Alise-Sainte-Reine

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Alise-Sainte-Reine
Alise-Sainte-Reine (Frankreich)
Alise-Sainte-Reine
Region Burgund
Département Côte-d’Or
Arrondissement Montbard
Kanton Venarey-les-Laumes
Koordinaten 47° 32′ N, 4° 29′ O47.53754.49083333333Koordinaten: 47° 32′ N, 4° 29′ O
Höhe 237–404 m
Fläche 3,83 km²
Einwohner 611 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 160 Einw./km²
Postleitzahl 21150
INSEE-Code
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Alise-Sainte-Reine ist eine französische Gemeinde mit 611 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) am Canal de Bourgogne im Département Côte-d’Or, Region Burgund (Bourgogne). Nach archäologischen, geographischen und linguistischen Forschungsergebnissen dürfte sich hier mit ziemlicher Sicherheit das antike Alesia befunden haben.

Allgemeines[Bearbeiten]

Hauptartikel: Alesia

Nachdem Caesar die gallische Festung Alesia erobert hatte, die von Vercingetorix verteidigt worden war, blieb dieses Oppidum, im Gegensatz zu vielen anderen, weiterhin besiedelt. Erst im Frühmittelalter wurde es aufgegeben. Im Laufe der Zeit entstanden in der Umgebung jedoch wieder neue Siedlungen. Die größte davon ist das heutige Alise-Sainte-Reine, im Südwesten des Mont Auxois.[1]

Der Name Alise ist vermutlich auf die alte Bezeichnung Alesia zurückzuführen, bekannt ist hier ebenfalls eine lokale burgundische Gottheit namens Alisanus. Sainte Reine (= heilige Regina) geht zurück auf eine junge Frau namens Reine, die hier geboren wurde und am Ende des 3. Jahrhunderts mit 15 Jahren den Märtyrertod erlitt. Heute liegt sie hier begraben und ist die Schutzpatronin der Gemeinde. Nach einer Tradition, die auf das Jahr 866 zurückgehen soll, wird jährlich am letzten Augustwochenende ein Weihespiel für sie aufgeführt.

Ende Juli wird in Alise-Sainte-Reine das Festival für moderne Musik Nuits Péplum d’Alésia abgehalten.

Der Kanonikus und Politiker Félix Kir wurde 1876 im Ort geboren; er war Mitglied der Résistance und von 1953 bis 1967 Alterspräsident der französischen Nationalversammlung. Nach seinem Lieblings-Apéritif (Weißwein mit einem Schuss Crème de Cassis) ist das Weinmischgetränk Kir benannt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Von einem Tempel, heute Croix-Saint-Charles genannt, sind noch Überreste der Säulen, das oktogonale innere Heiligtum mit Nebenräumen und einer Krypta, sowie etliche noch nicht identifizierte quadratische Mauerreste erhalten. Hier sind für die Heilgottheit Moritasgus einige Votivgaben und drei Weiheinschriften gefunden worden, in denen er zusammen mit Apollon genannt ist. Die dritte Inschrift nennt außerdem die Göttin Damona als seine Gefährtin.
Archäologische Stätte
  • Die Kirche St-Léger d’Alise-Sainte-Reine aus dem 13. Jahrhundert ist zum Teil mit Steinen aus den Mauern von Alesia gebaut worden.
  • Eine von Kaiser Napoleon III. 1865 in Auftrag gegebene Kolossalstatue von Vercingetorix auf dem Mont Auxois trägt seine Gesichtszüge.
  • An die römischen Eroberungen erinnert der MuséoParc Alésia mit dem 2012 eröffneten Centre d’interprétation de la bataille d’Alésia, einem Rundbau mit 52 m Durchmesser und 1.200 m² Fläche.
  • Der Archäologiepark Site archéologique d’Alésia soll 2016 mit dem MuséoParc Alésia zu einer Gesamtfläche von 7.000 ha zusammengeschlossen werden. Hier wurden in einem Heiligtum Statuen der Gottheiten Bergusia und Ucuetis aufgefunden.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alise-Sainte-Reine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. Kröner, Stuttgart 1994, ISBN 3-520-46601-5, S. 14 f.