Aljoscha Rompe
Arthur Alexander „Aljoscha“ Rompe (* 20. Oktober 1947 in Berlin-Buch; † 23. November 2000 in Berlin-Prenzlauer Berg) war ein deutscher Punk-Musiker und Gründer der 1983 entstandenen DDR-Punkband Feeling B. Sein Stiefvater Robert Rompe fand Erholung auf Hiddensee, wo Aljoscha legendäre Strandkonzerte abhielt.
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Staatsbürgerschaft [Bearbeiten]
Aljoscha Rompe hatte einen Schweizer Pass, da seine Mutter durch Heirat Schweizer Staatsbürgerin geworden war. Mit 14 erhielt er dann zwar den Personalausweis der DDR und wurde als sogenannter Doppelstaatler bei den Behörden geführt, wurde aber nie offiziell DDR-Staatsbürger. Die Reisefreiheit nutzte Rompe immer wieder, um Instrumente und Ausrüstung aus West-Berlin in die DDR einzuführen.
Treffpunkt der Jugend und Bespitzelung [Bearbeiten]
Rompe wohnte 1979–1990 in der Fehrbelliner Straße 7 im Ost-Berliner Stadtbezirk Prenzlauer Berg. Seine Dachwohnung war Proberaum von Feeling B und Anlaufpunkt für alternative Jugendliche aller Art. Von 1990–1999 lebte er in einer Art Kommune in der Schönhauser Allee 5 bis er als letzter Bewohner nach vielen Schikanen das Haus verließ. Rompe wurde von 1972 bis 1989 durchgehend vom Ministerium für Staatssicherheit (MfS) überwacht. Das MfS bediente sich dabei verschiedenster Mittel wie beispielsweise der Untersuchungshaft, Inoffizieller Mitarbeiter, der Postüberwachung und Observierung. Als das MfS 1990 aufgelöst wurde, arbeitete Rompe in der Operativen Gruppe der AG Sicherheit des Zentralen Runden Tisches aktiv mit.
Aljoscha Rompe starb mit 53 Jahren am 23. November 2000 in seinem Wohnmobil in Berlin an einem Asthmaanfall.
Filme [Bearbeiten]
Aljoscha Rompe dokumentierte ab 1989 einige Jahre lang die Entwicklung der Hausbesetzer- und Musikerszene in Berlin-Prenzlauer Berg. Aus seinem bisher unveröffentlichten Nachlass entstand der Film Was sieht ein Chamäleon, wenn es in den Spiegel blickt (2007, R.: M. Aberle), welcher sich aus einigen seiner Kurzfilme und Dokumentationen zusammensetzt.
Radio [Bearbeiten]
Rompe betrieb seit 1990 bis etwa 1994 den Piratensender Radio P, der wechselnd aus den besetzten Häusern in der Schönhauser Allee Nr. 5 und Nr. 20 und dem Kunsthaus Tacheles sendete.[1][2]
Literatur [Bearbeiten]
- Ronald Galenza & Heinz Havemeister: Mix mir einen Drink, Feeling B - Punk im Osten. Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag GmbH, Berlin 2002, ISBN 3-89602-418-3
- Ronald Galenza & Heinz Havemeister: Wir wollen immer artig sein… Überarbeitete und erweiterte Neuausgabe Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag GmbH, Berlin 2005, ISBN 3-89602-637-2
- Jan Wielgohs: Rompe, Arthur Alexander (»Aljoscha«). In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 2. Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Alte Tonbandkassette gefunden - Radio P, 2./3.10.1990 Aufnahme einer Sendung und Plakat
- ↑ Sendung von Radio P auf SoundCloud
Weblinks [Bearbeiten]
- Filme von Aljoscha Rompe in der Filmdatenbank der DEFA-Stiftung
- Aljoscha Rompe bei Discogs
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rompe, Aljoscha |
| ALTERNATIVNAMEN | Rompe, Arthur Alexander; Jessen, Arthur Alexander |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Sänger und Autor |
| GEBURTSDATUM | 20. Oktober 1947 |
| GEBURTSORT | Berlin-Buch |
| STERBEDATUM | 23. November 2000 |
| STERBEORT | Berlin-Prenzlauer Berg |