Alice Esther Glen

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Alice Esther Glen (auch: Esther Glen, * 26. Dezember 1881 in Christchurch; † 9. Februar 1940 ebenda) war eine neuseeländische Autorin und Journalistin. Sie war die erste bedeutsame neuseeländische Kinderbuchautorin.

Leben[Bearbeiten]

Esther Glen wuchs als drittes (nach anderen Angaben: als zweites[1]) von zwölf Kindern von Robert Parker Glen und Alice Helen White in Linwood auf.[2] Bereits im Alter von 11 Jahren gewann sie einen Erzählwettbewerb mit einer Geschichte, die sie bei dem Magazin Little Folks eingesandt hatte.

Nach der Schule ging sie nach Australien, um dort in einem Kindergarten zu arbeiten, den ihre Schwester Helen leitete. Dort lernte sie die australische Literatur für Kinder kennen, vor allem den Titel Seven little Australians von Ethel Turner aus dem Jahr 1894, der dort sehr erfolgreich war. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine neuseeländischen Kinderbücher. Um ein vergleichbares Werk zu schaffen, das auf die Erfahrungen neuseeländischer Kinder eingeht, schrieb sie Six little New Zealanders, das 1917 erstmals erschien. Die Geschichte handelt von drei Junggesellen, die eine Schafzucht weit draußen auf dem Lande in Canterbury betreiben und die nicht an Kinder gewöhnt sind. Sie erhalten über Sommer Besuch von ihren sechs Neffen und Nichten aus Auckland, für die wiederum das Landleben etwas Neues ist, was zu einer Reihe von komischen Verwicklungen führt. Das Werk ist bis 1983 in sechs Auflagen erschienen.[3] Kritiker lobten den heiteren Schreibstil und die realistische Zeichnung der Charaktere.[4] Im Jahr 1926 erschien der Folgeband Uncles three at Kamahi.

Seit 1922 betreute Esther Glen die Seite für Kinder in der Zeitung Christchurch Sun, zunächst als freiberufliche Journalistin, ab 1925 war sie dort als Redakteurin und Reporterin tätig und kümmerte sich auch um die Frauenseite. Seit dieser Zeit trug sie den Spitznamen Lady Gay, und sie rief Kinder dazu auf, eigene Geschichten, Gedichte und Bilder an die Zeitung einzusenden.[5] Ab 1935 war sie für die Christchurch Press tätig.[1] Außerdem schrieb sie einige der ersten Hörspiele für Kinder.

Esther Glen hatte auch ein soziales Anliegen.[4] Sie gründete Clubs, in denen Kinder sich treffen und anfreunden konnten, um der Isolation des Landlebens zu entwachsen. Während der Weltwirtschaftskrise strickten, nähten und kochten die Kinder dort für die Armen. Außerdem setzte sie sich dafür ein, dass alleinstehende arbeitslose Frauen eine angemessene Unterkunft erhielten. Sie unterstützte die Gründung von Frauenhäusern und Kinderheimen.

Esther Glen war nicht verheiratet, und sie hatte keine eigenen Kinder.

Esther Glen Award[Bearbeiten]

Zu Esther Glens Andenken wurde der Esther Glen Award ins Leben gerufen, der seit 1945 (mit Ausnahmen) jährlich von der Library and Information Association of New Zealand Aotearoa (LIANZA) an einen neuseeländischen Kinderbuchautor für den exzellentesten Beitrag zur Kinder- und Jugendliteratur vergeben wird (…for the most distinguished contribution to New Zealand literature for junior fiction).[6][7]

Es ist der älteste und renommierteste neuseeländische Literaturpreis, der heute noch vergeben wird.[8]

Werke[Bearbeiten]

  • Six little New Zealanders. 1917. Deutsche Erstübersetzung von Tatjana Kröll; bearbeitet von Mona Petri: Wir sechs aus Neuseeland. Illustriert von Wendy Rutz. Susanna Rieder Verlag. München. 2012. ISBN 978-3-941172-86-9.
  • Twinkles on the mountain. 1920.
  • Uncles three at Kamahi. 1926.
  • Robin of Maoriland. 1929.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Esther Glen. In: storylines.org.nz. Children's literature charitable trust. Abgerufen am 31. März 2012.
  2. Soweit nicht anders angegeben, wurden alle Einzelheiten zur Biografie entnommen: Betty Gilderdale: Glen, Alice Esther. In: Dictionary of New Zealand Biography. Te Ara – The Encyclopedia of New Zealand. 1. September 2010. Abgerufen am 31. März 2012.
  3. Angaben zu Six little New Zealanders nach: Glen, Esther. Most widely held works by Esther Glen. In: WorldCat. Abgerufen am 31. März 2012.
  4. a b Glen, Esther 1881-1940. In: The Cambridge Guide to Children's Books in English. Cambridge: Cambridge University Press, 2001. Credo Reference. Abgerufen am 31. März 2012.
  5. Glen, Esther 1881-1940. In: The Cambridge Guide to Women's Writing in English. Cambridge: Cambridge University Press, 1999. Credo Reference. Abgerufen am 31. März 2012.
  6. Esther Glen Award. In: christchurchcitylibraries.com. Abgerufen am 31. März 2012.
  7. LIANZA Esther Glen Award. In: Library and Information Association of New Zealand Aotearoa (LIANZA). Abgerufen am 31. März 2012.
  8. New Zealand Literature. In: Continuum Encyclopedia of Children's Literature. London: Continuum, 2005. Credo Reference. Abgerufen am 31. März 2012.