Allianz Arena

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Allianz Arena
Logo der Allianz Arena
Die Arena von Osten gesehen, am 8. Jan. 2008 aufgenommen
Die Arena von Osten aus gesehen (8. Jan 2008)
Daten
Ort DeutschlandDeutschland Fröttmaning, München
Koordinaten 48° 13′ 7″ N, 11° 37′ 28″ O48.21861111111111.624444444444Koordinaten: 48° 13′ 7″ N, 11° 37′ 28″ O
Klassifikation Elitestadion
Eigentümer FC Bayern München AG (zu 100%)[1]
Betreiber Allianz Arena München Stadion GmbH
Baubeginn 21. Oktober 2002
Eröffnung 19. Mai 2005 (Testspiel)[2]

30. Mai 2005 (Eröffnungsspiel I)[3]
31. Mai 2005 (Eröffnungsspiel II)[4]

Erstes Spiel 1860 MünchenBayern München (3:2) [2]

1860 München – 1. FC Nürnberg (3:2) [3][5]
Bayern München – Deutschland (4:2) [6][5]

Erweiterungen Einrichtung von 2.000 weiteren Sitzplätzen (August 2012)
Oberfläche Naturrasen
Kosten 340 Millionen Euro[5]
Architekt Herzog & de Meuron
Kapazität 71.137 Plätze[5]
Kapazität (internat.) 67.812 Plätze[5]
Spielfläche 105 × 68 m[5]
Verein(e)
Veranstaltungen

Die Allianz Arena ist ein Fußballstadion im Norden von München und bietet bei Bundesligaspielen 71.137 Plätze, zusammengesetzt aus 57.343 Sitzplätzen, 13.794 Stehplätzen, 1.374 Logenplätzen, 2.152 Business Seats (einschließlich 104 Sitzplätzen für Ehrengäste) und 966 Sponsorenplätzen.[5] In der Allianz Arena bestreiten die beiden Münchner Fußballvereine FC Bayern München und TSV 1860 München seit der Saison 2005/2006 ihre Heimspiele. Außerdem war sie Spielort der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 und Austragungsort des Endspiels der UEFA Champions League 2012.[7] Zuerst im gemeinsamen Besitz der FC Bayern München AG und der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA, kaufte die FC Bayern München AG später die Anteile des TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA und ist nun alleiniger Eigentümer.[1]

Lage und Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Das Stadion liegt am nördlichen Ende des Münchner Stadtbezirks Schwabing-Freimann in der Fröttmaninger Heide und ca. 9,8 km Luftlinie vom Marienplatz entfernt.[8] Durch die direkte Lage am Autobahnkreuz München-Nord (A 9/A 99) und der relativen Nähe zum Autobahndreieck Feldmoching (A 99/A 92) ist ein zügiges Verkehren von und zu den Spielen in Verbindung mit dem direkt an der Arena befindlichen rund 11.000[9] Pkw fassenden Parkhaus gewährleistet. Im Süden erfolgt die Anbindung über die Anschlussstelle München-Fröttmaning-Süd (A 9). Im Norden wird die Arena aus Richtung Westen über die AS München-Fröttmaning-Nord (A 99) bzw. aus Richtung Osten über das Autobahnkreuz München-Nord und die Anschlussstelle München-Fröttmaning-Süd erreicht.

Per Zug am Münchner Hauptbahnhof oder Bahnhof München Ost ankommend, gelangt man mit der S-Bahn und Umsteigen am Bahnhof Marienplatz in die U-Bahn (U6 Richtung Garching-Forschungszentrum) in ca. 16 min zum U-Bahnhof Fröttmaning, von dem Fußwege über die Esplanade zur Arena führen. Für eine Anreise vom Flughafen München aus kommt eine ca. 40-minütige S-Bahn-Fahrt (S1 Richtung Ostbahnhof bzw. S8 Richtung Herrsching) zum Bahnhof Marienplatz hinzu.

Charakteristika des Stadions[Bearbeiten]

Kapazität[Bearbeiten]

Das Stadion ohne Zuschauer
Oberrang, Steigungswinkel von ca. 34°. Unter dem Dach erkennt man die aus- und eingefahrenen Rollos.

