Allgäuland-Käsereien
| Allgäuland-Käsereien | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1901 |
| Sitz | Wangen im Allgäu |
| Leitung | Paul E. Ritter (Vorsitzender der Geschäftsführung) |
| Mitarbeiter | 306 (2010) |
| Umsatz | 253 Mio. Euro (2010) |
| Branche | Nahrungsmittelproduktion |
| Produkte | Milch und Käse |
| Website | www.allgaeuland.de |
Die Allgäuland-Käsereien GmbH ist ein milchverarbeitendes Unternehmen mit Sitz in Dürren, einem Teilort von Wangen im Allgäu im Landkreis Ravensburg, Baden-Württemberg, Deutschland. Es ist seit November 2011 ein Tochterunternehmen des schwedisch-dänischen Molkereikonzerns Arla Foods amba. Der Eigentümer will im Februar 2012 die "weisse Linie" (Frischmilch, Sahne, Jogurt etc) einstellen und in allen Allgäuland-Molkereien nur noch Käse ("gelbe Linie") produzieren [1].
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte und heutige Struktur
[Bearbeiten] Ausgangslage
Bereits im 9. Jahrhundert ist die sommerliche Bergkäseherstellung für das Kloster und spätere gefürstete Stift Kempten urkundlich belegt. Allgäuer Käse wurde mittels der Flößerei auf der Iller bis nach Ulm und Passau gehandelt. Die Allgäuer Käserei stand jedoch bis um etwa 1800, vor allem in Bezug auf die Haltbarkeit und gleichmäßige Qualität der Produkte, auf einer relativ niedrigen Stufe im Vergleich zu jener der Schweiz, der Niederlande oder Belgiens.
1901, im Gründungsjahr des Betriebes, betrug der Milchpreis zwischen sechs und acht Pfennig pro Liter. Damit deckte er nicht die Selbstkosten der Milchbauern. Hugo Farny, der Vater des späteren Reichstagsabgeordneten Oskar Farny, forderte die Bauern im württembergischen Allgäu zur Selbsthilfe auf. Das Ergebnis der Überlegungen waren die Vereinigten Käsereien des Württembergischen Allgäus Dürren, kurz VKD genannt.
[Bearbeiten] VKD
Die Bauern nahmen die Verarbeitung der Milch und den Vertrieb der hergestellten Produkte in die eigene Hand und Verantwortung. Bald betrug der Milchpreis 13,3 Pfennig. Die Genossenschaft setzte sich das Ziel, höchstmögliche Qualität zu produzieren. Es wurden ein Labor eingerichtet und Qualitätskontrollen in den Ställen und Sennereien eingeführt. Der Spezialkäse der VKD namens Allgäuer Emmentaler wurde zum Qualitätsbegriff und Ende der Zwanziger Jahre galt die VKD als größter Erzeuger von Emmentaler Käse der Republik. Parallel dazu begann man zunehmend zu exportieren, sowohl in die Käseländer Italien und Frankreich als auch in die USA. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchsen durch den Zusammenschluss mit kleineren Käsereien aus dem privaten Bereich wirtschaftlich arbeitende Käsereibetriebe.
[Bearbeiten] Allgäuland-Käsereien
1988 wurde aus der VKD die Allgäuland-Käsereien GmbH. Mit Allgäuland und Bergbauern wurden innovative Produkte und Spezialitäten entwickelt, darunter auch eine der ersten Reibkäsemischungen überhaupt. Die Allgäuland-Käsereien GmbH arbeitet gemäß dem Qualitätsmanagementsystem DIN EN ISO 9002. Im Rahmen des Umweltmanagementsystems wurden die Betriebe Kisslegg und Schönau (Grünenbach) nach DIN EN ISO 14001 zertifiziert. Aus einer regional verwurzelten Genossenschaftsmolkerei entstand so ein heute international tätiges Unternehmen mit im Branchenvergleich überdurchschnittlichen Wachstumsraten. Die Allgäuland-Käsereien rangieren heute unter den 15 größten deutschen Milchverarbeitungsunternehmen. Größter Absatzschwerpunkt ist der Bereich Discounter-Handelsketten. 2009 beschäftigte das Unternehmen 386 Personen, davon 40 Auszubildende. Mit 2.986 Milchlieferanten, einer Jahresmilchmenge von 589 Millionen Kilogramm und ca. 33.600 t Käse incl. Schmelzkäse wurde ein Jahresumsatz von 403 Millionen Euro erzielt. Innerhalb der letzten 10 Jahre wurde der Umsatz verzehnfacht.
