Allendorf (Eder)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Allendorf (Eder)
Allendorf (Eder)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Allendorf (Eder) hervorgehoben
51.0333333333338.6833333333333306Koordinaten: 51° 2′ N, 8° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Waldeck-Frankenberg
Höhe: 306 m ü. NN
Fläche: 41,79 km²
Einwohner:

5480 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 131 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35108
Vorwahlen: 06452, 06451
Kfz-Kennzeichen: KB
Gemeindeschlüssel: 06 6 35 001
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 5
35108 Allendorf
Webpräsenz: www.allendorf-eder.de
Bürgermeister: Claus Junghenn (parteilos)
Lage der Gemeinde Allendorf (Eder) im Landkreis Waldeck-Frankenberg
Hatzfeld (Eder) Battenberg (Eder) Bromskirchen Allendorf (Eder) Burgwald (Gemeinde) Rosenthal (Hessen) Gemünden (Wohra) Haina (Kloster) Frankenberg (Eder) Frankenau Bad Wildungen Lichtenfels (Hessen) Korbach Willingen (Upland) Diemelsee (Gemeinde) Diemelstadt Vöhl Volkmarsen Bad Arolsen Twistetal Waldeck (Stadt) Edertal Nordrhein-Westfalen Landkreis Kassel Schwalm-Eder-Kreis Landkreis Marburg-BiedenkopfKarte
Über dieses Bild

Allendorf (Eder) ist eine Kleinstadt im westlichen Hessen (Oberes Edertal) und gehört zum Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Inhaltsverzeichnis

Geografie [Bearbeiten]

Allendorf liegt im Tal der Eder zwischen Frankenberg, welches als Mittelzentrum dient, und Battenberg westlich des Burgwalds sowie östlich der Breiten Struth im Ederbergland. Das nächstgelegene Oberzentrum ist die Universitätsstadt Marburg.

Zahlen und Fakten [Bearbeiten]

Allendorf-Eder hat 5729 Einwohner. Davon sind 49,44 Prozent männlich und 50,56 Prozent weiblich.

Seit der Gebietsreform im Jahr 1971 bildet die Kerngemeinde Allendorf mit den Ortsteilen Battenfeld, Rennertehausen und Haine eine Gemeinde in der weiten Ederaue. 1999 erhielt die Wohnsiedlung Osterfeld den Status eines Ortsteiles.

Der Ausländeranteil beträgt 10,5 Prozent. 62 Prozent davon sind Türken. In der Gemeinde gibt es 64 Vereine und Verbände. Drei Kindertagesstätten (Allendorf, Battenfeld, Rennertehausen) bieten unter kirchlicher Leitung Betreuungsplätze an. Sie werden von der Kommune finanziell unterstützt. In der Gemeinde Allendorf gibt es neun evangelische Kirchen und eine Moschee.

Nachbargemeinden [Bearbeiten]

Allendorf grenzt im Norden an die Gemeinde Bromskirchen, im Osten an die Stadt Frankenberg, im Südosten an die Gemeinde Burgwald, sowie im Süden und Westen an die Stadt Battenberg (alle im Landkreis Waldeck-Frankenberg).

Gemeindegliederung [Bearbeiten]

Ortsteile der Gemeinde sind:

(*Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung)

Geschichte [Bearbeiten]

1107 wurde Allendorf erstmals als Schenkung Graf Kunimunds an die Reichsabtei Hersfeld urkundlich erwähnt. 1567 kam die Gemeinde mit dem Amt Battenberg zunächst an das Oberfürstentum Marburg, 1623 an Hessen-Darmstadt. 1866 wurde sie Teil des preußischen Kreises Battenberg, 1932 Kreis Frankenberg, 1974 Landkreis Waldeck-Frankenberg. Seit der Gebietsreform in Hessen im Jahre 1971 bildet Allendorf (Eder) mit den Ortsteilen Battenfeld, Rennertehausen, Haine und Osterfeld eine Gemeinde in der weiten Ederaue.

