Allied Joint Force Command Brunssum

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JFC Brunssum
NATO HQ AFCENT Wappen-2-2.jpg
Wappen
Aufstellung August 1953
Land Niederlande
Typ Flag of NATO.svg NATO JFC
Unterstellte
Truppenteile

AC Ramstein (Ramstein)
MC-Northwood (Northwood)

Unterstellung Flag of NATO.svg ACO
Sitz Brunssum, NL
Befehlshaber[1]
Befehlshaber
JFC-Land
General Hans-Lothar Domröse Flag of Germany.svg
Stellvertreter des Befehlshabers Air Marshal Graham Stacey Flag of the United Kingdom.svg
Chef des Stabes Generalleutnant Janusz Adamczak Flag of Poland.svg

Das Allied Joint Force Command (JFC) Brunssum, auch JFC Brunssum, in den Niederlanden untersteht direkt dem NATO Allied Command Operations und ist eines der drei europäischen NATO-Kommandos der operativen Führungsebene neben dem JFC Naples und dem JFC Lisbon.

Das JFC Brunssum ging aus den früheren Allied Forces Central Europe (AFCENT) bzw. Allied Forces North Europe (AFNORTH) hervor.

Geschichte[Bearbeiten]

Verantwortungsbereiche der Korps in NATO-MItteleuropa in den 1980er Jahren

Nach Gründung der NATO 1949 stellte der Supreme Allied Commander Europe Dwight D. Eisenhower am 20. August 1953 ein neues Hauptquartier für die NATO-Streitkräfte Mitteleuropa, die Allied Forces Central Europe (AFCENT), in Fontainebleau in Frankreich auf. Der neue Posten des Kommandeurs wurde durch einen französischen General besetzt. Zum AFCENT gehörten die Kommandobehörden Allied Land Forces Central Europe, Allied Air Forces Central Europe und Allied Naval Forces Central Europe.

Am 1. Juli 1966 zog sich Frankreich aus der NATO-Kommandostruktur zurück, da der französische Präsident Charles de Gaulle die NATO als Instrument US-amerikanischer Interessen nicht akzeptierte und Frankreichs militärische Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit bewahren wollte. Daher unterstellte er keine französischen Truppen mehr unter US-Kommando und ordnete an, dass alle alliierten Einrichtungen Frankreich bis zum 1. April 1967 verlassen mussten.

Das NATO-Hauptquartier für Europa (SHAPE) wurde nach Casteau bei Mons in Belgien verlegt. Die niederländische Regierung bot an, das Hauptquartier von AFCENT nahe einer alten Kohlemine in der Provinz Limburg zu stationieren. Die Verlegung des Hauptquartiers nach Brunssum in Südlimburg fand vom Januar bis März 1967 statt und wurde im Juni desselben Jahres eingeweiht. Zudem wurde der Posten des Kommandeurs jetzt mit einem General der Bundeswehr besetzt.

Während des Kalten Krieges bestand AFCENT aus zwei Heeresgruppen: der Northern Army Group (NORTHAG), inklusive der Britischen Rheinarmee, und der Central Army Group (CENTAG), sowie den Allied Air Forces Central Europe (AAFCE). Nach dem Fall der Berliner Mauer und der deutschen Wiedervereinigung 1989/1990 wurde die Nationale Volksarmee der DDR aufgelöst und deren Verbände zum Teil in die Bundeswehr und somit auch in die NATO integriert.

Im Zuge der Transformation der NATO-Kommandostruktur wurde das Hauptquartier AFCENT am 3. März 2000 umstrukturiert und zum Regional Command Allied Forces North Europe (RC AFNORTH). Am 1. Juli 2004 wurde AFNORTH wiederum umstrukturiert und in Allied Joint Forces Command Brunssum (JFC Brunssum) umbenannt. Diese neue Struktur legte den Schwerpunkt darauf, dass die neuen NATO-Kommandostrukturen nicht mehr regional gebunden waren, sondern flexibel in der Unterstützung von NATO-Operationen agieren konnten.

Als Standort für den Kriegs- oder Krisenfall wurde seit den 1960er Jahren der NATO-Bunker Castle Gate geplant und gebaut. Dieser wurde 1996 nach Demonstrationen der deutschen Friedensbewegung in Linnich-Glimbach in Dienst gestellt und erhielt erst durch die Terrorbedrohung des 21. Jahrhunderts eine Funktion.

Struktur[Bearbeiten]

Dem JFC Brunssum sind folgende Kommando-Komponenten der taktischen Führungsebene unterstellt:

AC Ramstein (Air)

Das AC Ramstein (Air) ist auf der Ramstein Air Base stationiert und wird von einem General der US Air Force kommandiert, dem 800 Soldaten und Zivilisten aus 13 Nationen unterstehen.

MC Northwood (Sea)

Das MC Northwood (Sea) ist in Northwood stationiert und wird von einem Admiral der Royal Navy kommandiert, dem 280 Soldaten und Zivilisten unterstehen.


Bis zu seiner Auflösung am 14. März 2013 war ebenfalls dem JFC Brunssum unterstellt:

Das JFC Brunssum ist das militärische Oberkommando der Operationen im gesamten Verantwortungsbereich (area of responsibility) des Supreme Allied Commander Europe (SACEUR) und darüber hinaus, die die Verteidigung des NATO-Gebietes und deren Streitkräfte stützen. Die Ausführung und Unterstützung von NATO-Operationen ist dabei die Hauptaufgabe, darunter als Hauptlast die ISAF in Afghanistan. Innerhalb des Programms Partnerschaft für den Frieden (Partnership for Peace) unterstützt JFC Brunssum die Kooperation und den Dialog mit Partnerstaaten, um die NATO-Verbindungen zu Russland, der Ukraine und den Mittelmeerdialog zu verbessern. Zudem arbeitet JFC Brunssum eng mit dem Allied Command Transformation (ACT) der NATO zusammen, um die Fähigkeiten für Verbundführung zu verbessern.

Des Weiteren gibt es eine Afnorth International School in Brunssum, welche von den Kindern der Soldaten aus Deutschland, Kanada und den USA besucht werden kann.

Leitung[Bearbeiten]

Das Kommando hat in der Regel ein Vier-Sterne-General der Bundeswehr. Seit dem 14. Dezember 2012 ist dies der deutsche General Hans-Lothar Domröse. Der stellvertretende Kommandeur ist ein Generalleutnant der britischen Streitkräfte. Das Rotationsprinzip bei der Dienstpostenbesetzung wurde 2004 aufgehoben. Der Chef des Stabes wird von der Königlichen Luftwaffe der Niederlande gestellt und bekleidet ebenfalls den Rang eines Generalleutnants.

Name Beginn der Berufung Ende der Berufung Kommandeurstitel
Hans-Lothar Domröse 14. Dezember 2012 --- Commander in Chief Joint Force Command Brunssum
Wolf-Dieter Langheld 29. September 2010 14. Dezember 2012 Commander in Chief Joint Force Command Brunssum
Egon Ramms 26. Januar 2007 29. September 2010 Commander in Chief Joint Force Command Brunssum
Gerhard W. Back Januar 2004 26. Januar 2007 bis zum 1. Juli 2004 Commander in Chief Allied Forces North Europe; danach Commander in Chief Joint Force Command Brunssum
Sir Jack Deverell März 2001 Januar 2004 Commander in Chief Allied Forces North Europe
Joachim Spiering 30. März 1998 März 2001 bis 3. März 2000 Commander in Chief, Allied Forces Central Europe; danach Commander in Chief Allied Forces North Europe
Dieter Stöckmann März 1996 30. März 1998 Commander in Chief, Allied Forces Central Europe
Helge Hansen 1. April 1994 März 1996 Commander in Chief, Allied Forces Central Europe
Henning von Ondarza 27. September 1991 23. März 1994 Commander in Chief, Allied Forces Central Europe
Hans-Henning von Sandrart 1. Oktober 1987 27. September 1991 Commander in Chief, Allied Forces Central Europe
Leopold Chalupa 28. September 1983 1. Oktober 1987 Commander in Chief, Allied Forces Central Europe
Ferdinand von Senger und Etterlin 1. Oktober 1979 28. September 1983 Commander in Chief, Allied Forces Central Europe
Franz-Joseph Schulze 7. Januar 1977 30. September 1979 Commander in Chief, Allied Forces Central Europe
Karl Schnell 1. Oktober 1975 7. Januar 1977 Commander in Chief, Allied Forces Central Europe
Ernst Ferber 1. Oktober 1973 30. September 1975 Commander in Chief, Allied Forces Central Europe
Jürgen Bennecke 1. Juli 1968 30. September 1973 Commander in Chief, Allied Forces Central Europe
Johann Adolf Graf von Kielmansegg 1. September 1966 1. April 1968 Commander in Chief, Allied Forces Central Europe
Jean Albert Emile Crépin Dezember 1963 Juni 1966 Commander in Chief, Allied Forces Central Europe; am 1. Juli 1966 zieht sich Frankreich aus den NATO-Strukturen zurück
Pierre-Elie Jaquot März 1961 Dezember 1963 Commander in Chief, Allied Forces Central Europe
Maurice Challe Mai 1960 Februar 1961 Commander in Chief, Allied Forces Central Europe
Jean-Etienne Valluy Oktober 1956 Mai 1960 Commander in Chief, Allied Forces Central Europe
Alphonse Juin 20. August 1953 September 1956 Commander in Chief, Allied Forces Central Europe

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.jfcbs.nato.int/jfcbrunssum/leadership_staff.aspx Aktuelle Befehlshaber

Weblinks[Bearbeiten]