Allgäuer Zeitung

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Allgäuer Zeitung
Logo Allgäuer Zeitung - Ab August 2013 (PNG)
Beschreibung Allgäuer Abonnement-Tageszeitung
Verlag Allgäuer Zeitungsverlag GmbH, Kempten
Erscheinungsweise montags bis samstags
Verkaufte Auflage
(IVW 3/2014, Mo–Sa)
100.171 Exemplare
Geschäftsführer Markus Brehm
Weblink all-in.de

Die Allgäuer Zeitung, kurz AZ, ist eine Tageszeitung für die Region Allgäu und Mittelschwaben. Oftmals wird fälschlicherweise angenommen, die AZ sei eine Regionalausgabe der Augsburger Allgemeinen Zeitung. Die Allgäuer Zeitung ist eine eigenständige Publikation. Da die Herausgeber der Augsburger Allgemeinen allerdings einen Anteil von 50 Prozent an der Allgäuer Zeitungsverlag GmbH halten, ist oftmals vom „Medienverbund Augsburger Allgemeine / Allgäuer Zeitung“ die Rede. Diese Zusammenarbeit äußert sich am deutlichsten im überregionalen Teil (sogenannten Mantelteil), der in der Allgäuer Zeitung und der Augsburger Allgemeinen nahezu identisch ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste regelmäßig erscheinende Zeitung in Kempten lässt sich bis in die letzten Jahrzehnte der Freien Reichsstadt zurückverfolgen. Sie erschien erstmals am 1. Januar 1784 und trug den Titel Neueste Weltbegebenheiten.

1822/1823 wurde das Format verändert und die Zeitung in Kempter Zeitung umbenannt. Ende März 1891, 107 Jahre nach dem ersten Erscheinen wurde die Herausgabe der Kempter Zeitung eingestellt. Neben der Kempter Zeitung erschien 1811 bis 1818 das Königlich bayerische allgemeine Intelligenzblatt des Illerkreises, 1826 abgelöst durch das Intelligenzblatt der königlich bayerischen Stadt Kempten im Oberdonaukreis als amtliches Organ in der Region.

Die Geburtsstunde des ersten Blattes, das sich Allgäuer Zeitung nannte, war das Jahr 1848, als Josef Huber – Inhaber der Köselschen Buchdruckerei – als Gegengewicht zur radikal eingestellten Kempter Zeitung die politische Tageszeitung Konstitutionelle Blätter aus dem Allgäu ins Leben rief. Allgäuer Zeitung nannte sich das Blatt spätestens im Jahr 1853. Ab 1894 erschien es einige Jahre zweimal täglich.

Nach der Einstellung der Allgäuer Zeitung in der Folge der Gleichschaltung der Medien in der Zeit des Nationalsozialismus war das ab 1933 erscheinende, regimekonforme Allgäuer Tagblatt ab 1934 die einzige Zeitung in Kempten und erschien am 27. April 1945 zum letzten Mal, als die US-amerikanischen Truppen in Kempten einmarschierten.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges mussten alle von deutschen Verlegern herausgegebenen Tageszeitungen ihr Erscheinen einstellen. Im September 1945 erteilte die US-amerikanischen Militärregierung Caspar Rathgeb den Auftrag, eine Tageszeitung für das gesamte Allgäu herauszugeben. Er gab dem neuen Blatt den Namen Der Allgäuer, der am 13. Dezember 1945 zum ersten Mal erschien. Später wurde Dr. Falk als Chefredakteur eingesetzt.

Trotz den Widrigkeiten der Nachkriegszeit konnte der Allgäuer Heimatverlag bereits im Jahr 1952 aus den Räumen der Ferd. Oechelhäuserschen Druckerei in Kempten in ein eigenes Verlags- und Betriebsgebäude in der Kotterner Straße 64 umziehen. Anfang der 1960er Jahre verkaufte dann Falk seinen Anteil an Georg Fürst von Waldburg zu Zeil, seinerseits Gesellschafter der Schwäbischen Zeitung und des Medienhauses Schwäbischer Verlag. Im Jahre 1967 übernahm Fürst von Waldburg zu Zeil ebenfalls die Anteile von Rathgeb und wurde alleiniger Herausgeber des Allgäuers.

Der Verleger der Augsburger Allgemeinen Zeitung, Curt Frenzel, sah jetzt das Verlagsgeschehen der Region so in Bewegung, dass seiner zentralen Stellung in Schwaben Gefahr drohen könnte. Deshalb brachte er im Allgäu vier Bezirksausgaben der Augsburger Allgemeinen heraus. Als beide Seiten, Fürst von Waldburg-Zeil und Curt Frenzel, erkannten, dass der Konkurrenzkampf im Laufe der Jahre sehr verlustreich würde, kam es zu Verhandlungen um eine gemeinsame Herausgabe einer Zeitung. Schließlich wurde die Allgäuer Zeitungsverlag GmbH gegründet und es erschien die Allgäuer Zeitung mit dem Mantelteil der Augsburger Allgemeinen, aber mit einem eigenen Regionalteil und eigenen lokalen Teilen (Heimatzeitungen) in Buchloe, Füssen, Kaufbeuren, Kempten, Marktoberdorf, Immenstadt-Sonthofen, Memmingen und Weiler im Allgäu.

Die erste „Allgäuer Zeitung“ in der heutigen Form erschien im Jahr 1968.

Auflage[Bearbeiten]

Die Allgäuer Zeitung hat ebenso wie die meisten deutschen Tageszeitungen in den vergangenen Jahren an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 14,1 Prozent gesunken.[1] Sie beträgt gegenwärtig 100.171 Exemplare.[2] Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 90,1 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[3]


Der Medienverbund „Augsburger Allgemeine / Allgäuer Zeitung“ hat eine verkaufte Auflage von 318.368 Exemplaren.[4]

Lokalteile[Bearbeiten]

Eigene Lokalteile erscheinen in

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  2. laut IVW, drittes Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  3. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)
  4. laut IVW, drittes Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)