Allendorf (Eder)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Allendorf (Eder)
Allendorf (Eder)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Allendorf (Eder) hervorgehoben
51.0333333333338.6833333333333306Koordinaten: 51° 2′ N, 8° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Waldeck-Frankenberg
Höhe: 306 m ü. NHN
Fläche: 41,79 km²
Einwohner: 5593 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 134 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35108
Vorwahlen: 06452, 06451
Kfz-Kennzeichen: KB, FKB, WA
Gemeindeschlüssel: 06 6 35 001
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 5
35108 Allendorf
Webpräsenz: www.allendorf-eder.de
Bürgermeister: Claus Junghenn (parteilos)
Lage der Gemeinde Allendorf (Eder) im Landkreis Waldeck-Frankenberg
Hatzfeld (Eder) Battenberg (Eder) Bromskirchen Allendorf (Eder) Burgwald (Gemeinde) Rosenthal (Hessen) Gemünden (Wohra) Haina (Kloster) Frankenberg (Eder) Frankenau Bad Wildungen Lichtenfels (Hessen) Korbach Willingen (Upland) Diemelsee (Gemeinde) Diemelstadt Vöhl Volkmarsen Bad Arolsen Twistetal Waldeck (Stadt) Edertal Nordrhein-Westfalen Landkreis Kassel Schwalm-Eder-Kreis Landkreis Marburg-BiedenkopfKarte
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Allendorf (Eder) ist eine Gemeinde im südwestlichen Teil des Landkreises Waldeck-Frankenberg in Hessen.

Geografie[Bearbeiten]

Allendorf liegt im Tal der Eder zwischen Frankenberg, einem Mittelzentrum, und Battenberg westlich des Burgwalds sowie östlich der Breiten Struth im Ederbergland. Das nächstgelegene Oberzentrum ist die Universitätsstadt Marburg.

Zahlen und Fakten[Bearbeiten]

Allendorf-Eder hat 5614 Einwohner. Seit der Gebietsreform im Jahr 1971 bildet die Kerngemeinde Allendorf mit den Ortsteilen Battenfeld, Rennertehausen und Haine eine Gemeinde in der weiten Ederaue. 1999 erhielt die Wohnsiedlung Osterfeld den Status eines Ortsteiles.

Der Ausländeranteil beträgt 10,5 Prozent und ist der höchste im Landkreis. Er resultiert maßgeblich aus dem wirtschaftlichen Aufschwung, den die Viessmann Werke der Gemeinde in den 1960er Jahren bescherten und der damit einhergehenden Zuwanderung von Gastarbeitern. 62 Prozent davon stammen aus der Türkei. In der Gemeinde gibt es 64 Vereine und Verbände. Drei Kindertagesstätten (Allendorf, Battenfeld, Rennertehausen) bieten unter kirchlicher Leitung Betreuungsplätze an. Sie werden von der Kommune finanziell unterstützt. In der Gemeinde Allendorf gibt es neun evangelische Kirchen und eine Moschee.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Allendorf grenzt im Norden an die Gemeinde Bromskirchen, im Osten an die Stadt Frankenberg, im Südosten an die Gemeinde Burgwald, sowie im Süden und Westen an die Stadt Battenberg (alle im Landkreis Waldeck-Frankenberg).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

In Klammern wird das Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung genannt.

  • Allendorf (Eder), (1107)

mit den 4 Ortsteilen:

Geschichte[Bearbeiten]

1107 wurde Allendorf erstmals als Schenkung Graf Kunimunds an die Reichsabtei Hersfeld urkundlich erwähnt. 1567 kam die Gemeinde mit dem Amt Battenberg zunächst zum Oberfürstentum Marburg und 1623 zu Hessen-Darmstadt. 1866 wurde sie Teil des preußischen Kreises Battenberg, 1932 des Kreises Frankenberg und 1974 des Landkreises Waldeck-Frankenberg.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Februar 1971 wurde anlässlich der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbständige Gemeinde Battenfeld eingegliedert. Am 1. April 1971 kam Rennertehausen hinzu. Haine folgte am 1. Juli 1971.[2]

Wappen[Bearbeiten]

Am 11. April 1967 wurde der Gemeinde Allendorf-Eder im damaligen Landkreis Frankenberg vom Hessischen Minister des Innern ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: „In Blau zwei abgekehrte goldene Halbmonde über einem sechsstrahligen silbernen Stern.“[3] Die Verleihung des Wappens erging nach Befürwortung durch ein von Karl Ernst Demandt erstelltes Gutachten vom 1. März 1967. Dieses beruhte auf Forschungen des früheren Direktors des Staatsarchivs Marburg Carl Knetsch († 1938) und des Archivars und Bibliothekars Hans Joachim von Brockhusen.[4]

