Alles Atze

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Seriendaten
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Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Jahr(e) 2000–2007
Länge 25 Minuten
Episoden 63 in 6 Staffeln
Genre Comedy
Idee Hubertus Albers, Die SchreibWaisen
Erstausstrahlung 7. Januar 2000 auf RTL
Besetzung
Atze Schröder
Atze Schröder
Fatih Çevikkollu
Murat
Heike Kloss
Biene
Norbert Heisterkamp
Harry
Johannes Rotter, Waldemar Kobus
Viktor
Jürgen Mikol
Pläte
Nebenfiguren

Alles Atze ist eine deutsche Comedy-Serie, die von 2000 bis 2007 von RTL produziert wurde und die Kunstfigur Atze Schröder in den Mittelpunkt der Handlungen setzt.

Handlungsrahmen[Bearbeiten]

Atze Schröder ist in dieser Sitcom Kioskbesitzer in Essen-Kray. Als solcher beschäftigt er einen türkischen Angestellten namens Murat. Schröder bewohnt mit seiner blonden Lebensgefährtin Sabine, genannt „Biene“, eine Wohnung hinter dem Kiosk. Zu seinen Freunden und treusten Kunden gehören Bodybuilder Harry und Polizist Viktor. Auch sein Vermieter Richard Plattmann, genannt „Opa Pläte“, taucht regelmäßig in der Serie auf.

Häufige Themen der Serie sind unter anderem geschlechterspezifische Differenzen, Wetten und Atze Schröders Profitstreben. Zu den Merkmalen der Serie gehört das von fast allen Figuren gesprochene Ruhrdeutsch.

Hauptfiguren[Bearbeiten]

Atze Schröder[Bearbeiten]

Atze ist Kioskbesitzer und Freund von Biene. Seine optischen Markenzeichen sind seine Minipli-Frisur und eine getönte Fliegerbrille. Außerdem trägt er häufig Kleidung, die an die der 1980er-Jahre erinnert. Er bezeichnet sich selbst als „König des Viertels“ und hat ein stark bis übertrieben selbstbewusstes Auftreten. Er fährt in der Serie einen alten Opel Rekord E in Gold 2,0E und träumt von Porsche. Atze Schröder verfügt neben einer sehr lockeren Ausdrucksweise über eine schnelle Auffassungsgabe, so dass er in diversen Situationen schnell rettende Ideen hat. Er kommentiert gerne die Probleme anderer mit vermeintlichen Lebensweisheiten, die in der Ausdrucksweise stark an den Handlungsort angepasst sind. Sein Markenzeichen ist, neben der Frisur und Brille, der Spruch: „Ja, nee, is klar!“

Murat Günaydin[Bearbeiten]

Murat ist die einzige Aushilfe in Atzes Kiosk und mit diesem befreundet. Er übernimmt die Rolle eines schlecht bezahlten Arbeiters, während Atze Schröder keine einfachen Arbeiten übernimmt. Murat hatte schon mehrere Beziehungen, jedoch waren diese nicht von langer Dauer. In seiner Freizeit ist er Ringer. Er hat eine große Familie in der Türkei. Manchmal reagiert er auf „Plätes“ und Atzes Sprüche mit Beleidigungen auf Türkisch. Die Untergebenenstellung des hart arbeitenden Murat zum arbeitsscheuen, aber fordernden Chef ist Grundlage vieler Gags in der Serie.

Sabine „Biene“ Dreher[Bearbeiten]

Biene ist mit Atze liiert. Sie hat sich schon in mehreren Jobs versucht, unter anderem als Filialleiterin einer Supermarktkette (wofür sie sich als unqualifiziert herausstellte). Generell hat sie jedoch bis zum Ende einer Folge keinen festen Job. Bienes Naivität und begrenzte Auffassungsgabe sind wichtige Merkmale des mit ihr verbundenen Humors. Typische Anmerkung der Figur: „Atze, du bist soooo süß!“

Harry Möller[Bearbeiten]

Harry erfüllt stereotype Vorurteile gegenüber Bodybuildern in Bezug auf Interessen und Intelligenz. Er arbeitet als Getränkefahrer und ist seiner Freundin Jacqueline regelmäßig untreu.

Viktor Schimanek[Bearbeiten]

Viktor ist korrupter Polizist. Er verbringt einen großen Teil seiner Dienstzeit in Atzes Kiosk. Er hat Atze schon oft aus Schwierigkeiten geholfen und bricht Gesetze, um seinen Freunden zu helfen. So sorgt er dafür, dass Atzes Geschwindigkeitsübertretungen nicht verfolgt werden. Bei Atze findet man ihn gewöhnlich mit einem Käsebrötchen in der Hand vor.

In der Folge Der Flipperkönig (Folge 26) beteiligt er sich am Diebstahl eines alten Flipperautomaten aus der ehemaligen Stammkneipe „Pelikan“, die einem Frisörsalon weichen soll. Auf diesem Gerät ist Viktor seit über 20 Jahren Inhaber des Highscores. Um nicht in Konflikt mit dem Gesetz zu kommen, zieht er beim Entwenden des Flippers seine Uniform aus.

