfL Alfter spielt in der Kreisliga B, der zweithöchsten Spielklasse im Fußballkreis Bonn. Der Sportplatz der Ortschaft Alfter, das sogenannte Waldstadion, befindet sich wie die Alanus-Hochschule auf dem Vorgebirgsberg am Strangheidgesweg. Auf dem ehemaligen Tennenplatz wurde im Sommer 2008 ein Kunstrasen verlegt.

Weitere Fußballmannschaften gibt es in Oedekoven (Blau-Weiß Oedekoven (Kreisliga B) und SV Germania Impekoven (Kreisliga C), Witterschlick (TB Witterschlick (Kreisliga B)) und in Volmershoven-Heidgen (SC Volmershoven-Heidgen (Kreisliga C)). Alle Vereine spielen auf Kunstrasenplätzen.

Tennis[Bearbeiten]

Der Tennisclub Alfter (TC Alfter e. V.) nimmt an den Mannschaftsmeisterschaften des Tennisverbandes Mittelrhein teil.

Tischtennis[Bearbeiten]

Der TTC Blau-Weiß Alfter e. V. ist einer der ältesten Tischtennisclubs des Westdeutschen TT-Verbandes. Er entstand 1946 aus Mitgliedern des Schützenvereins, deren junge Mitglieder aufgrund des Nachkriegs-Schießverbotes ein neues Betätigungsfeld suchten. Seitdem nimmt der TTC Alfter am Spielbetrieb des Westdeutschen Tischtennisverbandes mit Damen-, Herren-, Jugend- und Schülermannschaften teil.

Weitere Tischtennisclubs gibt es in Oedekoven und Witterschlick.

Sonstiges[Bearbeiten]

Der Sportverein Alfterer Sport-Club (ASC) verfügt über Volleyball-, Leichtathletik-, Radsport-, Breitensport und Walkingabteilungen[18]. Zudem gibt es seit 1970 noch den Alfterer Judo Club (AJC).

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Alfter liegt in einem klimatisch und geologisch begünstigten Gebiet, so dass viele Sorten Salat, Kräuter und Gemüse wie auch Erdbeeren und Rhabarber gut gedeihen. Insbesondere der Alfterer Spargel war schon frühzeitig überregional bekannt und gefragt[19]. Spargel in allen denkbaren Varianten ist deshalb in der Saison Bestandteil der Speisekarten der örtlichen Restaurants.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Der Bahnhof Witterschlick der Deutschen Bahn befindet sich im gleichnamigen Ortsteil und liegt an der Voreifelbahn (BonnEuskirchen), auf der die RegionalBahn 23 verkehrt. An dieser Strecke wird ein weiterer Haltepunkt im Ortsteil Impekoven gebaut. Im Hauptort liegt der Haltepunkt Alfter/Alanus Hochschule der Vorgebirgsbahn, wo die Linien 18 und 68 des Stadtbahnnetzes Rhein-Sieg verkehren. Weiterhin verkehren in Alfter Linienbusse der Regionalverkehr Köln und SWB Bus und Bahn. Alfter gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS).

Über das Fernstraßennetz ist die Gemeinde Alfter über die Bundesautobahnen 565 und 555, die Bundesstraße 56 sowie einige Landesstraßen zu erreichen.

In Alfter waren 2011 14.134 Kraftfahrzeuge zugelassen, davon 11.993 Pkw.[20]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Im Ortsteil Witterschlick befindet sich die Hauptverwaltung der börsennotierten Deutschen Steinzeug Cremer & Breuer AG, dem größten deutschen Hersteller von Fliesen. In Alfter-Oedekoven befindet sich der Hauptsitz des 1931 in Alfter, Holzgasse, gegründeten Baustoff-Großhandelsbetriebes "Baustoff Fassbender Tenten", dem inzwischen größten Baustoffhändler in der Region Bonn.

Im übrigen ist Alfter landwirtschaftlich geprägt. Eine Vielzahl landwirtschaftlicher Kleinbetriebe erzeugt neben Salat, Gemüse (vgl. oben) und Kräutern auch Schnittblumen.

Bildung[Bearbeiten]

  • Alanus-Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Alfter
  • Anna-Grundschule Alfter
  • Freie christliche Grundschule Bonn/Rhein-Sieg-Kreis
  • Gemeinschaftsgrundschule Oedekoven
  • Gemeinschaftsgrundschule Witterschlick
  • Hauptschule Oedekoven
  • Volkshochschule Bornheim/Alfter (Kommunales Weiterbildungszentrum für die Stadt Bornheim und die Gemeinde Alfter)
  • Vorgebirgsschule, Förderschule des Rhein-Sieg-Kreises mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung, Alfter
  • Schule an der Wicke, Förderschule des Rhein-Sieg-Kreises mit dem Förderschwerpunkt Sprache, Gielsdorf
  • Waldschule, Förderschule des Rhein-Sieg-Kreises mit dem Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung, Witterschlick