Die Allianz Arena ist, bis auf das nicht verschließbare offene Dach, ein geschlossenes reines Fußballstadion, welches seine internationale Kapazität von 67.812 Sitzplätzen (bis August 2012 66.000) fast gleichmäßig auf drei Ränge verteilt: unterer 20.000, mittlerer 24.000 und oberer 24.000 Sitzplätze. Der Neigungswinkel variiert hierbei von 24° im unteren, über 30° im mittleren, bis auf 34° im oberen Rang.[10] Zu den 67.812 Sitzplätzen zählen die 2.152 Business- (mittlerer Rang) und Sponsor-Seats (unterer Rang) und etwa 400 Presseplätze (Livekommentatorenplätze im oberen Rang, schreibende Presse in unterem Rang), die 106 unterschiedlich großen, bis zu 62 Plätze fassenden Logen (zwischen Mittel- und Oberrang), mit 1.374 Plätzen sowie die 227 speziellen Sitzplätze für Menschen mit Behinderung und ihre Begleitung auf der Haupterschließungsebene, ohne Ebenenwechsel.[5][9] Die Anzahl der Presseplätze variiert nach Bedarf und setzt sich bei regulären Bundesligaspielen aus 176 Plätzen mit Tisch, 98 ohne Tisch und 90 Kommentatorenplätzen zusammen, insgesamt also 364 Presseplätze. Während der Weltmeisterschaft 2006 wurden 2.600 Plätze zur Verfügung gestellt, von denen 1.000 mit Tisch und 1.000 ohne Tisch im Unterrang West lagen sowie 600 Kommentatorenplätze im Oberrang West.[11]

Bei Bundesligaspielen werden von den 20.000 Sitzplätzen im Unterrang (durch den Umbau der Sponsorentribüne auf dem Unterrang West, wo man die Sponsorensitze durch Standardsitze ersetzt hat, wurde die Kapazität um etwa 1.000 Plätze erhöht) jeweils etwa 5.200 Sitzplätze im Unterrang der Nord- und Südkurve in 6.800 Stehplätze umgewandelt, was einem Verhältnis von 1:1,3 entspricht.[9] Die dadurch erhaltene höhere Zuschauerkapazität wurde zunächst dadurch ausgeglichen, dass diese insgesamt etwa 4.000 Plätze an anderen Stellen des Stadions nicht verkauft wurden. Am 16. Januar 2006 genehmigten die Behörden die Aufstockung auf 69.901 Plätze, so dass nach Abzug aller Medien- und Arbeitskarten seit Beginn der Bundesliga-Rückrunde 2005/2006 69.000 Zuschauer bei Liga- und DFB-Pokal-Spielen Platz finden. Die Blöcke 112 und 113 (Südkurve) sind seit der Saison 2006/07 bei nationalen Spielen reine Stehplatzblöcke; lediglich bei internationalen Spielen werden die an Traversen angebrachten Sitze gemäß UEFA- und FIFA-Auflagen eingebaut, in der Regel jedoch nicht genutzt.

Alle Plätze sind überdacht, aufgrund des Windsoges kann es jedoch passieren, dass Regen auf Teile der Ränge fällt. In der Winterpause 2005/2006 wurden, um den Komfort weiter zu steigern, die Eingänge der Hauptverteilerebene mit Toren versehen, welche bei Spielen heruntergefahren werden. Dadurch bläst der Wind während der Spiele nicht mehr so stark über die Zuschauerränge. Bei hochgefahrenen Toren wird der Rasen besser belüftet.

Zu Beginn der Saison 2012/13 wurde eine Erweiterung der Stadionkapazität auf 71.137 durchgeführt, bei der im Oberrang zwei weitere Sitzreihen installiert wurden. Bei internationalen Spielen erhöht sich dabei die Stadionkapazität auf 67.812 Zuschauer.[12]

Im April 2013 wurde bekannt, dass die Kapazität bei internationalen Spielen ebenfalls auf 71.000 Zuschauer gesteigert werden soll. Dies soll durch eine bessere Ausnutzung des Platzes auf der Süd- und der Nordtribüne möglich werden.[13]

Am 27. April 2013 wurde bekanntgegeben, die Kapazität in den Blöcken 112/113 bei nationalen Spielen um 300 Plätze zu erhöhen. Bei internationalen Spielen bleibt die Kapazität der Blöcke 112/113 zunächst unverändert.[14] Im Januar 2014 erklärte der FC Bayern, eine nochmalige Kapazitätserhöhung um 2000 Sitzplätze unter dem Dach und 2000 Stehplätze hinter den Toren anzustreben. Die Kapazität würde damit bei nationalen Spielen auf rund 75.000 Zuschauer erhöht. Dies erfolgt auch mit Hinblick auf die Münchner Bewerbung für die Fußball-Europameisterschaft 2020, für deren Finale eine Kapazität von mindestens 70.000 Sitzplätzen gefordert wird.[15]

Die Esplanade auf dem größten Parkhaus Europas[Bearbeiten]

Die Esplanade aus der Vogelperspektive betrachtet. (19. Juni 2005)

Das südlich der Arena anschließende viergeschossige Parkhaus ist mit rund 9.800 Pkw-Stellplätzen das größte Parkhaus eines Fußballstadions in Europa.[16] Auf ihm „liegt“ die Esplanade, die dem Stadionbesucher als Fußweg zur und von der Arena dient. So verbinden die stromlinienförmigen Wege auf der grün gehaltenen Esplanade, auf einer Breite von 133 m und einer Länge von 600 m[9][16] bzw. einer Breite 136 m und einer Länge von 543 m[5][17] den U-Bahnhof Fröttmaning und das Parkhaus (je zwei Treppenhäuser pro Parkhausabschnitt) mit der Arena. Gleichzeitig sollen dabei die Besucherströme entflochten und gezielt gelenkt werden. Das Bauwerk beginnt ebenerdig auf Höhe der nördlichen Fußgängerbrücke zur U-Bahn-Haltestelle, führt über das Parkhaus und schließt an den Stadionumgang in acht Metern Höhe an (Ebene 2).

Nördlich des Stadions und am südlichen Ende der Esplanade befinden sich insgesamt 350 Parkplätze für Fanbusse sowie 130 für Menschen mit Behinderung. Im Stadion bzw. direkt am Stadion befinden sich auf zwei Ebenen nochmals 1.200 Parkplätze, womit insgesamt 11.000 Parkplätze zur Verfügung stehen.[9]

Fassade und Dach[Bearbeiten]

Über die Schläuche wird in den Luftkissen der Allianz Arena ein Überdruck erzeugt. Die an den Kissen befindlichen Leuchtstoffröhren sorgen für die Anstrahlung in Rot, Blau oder Weiß.
Testbeleuchtung (Anfang 2005)
Beleuchtung: für Bayern München (rot), 1860 München (blau) und für neutrale Spiele (z. B. deutsche Nationalmannschaft) (weiß).
Zum St. Patrick’s Day am 17. März 2013 erstrahlte die Arena in grün

Die für die Arena charakteristische Fassade besteht aus 2.760 jeweils 0,2 mm dicken Folienkissen aus ETFE (Ethylen-Tetrafluorethylen), von denen die 1.056 Kissen im Bereich der Außenfassade beleuchtet, die 1.704 im Bereich des Daches nicht beleuchtet werden. Sie ergeben eine Gesamtfläche von 66.500 m².[18] Die 45° gegen den Uhrzeigersinn angebrachten rautenförmigen Kissen können autonom wahlweise in Rot, Blau oder Weiß und in mehreren Helligkeitsstufen beleuchtet werden. Hierzu ist an jeder Seite ein flacher 3,5 m langer Metallkasten, der Leuchtstoffröhren beinhaltet, die ihr Licht durch parallel nebeneinander liegende Glasscheiben in Weiß, Rot und Blau strahlen. Die Fassade beginnt in einer Höhe von 3,5 m. über dem Zugang Esplanade auf Ebene 2.[19]

Bei Heimspielen des FC Bayern München erstrahlt die Arena in Rot und Weiß, bei denen des TSV 1860 München in Blau und Weiß und bei Länderspielen in Weiß. Am 17. März 2013 wurde die Allianz Arena anlässlich des St. Patrick's Day grün beleuchtet. Dies geschah mit grünen Scheinwerfern.[20] Bei Beleuchtungskosten von ca. 50 € pro Stunde wird eine so große Leuchtkraft erzeugt, dass die Allianz Arena in klaren Nächten auch noch von österreichischen Berggipfeln, d. h. aus einer Entfernung von über 75 Kilometern, deutlich sichtbar ist. Auf Grund der anfangs stetigen Wechsel der Stadionfarbe ereigneten sich laut Polizeiangabe täglich durchschnittlich zehn Unfälle mehr. So ist es am Abend nur noch erlaubt, jede halbe Stunde das Stadion in eine Farbe zu tauchen, womit keine Kombinationen, wie rot-weiß und blau-weiß u. a., mehr möglich sind.

Unter dem Dach sind Rollos angebracht, die während des Spielbetriebes zum Schutz vor Sonnenlicht geschlossen werden können.