Richard „Pläte“ Plattmann[Bearbeiten]

Opa Pläte ist Atzes Vermieter. Die beiden können einander nicht besonders leiden und finden immer wieder neue Themen für einen Streit. Er kann als Choleriker beschrieben werden. Diese Eigenschaft und seine Vorliebe für Underberg und Magazine mit sexuellem Inhalt werden häufig humoristisch genutzt. Außerdem ist Opa Pläte in gewissem Maße ausländerfeindlich, es passt ihm nicht, dass Atze einen Türken beschäftigt, daher spricht er Murat auch stets mit „Ali“ an.

Nebenfiguren[Bearbeiten]

Jacqueline[Bearbeiten]

Jacqueline (Ninon Held), genannt Jacky, ist die Lebensgefährtin von Harry; sie ist mit Biene befreundet. Sie bemängelt häufig die mangelnde Fürsorge durch Harry. Geheimnisse von Harry gegenüber Jacqueline sind öfter der Auslöser des Haupthandlungsstranges.

Karin Westermann[Bearbeiten]

Frau Westermann (Lara Lamberti) ist eine hübsche Stammkundin, die eigentlich nicht in das Viertel rund um Atzes Kiosk passt. Ewald ist ihr Hausverwalter.

Ewald Grothe[Bearbeiten]

Ewald Grothe[1] (Jo Betzing) ist Heiners Vater und Plätes Freund. Immer wenn er in „Atzes Kiosk“ einkauft, fehlt ihm das Geld, um zahlen zu können. Nach den ersten vier Staffeln ist er nicht mehr zu sehen. Sein Name tauchte aber noch in späteren Folgen auf.

Hildegard Dreher[Bearbeiten]

Hildegard (Margot Nagel) ist Bienes Mutter und erfüllt die typischen Klischees der Schwiegermutter. Atze mag sie offensichtlich nicht. Sie war bereits mit Pläte zusammen.

Heiner[Bearbeiten]

Heiner (Torsten Hammann) ist Ewalds krimineller Sohn. Er schaut nur gelegentlich bei Atze vorbei und zwar dann, wenn er auf Bewährung ist. Im Gefängnis bastelte er an Schiffsminiaturen aus Streichhölzern.

Theo[Bearbeiten]

Theo (Peter Nottmeier) ist ein Blinder, der ab der 4. Staffel ab und zu in Atzes Kiosk einkauft. Atze treibt gern Schabernack mit dessen Behinderung. So verspricht er ihm in einer Folge zum Beispiel eine Tüte Speckmäuse gratis, sofern er die Tüte fängt. In einer anderen Folge verspricht er ihm ein Mohnbrötchen, „damit er auch mal was zu lesen hat“.

Erdogan[Bearbeiten]

Erdogan (Erden Alkan) ist ein Onkel von Murat und Inhaber einer Dönerbude, in welcher er schon mehrmals seinen Neffen als Vertretung einsetzte. Die Dönerbude stellt des Öfteren Konkurrenz für Atzes Kiosk dar. Eine eigene Währungsreform bedeutet am Ende aber den Untergang seines Geschäfts, den er allerdings billigend in Kauf nimmt, da er zu diesem Zeitpunkt schon lange geplant hatte, zurück in die Türkei zu ziehen, um dort ein Hotel zu betreiben.

Des Weiteren gibt es einige Figuren, welche nur namentlich in mehreren Gesprächen erwähnt werden, wie beispielsweise Rosie, sowie einige nur einmal auftretende Figuren.

