Alligatoah

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Alligatoah
Chartplatzierungen
(vorläufig)
Erklärung der Daten
Alben
Triebwerke
  DE 1Gold 16.08.2013 (45 Wo.) [1]
  AT 3 16.08.2013 (7 Wo.)
  CH 27 18.08.2013 (2 Wo.)
Singles[2]
Willst du
  DE 14Gold 16.08.2013 (61 Wo.) [1]
  AT 20 06.09.2013 (34 Wo.)
Trauerfeier Lied
  DE 69 20.09.2013 (9 Wo.)
Willst du (mit Robin Schulz)
  DE 35 19.09.2014 (… Wo.)
  AT 42 19.09.2014 (4 Wo.)
  CH 47 14.09.2014 (4 Wo.)
Irgendwo in Vegas (mit 257ers)
  DE 65 10.10.2014 (2 Wo.)
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Alligatoah (* 28. September 1989 in Langen bei Bremerhaven; bürgerlich Lukas Strobel; auch Die Terroristen) ist ein deutscher Hip-Hopper. Er meint, dass hinter dem Namen Alligatoah die zwei fiktiven Figuren Kaliba 69 (Rap) und DJ Deagle (Produzent) stecken, obwohl er beide Rollen selbst übernimmt und spielt. Er produziert also alle seine Beats, auf die er rappt, selbst.

Leben[Bearbeiten]

Alligatoah in der Turbinenhalle Oberhausen
Alligatoah mit den 257ers auf dem Spack-Festival 2013
Alligatoah auf dem Kosmonaut Festival 2014

Lukas Strobel wuchs in Neuenwalde, einem Ort bei Bremerhaven, in Niedersachsen auf. Während seiner Schulzeit produzierte er ab 2003 eine Reihe von Kurzfilmen und konnte bei einem Jugendfilmfestival das Preisgeld von 750 Euro gewinnen. Bis heute produziert er seine Videos selbst. Am 10. April 2006 gründete Strobel die Gruppe Alligatoah und kreierte zwei Alter Egos, um seine Funktion als Texter und Rapper (Kaliba 69) auf der einen und Beatproduzent (DJ Deagle) auf der anderen Seite zu trennen.[3] Nach eigener Aussage wollte er darüber hinaus bei dem Erstellen seiner Songs „nicht mehr so alleine sein“.[4] Stärkster Einfluss war für ihn deutscher Battlerap wie Aggro Berlin.[3] 2006 veröffentlichte er sein erstes Album ATTNTAAT. Noch im selben Jahr folgte das Mixtape Schlaftabletten, Rotwein Teil I. Beide Alben stellte er zum kostenfreien Herunterladen zur Verfügung, ebenso wie den im August erschienen Musikfilm Goldfieber. 2007 folgte das Mixtape Schlaftabletten, Rotwein Teil II. Im März 2008 unterschrieb Alligatoah einen Vertrag bei rappers.in. Noch Ende des Jahres, am 19. Dezember, veröffentlichte er bei dem Label das Album In Gottes Namen. Es wurde in der Januar/Februarausgabe der Juice als Demo des Monats ausgezeichnet. Für die Ausgabe steuerte Alligatoah außerdem einen Juice-Exclusive-Track bei.[5] Nach seinem Abitur zog er nach Berlin. 2011 veröffentlichte er bei rappers.in Schlaftabletten, Rotwein Teil III. Im August desselben Jahres wechselte Alligatoah zu dem Label Trailerpark.[6] Timi Hendrix, Mitglied der bei Trailerpark unter Vertrag stehenden Gruppe Pimpulsiv, war durch das Lied Namen machen auf Alligatoah aufmerksam geworden und stellte den Kontakt zu dem Label her. Von September 2011 bis März 2012 tourte er mit Pimpulsiv, Sudden und DNP mit der PeppNoseDays Tour durch Deutschland.[7] Zwischen den einzelnen Auftritten unterstützte Alligatoah gemeinsam mit Trailerpark die Hip-Hop-Formation K.I.Z. als Vorgruppe.[8]

Im August 2013 veröffentlichte Alligatoah sein drittes Album Triebwerke, das sofort auf Platz 1 der Albumcharts einstieg.[9] Für die Single Willst Du sowie für das Album Triebwerke wurde er 2014 mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet.[1] Im Jahr 2014 wurde Alligatoah für die 1 Live Krone in der Kategorie Bester Hip-Hop-Act nominiert.[10]

Im September 2014 erschien ein Remix seines Lieds Willst du. Dieser stammt von dem deutschen DJ und Produzenten Robin Schulz, der zuvor bereits mit seinen Remixen zu den Liedern Waves und Prayer in C jeweils Platz eins der deutschen Single-Charts erreichte. Die Version schaffte bereits wenige Stunden nach der Veröffentlichung den Sprung in die deutschen iTunes-Charts.

Stil[Bearbeiten]

Alligatoah bedient sich oft des Stiles des Battleraps, ist aber dennoch schwerlich diesem Genre zuzuordnen. „Bei mir war batteln immer ein Werkzeug, ich habe Battle verwendet, um eine Geschichte zu erzählen“, ließ er in einem Interview 2012 verlauten[11]. Während in dieser Szene großer Wert darauf gelegt wird, möglichst authentisch und echt zu wirken, bezeichnet er sich selbst als Schauspielrapper. Der Inhalt seiner Lieder beschäftigt sich niemals mit Strobel persönlich. Statt andere direkt zu beleidigen, wie es im Battlerap meist üblich ist, schlüpft er oft in die Rollen von Personen und kritisiert mithilfe satirisch übertriebener Gewaltdarstellungen und aggressiven Auftretens deren Standpunkte:

„Tja, die Heilige Schrift lege ich anders aus:
Statt ‚Gott vergibt‘ lese ich ‚Panzerfaust‘!
Denn er wurde gekränkt und voll verkaspert
Von den gottlosen Ländern mit den Wolkenkratzern.[…]
Mein Gott macht die Menschen selig,
Mein Gott hat den längsten Penis.“[12]

Durch gezielt widersprüchliche und naive Aussagen macht er sich über die dargestellten Rollen lustig und stellt deren Kritikwürdigkeit dar:

„Jetzt dürfen sie für die Verbrechen büßen,
Guck, wie sie verrecken müssen,
Die Statistik sagt, dass 80% aller Heckenschützen
Bevor sie Hecken schießen Speck genießen
Daraus lässt sich schließen, wir müssen Speck verbieten“[13]

Durch dieses Stilmittel kritisiert er auch bestimmte oder allgemeine Verhaltensweisen von einzelnen Personengruppen, oder der Gesellschaft. Unter anderem kritisiert er übertriebene Verschwörungstheorien (Vorn an der Ecke), die dauernde Kritik der Deutschen am Beispiel des Wetters (Es regnet kaum) und Leute, die immer wieder versuchen mit Geschenken ihre großen Fehler wieder gut zu machen (Amnesie).

„Guten Tag, ich hätte gern ein’ Strauß Rosen,
Ich muss Kaution bezahlen für mein Frauenproblem,
Mit leeren Händen geh’ ich sicher nicht nach Haus,
Denn ich hab mir ein kleines Missgeschick erlaubt.
Hallo Schatz, ich hab ein’ Pavian gefickt heut Nacht,
Keine Angst – Ich hab dabei an dich gedacht,
Du musst wissen, dass das ein Ausrutscher war,
Manchmal rutsch' ich mit dem Schwanz in eine Frau – Upsala!“[14]

Alligatoah setzt häufig gesungene Parts ein und unterstützt seine Lieder mit der Gitarre. Oft auch benutzt er Zitate oder Musik die an den Film „Uhrwerk Orange“ von Stanley Kubrick erinnern. So ist beispielsweise der Intro-Track zu Schlaftabletten, Rotwein Teil I mit der Titelmusik von Uhrwerk Orange unterlegt. Der Intro-Track „Singing in the Rain“ auf dem Album ATTNTAAT erinnert an den Anfang der Szene in der Alex DeLarge in ein Haus einbricht und eine Frau vergewaltigt und dabei „Singin’ in the Rain“ singt. Außerdem verwendet Alligatoah in einem Track den Begriff „Rein-raus-Spiel“, welcher von Alex Delarge als Synonym für Sex verwendet wird.

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

  • 2006: ATTNTAAT
  • 2008: In Gottes Namen
  • 2013: Triebwerke
    • 2013: Stromausfall (Akustikalbum; Bonus-CD zu Triebwerke)
    • 2013: Überstunden (Bonus-CD der Premium Box von Triebwerke)

Mixtapes[Bearbeiten]

  • 2006: Schlaftabletten, Rotwein Teil I
  • 2007: Schlaftabletten, Rotwein Teil II
  • 2011: Schlaftabletten, Rotwein Teil III
  • 2008 – 2011: Schlaftabletten, Rotwein Teil IV

Singles[Bearbeiten]

  • 2013: Trauerfeierlied
  • 2013: Willst du

EPs[Bearbeiten]

  • 2007: Goldfieber (Soundtrack)
  • 2008: Raubkopierah
  • 2014: Narben

Alben als Bandmitglied[Bearbeiten]

Weitere Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Musikvideos[Bearbeiten]

  • 2006: Terrorist 06
  • 2006: Terrorist 06 Freistil
  • 2007: Counterstrike Song
  • 2008: Raubkopierah
  • 2008: Mein Gott hat den Längsten
  • 2009: Teufelskreis
  • 2010: Namen machen
  • 2010: Meine Band
  • 2011: VBT Halbfinale (mit Weekend)
  • 2012: New Kids on the Blech (FSK 18) (mit Trailerpark)
  • 2012: New Kids on the Blech (FSK 0) (mit Trailerpark)
  • 2012: Fledermausland (mit Trailerpark)
  • 2012: Crackstreet Boys 2 (Snippet) (mit Trailerpark)
  • 2012: Selbstbefriedigung (mit Trailerpark)
  • 2012: Superstars (3D) (mit Trailerpark)
  • 2012: Schlechter Tag (mit Trailerpark)
  • 2012: Fahrerflucht (3D)
  • 2012: VBT Halbfinale (mit Trailerpark & Battleboi Basti)
  • 2012: Über alle Berge (mit 257ers)
  • 2013: Überstunden (Teil 1 – 12)
  • 2013: Narben
  • 2013: Amnesie
  • 2013: Wer weiß (3D)
  • 2013: Willst du
  • 2013: Trauerfeier Lied
  • 2014: Fick ihn doch
  • 2014: M.A.C.H. (Snippet) (mit Mach One & Nico von K.I.Z.)
  • 2014: Willst du (Remix) (mit Robin Schulz)
  • 2014: Bleib in der Schule (mit Trailerpark)
  • 2014: Dicks sucken (mit Trailerpark)
  • 2014: Poo Tang Clan (mit Trailerpark)
  • 2014: Sexualethisch desorientiert (mit Trailerpark)
  • 2014: Falsche Band (mit Trailerpark)

Filmografie[Bearbeiten]

  • 2007: Goldfieber

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Gold-Schallplatten

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alligatoah – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b c Quellen Auszeichnungen: DE
  2. Chartquellen: DE - AT - CH
  3. a b Mein Rap #32 – Alligatoah Interview mit Alligatoah auf meinrap.de am 18. Juni 2011.
  4. Review Alligatoah bei rap.de.
  5. in: Juice erschienen am 13. Februar 2009.
  6. Alligatoah unterschreibt bei Trailer Park auf 16.bars.de am 8. August 2011.
  7. Trailerpark geht auf “Peppnosedays-Tour 2011″ auf meinrap.de am 18. August 2011.
  8. Trailerpark als Support auf der “Urlaub fürs Gehirn”-Tour von K.I.Z. auf meinrap.de am 8. November 2011.
  9. Focus: Alligatoah rauscht mit Triebwerke an die Spitze der Album-Charts, abgerufen am 19. August 2013
  10. einslive Krone: Nominierte 2014, abgerufen am 4. Dezember 2014
  11. splash! Mag – Battle-Rap-Talkrunde [mit Alligatoah, Der Asiate, Atzenkalle, Drob Dynamic]. Youtube, Benutzer: splashmagazin, am 11. Oktober 2012.
  12. Aus: Mein Gott hat den Längsten, Text abgerufen bei LyricsVIP.
  13. Aus: Dagegen, Text abgerufen bei magistrix.de
  14. Aus: Amnesie, Text abgerufen bei Alligatoah – Amnesie Lyrics Rap Genius
  15. Bundesverband Musikindustrie - Gold/Platin-Datenbank, abgerufen am 4. Dezember 2014