Ursprünglich handelte es sich bei dem Wappen wahrscheinlich um das Familienwappen des im 15. Jahrhundert ausgestorbenen Adelsgeschlechts von Allendorf (Aldindorf, Altendorf), so Knetsch und Brockhusen. Der Dorfchronist Norbert Henkel kritisiert allerdings eine angeblich mangelhafte Beweisführung für diese Annahme. Trotz mehrfacher urkundlicher Nennung eines Adelsgeschlechts, das sich nach dem Ort Allendorf nannte, gebe es bisher keinen Nachweis darüber, dass das heutige Kommunalwappen als dessen Familienwappen diente. Nicht nachvollziehbar bleibt für Henkel, auf welcher dokumentarischen Basis Knetsch die seinen Forschungen beigefügte Wappenskizze mit dem Familienwappen der Familie von Allendorf verbindet.[4] Die hier angesprochene Wappenskizze basierte wohl auf dem Sandsteinrelief an der Battenfelder Kirche, die wahrscheinlich aus dem 15. Jahrhundert stammt, und welches noch heute dort zu sehen ist. Hierbei handele es sich um ein Allianzwappen, das auf der rechten Seite ein Wappen mit abgekehrten Halbmonden über einem Stern zeigt und auf der linken Seite eindeutig identifizierbar das Wappen der Familie Biedenfeld. Dieses Allianzwappen illustriere gemäß heraldischer Interpretation, dass eine Frau des Geschlechtes von Allendorf mit einem Mann des Geschlechts von Biedenfeld eine Ehe eingegangen sei.[4]

Möglicherweise zog Knetsch aus einem von ihm erstellten Stammbaum der Familie von Biedenfeld den Rückschluss, dass es sich hierbei um das Wappen der Familie von Allendorf handelte. Henkel schlussfolgert, dass das heutige Kommunalwappen nicht mit Sicherheit auf ein Familienwappen der Familie von Allendorf zurückgeführt werden könne, da deren Familienwappen nicht bekannt ist bzw. ihr nicht eindeutig zuzuordnen sei. Fest steht daher für ihn, dass das Wappen einer zugeheirateten Ehefrau eines Mannes aus der Familie von Biedenfeld gehörte. Die Identität und Herkunft dieser Ehefrau ist bis heute ungeklärt. Aufgrund des Allianzwappens lasse sich vermuten, dass dieses Ehepaar mit den Baumaßnahmen an der Battenfelder Kirche in Verbindung gestanden haben könnte.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Romanische kreuzförmige Basilika aus dem 12./13. Jahrhundert. Erhalten sind zwei Joche im Schiff und die Vierung mit Kreuzgratgewölben sowie ein kuppelartiges Gewölbe im Chor.
  • Alte Kirche Allendorf
Aus der Zeit der späten Gotik mit wuchtigem Chorturm, dessen flacher Helm (allseitig abgewalmt mit kurzem First) auf den Langseiten mit zwei Erkern besetzt ist und eine interessante Silhouette darbietet. Baudatum: 1496
  • Kirche Rennertehausen
Fachwerkkirche aus dem Jahre 1609, mit Speichergeschoß und interessanter Kanzel.
  • Kirche Haine
Fachwerkkirche mit wertvoller Ausstattung aus dem Jahre 1676.
  • Altes Steinbackhaus
im Ortsteil Rennertehausen, Im Wiesenhof 9.
  • Heimatstuben in den Ortsteilen
  • Ofenmuseum
in den Viessmann-Werken: Sammlung Stritzinger, ehemals in Burrweiler
200 m unterhalb des Ederwehres Rennertehausens, sind eine geologische Kostbarkeit aus Zechstein.
  • Die Historische Grenze
zwischen Hessen-Darmstadt und Hessen-Kassel durchzieht das Gemeindegebiet von Nord nach Süd. Viele Grenzsteine (die ältesten von 1650) sind erhalten und werden gepflegt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Denkmalgeschützter ehemaliger Bahnhof

Wirtschaft[Bearbeiten]

Allendorf beheimatet mit den Viessmann Werken den größten Arbeitgeber der Region. Der Heiztechnikhersteller beschäftigt weltweit mehr als 10.000 Mitarbeiter bei einem Jahresumsatz von ca. 2 Milliarden Euro.