In Alfter steht ein öffentlicher Bücherschrank.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Johanna Elberskirchen (* 11. April 1864 in Bonn; † 17. Mai 1943 in Rüdersdorf bei Berlin), lebte von 1905 bis 1909 in Alfter und schrieb dort Bücher zur Gesundheit von Kindern.
  • Erich Linden (* 1898 in Alfter), Bildhauer und Maler in Aachen.
  • Wilhelm Weber (* 11. September 1906 in Alfter; † 27. September 1990), Politiker (SPD), Landtagsabgeordneter.
  • Rudolf Thaut (* 7. März 1915 in Kiel; † 15. Januar 1982 in Alfter), baptistischer Theologe, Rektor des Theologischen Seminars Hamburg, Präsident der Europäisch-Baptistischen Föderation und Vizepräsident des Baptistischen Weltbundes.
  • Herbert Zimmermann (* 29. November 1917 in Alsdorf; † 16. Dezember 1966 in Hamburg), Rundfunkreporter (WM-Finale Bern 1954), beerdigt auf dem Friedhof Witterschlick.
  • Johann Gimnich (* 17. März 1925 in Alfter; † 28. Oktober 1998 in Alfter), Bürgermeister der selbständigen Gemeinde Alfter von 1960−1969.
  • Heinrich Arenz († 2004), erster Bürgermeister der Gemeinde Alfter nach der kommunalen Neuordnung 1969; 1990 Ehrenbürgermeister der Gemeinde Alfter.
  • Klaus Hildebrand (* 18. November 1941 in Bielefeld), renommierter deutscher Historiker, lebt in Alfter.
  • Alfred Vianden (* 1944), Präsident des Fußball-Verbandes Mittelrhein[21], lebt in Alfter-Gielsdorf.
  • Roger Willemsen (* 15. August 1955 in Bonn), aufgewachsen in Oedekoven.
  • Ansgar Rieks (* 29. Mai 1959 in Nieheim), Generalmajor der Luftwaffe, lebt in Alfter.
  • Andreas Pinkwart (* 18. August 1960 in Neunkirchen-Seelscheid), von 2005 bis 2010 Minister für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie und stellvertretender Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, lebt in Alfter.
  • Sabine Trinkaus (* 24. Mai 1969), Autorin, lebt und arbeitet als Bibliothekarin in Alfter.
  • Sebastian Bachmann (* 24. November 1986 in Bad Mergentheim), deutscher Florettfechter, lebt in Alfter.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Ulrich Becker: Witterschlick und Impekoven. Eine ortsgeschichtliche Dokumentation. Bonn 1986 (Ortsgeschichten der in der Großgemeinde Alfter vereinigten Ortschaften 3).
  • Beiträge zur Geschichte von Alfter, hg. v. Engelbert G. Kalkum. Alfter 1969 (Ortsgeschichten der in der Großgemeinde Alfter vereinigten Ortschaften 1). Gemeinde Alfter, Nordhorn 2005.
  • Robert Thomas: Geschichte des Ortes und der Bürgermeisterei Oedekoven. (Alfter-) Oedekoven 1979 (Ortsgeschichten der in der Großgemeinde Alfter vereinigten Ortschaften 2).
  • Christoph Waldecker: Das Archiv der Gemeinde Alfter. Ein Fallbeispiel für eine Neukonzeption. Saarbrücken 2008. ISBN 978-3-8364-8198-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alfter – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. a b c d e Gemeindestruktur. Gemeinde Alfter, 31. Dezember 2012, abgerufen am 26. Februar 2014.
  3. Eintrag über Schloss Alfter bei „Alle Burgen“ (Das Verzeichnis der festen Häuser)
  4. Karneval in Impekoven. Karneval-Impekoven e.V. 2009, abgerufen am 21. Januar 2014.
  5. Stefan Knopp: Die "Geburtsurkunde" Impekovens. In: General-Anzeiger, Bonn. 11. September 2010, abgerufen am 21. Januar 2014.
  6.  Robert Thomas: Gielsdorf Geschichte eines Vorgebirgsortes. 1978, S. 19.
  7. Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn 1898, S. 58 ff.
  8.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 82.
  9. Ingeborg Flagge: Architektur in Bonn nach 1945. Verlag Ludwig Röhrscheid, Bonn 1984, ISBN 3-7928-0479-4, S. 63.
  10. Wilfried Täubner: Planungsgruppe Stieldorf. Bauten und Projekte, Köln 1974.
  11. Gemeinde Alfter. Gesamtergebnis. 25. Mai 2014, abgerufen am 26. Mai 2014 (18 von 18 Schnellmeldungen).
  12. a b Ilse Mohr: Luise Wiechert und Bruno Schmidt sind die neuen Vize-Bürgermeister. Entscheidung nach geheimer Wahl. In: General-Anzeiger (Bonn). 19. Juni 2014, abgerufen am 19. Juni 2014.
  13. „Stolpersteine“ für drei Familien in Alfter. In: General-Anzeiger (Bonn). 15. Oktober 2008, abgerufen am 26. Februar 2014.
  14. Liste der Naturschutzgebiete im Rhein-Sieg-Kreis. In: Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW. Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, 2013, abgerufen am 21. Januar 2014.
  15. Kunst- und Kulturlandschaftspfad Streuobst in Alfter. Rhein-Voreifel Touristik e.V., 27. September 2012, abgerufen am 26. Februar 2014 (PDF; 700 kB, Flyer).
  16. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatNatur und Kultur in Alfter. Wege durch die Orte. Kulturkreis Alfter e. V., Juli 2012, abgerufen am 19. Juni 2014 (PDF, Leseprobe).
  17. Kulturerlebnisweg Witterschlick. Kulturkreis Alfter, 3. Juni 2008, abgerufen am 26. Februar 2014 (PDF; 3,17 MB, Flyer).
  18. Alfterer Sport-Club 1968 e.V.
  19. Alfterer Spargel. In: Amtsblatt „Wir in Alfter“. 12. Mai 2006, abgerufen am 2. April 2014.
  20. Mobilität in Nordrhein-Westfalen. Daten und Fakten 2011. Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, 2011, S. 63, abgerufen am 21. Januar 2014 (PDF; 7,37 MB).
  21. Präsidium. Geschäftsführendes Präsidium. Fußball-Verband Mittelrhein, 2013, abgerufen am 26. Juni 2014.