Im Jahre 2010 wurden die Betriebe an den Standorten Augsburg, Tübingen und Dettingen geschlossen.[2] Ein Jahr später zeigte Arla Foods Interesse an der Übernahme der Firma. Am 8. November 2011 wurde die geplante Übernahme von Allgäuland durch Arla von der EU-Kommission im Rahmen ihrer Fusionskontrolle genehmigt. Neben den Allgäuland-Käsereien GmbH betrifft die Übernahme die AL Dienstleistungs-GmbH und alle Tochtergesellschaften.[3] Am 14. November 2011 wurde bei einer Betriebsversammlung bekannt gegeben, dass das Riedlinger Milchwerk im ersten Halbjahr 2012 geschlossen wird, 110 Arbeitsplätze fallen weg. Geschäftsführer Paul Ritter wurde freigestellt.[4]
[Bearbeiten] Beteiligungen
Die Allgäuland-Käsereien GmbH hält Beteiligungen an anderen Unternehmen:
- Mit der Bayernland eG aus Nürnberg besteht das 50/50-Gemeinschaftsunternehmen Bergland Naturkäse GmbH (Sitz Lindenberg im Allgäu, Veterinärnummer BY 7125).
- An der Molkerei-Zentrale Südwest eG (MZ Südwest) in Karlsruhe werden 99% der Anteile gehalten. Die MZ Südwest wiederum hält Anteile an der Martin Sengele SA mit Sitz in Muhlbach-sur-Munster (Großhandel mit Milchprodukten, Eiern, Ölen, Fetten), der Team-Pack GmbH (Karlsruhe; Verpackung von Käse, Obst und Gemüse) und der SOTO Tofu GmbH (Sitz: Wangen; Produktion und Vermarktung von Tofu-Produkten). Die MZ Südwest Alsace S.a.r.l. mit Sitz in Hœrdt vermarktet und vertreibt Produkte der Allgäuland-Käsereien GmbH in Frankreich.
- Die 100 %-ige Tochtergesellschaft Allgäuland-Käsereien Beteiligungs-GmbH hält gemeinsam mit der Morinaga Milk Industry Co. Ltd., Tokio, eine Kreuzbeteiligung an ihrer Gesellschafterin Milei GmbH in Leutkirch (industrielle Molke- und Milchprodukte).
- Darüber hinaus betreibt Allgäuland über die in Sonthofen ansässige Vertriebs-Tochtergesellschaft Allgäuland Frische GmbH (bis 2006 Frischdienst Allgäu GmbH) zwei Frischdienst–Lager in Kempten und Augsburg, von denen aus Gastronomie, Großverbraucher, Käsehandelsbetriebe und Lebensmittelketten beliefert werden, sowie bei ihren Betrieben mehrere Verkaufsstellen, in denen auch Produkte von Mitbewerbern verkauft werden.
- Über die ALDA GmbH mit Sitz in Leutkirch werden italienische Käsespezialitäten produziert und national wie international vermarktet.
- Mit der Molkereigenossenschaft Unterdettingen eG besteht ein Geschäftsbesorgungsvertrag.
[Bearbeiten] Ehemalige Gesellschafterstruktur
Zum 31. Dezember 2006 hielten folgende Gesellschafter Anteile am Stammkapital der Allgäuland-Käsereien GmbH:
Am 13. September 2011 haben die Gesellschafter der Allgäuland-Käsereien dem Verkauf an die Arla Foods Deutschland zugestimmt[5]. Nach einer juristischen Prüfung sowie einer Freigabe durch die Kartellbehörden der Europäischen Union wurde die Übernahme der Anteile am 8. November 2011 rechtswirksam [6] [Bearbeiten] ExportproduktmarkenFast drei Viertel des Exports der Allgäulander Käsereien verbleiben in der Europäischen Union und verteilen sich auf drei Exportprodukte:
[Bearbeiten] Verarbeitungsbetriebe und SennereienEs existieren noch weitere Produktionsstätten und Sennereien:
[Bearbeiten] Weblinks[Bearbeiten] Einzelnachweise
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