Verkehr[Bearbeiten]

Allendorf liegt am Schnittpunkt der Bundesstraßen 236 und 253. Der Personenverkehr am Trennungsbahnhof Allendorf (Eder) auf der Bahnstrecke Nuttlar–Frankenberg und der Oberen Edertalbahn wurde eingestellt, letztere wird nur noch zum Gütertransport genutzt. Weiterhin hat Allendorf einen kleinen Verkehrslandeplatz.

Radfernwege[Bearbeiten]

In der Umgebung von Allendorf verlaufen folgende Radwanderwege:

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[5]

Wahl zur Gemeindevertretung
 %
40
30
20
10
0
33,6 %
33,4 %
29,7 %
3,4 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
+5,2 %p
+2,2 %p
+4,8 %p
-0,8 %p
-11,3 %p
Parteien und Wählergemeinschaften  %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
 %
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 33,6 11 28,4 9 29,8 9
BLO Bürgerliste Ortsteile 33,4 10 31,2 10 24,8 8
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 29,7 9 24,9 8 27,5 8
FDP Freie Demokratische Partei 3,4 1 4,2 1 1,9 1
BLA Bürgerliste Allendorf (Eder) 11,3 3 15,2 5
Gentner Gentner, Jörg 0,7 0
Gesamt 100 31 100 31 100 31
Wahlbeteiligung in % 45,1 46,6 58,5

Bürgermeister[Bearbeiten]

Die Bürgermeisterwahlen der Jahre 1993, 1999, 2005 und 2011 brachten folgende Ergebnisse:

Jahr Kandidaten Partei %
Ergebnis
2011 Claus Junghenn 90,4
Wahlbeteiligung in % 31,7
2005 Claus Junghenn 95,0
Wahlbeteiligung in % 41,8
1999 Claus Junghenn 63,6
Karl-Friedrich Frese CDU 36,4
Wahlbeteiligung in % 70,2
1993' Robert Amend CDU 74,7
Klaus Hofmann SPD 25,3
Wahlbeteiligung in % 66,9

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

FrankreichFrankreich Bonneval (Eure-et-Loir), Frankreich (seit 1981)

Vereine[Bearbeiten]

Vereinsname Gründungsjahr Beschreibung
DFC Allendorf/Eder 1994 Frauenfußball; Abspaltung vom TSV Battenberg
FC Ederbergland 1997 Zusammenschluss der Fußballsparten des SV Allendorf und des TSV Battenberg
FC Türkgüçü Allendorf 1981 Fußball
SG Battenfeld 1920 Fußball, Tischtennis
SV 1923 Rennertehausen 1923 Tennis, Tischtennis, Damenturnen
Kultur-Förderkreis Allendorf/Eder e.V. 1997 Erhaltung der Alten Kirche, Gestaltung und Betreuung des Dorfmuseums

Sonstiges[Bearbeiten]

Allendorf hat das niedrigste Durchschnittsalter sowie den höchsten Ausländeranteil aller Gemeinden und Städte im Kreis Waldeck-Frankenberg. Darüber hinaus wurde in Allendorf die im Landkreis Waldeck-Frankenberg höchste Zahl an deutschen Staatsangehörigen mit dem Geburtsort außerhalb der Bundesrepublik Deutschland festgestellt.[6]

Literatur[Bearbeiten]

  • Georg Dehio/Ernst Gall/Magnus Backes: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen, 2. Auflage Sonderausgabe, Darmstadt 1982. S. 5.
  • Norbert Henkel: Dorfbuch Allendorf (Eder). Beiträge zur Geschichte einer Hessischen Gemeinde. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2004.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 390.
  3. Genehmigung eines Wappens durch den Hessischen Minister des Innern vom 11. April 1967 (StAnz. S. 491) Seite 3 der tif-Datei 4,84 MB
  4. a b c d Henkel, Norbert. Dorfbuch Allendorf (Eder). Beiträge zur Geschichte einer Hessischen Gemeinde. Bielefeld: Verlag für Regionalgeschichte 2004, 32 bis 34
  5. Wahlergebnisse 2011 auf hsl.de
  6. |Ergebnisse der demographischen Analyse und der Erhebung zum Betreuungsbedarf für Kinder im Kreis Waldeck-Frankenberg (PDF; 549 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Allendorf (Eder) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien