Alistair MacLean

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Alistair MacLean (schottisch-gälisch: Alasdair MacGill-Eain; * 21. April 1922 in Glasgow; † 2. Februar 1987 in München) war ein schottischer Thriller-Autor. Er schrieb auch unter dem Pseudonym Ian Stuart.

Leben[Bearbeiten]

MacLean wurde in Glasgow als Sohn eines Pfarrers geboren. Er wuchs in den Highlands nahe Inverness auf und besuchte die Hillhead High School in Glasgow. Im Zweiten Weltkrieg diente er in der Royal Navy als Seemann im Atlantik, im Mittelmeer und ab 1945 im Pazifik. Seine Behauptung, er sei von den Japanern in Kriegsgefangenschaft genommen und gefoltert worden, wurden sowohl von seinem Sohn wie auch von seinem Biograph als Erfindungen während seiner Alkoholsucht bezeichnet.[1] Nach dem Krieg studierte er Englisch an der Universität von Glasgow, wo er 1953 seinen Abschluss machte und fortan als Lehrer arbeitete.

Bereits an der Uni begann MacLean zu schreiben. Mit Kurzgeschichten besserte er sein Einkommen auf und gewann 1954 einen Wettbewerb des Glasgow Herald, mit der Kurzgeschichte Dileas. Der Herausgeber bat ihn, mehr zu schreiben, und es folgte der Roman Die Männer der Ulysses, der auf eigenen Kriegserfahrungen basierte. Das Buch wurde ein großer Erfolg, und so war MacLean bald in der Lage, sich ganz dem Schreiben von Kriegs- und Spionageromanen zu widmen. In den frühen 1960ern veröffentlichte MacLean zwei Bücher unter dem Pseudonym Ian Stuart, um zu beweisen, dass der Erfolg seiner Bücher einzig an seiner „guten Schreibe“ lag und nicht an seinem Namen. Auch diese beiden Bücher verkauften sich gut. In den 1980er Jahren gehörte MacLean mit 30 Millionen weltweit verkauften Büchern zu den erfolgreichsten Schriftstellern seiner Zeit. 1983 ehrte ihn die Glasgow University mit einem Ehrendoktortitel.

In späteren Jahren hatte MacLean immer mehr Alkoholprobleme, deren Spätfolgen er auch 1987 in München erlag. Er war zweimal verheiratet und hatte drei Söhne mit seiner ersten Frau.

Werke[Bearbeiten]

MacLean veröffentlichte 28 Romane, eine Vielzahl weiterer Kurzgeschichten und zwei Bücher über T. E. Lawrence und James Cook.

Romane[Bearbeiten]

Erscheinungs-
jahr
Titel Originaltitel Verfilmung (Links zur IMDb)
1955 Die Männer der Ulysses H.M.S. Ulysses
1957 Die Kanonen von Navarone The Guns of Navarone Die Kanonen von Navarone in der Internet Movie Database (englisch)
1957 Die Überlebenden der Kerry Dancer South by Java Head
1959 Jenseits der Grenze The Last Frontier (USA: The Secret Ways) Geheime Wege in der Internet Movie Database (englisch)
1960 Nacht ohne Ende Night Without End
1961 Angst ist der Schlüssel Fear Is the Key Angst ist der Schlüssel in der Internet Movie Database (englisch)
1961 Schwarze Hornisse The Dark Crusader (USA: The Black Shrike)*
1962 Rendezvous mit dem Tod The Golden Rendezvous (USA: Nuclear Terror) Rendezvous mit dem Tod in der Internet Movie Database (englisch)
1962 Satanskäfer The Satan Bug* Geheimagent Barrett greift ein in der Internet Movie Database (englisch)
1963 Eisstation Zebra Ice Station Zebra Eisstation Zebra in der Internet Movie Database (englisch)
1966 Das Mörderschiff When Eight Bells Toll Das Mörderschiff in der Internet Movie Database (englisch)
1967 Agenten sterben einsam Where Eagles Dare Agenten sterben einsam in der Internet Movie Database (englisch)
1968 Geheimkommando Zenica Force 10 from Navarone Der wilde Haufen von Navarone in der Internet Movie Database (englisch) auch: Force 10 – Die Spezialeinheit
1969 Souvenirs Puppet on a Chain Die Ratten von Amsterdam in der Internet Movie Database (englisch)
1970 Tödliche Fiesta Caravan to Vaccarès Duell in Vaccares in der Internet Movie Database (englisch)
1971 Die Insel Bear Island Die Bäreninsel in der Hölle der Arktis in der Internet Movie Database (englisch)
1972 Der Traum vom Südland Captain Cook
1973 Dem Sieger eine Handvoll Erde The Way to Dusty Death The way to dusty death in der Internet Movie Database (englisch)
1974 Nevada Pass Breakheart Pass Nevada Pass in der Internet Movie Database (englisch)
1975 Circus Circus
1976 Golden Gate The Golden Gate
1977 Meerhexe Seawitch
1978 Goodbye Kalifornien Goodbye California
1980 Die Hölle von Athabasca Athabasca
1981 Fluss des Grauens River of Death River of Death – Fluß des Grauens in der Internet Movie Database (englisch)
1982 Partisanen Partisans
1982 Der Höllenflug der Air Force One Air Force One Is Down Air Force One Is Down - TV Serie 2013 in der Internet Movie Database (englisch)
1983 Die Erpressung Floodgate
1984 Das Geheimnis der San Andreas San Andreas
1985 Einsame See The Lonely Sea
1986 Der Santorin Schock Santorini

(*) Als Ian Stuart veröffentlicht

Werkausgabe 1955 bis 1971 bei Heron Books

Alistair MacLean hinterließ einige Manuskripte für nicht mehr vollendete Romane. Einige dieser Manuskripte wurden von anderen Schriftstellern bearbeitet, vollendet und veröffentlicht:

Simon Gandolfi:

  • Alistair MacLean’s Goldene Rache
  • Alistair MacLean’s Goldenes Netz
  • Alistair MacLean’s Golden Girl
  • Alistair MacLean’s Weißer Sand

Alastair MacNeill:

Sam Llewellyn:

  • Alistair MacLean’s Die Männer von Navarone
  • Alistair MacLean’s Die Stoßtruppen von Navarone

Hugh Miller:

  • Alistair MacLean’s Tödliches Ziel

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. * Webster, Jack. Alistair MacLean: A Life. Chapmans Publishers, 1991. ISBN 1-85592-519-2. P191 (Alternate title: Alistair MacLean: A Biography of a Master Storyteller.)