Wappen [Bearbeiten]

Am 11. April 1967 wurde der Gemeinde Allendorf-Eder im damaligen Landkreis Frankenberg vom Hessischen Minister des Innern ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: In Blau zwei abgekehrte goldene Halbmonde über einem sechsstrahligen silbernen Stern.[2]

Die Verleihung des Wappens erging nach Befürwortung durch ein von Karl Ernst Demandt erstelltes Gutachten vom 1. März 1967. Dieses beruhte auf Forschungen des früheren Direktors des Staatsarchivs Marburg Carl Knetsch († 1938) und des Archivars und Bibliothekars Hans Joachim von Brockhusen.[3]

Ursprünglich handelte es sich bei dem Wappen wahrscheinlich um das Familienwappen des im 15 Jahrhundert ausgestorbenen Adelsgeschlechts von Allendorf (Aldindorf, Altendorf), so Knetsch und Brockhusen. Die mangelhafte Beweisführung für diese Annahme wird vom Dorfchronisten Norbert Henkel allerdings kritisiert. Trotz mehrfacher urkundlicher Nennung eines Adelsgeschlechts, das sich nach dem Ort Allendorf nannte, gebe es bisher keinen Nachweis darüber, dass das heutige Kommunalwappen als dessen Familienwappen diente. Nicht nachvollziehbar bleibt für Henkel, auf welcher dokumentarischen Basis Knetsch die seinen Forschungen beigefügte Wappenskizze mit dem Familienwappen der Familie von Allendorf verbindet.[3]

Die hier angesprochene Wappenskizze basierte wohl auf dem Sandsteinrelief an der Battenfelder Kirche, die wahrscheinlich aus dem 15. Jahrhundert stammt und noch heute dort zu sehen ist. Hierbei handelt es sich um ein Allianzwappen, das auf der rechten Seite ein Wappen mit abgekehrten Halbmonden über einem Stern zeigt und auf der linken Seite eindeutig identifizierbar das Wappen der Familie Biedenfeld zeigt. Dieses Allianzwappen illustriert gemäß heraldischer Interpretation, dass eine Frau des Geschlechtes von Allendorf mit einem Mann des Geschlechts Biedenfeld eine Ehe eingegangen ist.[3]

Möglicherweise zog Knetsch aus einem von ihm erstellten Stammbaum der Familie von Biedenfeld den Rückschluss, dass es sich hierbei um das Wappen der Familie von Allendorf handelte. Norbert Henkel, der Verfasser der Dorfchronik, schlussfolgert, dass das heutige Kommunalwappen nicht mit Sicherheit auf ein Familienwappen der Familie von Allendorf zurückgeführt werden könne, da das Wappen nicht eindeutig der Familie von Allendorf zugeordnet werden könne bzw. da deren Familienwappen nicht bekannt sei. Fest steht für ihn, das Wappen gehört einer zugeheiraten Ehefrau eines Mannes der Familie von Biedenfeld. Die Identität und Herkunft dieser Ehefrau bleibt bis auf weiteres unbekannt. Aufgrund des Allianzwappens lässt sich vermuten, dass dieses Ehepaar etwas mit dem Baumaßnahmen an der Battenfelder Kirche zu tun gehabt haben könnte.[3]

Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

  • Evangelische Kirche Battenfeld: romanische kreuzförmige Basilika aus dem 12./13. Jahrhundert. Erhalten sind zwei Joche im Schiff und die Vierung mit Kreuzgratgewölben sowie ein kuppelartiges Gewölbe im Chor.
  • Alte Kirche Allendorf: Aus der Zeit der späten Gotik mit wuchtigem Chorturm, dessen flacher Helm (allseitig abgewalmt mit kurzem First) auf den Langseiten mit zwei Erkern besetzt ist und eine interessante Silhouette darbietet. Baudatum: 1496
  • Kirche Rennertehausen: Fachwerkkirche aus dem Jahre 1609, mit Speichergeschoß und interessanter Kanzel.
  • Kirche Haine: Fachwerkkirche mit wertvoller Ausstattung aus dem Jahre 1676.
  • Altes Steinbackhaus: im Ortsteil Rennertehausen, Im Wiesenhof 9.
  • Heimatstuben in den Ortsteilen.
  • Ofenmuseum in den Viessmann-Werken: Sammlung Stritzinger, ehemals in Burrweiler
  • Die Stedefelsen, 200 m unterhalb des Ederwehres Rennertehausens, sind eine geologische Kostbarkeit aus Zechstein.
  • Die Historische Grenze zwischen Hessen-Darmstadt und Hessen-Kassel durchzieht das Gemeindegebiet von Nord nach Süd. Zahlreiche Grenzsteine (die ältesten von 1650) sind erhalten und werden gepflegt.
  • Zahlreiche schöne Fachwerkhäuser in allen Ortsteilen.
  • Flugplatz Allendorf

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Denkmalgeschützter ehemaliger Bahnhof

Wirtschaft [Bearbeiten]

Allendorf beheimatet mit den Viessmann Werken den größten Arbeitgeber der Region. Der Heiztechnikhersteller beschäftigt weltweit mehr als 10.000 Mitarbeiter bei einem Jahresumsatz von ca. 2 Milliarden Euro.

Verkehr [Bearbeiten]

Allendorf liegt am Schnittpunkt der Bundesstraßen 236 und 253. Der Personenverkehr am Trennungsbahnhof Allendorf (Eder) auf der Bahnstrecke Nuttlar–Frankenberg und der Oberen Edertalbahn wurde eingestellt, letztere wird nur noch zum Gütertransport genutzt. Weiterhin hat Allendorf einen kleinen Verkehrslandeplatz.

Radfernwege [Bearbeiten]

Entlang der Eder führen folgende Radwanderwege:

Politik [Bearbeiten]

Gemeindevertretung [Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[4]

Wahl zur Gemeindevertretung
 %
40
30
20
10
0
33,6 %
33,4 %
29,7 %
3,4 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
+5,2 %p
+2,2 %p
+4,8 %p
-0,8 %p
-11,3 %p
Parteien und Wählergemeinschaften  %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
 %
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 33,6 11 28,4 9 29,8 9
BLO Bürgerliste Ortsteile 33,4 10 31,2 10 24,8 8
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 29,7 9 24,9 8 27,5 8
FDP Freie Demokratische Partei 3,4 1 4,2 1 1,9 1
BLA Bürgerliste Allendorf (Eder) 11,3 3 15,2 5
Gentner Gentner, Jörg 0,7 0
Gesamt 100 31 100 31 100 31
Wahlbeteiligung in % 45,1 46,6 58,5

Bürgermeister [Bearbeiten]

Die vergangenen Bürgermeisterwahlen lieferten folgende Ergebnisse:

Jahr Kandidaten Partei %
Ergebnis
2011 Claus Junghenn 90,4
Wahlbeteiligung in % 31,7
2005 Claus Junghenn 95,0
Wahlbeteiligung in % 41,8
1999 Claus Junghenn 63,6
Karl-Friedrich Frese CDU 36,4
Wahlbeteiligung in % 70,2
1993 Robert Amend CDU 74,7
Klaus Hofmann SPD 25,3
Wahlbeteiligung in % 66,9

Bei der letzten Wahl am 14. August 2011 wurde der parteilose Claus Junghenn mit 90,4 % im Amt bestätigt. Es gab keine Gegenkandidaten. Die Wahlbeteiligung lag bei 31,7 %.

Städtepartnerschaft [Bearbeiten]

FrankreichFrankreich Bonneval (Eure-et-Loir), Frankreich (1981)

Vereine [Bearbeiten]

Vereinsname Gründungsjahr Besondere Bedeutung für Allendorf
DFC Allendorf/Eder 1994 Abspaltung vom TSV Battenberg
FC Ederbergland 1997 Zusammenschluss der Fußballsparten des SV Allendorf und des TSV Battenberg
Kultur-Förderkreis Allendorf/Eder e.V. 1997 Erhaltung der Alten Kirche,

Gestaltung und Betreuung des Dorfmuseums in Allendorf

FC Türkgüçü Allendorf unbekannt
SG Battenfeld unbekannt
SV 1923 Rennertehausen 1923

Sonstiges [Bearbeiten]

Allendorf hat das niedrigste Durchschnittsalter sowie den höchsten Ausländeranteil aller Gemeinden und Städte im Kreis Waldeck-Frankenberg. Darüber hinaus wurde in Allendorf die im Landkreis Waldeck-Frankenberg höchste Zahl an deutschen Staatsangehörigen mit dem Geburtsort außerhalb der Bundesrepublik Deutschland festgestellt. (Quelle: Ergebnisse der demographischen Analyse und der Erhebung zum Betreuungsbedarf für Kinder im Kreis Waldeck-Frankenberg.)

Literatur [Bearbeiten]

  • Georg Dehio/Ernst Gall/Magnus Backes: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen, 2. Auflage Sonderausgabe Darmstadt 1982. S. 5.

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2011 (Hilfe dazu)
  2. Genehmigung eines Wappens durch den Hessischen Minister des Innern vom 11. April 1967 (StAnz. S. 491) Seite 3 der tif-Datei 4,84 MB
  3. a b c d Henkel, Norbert. Dorfbuch Allendorf (Eder). Beiträge zur Geschichte einer Hessischen Gemeinde. Bielefeld: Verlag für Regionalgeschichte 2004, 32 bis 34
  4. Wahlergebnisse 2011 auf hsl.de

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Allendorf (Eder) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien