Allied Command Europe Mobile Forces

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Allied Command Europe Mobile Forces
— AMF —
Allied Command Europe Mobile Forces.jpg
Verbandsabzeichen
Aktiv 1960 bis 30. Oktober 2002
Land Flag of the United States.svg USA

Flag of Canada.svg Kanada
Flag of Italy.svg Italien
Flag of Belgium.svg Belgien
Flag of the Netherlands.svg Niederlande
Flag of Luxembourg.svg Luxemburg
Flag of Germany.svg Deutschland
Flag of the United Kingdom.svg Großbritannien

Teilstreitkraft Heer (AMF-L)
Luftstreitkräfte (AMF-Air)
Typ Flag of NATO.svg NATO-Eingreiftruppe
Unterstellung Flag of NATO.svg SHAPE
letzter Sitz des Stabes Heidelberg Flag of Germany.svg

Die Allied Command Europe Mobile Force (AMF, auch: ACE Mobile Force) war ein multinationaler mobiler Eingreifverband der NATO für den Kommandobereich Europa mit Hauptquartier in Heidelberg, Deutschland. Unterstellt war der Verband, der auch als „NATO-Feuerwehr“ bezeichnet wurde, direkt dem Supreme Allied Commander Europe (SACEUR). Der Verband wurde 2002 aufgelöst.

Auftrag[Bearbeiten]

Die AMF war ein multinationaler Verband auf Brigadeebene mit Land- und Luftstreitkräften und diente während des Kalten Krieges als strategische Verbesserung des Flankenschutzes. Beteiligte Nationen waren die USA, Großbritannien, Kanada, Italien, Belgien, Niederlande, Luxemburg und Deutschland. Im Falle eines Angriffs der Warschauer Pakt-Staaten sollte sofort ein Gegenschlag herbeigeführt werden, der zugleich die Solidarität der beteiligten Nationen im Bündnis demonstrieren sollte. Bis zur Mobilmachung sollten die Hauptkräfte der AMF in den nationalen Verbänden der beteiligten NATO-Staaten verbleiben.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Bundeswehr reagierte auf Bitten der NATO vom 9. Dezember 1960 ab Januar 1961 mit der Bereitstellung eines Fallschirmjägerbataillons, einer Sanitätskompanie, einer Luftlandefernmeldekompanie, einer Staffel leichter Kampfflugzeuge und Lufttransporteinheiten.

Im Oktober 1961 nahmen Bundeswehreinheiten, darunter auch Teile der 1. Luftlandedivision (das Fallschirmjägerbataillon 262) in der AMF im Oktober 1961 in Sardinien an dem Manöver First Try teil, an der auch belgische, britische und US-amerikanische Soldaten beteiligt waren.

Im November 1965 nahm das Fallschirmjägerbataillon 262 auch an dem AMF-Manöver Eastern Express II an der Südostflanke der NATO teil, das in der Türkei unter Führung des AMF-Kommandeurs Generalmajor Michael Fitzalan-Howard (Großbritannien) stattfand. Insgesamt beteiligten sich 3500 Soldaten aus den USA, Großbritannien, Belgien, Deutschland und Italien an dem Manöver. 1967 folgte das Manöver Sunshine Express in Griechenland, ebenfalls mit deutscher Beteiligung.

1970 erfolgte in Nordnorwegen bei Narvik an der Nordflanke der NATO das AMF-Großmanöver Arctic Express mit 4000 Soldaten.

Im Januar 1989 wird der deutsche General Peter Heinrich Carstens Kommandeur der AMF-Land.

Im Februar 1990 startet erneut in Nordnorwegen das AMF-Großmanöver "Array encounter 90". Beim Absprung des FschJg 2./252 aus Nagold blieb, aufgrund einer nicht korrekt gelösten Aufziehleine, ein Soldat am Flugzeug hängen und konnte erst nach 40 Minuten mit leichten Verletzungen gerettet werden.

Der erste Einsatz der Luftkomponente des Verbandes (AMF-Air) erfolgte von Januar bis März 1991 während des Zweiten Golfkriegs im Rahmen der Operation Ace Guard. Am 2. Januar 1991 beschloss der Nordatlantikrat der NATO auf Bitten der Türkei vom 17. Dezember 1990 die Entsendung von mehr als 40 Kampfflugzeugen (darunter 18 deutsche Alpha Jet-Jagdbomber der 2. Staffel des Jagdbombergeschwaders 43) aus Belgien, Deutschland und Italien in die Türkei. Weitere Einheiten der (AMF-Land) darunter das GebPzArtBtl 235 Bad Reichenhall sollten folgen. Aufgrund der überragenden raschen Erfolge der US. und britischen Streitkräfte, kam es nie zum Einsatz der Herreskomponente (AMF-Land).

Im September 1991 unternahm die AMF mit deutscher Beteiligung Manöver in Dänemark Alley Express, im Februar 1995 erneut in Norwegen Strong Resolve und im März 1996 in Belgien Cooperative Adventure Express.

Im September 1996 wurden Teile der Luftlandebrigade 26 am "Hohen Brendten" in Mittenwald feierlich verabschiedet. Von da an übernahmen Teile der 1. Gebirgsdivision auf Grund ihrer Ausrüstung für Kämpfe im schwierigen Gelände den AMF-Auftrag in Nord-Norwegen. Im Februar 1997 "Adventure Express" und im März (3.-27.) 1998 Strong Resolve waren deutsche Gebirgsjäger des GebJgBtl 233 aus dem Oberbayrischen Mittenwald erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs an einer Übung in Narvik und Umgebung beteiligt. Von April 1999 bis September 1999 waren Teile der AMF-Land während des Kosovokrieges an der Operation Allied Harbor in Albanien im Einsatz.

Im Jahr 2001 nahmen große Teile der AMF an der Multinationalen Übung "Adventure Exchange" in der Türkei teil.

Im Jahr 2002 musste die lange geplante internationale Beteiligung an der letzten Truppenübung in Bergen/Munster abgesagt werden, so dass nur die der AMF zugeordnete deutsche Artilleriebatterie das letzte Scharfschießen durchführen konnte.

Vom 7. bis 18. Oktober 2002 nahm die AMF am multinationalen Manöver "Cooperative Adventure Exchange" in der Ukraine teil. Dies war die erste Nato Übung, die auf dem Territorium eines ehemaligen Warschauer Pakt Staates stattfand und zugleich das letzte Manöver der AMF.

Am 30. Oktober 2002 wurde der NATO-Eingreifverband aufgelöst.

Manöver[Bearbeiten]

Im Rahmen des Nato-Manövers Strong Resolve (1998)

Die AMF führte jährlich, teilweise mehrere, Manöver mit internationaler Beteiligung durch.[1]

  • 1961 First Try, Sardinien
  • 1962 Southern Express, Griechenland
  • 1963 Norwegen, Finnmark
  • 1963 Summer Marmara Express, Griechenland
  • 1965 Eastern Express, Türkei
  • 1966 Summer Marmara Express, Griechenland und Türkei
  • 1967 Sunshine Express, Griechenland
  • 1968 Griechenland
  • 1969 Olympic Express, Türkei
  • 1970 Deep Express, Türkei
  • 1970 Arctic Express, Norwegen, Narvik
  • 1971 Hellenic Express, Griechenland
  • 1972 Canadian Club, Deutschlandland
  • 1975 Deep Express, Türkei
  • 1975 Advent Express, Großbritannien
  • 1976 Halina Express, Großbritannien
  • 1977 Schwarzer Husar, Großbritannien
  • 1980 Anorak Express, Norwegen
  • 1980 Ardent Ground, Großbritannien
  • 1981 Amber Express, Dänemark
  • 1981 Ardent Ground, Portugal
  • 1982 Ardent Ground, Portugal
  • 1983 Ardent Ground, Belgien
  • 1984 Ardent Ground, Großbritannien
  • 1985 Archway Express, Türkei
  • 1986 Ardent Ground, Belgien
  • 1987 Ardent Ground, Großbritannien
  • 1987 Accord Express, Dänemark
  • 1987 Aurora Express, Türkei
  • 1988 Arrowhead Express, Norwegen
  • 1988 Alley Express, Türkei
  • 1989 Ardent Ground, Italien
  • 1989 Armanda Exchange, Sardinien
  • 1989 Action Express, Dänemark
  • 1990 Array Encounter 90, Norwegen
  • 1991 Alley Express, Dänemark
  • 1992 Ardent Ground, Großbritannien, Otterburn (Northumberland)
  • 1992 Alley Express, Türkei
  • 1992 Arena Exchange, Italien
  • 1993 Ardent Ground, Belgien
  • 1994 Ardent Ground, Deutschland, Baumholder
  • 1994 Strong Resolve, Norwegen
  • 1995 Arctic Express, Norwegen
  • 1996 Cooperative Adventure Express, Belgien
  • 1997 Adventure Express, Norwegen
  • 1997 Ardent Ground, Türkei
  • 1998 Strong Resolve, Norwegen
  • 2000 Joint Winter,Norwegen
  • 2001 Adventure Exchange, Türkei
  • 2002 Cooperative Adventure Exchange, Ukraine

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fallschirmjäger – Die Geschichte der 1. Luftlandedivision, Barett Verlag Solingen, ISBN 3924753598

Weblinks[Bearbeiten]

49.3866478.681967Koordinaten: 49° 23′ 12″ N, 8° 40′ 55″ O