Aufgrund ihrer Form wird die Allianz Arena oft auch allgemein Schlauchboot, Autoreifen oder Luftkissen genannt. Comedian Olli Dittrich verwendet in seiner Rolle als "Dittsche" die Vokabel "Weißwurststadion".

Rasen[Bearbeiten]

Der knapp 8.000 m² große Rasen besteht aus 2,2 mal 15 m großen Rasenstücken, die 1,2 Tonnen schwer sind. Seit der Eröffnung musste er zehnmal neu verlegt werden (zuletzt vom 10. bis 12. September 2012).[21] Diese Prozedur dauert zweieinhalb Tage und kostet jedes Mal 100.000 €. Dank einer Rasenheizung und 540-UV-Strahlern kann das Gras sich besser regenerieren. Der Boden ist aus mehreren Schichten aufgebaut: unter dem 2,3 cm dicken Rasen befindet sich eine Dicksode, dann die obere Rasenschicht, die untere Rasenschicht mit Wasserspeicherfähigkeit, eine Drainageschicht aus Sand und schließlich Frostschutzkies.

Der Innenraum beim Spiel FC Bayern München – TSV 1860 München am 2. Juni 2005

Am 2. Juni 2013 musste erstmals in der Geschichte des Stadions ein Spiel wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt werden.[22]

Gastronomie, Shops und Anlagenmanagement[Bearbeiten]

Sämtliche Gastronomiebereiche der Allianz Arena (Business-Club, Sponsoren-Lounges, VIP-Logen, Kioske, Fan-Treffs, à-la-Carte-Restaurants sowie Presse-Club) werden von Arena One betrieben, die ausschließlich für die Allianz Arena gegründete Tochtergesellschaft von E.ON Facility Management, die wiederum ihrerseits vollständig dem Energiekonzern E.ON AG gehört. Sie betreibt neben dem Gastronomiebereich auch das Besuchermanagement, das Eventmanagement und das Anlagenmanagement. An sämtlichen der sich auf einer Fläche von rund 6.500 m² erstreckenden Gastronomieständen kann nur bargeldlos mit der sogenannten ArenaCard bezahlt werden. An sechs ArenaCard-Automaten, Ticket-Kassen, Aufwert-Stationen sowie bei mobilen Verkäufern kann die Karte mit Bargeld aufgeladen werden. In allen Fanshops und im Arena Bistro kann jedoch auch mit Bargeld gezahlt werden.

Des Weiteren gibt es zwei Kindertagesstätten, die LEGO-Welt und den Megastore des FC Bayern München mit 800 m² Verkaufsfläche. Dieser befindet sich im Inneren des Stadions, wo ursprünglich auch ein Fanshop von 1860 München und Geschäfte bzw. Ausstellungsbereiche von Medion, Telekom und Audi zu finden waren. In diesem Bereich entstand seit Juli 2011 die FCB-Erlebniswelt, welche im Mai 2012 eröffnet wurde. Zudem sind an der Stadionaußenseite rundherum Fan-Kioske in das Stadion eingelassen.

Einlasskontrollen und Kritik[Bearbeiten]

Die insgesamt 54 Kartenschalter verteilen sich auf fünf Eingangsbereiche, vier im Süden sowie einer im Norden, die aus 48 bzw. 6 Kartenschaltern bestehen und im Süden durch Ballone gekennzeichnet sind und „Kassen-Canyons“ genannt werden.[11] Die Ultras und andere Fangruppierungen protestierten bei einigen Heimspielen gegen die Bestuhlung und andere ihrer Meinung nach fanunfreundliche Beschränkungen der Allianz Arena (unter anderem das Verbot von Blockfahnen sowie die Beschränkung der Fahnenstocklänge auf 1,50 m). Die Sponsor- und Business-Seats sowie die Logenplätze sind zusätzlich von den Parkhäusern S0/S1 aus über Rolltreppen und gesonderte Einlasskontrollen erreichbar. Die Ausgabe der Akkreditierungen für Pressevertreter erfolgt im sogenannten Presseclub, der sich in der Ebene 0 unter den Besuchereingängen befindet. Dieser ist über das Parkhaus S1 oder über eine Rampe zu erreichen.

Mobilfunk[Bearbeiten]

Das komplette Stadion wird von einer eigens errichteten Mobilfunkanlage, bestehend aus einem BTS-Hotel (in diesem befinden sich alle notwendigen Basisstationen der Netzbetreiber) sowie einem optischen Verteilsystem aus Relaisstationen und Glasfasern versorgt. Die Anlage ermöglicht den Besuchern auf GSM 900/1800 und UMTS das Telefonieren.

