Luftfahrtallianz

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Eine Luftfahrtallianz ist eine strategische Kooperation von mehreren Luftfahrtunternehmen (Fluggesellschaften). Dabei bleiben die Unternehmen rechtlich eigenständig.

Die Vorläufer aller heutigen Luftfahrtallianzen waren die beiden Konsortien ATLAS und KSSU, denen am Ende der 1960er-Jahre mehrere europäische Fluggesellschaften beitraten. Diese Konsortien dienten zunächst dazu, die Betriebs-, Wartungs- und Schulungskosten bei der Indienststellung der damals neuartigen Großraumflugzeuge so gering wie möglich zu halten. In den Folgejahren entwickelten sich aus der Zusammenarbeit unter anderem standardisierte Wartungsverfahren sowie einheitliche Schulungsprogramme für Piloten und das technische Personal. Zudem legen beiden Konsortien eine Reihe von Normen für Flugzeugbauteile fest (z.B. bei Galleys) und teilten die Wartungsarbeiten an ihren Flugzeugen untereinander auf. Beide Konsortien blieben bis Mitte 1990er-Jahre bestehen.

Die heutige Allianzen legen den Schwerpunkt weniger auf eine technische Zusammenarbeit sondern auf den Flugbetrieb. Hierzu stimmten die Gesellschaften ihre Flugpläne aufeinander ab und nutzen dazu Elemente wie gemeinsame Vielfliegerprogramme, einheitliche Buchungssysteme und eine gegenseitige Vermietung von Sitzplätzen in ihren Flugzeugen (siehe Codeshare).

Allianzen zwischen Fluggesellschaften werden heute vor allem auch deshalb gebildet, weil das Luftfahrtrecht national organisiert ist. Innerhalb eines Landes dürfen nur inländische und durch bilaterale Abkommen dazu ermächtigte Fluggesellschaften fliegen, zwischen zwei Ländern ist stets ein bilaterales Abkommen erforderlich. Aufgrund der nationalen Struktur dieser Abkommen würde bei einer grenzüberschreitenden Fusion von Fluggesellschaften diese einen Teil ihrer Landerechte verlieren. Trotz geringerer Einsparungsmöglichkeiten wird deshalb Allianzen meist der Vorzug gegeben.

Bewertung[Bearbeiten]

Luftfahrt-Allianzen erlauben eine Kostenreduktion durch Codeshare, durch gemeinsame Einrichtungen (Verkaufsbüros, Wartung, Catering, Computersysteme), gemeinsame Personalkörper, Größenvorteile beim Einkauf (wegen höheren Abnahmen) sowie eine Kostenreduktion beim Vielfliegerprogramm. Die einzelnen Fluggesellschaften können durch den Beitritt zu einer Allianz eine größere Auswahl an Flugsegmenten und Anschlussmöglichkeiten anbieten.

Für die Konsumenten ergeben sich daraus im Idealfall aufeinander abgestimmte Reisezeiten und optimierte Angebote. Aus Sicht des Passagiers können solche Allianzen aber auch Nachteile mit sich bringen, wenn z. B. die Beförderung nicht durch die vom Passagier tatsächlich gebuchte Airline, sondern ein anderes Unternehmen der Allianz mit ggf. schlechterem Service oder niedrigeren Sicherheitsstandards erfolgt.

Aufstellung[Bearbeiten]

Folgende Tabelle beinhaltet die drei wichtigsten internationalen Luftfahrtallianzen:

Luftfahrtallianzen - Stand April 2014
Allianz Gegründet Mitglieder Flugzeuge Mitarbeiter Passagieraufkommen Umsatz (in $) Destinationen tägliche Flüge
Star Alliance[1] 1997 26 4.338 439.232 637,62 Mio. 173,12 Mrd. 1.269 18.043
SkyTeam[2] 2000 20 4.467 459.781 588 Mio. 137 Mrd. (2009) 1064 15.723
oneworld Alliance[3] 1999 11 3.303 385.609 496 Mio. 141 Mrd. 982 13.976
Airlines-Allianzen in Europa

Eine weitere Allianz ist der Zusammenschluss von zwei Frachtfluggesellschaften zur WOW.

Eine weitere große Luftfahrt-Allianz war die Qualiflyer Group um die ehemalige Schweizer Fluggesellschaft Swissair. Sie wurde 2001 aufgelöst. Ebenso wurde die AiRUnion (fünf russische Fluggesellschaften) im Jahre 2008 aufgelöst.

Die größte nationale Allianz war die Xinxing-Allianz in der VR China. Sechs chinesische Airlines, darunter auch Hainan Airlines und Sichuan Airlines, arbeiteten in dieser Allianz kurzzeitig zusammen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Member airline. Star Alliance. 31. März 2014. Abgerufen am 8. April 2014.
  2. Facts and Figures. SkyTeam. 5. März 2014. Abgerufen am 8. April 2014.
  3. Oneworld at a glance. Oneworld. 31. März 2014. Abgerufen am 8. April 2014.