Redaktion Sitcom RTL[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Jede Episode wird damit eingeleitet, dass Atze (selten auch andere Figuren) aus Sicht des Spiegels im Badezimmer zu sehen ist, wobei er meist auf alberne Weise mit Badezimmerutensilien spielt. In dieser Szene gab es auch mehrere Gastauftritte. Einmal trat nicht Atze, sondern Mike Krüger vor den Spiegel, wobei er mit Atzes Stimme sagte: „Siehst du morgens immer scheiße aus!“ Außerdem war einmal auch Otto Waalkes dabei. Als Atze im Vorspann der Folge 30 (Babyalarm) einen Stromschlag bekommen hatte und die Rauchwolke verschwunden war, sah man statt Atze Otto, der Atzes Spruch Ja, nee, is klar! wiedergibt.
  • Episode #4.8/38 wurde erst am 23. August 2014, auf Super RTL, zum ersten Mal im Fernsehen ausgestrahlt. Dabei handelt es sich um „Schröders Liste“, in der Atze von seinem Großvater in der Kriegszeit berichtet. Die Folge wurde am 9. November 2004 mit den anderen aus der vierten Staffel auf DVD veröffentlicht. Am 14. Januar 2005 startete die fünfte Staffel auf RTL.
  • Gastauftritte haben Ingo Naujoks (Folge „12 Uhr mittags“), Michaela Schaffrath („Immer Ärger mit Harry“), Otto Waalkes, Kelly Trump (beide in „Baby-Alarm“), Olaf Schubert („Die spinnen, die Römer“), Heinz Schenk („Das Osterwunder“) und Mike Krüger („Mäusejagd“).
  • Von der 1. bis zur 3. Staffel wird die Rolle des Viktor von Johannes Rotter gespielt, ab der vierten Staffel von Waldemar Kobus. Atze meint in der 1. Folge mit Kobus, dass sich an Viktor etwas verändert habe. Viktor erwidert darauf: „Ich war beim Friseur!“
  • Die Serie erhielt bereits vier Preise. 2000 bekam die Person hinter Atze Schröder den Deutschen Comedypreis als bester Comedy-Act. 2003 erhielt er erneut einen, dieses Mal als bester Schauspieler. Im gleichen Jahr wurde „Alles Atze“ zur besten Sitcom bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises gekürt und zwei Jahre darauf gab es den Deutschen Comedypreis als beste Comedyserie.
  • Am 12. Januar 2007 startete die sechste Staffel der Serie. Trotz hoher Quoten (3,41 Mio.) wurden nach dieser Staffel keine neuen Folgen mehr gedreht. Atze Schröder gab das Ende allerdings schon vorher in seinem Soloprogramm „Atze im Wunderland“ bekannt.
  • In der letzten Folge, „Alles hat seine Zeit“, spendiert Atze Murat eine Flasche Bier. Er meinte, dass dies das erste Mal gewesen sei, dass er ihm ein Bier ausgibt. Die Aussage ist allerdings falsch, da er genau wie Viktor und Harry bereits eins in der Folge „Rivalen der Rennbahn“ bekommen hatte.
  • In „Der Clou“ sind im Büro des Produzenten die Comedypreise zu sehen, welche die Serie gewonnen hat.
  • In „Der Flipperkönig“ und „Der Lehrer“ hat Martin Heisterkamp einen Gastauftritt. Er spielt in beiden Episoden in Rückblenden den jungen Harry, die Rolle, welche sein Verwandter Norbert Heisterkamp ansonsten spielt.
  • Es gibt Unstimmigkeiten, was den Lieblingsverein von Atze betrifft. In „Samenraub“ erwähnt Biene deutlich, dass er Fan von Rot-Weiss Essen ist. Auch ist beispielsweise ein Wimpel des Vereins in Atzes Schaufenster zu sehen sowie ein Kissen in seinem Wohnzimmer. In einigen anderen Folgen redet Atze allerdings mit seinen Freunden über das gemeinsame Ansehen von Spielen von Borussia Dortmund und in einer Folge fiebert er selbst mit Schal vor dem Fernseher mit. Diese anscheinenden Widersprüche lassen sich jedoch durch die ehemalige Fanfreundschaft sowie den Klassenunterschied der beiden Vereine erklären. Im echten Leben ist der Schauspieler hinter Atze Schröder BVB-Anhänger.
  • Im Verlauf der Serie wird immer wieder der irische Sänger Chris de Burgh erwähnt. Die Frauen sind dabei große Fans, während die Männer seine Musik regelrecht hassen.
  • Atze Schröder führt veröffentlichte Besetzungslisten zwar in aller Regel an, wird aber im Vorspann der Serie zuletzt genannt. Lediglich bei wenigen Episoden der ersten Staffel wird sein Name zuerst genannt.
  • Die Episode „Das große Los“ stellt ursprünglich die Pilotepisode dar, wurde dann aber als 9. Folge ausgestrahlt. Anstelle von Viktor ist hier einmalig der Polizist Werner (Armin Dillenberger) zu sehen. Außerdem tritt Harry in einer Gruppe von Loskäufern auf, ohne dass sein Name genannt wird, Jackie wird nicht erwähnt, Bienes Freundin heißt Rosi (ist aber nicht zu sehen) und Murat spricht mehr türkisch als in den anderen Episoden. Als Kunde wird „der blinde Ewald“ erwähnt (Der spätere Charakter Ewald ist aber nicht blind). Weiterhin ist die komplette Kulisse (auch der Straßenzug) anders aufgebaut.
  • Sehr auffällig ist, dass die Serie fast ausschließlich in und vor Atzes Kiosk, sowie in dessen Wohnung spielt und dass Atze zwar oft in großen Problemen steckt, am Ende aber immer als Sieger vom Platz geht.
  • Obwohl gegen einige Medien, unter anderem auch Wikipedia Deutschland, eine einstweilige Verfügung seitens des Künstlers, welcher Atze Schröder mimt, erlassen wurde, erscheint der bürgerliche Name des Künstlers als Ideengeber im Abspann der Sendung. Dies gilt auch für Wiederholungen.
  • Das Intro in der Folge „Dönerkrieg“ beginnt mit einer vermeintlichen Sexszene zwischen Biene und Atze in deren Schlafzimmer und nicht - wie üblich - im Badezimmer. Dies ist aber ein Einzelfall in allen Episoden.

Nachweise[Bearbeiten]

  1. Frau Westermann nennt in "Die Sportskanone" (S02E04) Ewalds Nachnamen

Weblinks[Bearbeiten]