Eigentumsverhältnisse[Bearbeiten]

Innenraum, DFB-Pokal-Viertelfinale 2008: FC Bayern - 1860 München
Westtribüne, Mittelrang, DFB-Pokal-Viertelfinale 2008: FC Bayern - 1860 München

Bauherr und Eigentümer der Arena ist die 2001 gegründete Allianz Arena München Stadion GmbH, eine 100%ige Tochter der FC Bayern München AG. Erbaut wurde das Stadion durch die Alpine Holding. Geschäftsführer ist seit der „Stadionaffäre“ im Jahr 2004 Peter Kerspe (bis zum 15. Juni 2005 zusammen mit Bernd Rauch). Ursprünglich waren die FC Bayern München AG und die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA an der Stadiongesellschaft zu jeweils 50 Prozent beteiligt. Die Mieteinnahmen, die von den beiden Vereinen an die GmbH bezahlt werden, sind für die Tilgung der Verbindlichkeiten aus dem Stadionbau vorgesehen. Aufgrund der finanziellen Probleme des Gesellschafters TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA mussten diese am 27. April 2006 ihre Anteile für elf Millionen Euro an die FC Bayern München AG verkaufen, die seitdem alleiniger Eigner der Stadiongesellschaft und somit der Allianz Arena ist. Für den TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA bestand eine Option, die einen Rückkauf der Anteile bis zum Jahr 2010 vorsah. Im November 2007 verzichtete die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA aber auf das Optionsrecht. Im Gegenzug wurde Medienberichten zufolge vereinbart, dass die Erlöse aus zwei Freundschaftsspielen der Vereine hälftig geteilt werden und die Einnahmen daraus entgegen der ursprünglichen vertraglichen Regelung nicht an die Allianz Arena München Stadion GmbH fließen.

Namensgeber des Stadions ist die Allianz SE, welche sich die Namensrechte an dem Stadion bis zum Jahr 2041 gegen Zahlung von Sponsorengeldern gesichert hat.[23] Gemäß den UEFA-Statuten darf der Stadion-Sponsor bei internationalen Spielen (Länderspiele, Champions/Europa League etc.) nicht genannt werden. In diesen Fällen wird alternativ der Name „FIFA WM-Arena München“, "Fußball-Arena München" oder auch nur „Arena München“ verwendet. Die Baukosten des Stadions betrugen rund 286 Millionen Euro (Gesamtkosten inkl. Finanzierungskosten: 340 Millionen Euro). Die Finanzierung erfolgte als Projektfinanzierung über die Eurohypo AG, die Dresdner Bank AG, einen geschlossenen Fonds der KGAL-Gruppe aus Grünwald bei München sowie der FC Bayern München AG. Darüber hinaus hat die öffentliche Hand rund 210 Millionen Euro für Arealerschließung und Infrastruktur gezahlt. Außerdem erfolgte für den Bau eine Umwidmung des Grundstücks vom Gewerbegebiet zur Sondernutzungsfläche, wodurch der Wert von 84 Millionen Euro auf 14 Millionen Euro gesunken ist. Durch den niedrigeren Grundstückswert sank auch der Erbbauzins. Der Landtagsabgeordnete Martin Runge sah darin eine wettbewerbswidrige Beihilfe und legte Beschwerde bei der EU-Wettbewerbskommission ein.[24]

Am 11. Februar 2014 gab der FC Bayern bekannt, dass das durch den Anteilsverkauf an die Allianz SE eingenommene Geld für die Tilgung der Verbindlichkeiten verwendet wird.[25] Das ursprüngliche Finanzierungsvorhaben ging von einer 14 Jahre längeren Laufzeit bis 2028 aus. Mit dem Anteilserwerb des Versicherungsunternehmens wurde vereinbart, dass die Spielstätte des FC Bayern bis zum Jahr 2041 den Namen Allianz Arena tragen wird.[26]

Geschichte[Bearbeiten]

Allianz Arena im Bau (August 2004)

