Alice Guszalewicz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Alice Guszalewicz (* 21. September 1879 in Budapest; † 26. November 1940 in München) war eine ungarische Opern-Sängerin in der Stimmlage Sopran.

Biografie[Bearbeiten]

Alice Guszalewicz in der Rolle der Salome, Aufnahme von ca. 1910

Mit siebzehn Jahren heiratete sie 1896 den Tenor Eugen Guszalewicz (1867–1907) und wurde durch diesen in Gesang ausgebildet. 1903 begann sie ihre Bühnenlaufbahn am Theater von Bern (Schweiz). 1905 gastierte sie am Opernhaus von Köln als Königin von Saba in der gleichnamigen Oper von Karl Goldmark und als Isolde in der Oper Tristan und Isolde. Kurz danach wurde sie mit einem Sechsjahresvertrag an das Opernhaus von Köln engagiert.

Alice blieb bis 1916 Mitglied der Kölner Oper und gab während dieser Zeit zahlreiche Gastspiele an führenden Theatern, so 1905 am Hoftheater Karlsruhe, 1907 am Opernhaus von Düsseldorf und 1908 am Stadttheater Bremen. 1908 gastierte sie an der Dresdner Hofoper als Salome in der gleichnamigen Oper von Richard Strauss und erzielte hier, wie auch an anderen Theatern, in dieser Partie einen sensationellen Erfolg.

1908 gastierte sie am Opernhaus Leipzig, am Hoftheater von Wiesbaden (1910 als Salome), an der Hofoper Berlin (1911 als Brünnhilde und als Isolde), ebenso in Brüssel, Paris und Madrid. 1905 kam sie in Köln in der deutschen Erstaufführung von Isidore de Laras Oper Messalina (in der Titelpartie) zu einem grandiosen Erfolg. Die Oper erlebte 27 Aufführungen.

Auch Gastspiele am Opernhaus von Frankfurt am Main (1907), wiederum am Stadttheater von Bremen (1908) und an der Münchner Hofoper (1910 als Salome in der gleichnamigen Oper von Richard Strauss). Aus ihrem Bühnenrepertoire sind zu nennen: die "Leonore" im Fidelio (Ludwig van Beethoven), der "Adriano" in Rienzi (Richard Wagner), die "Venus" im Tannhäuser (Richard Wagner), die Titelfigur in Ingwelde von Max von Schillings, die Elektra von Richard Strauss, die "Bertha" im Propheten von Giacomo Meyerbeer, die "Santuzza" in Cavalleria rusticana (Pietro Mascagni), die Titelheldin in Mascagnis Amica und die "Maria" in A basso porto von Nicola Spinelli.

Nach Beendigung ihrer Karriere war sie in München als Gesangspädagogin tätig. Eine ihrer Schülerinnen war ihre Tochter Genia Guszalewicz (1902–71), die wie ihre Mutter eine erfolgreiche Opernsängerin wurde.

Alice Guszalewicz ist trotz ihrer Erfolge heute so gut wie vergessen. Sie starb im Alter von 61 Jahren in München.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alice Guszalewicz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien