Allan Holdsworth

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Allan Holdsworth, etwa 1975 im Beacon Theatre, New York City

Allan Holdsworth (* 6. August 1946 in Bradford, Yorkshire) ist ein englischer Jazzgitarrist (Instrumentalmusiker).

Leben[Bearbeiten]

Holdsworth hatte Klavierunterricht bei seinem Vater, einem Pianisten. Erst mit 17 Jahren kam er zur Gitarre. Als frühe Vorbilder nennt er immer wieder Charlie Christian und John Coltrane.

Entgegen anderslautenden Gerüchten hat Holdsworth nie Saxofon gespielt (vergl. Reaching for the Uncommon Chord).

Ende der 1960er zog er nach London, wo er bei Ian Carrs Nucleus und anschließend bei John Hisemans Colosseum-Nachfolger Tempest (1972) und bei Soft Machine (von 1973 bis 1975) wirkte. Gleichzeitig nahm er mit Tony Williams Lifetime auf. Anschließend spielte er mit Pierre Moerlen's Gong, mit Jean-Luc Ponty sowie John Stevens und Barry Guy. Ende der 70er trat er mit den Progressive- und Jazz-Rock-Formationen UK und Bruford auf. In den frühen achtziger Jahren übersiedelte er – nach einer kurzen Zeit in Paris – in die USA, wo er begann, eigene Projekte zu produzieren. Holdsworth wirkte an Aufnahmen von Stanley Clarke, Herbie Hancock, Esther Phillips, Chad Wackerman, Jeff Watson, Level 42 und Gary Husband mit.

Neben seinen musikalischen Aktivitäten ist er ein passionierter Radrennfahrer und Bierkenner. Er braut sein eigenes Bier, hält ein Patent auf eine Bierzapfvorrichtung und nennt sein Tonstudio „The Brewery“ (Die Brauerei). Heute lebt er in San Diego, Kalifornien (USA).

Bedeutung[Bearbeiten]

Sein Ruf als einer der herausragenden Erneuerer der modernen Jazzgitarre gründet auf mehreren Stilmerkmalen:

  • die Verwendung sehr großer Intervalle und ungewöhnlicher Skalen (alteriert, symmetrisch)
  • das extrem hohe Tempo seiner saxofonorientierten Linien
  • Bevorzugung von pianoorientierten Akkorden unter oftmaliger Verwendung für Gitarre untypischer Akkorde in enger Lage (close position voicings)
  • die komplexen Harmonien seiner Eigenkompositionen
  • die konsequente Verwendung und Weiterentwicklung von Legatotechniken
  • Verwendung der Inside-Outside-Improvisation

Zu seinen erklärten Bewunderern zählen Musiker wie Frank Zappa, Pat Metheny, Eddie Van Halen, Carlos Santana, Joe Pass, Joe Satriani und viele andere mehr.

Mitte der 1980er Jahre war er einer der ersten, die die Synthaxe, einen speziellen Synthesizer-Controller, in gitarrenähnlicher Form auf virtuose Weise als vollwertiges Musikinstrument einsetzten. Der Gitarren-Hersteller Ibanez baute für eine kurze Zeit das Signature-Modell AH10. Holdsworth selbst nutzt immer wieder unkonventionelle Gitarrenmodelle. Steinberger baute ein nur in Japan erhältliches Signature-Modell GL2TA-AH mit passiven Seymour Duncan SHAH1 Humbuckern, auch Carvin hatte ein Holdsworth Signature-Modell mit Kopfplatte im Programm. Seit vielen Jahren bevorzugt Holdsworth aber eine von Bill DeLap gebaute Gitarre mit kleinem Korpus mit 2 Cutaways, 1 Humbucker und Steinberger Hardware (Headless und Transtrem).

Solo-Diskografie[Bearbeiten]

  • Velvet Darkness (1977)
  • The Things You See (1979)
  • I.O.U. (1982)
  • Road Games (1983)
  • Metal Fatigue (1985)
  • Atavachron (1986)
  • Sand (1987)
  • With A Heart In My Song (1988)
  • Secrets (1989)
  • Wardenclyffe Tower (1992)
  • Hard Hat Area (1993)
  • None Too Soon (1996)
  • The Sixteen Men Of Tain (2000)
  • Flat Tire: Music For A Non-Existent Movie (2001)
  • All Night Wrong (2002, live)
  • Then! Live In Tokyo (2003, live)
  • Against The Clock: The Best Of Allan Holdsworth (2005)

Videografie[Bearbeiten]

  • Allan Holdsworth and Alan Pasqua Live at Yoshi's – Featuring Jimmy Haslip and Chad Wackerman, 2007, DVD
  • Allan Holdsworth live at the galaxy theatre, Gnarly Geezer Records, 2002, DVD
  • Allan Holdsworth (Lehrvideo), REH Publications, 1992, VHS
  • Bruford – Rock goes to college, 2006, DVD

Bibliografie[Bearbeiten]

  • Reaching for the uncommon Chord, 21st Century Music Productions/Hal Leonard, 1985
  • Melody Chords for Guitar, Hal Leonard, 1997, ISBN 1-57424-051-X

Weblinks[Bearbeiten]