Am 21. Oktober 2001 fand zum Bau des Stadions ein Bürgerentscheid statt, der die Frage klären sollte, ob ein neues Stadion an heutiger Stelle gebaut werden soll und ob die Stadt die notwendige Infrastruktur bereitstellen soll. Ein Umbau des Olympiastadions war zuvor von dessen Architekten Günter Behnisch abgelehnt worden. Die Abstimmung ging mit 65,8 Ja- zu 34,2 Prozent Nein-Stimmen zu Gunsten eines Neubaus aus, womit auch das Quorum von mindestens zehn Prozent an Ja-Stimmen erreicht wurde. Die Wahlbeteiligung von 37,5 % war ein Wert, der noch nie bei einem Bürgerentscheid in Bayern erreicht wurde.[5] Daraufhin gab es einen Architektenwettbewerb, in dem aus ursprünglich acht Modellen zwei Entwürfe zur Abstimmung standen.[27]

Baustelle der Allianz Arena im November 2004

Die Schweizer Architekten Herzog & de Meuron erhielten den Zuschlag und entwickelten daraufhin das Konzept, das mit dem St. Jakob-Park in Basel vergleichbar ist – eines Stadions mit einer durchsichtigen Umhüllung aus ETFE-Folienkissen, die von innen beleuchtet werden können und selbstreinigend sind. Mit dem Bau des Stadions wurde im Herbst 2002 begonnen, Grundsteinlegung war am 21. Oktober 2002. Ende April 2005 waren die Bauarbeiten beendet und am 30. April 2005 erfolgte die Übergabe durch die Alpine Bau GmbH.[5]

Die U-Bahnhöfe Fröttmaning und Marienplatz der Linie U6 wurden im Zuge des Stadionausbaus erweitert. Der Bahnhof Fröttmaning wurde nach Norden versetzt und von zwei auf vier Gleise erweitert, außerdem wurden eine zusätzliche Fußgängerbrücke am Nordende des Bahnhofs gebaut und die Abstellanlage erweitert, um gleich nach Spielende möglichst schnell Züge für den Abtransport der Besucher zur Verfügung stellen zu können. Der Bahnhof Marienplatz wurde mit zusätzlichen Fußgängertunneln entlang der bestehenden Bahnsteigtunnel versehen, um das Umsteigen zur S-Bahn zu erleichtern. Nach dem positiven Ausgang einer Machbarkeitsstudie wurde zudem eine Verlängerung der U6 bis zum Neufahrner S-Bahnhof untersucht, jedoch nach einer Voruntersuchung wieder verworfen. Die A 9 wurde zum Teil auf sechs beziehungsweise acht Fahrstreifen ausgebaut und die A 99 erhielt einen Halbanschluss nördlich der Arena.

Nach der ersten Saison 2005/06 konnten die Betreiber auf 49 Spiele in der Arena zurückblicken, die von insgesamt 2.633.080 Zuschauern besucht wurden, wobei die Bayern auf einen Schnitt von 67.588 und die Löwen auf einen von 41.932 Zuschauern kamen. Im Einzelnen waren dies 17 Bundes-, 17 Zweitliga-, 4 Pokal- (2x Bayern, 2x Löwen), 4 Champions-League-, 1 Ligapokal- (Bayern), 3 Freundschafts- (1x Bayern, 1x Löwen, 1x gegenseitig), 2 Eröffnungs- und ein Testspiel.[28]

Eröffnung und erste Spiele[Bearbeiten]

Fassade (6. Okt. 2005)

Vor dem offiziellen Eröffnungsspiel kam es am 19. Mai 2005 vor gut 30.000 Zuschauern zum Testspiel der Traditionsmannschaften der beiden Münchner Vereine, welches die Sechziger mit 3:2 gewannen und das als Testlauf für die Abläufe im Stadionbetrieb diente. Bernd Rauch konstatierte, „dass trotz des rundherum gelungenen Testlaufs noch allerhand Arbeit auf alle Beteiligten zukommt.“[2]

Die Arena wurde dann am 30. Mai mit einem Freundschaftsspiel zwischen dem TSV 1860 München und dem 1. FC Nürnberg offiziell eröffnet. Das erste Tor erzielte Patrick Milchraum für den TSV 1860; das Spiel endete 3:2.[3] Am darauffolgenden Tag spielte der FC Bayern München gegen die deutsche Nationalmannschaft ein inoffizielles Freundschaftsspiel, welches die Bayern mit 4:2 gewannen.[4] Beide Spiele waren mit 66.000 Zuschauern ausverkauft und wurden als „Eröffnungsspiel I“ bzw. „Eröffnungsspiel II“ betitelt.[28]

