Alisa Marić

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Alisa Marić 1997 in Bečići

Alisa Marić (serbisch-kyrillisch Алиса Марић; * 10. Januar 1970 in New York) ist eine serbische Schach-Großmeisterin und Politikerin.

Leben[Bearbeiten]

Marić wuchs in einer serbischen Mathematikerfamilie auf. Ihr Vater Nebojša arbeitete in New York bei der UNO und ist Universitätsprofessor, ihre Mutter war Lehrerin an einer Mittelschule. In ihrer Jugend erlernte sie gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Mirjana das Schachspiel. Bereits in jungen Jahren wurde Alisa eine der erfolgreichsten Schachspielerinnen in der Geschichte des serbischen Schachs. Als 12-Jährige gewann sie die Frauenmeisterschaft Belgrads und erhielt dafür den weiblichen Meistertitel verliehen. Damit war sie die jüngste Meisterin des serbischen Schachsports. 1985 belegte sie hinter Ketewan Arachamia den zweiten Platz bei der Juniorinnenweltmeisterschaft in Dobrna.

Alisa Marić, Suzana Maksimović, Zorica Nikolin, Virginia Martinez, Yadira Hernandez, Patricia Mendoza, Schacholympiade 1986 in Dubai

Als 16-Jährige gewann sie die Frauenmeisterschaft von Jugoslawien und spielte bei der Schacholympiade 1986 in Dubai erstmals für die Nationalmannschaft der Frauen.

Alisa Marić bei der Schacholympiade 1988

Mit 18 Jahren war sie bereits Großmeisterin der Frauen (WGM) (Bild rechts) und errang mit ihrer Mannschaft die Bronzemedaille bei der Schacholympiade in Thessaloniki.[1]

Ihre Schwester, eine Mathematikerin, wurde 1985 Kadettenweltmeisterin (U16) und später ebenfalls Großmeisterin der Frauen. Die Schwestern Marić sind die einzigen Zwillinge in der Schachgeschichte, die WGM-Titel errangen. Alisa Marić trägt auch den Titel eines Internationalen Meisters.

Ihr größter Erfolg, und auch der des serbischen Frauen-Schachsports überhaupt, gelang ihr beim Kandidatinnenturnier 1990 in Bordschomi, Georgien, als sie gemeinsam mit der Chinesin Xie Jun Platz eins teilte (4,5 aus 7), wobei ihr ein Ergebnis von 3,5:0,5 gegen die teilnehmenden vier sowjetischen Spielerinnen gelang. Nach 13 Jahren sowjetischer Vorherrschaft gelang es somit zwei anderen Spielerinnen um die Weltmeisterschaft zu kämpfen. Die beiden Erstplatzierten spielten 1991 in Belgrad und Peking um die Frauenweltmeisterschaft. Marić unterlag Xie Jun nach einem dramatischen Kampf mit 2,5:4,5 (+1, −3, =3) und nahm nach dem Wettkampf den dritten Rang in der Weltrangliste der Frauen ein. Bei der Frauenweltmeisterschaft 2000 in Neu-Delhi gelangte sie bis ins Halbfinale, wo sie mit 0,5:1,5 an Qin Kanying scheiterte. Ein Jahr später in Moskau verlor sie in der dritten Runde gegen die spätere Weltmeisterin Zhu Chen mit 1:3.

Im Jahr 2001 reichte sie ihre Magisterarbeit an der Wirtschaftsuniversität in Belgrad ein. Seit 2003 arbeitete sie als Assistentin an der privaten Management-Universität „Braća Karić“ in Belgrad im Fach „Grundlagen des Marketing“, wo sie ihre Doktorarbeit über den Einfluss des Internets auf das Sportmarketing schrieb. 2008 erhielt sie eine Assistenzprofessur an der Universität Megatrend.[2] Sie ist Mitglied des Olympischen Komitees Serbiens. Im serbischen Privatsender „TV Politika“ leitet sie außerdem eine Sendung namens „Alisa im Schachland“.

Alisa Marićs Elo-Zahl beträgt 2387 (Stand: Oktober 2014), sie wird jedoch als inaktiv geführt, da sie seit der europäischen Mannschaftsmeisterschaft 2009 in Novi Sad keine Elo-gewertete Partie mehr gespielt hat. Ihre beste Elo-Zahl betrug 2489 im Juli 1999.

Seit Juli 2012 gehört die parteilose Alisa Marić als Ministerin für Jugend und Sport der serbischen Regierung unter Ministerpräsident Ivica Dačić an.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Alisa Marić nahm zwischen 1986 und 2008 an zehn Schacholympiaden der Frauen teil, zunächst für Jugoslawien, 2004 und 2006 für Serbien und Montenegro und 2008 für Serbien. Außer bei ihren ersten Teilnahme spielte sie immer am ersten Brett. Sie gewann zwei Bronzemedaillen, 1988 mit der Mannschaft, 1998 in der Einzelwertung am ersten Brett.[3] Zwischen 1999 und 2009 nahm sie an fünf Mannschaftseuropameisterschaften der Frauen teil und erreichte als bestes Ergebnis 1999 den zweiten Platz mit der jugoslawischen Mannschaft.[4]

Vereine[Bearbeiten]

Marić nahm zehnmal am European Club Cup der Frauen teil, 1996, 2000 und 2001 mit Agrouniverzal Zemun, mit dem sie den Wettbewerb jeweils gewann, 2002 mit RAD Belgrad, 2004 bis 2006 mit dem ŠK Internet-CG Podgorica und 2007 bis 2009 mit dem ŠK T-Com Podgorica.[5] Die Schweizer Bundesliga gewann sie 1999 mit dem SV Birsfelden/Beider Basel.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 28th Chess Olympiad (women): Thessaloniki 1988 - Yugoslavia (YUG) (englisch)
  2. Biografie bei der Megatrend Univerzitet
  3. Alisa Marić Ergebnisse bei Schacholympiaden der Frauen auf olimpbase.org (englisch)
  4. Alisa Marić Ergebnisse bei Mannschaftseuropameisterschaften der Frauen auf olimpbase.org (englisch)
  5. Alisa Marić Ergebnisse bei European Club Cups der Frauen auf olimpbase.org (englisch)