Alliierte

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Das Wort Alliierte stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Verbündete, die eine Allianz (Bündnis) geschlossen haben. Dies muss kein formeller Vertrag sein, ein koordinierter Kampf gegen einen gemeinsamen Gegner reicht aus.

Vorwiegend werden unter den Alliierten die im Zweiten Weltkrieg gegen die Achsenmächte (Deutschland, Italien und Japan) verbündeten Großmächte verstanden. Auch die im Ersten Weltkrieg gegen die Mittelmächte verbündeten Staaten werden teilweise als Alliierte bezeichnet, der weitaus üblichere Ausdruck hierfür ist jedoch die Entente.

Augsburger und Wiener Große Allianz[Bearbeiten]

Als Alliierte werden vielfach die Staaten des Defensivbündnisses der Augsburger Allianz von 1686 bezeichnet, die 1689 zur Wiener Großen Allianz ausgebaut wurde, um gegen das Frankreich König Ludwigs XIV. zu kämpfen:

Augsburger Allianz
Wiener Große Allianz

Siebenjähriger Krieg[Bearbeiten]

Mit Alliierten werden in Bezug auf den Siebenjährigen Krieg vor allem die Verbündeten Preußens bezeichnet (im weitesten Sinne einschließlich Preußen).

Kurzzeitig war auch das Russische Reich mit Preußen verbündet (1762).

Napoleonische Kriege[Bearbeiten]

Die Bündnisse gegen das revolutionäre Frankreich und dann Napoleon I. wurden oft Allianz genannt, und die Bündnispartner wie Preußen, Russland und Großbritannien entsprechend Alliierte. Unter anderem verwalteten die Alliierten im Zentralverwaltungsdepartement ab 1813 größere Teile Deutschlands, bevor der Wiener Kongress für eine Neuordnung sorgte.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

Hauptartikel: Entente

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Präsentation über die Veränderung der von den Alliierten und den Achsenmächten im Laufe des Krieges kontrollierten Gebiete: grün – Westalliierte, violettSowjetunion und Verbündete, rotAchsenmächte, von den Achsenmächten besetzte Gebiete Vichy-Regime, hellgrau – neutrale Länder

Die Alliierten im Zweiten Weltkrieg lassen sich nach Zeitabschnitt im Kriegsverlauf und Rolle der Staaten unterscheiden:

Ursprüngliche Alliierte[Bearbeiten]

Im Sinne der Garantieerklärungen 1939

Commonwealth-Staaten[Bearbeiten]

Alliierte Großbritanniens im Sinne des Allied Forces Act von 1940[Bearbeiten]

Mit dem „Allied Forces Act”[1] des britischen Parlaments wurde es den Exilregierungen der folgenden okkupierten Staaten ermöglicht, Truppen auf britischem Boden aufzustellen und zu unterhalten:

Das Gesetz wurde später auf folgende Staaten ausgeweitet:

18.000 polnische, 15.000 norwegische und weitere tausende Soldaten der besetzten Nationen kämpften in den Reihen der britischen Streitkräfte.

Hauptalliierte[Bearbeiten]

Auf der Arcadia-Konferenz in Washington wurde am 1. Januar 1942 mit der Deklaration der Vereinten Nationen die Anti-Hitler-Koalition formell begründet. Darin fungierten als Hauptalliierte:

Frankreich wurde nach der Befreiung des Landes 1944 und der Beteiligung am Krieg gegen Deutschland schließlich als Hauptalliierter eingestuft. Nicht zuletzt wurde ihm ein Sitz im UN-Sicherheitsrat sowie Besatzungszonen in Deutschland und Österreich zuerkannt.

Weitere Alliierte[Bearbeiten]

Von den Achsenmächten besetzte Länder, die, vor allem im Partisanenkrieg, aus dem Untergrund auch weiterhin teilweise erbitterten Widerstand leisteten:

Die Vier Mächte[Bearbeiten]

In Deutschland wurden umgangssprachlich mit dem Ausdruck „die Alliierten“ (im Besonderen unter anderem „alliierte Streitkräfte“) meist die drei Mächte Sowjetunion, Vereinigte Staaten und Vereinigtes Königreich bezeichnet, die Hauptsiegermächte des Zweiten Weltkrieges in Europa. Die UdSSR, die USA und Großbritannien vereinbarten die gemeinsame Verwaltung des besiegten Kriegsgegners nach den Vorschlägen der EAC 1944/45.[2] Das (vormalige) Großdeutsche Reich wurde in Besatzungszonen aufgeteilt, in den sogenannten Ostgebieten hatten die provisorischen Regierung Polens und die UdSSR, akzeptiert von den anderen beiden Alliierten, ihre Gebietshoheit durchgesetzt (Zeittafel). Auch die Vorgehensweise zur Verwaltung Österreichs wurde festgelegt. Die Hauptstädte Berlin und Wien wurden in jeweils vier Sektoren geteilt und gemeinsam verwaltet (Vier-Sektoren-Stadt).

Der Alliierte Kontrollrat im Nachkriegsdeutschland und die Alliierte Kommission für Österreich waren Behörden der vier Besatzungsmächte, die sich beide im Juli 1945 konstituierten. Zur selben Zeit wurde auch Frankreich eine Besatzungsmacht, obwohl es als Staat während des Krieges an keinen Konferenzen der Alliierten beteiligt war. Die Bezeichnung der Vier Mächte als Siegermächte ist also eher eine umgangssprachliche Bezeichnung.

Aufgabe des Kontrollrats war die Ausübung der Regierungsgewalt, er brach jedoch bereits 1948 wieder auseinander. Nach dem Ende der gemeinsamen alliierten Verwaltung über alle vier Besatzungszonen Deutschlands, wurde für die Besatzung der Westzonen von Westalliierten oder später von sogenannten Schutzmächten gesprochen.

Die Alliierte Hohe Kommission, abgekürzt AHK, war von 1949 bis 1955 in den Westzonen, oberstes Kontrollorgan der drei Westmächte (Frankreich, Großbritannien, USA) für die Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin mit drei Hohen Kommissaren, deren Sitz auf dem Petersberg lag. Der Erlass des Deutschlandvertrag über die Souveränität der Bundesrepublik vom 26. Mai 1952 trug der Entwicklung in Deutschland durch Ende einer gemeinsamen Alliierten Verwaltung aller vier Mächte Rechnung.

In der Zone der Sowjetunion war bis 1949 die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) die oberste Verwaltungsbehörde. Ihr folgte bis 1952 die Sowjetische Kontrollkommission und letztlich 1953 „Hohe Kommission der UdSSR in Deutschland”. Hier wurde mit einem Staatsvertrag am 20. September 1955 die Souveränität des zweiten deutschen Staates hergestellt.

Für Österreich endete, im Unterschied zu Deutschland, bereits am 27. Juli 1955 die alliierte Besatzungszeit durch den Abschluss eines Staatsvertrages. Für Deutschland wurde 1971 ein letztes Viermächte-Abkommen über die Westsektoren Berlins geschlossen. Mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag endete erst am 12. September 1990 vollends die Hoheit der Besatzungsmächte in Deutschland.

Zweiter Golfkrieg[Bearbeiten]

Auch die gegen den Irak verbündeten Staaten im Zweiten Golfkrieg bzw. allgemein die Mitglieder der NATO werden als Alliierte bezeichnet.

Andere Alliierte[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Elihu und Hersch Lauterpacht: International Law Reports, Cambridge University Press.
  2. Tony Sharp: The Wartime Alliance and the Zonal Division of Germany, Oxford University Press, 1975, ISBN 0-198-22521-0.