Das erste Bundesligaspiel in der Arena war das 3:0 des FC Bayern am 5. August 2005 gegen Borussia Mönchengladbach am 1. Spieltag[29], und das erste Zweitligaspiel war das des TSV 1860 gegen Hansa Rostock am 12. August, welches der TSV mit 4:1 gewann.[30]

Das erste internationale Spiel war das Champions-League-Spiel am 27. September 2005 zwischen dem FC Bayern und dem belgischen Vertreter FC Brügge, welches die Bayern 1:0 gewannen.[31]

Fußball-Weltmeisterschaft 2006[Bearbeiten]

Zuschlagsbriefmarke mit dem FIFA WM Stadion München und Hinweis auf das Eröffnungsspiel anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 von der Deutschen Post
Der Schriftzug „Allianz Arena“ während der WM 2006 auf dem Haus der Kunst in München

Das Stadion war Spielort bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 und mit 66.000 Sitzplätzen, nach dem Berliner Olympiastadion (72.000) und vor dem FIFA WM-Stadion Dortmund (65.000) das zweitgrößte Stadion des Turniers und bei jeder Partie ausverkauft. Hier wurden sechs Spiele, vier Gruppen-, ein Achtelfinal- und ein Halbfinalspiel, ausgetragen, womit man neben Berlin, Dortmund und Stuttgart die meisten austrug. Das erste Pflichtspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft war das Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 gegen Costa Rica, welches die deutsche Mannschaft mit 4:2 gewann. Weil die Allianz kein Werbepartner der FIFA war, wurde das Stadion in „FIFA WM-Stadion München“ umbenannt und der „Allianz Arena“-Schriftzug vom Stadion demontiert, der während der WM das Haus der Kunst in München zierte. Die Kosten für Demontage und Transport beliefen sich auf ca. 150.000 €.[32]

Während der Fußballweltmeisterschaft 2006 fanden im Stadion folgende Spiele statt:

Fr, 9. Juni 2006, 18 Uhr Gruppe A
DeutschlandDeutschland Deutschland Costa RicaCosta Rica Costa Rica 4:2 (Eröffnungsspiel)
Mi. 14. Juni 2006, 18 Uhr Gruppe H
TunesienTunesien Tunesien Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi-Arabien 2:2
So, 18. Juni 2006, 18 Uhr Gruppe F
BrasilienBrasilien Brasilien AustralienAustralien Australien 2:0
Mi, 21. Juni 2006, 21 Uhr Gruppe C
ElfenbeinküsteElfenbeinküste Elfenbeinküste Serbien und MontenegroSerbien und Montenegro Serbien und Montenegro 3:2
Sa, 24. Juni 2006, 17 Uhr Achtelfinale
DeutschlandDeutschland Deutschland SchwedenSchweden Schweden 2:0
Mi, 5. Juli 2006, 21 Uhr Halbfinale
PortugalPortugal Portugal FrankreichFrankreich Frankreich 0:1

Champions-League-Finale 2012[Bearbeiten]

Beleuchtung zum Finale der UEFA Champions League 2011/2012

Das UEFA-Champions-League-Finale am 19. Mai 2012 zwischen dem FC Bayern München und dem FC Chelsea fand in der Allianz Arena statt, die von der UEFA in „Fußball Arena München“ umbenannt wurde, weil die UEFA, als Mieter und Veranstalter, und die Allianz keine Werbepartner sind. Den Zuschlag für die Austragung dieses Endspiels bekam man am 29. Januar 2009.[7] Die Außenhaut der Arena leuchtete in den Farben des erstmals für ein Champions-League-Finale entworfenen Logos in hellblau, dunkelblau und grün kariert, wofür Kunststofffolien über die bestehenden Rauten geklebt wurden. Weiter wurde der „Allianz Arena“-Schriftzug durch ein „Uefa Champions League“-Banner überdeckt.[33][34][35]

Da die Umbaumaßnahmen der UEFA, die neben den bereits genannten vor allem den Ausbau des Pressebereichs betrafen, die Kapazität einschränkten, konnten nicht 66.000, wie sonst bei internationalen Begegnungen üblich, sondern nur 62.500 Zuschauer dem Finale beiwohnen. Je 17.500 Karten gingen an die beiden Vereine, 7.000 gingen in den freien Verkauf und der Rest, rund 20.500 Karten, ging an Sponsoren, Ehrengäste und Funktionäre. Sie kosteten regulär zwischen 70 und 370 Euro in vier Kategorien.[36] FC-Bayern-Fans hatten in der Südkurve, Anhänger des FC Chelsea in der Nordkurve ihren Platz.[37]

Der FC Bayern München war die erste Mannschaft, die das Finale der Champions League (seit 1993) im eigenen Stadion erreichte und die vierte in der Geschichte des gesamten Wettbewerbs (seit 1955), nach Real Madrid (1957), Inter Mailand (1965), die beide jeweils gewannen, und dem AS Rom (1984), der im Elfmeterschießen unterlag. Die Stadt München war, nach den Partien Nottingham Forest - Malmö FF (1979), Olympique Marseille - AC Mailand (1993) und Borussia Dortmund - Juventus Turin (1997), zum vierten Mal Ausrichter des Finales der Königsklasse, wenngleich die drei vorigen Finals im Olympiastadion ausgetragen wurden.

Die Bayern verloren ihr Heimfinale gegen den FC Chelsea jedoch mit 3:4 im Elfmeterschießen. Nach der Verlängerung hatte es 1:1 gestanden.

Spiele der deutschen Fußballnationalmannschaft[Bearbeiten]

Die deutsche Fußballnationalmannschaft trat bisher zu folgenden Begegnungen im Stadion an:

9. Juni 2006, WM-Eröffnungsspiel
DeutschlandDeutschland Deutschland Costa RicaCosta Rica Costa Rica 4:2
24. Juni 2006, WM-Achtelfinale
DeutschlandDeutschland Deutschland SchwedenSchweden Schweden 2:0
17. Oktober 2007, EM-Qualifikation
DeutschlandDeutschland Deutschland TschechienTschechien Tschechien 0:3
3. März 2010, Freundschaftsspiel
DeutschlandDeutschland Deutschland ArgentinienArgentinien Argentinien 0:1
6. September 2013, WM-Qualifikation
DeutschlandDeutschland Deutschland OsterreichÖsterreich Österreich 3:0

Siehe auch[Bearbeiten]

Dokumentarfilm und Bildband[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Elisabeth Angermair, Roman Beer und Manfred P. Heimers (Autoren): Fussball in München. Von der Theresienwiese zur Allianz-Arena, Münchenverlag; Auflage: 1., Aufl. (13. März 2006), ISBN 3-937090-12-6
  • Stefan Diener und Ingo Partecka (Autoren): Faszination Stadion 2006. Die WM-Stadien. Geschichte - Porträts - Ausblick (Seiten 166-181), Stadionwelt; Auflage: 1 (2005), ISBN 3-00-017603-9
  • Stadionwelt (Hrsg.): 50 Stadien in Europa, die man gesehen haben muss (Seiten 263-269), Stadionwelt (2011), ISBN 3-943605-03-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Allianz Arena – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Wir über uns: FC Bayern München AG als Alleingesellschafter der „Allianz Arena München Stadion GmbH“ auf Allianz-arena.de; Abgerufen am 2. Juli 2012
  2. a b c Allianz Arena besteht erste Bewährungsprobe auf allianz-arena.de
  3. a b c Bericht vom offiziellen Eröffnungsspiel auf allianz-arena.de; Abgerufen am 2. Juli 2012
  4. a b Bayern feiern ihre Allianz Arena auf allianz-arena.de; Abgerufen am 2. Juli 2012
  5. a b c d e f g h i j k Allgemeine Informationen auf allianz-arena.de; Abgerufen am 2. Juli 2012
  6. Bayern feiern ihre Allianz Arena auf allianz-arena.de; Abgerufen am 2. Juli 2012
  7. a b München richtet Finale der Champions League 2012 aus auf merkur-online.de; Abgerufen am 2. Juli 2012
  8. Marienplatz - Allianz Arena auf luftlinie.org; Abgerufen am 2. Juli 2012
  9. a b c d e Text, Fakten und ein ausgewähltes Literaturverzeichnis auf herzogdemeuron.com (Englisch)
  10. Gerd Gregor Feth: Leuchtende Rauten markieren das bayerische Lokalderby. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25. Januar 2005.
  11. a b Detaillierte Zahlen auf allianz-arena.de; Abgerufen am 3. Juli 2012
  12. Zuschauer-Kapazität der Allianz Arena erhöht. FC Bayern München AG, 29. August 2012, archiviert vom Original am 11. Februar 2014, abgerufen am 11. Februar 2014.
  13. Bayern planen weiteren Arena-Ausbau. In: Münchner Merkur. 3. April 2013, archiviert vom Original am 11. Februar 2014, abgerufen am 11. Februar 2014.
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