Allgegenwart (Theologie)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Allgegenwart oder Ubiquität ist ein theologischer Fachbegriff, der die allumfassende Präsenz (Gottes) kennzeichnet.

Allgegenwart hat mehrere theologische Aspekte:

So gibt es die panentheistische Vorstellung, dass Gott in allen Dingen gegenwärtig ist. Zwar ist er nicht vollständig durch die Dinge bestimmt (Pantheismus und Pandeismus), aber er ist in allem zu spüren.

Weiterhin gibt es in den anthropomorphen Gottesvorstellungen besondere Aspekte, die auf das Beobachten und das Hüten der Menschen abzielen (Gott als Vater, Gott als Hirte, Erziehung des Menschengeschlechts). Deutlich wird dies in den Worten des 23. („Der Herr ist mein Hirte“) und des 139. Psalms ausgedrückt: „Ich sitze oder stehe auf, so weißt DU es“. Die Vorstellung einer göttlichen Allgegenwart ist auch für das Bild des Allsehenden Auges konstitutiv.

In der lutherischen Ubiquitätslehre wird die Realpräsenz Christi im Abendmahl durch die Vorstellung einer Allgegenwart des erhöhten Christus begründet, die kraft seiner Gottheit auch seinem verherrlichten Leib zukommt. Martin Luther formulierte diese Auffassung gegenüber Ulrich Zwingli, seine Schüler entwickelten sie gegen Johannes Calvin weiter.

Die Orthodoxe Theologie lehnt die Allgegenwart ab und lehrt stattdessen, dass Gott von keinem Ort ausgeschlossen werden kann (Negative Theologie).[1]

Literatur[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Sam Storms: Eastern Orthodoxy, 8. November 2006