Alliierte Bombenabwürfe auf die Schweiz
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Die Alliierten Bombenabwürfe auf die Schweiz während des Zweiten Weltkriegs werden offiziell auf Navigationsfehler zurückgeführt.
Eine andere Theorie sieht die Ursache in den Waffenlieferungen der SIG und anderer Unternehmen an das Deutsche Reich.[1] Diese zeitgenössische Theorie ist aber inzwischen klar widerlegt,[2] wenn auch Winston Churchill die Bombardierung der Eisenbahnlinien erwogen hat, welche die neutrale Schweiz im Zweiten Weltkrieg von den Achsenmächten benutzen liess.[3]
In der Schweiz starben in den Jahren 1939 bis 1945 insgesamt 84 Menschen durch englische und US-amerikanische Bomben.
- In der Nacht vom 17. auf den 18. Dezember 1940 wurde Basel von der RAF bombardiert. Es gab 4 Tote.
- Am 23. Dezember 1940 wurde das Wipkinger Eisenbahnviadukt in Zürich bombardiert. Eine Person starb, weitere Menschen wurden verletzt. Die Zahnradfabrik Maag wurde von über 50 Brandbomben getroffen. Das eigentliche Ziel waren die Motorenwerke in Mannheim, wegen schlechten Wetters kamen einige Piloten vom Kurs ab und hielten Zürich irrtümlich für ein geeignetes Ausweichziel. Kurz nach dem Ereignis verbreiteten sich Gerüchte über einen planvollen Angriff, da die Maag-Fabrik Rüstungsmaterial nach Deutschland liefere und Kohlentransporte von Deutschland nach Italien über diese Bahnlinie liefen.[2][4]
- Bombenabwurf über Oerlikon, Zürich, am 17. Mai 1943[5]
- Bei der Bombardierung von Schaffhausen am 1. April 1944 kamen 40 Menschen um, 270 wurden zum Teil schwer verletzt.[5]
- Beim Fliegerangriff auf Le Noirmont im Oktober 1944 wurden zwei Menschen verletzt.
- Beim Bombenabwurf auf Thayngen am 25. Dezember 1944 starb ein Stellwerkwärter. 9 Piloten der Bomberstaffel hatten Thayngen mit Singen (Hohentwiel) verwechselt.
- Bei der Bombardierung von Stein am Rhein am 22. Februar 1945 gab es 9 Tote und 15 Schwerverletzte.[6]
- Am 4. März 1945 um 10.19 Uhr bombardierten sechs amerikanische Liberator-Bomber des 392. Bombergeschwaders das Gebiet der Landwirtschaftlichen Schule Strickhof in Zürich. 5 Menschen starben, 15 wurden verletzt. Die Piloten hatten die Stadt für Pforzheim gehalten.[2]
- Ebenfalls am 4. März 1945, wurde der Güterbahnhof Wolf in Basel irrtümlich von den Alliierten bombardiert.[7] Die Schäden blieben gering.
Siehe auch [Bearbeiten]
Literatur [Bearbeiten]
- Stefan Ineichen: Zürich 1933–1945. 152 Schauplätze. Limmat Verlag, 2009, ISBN 978-3-85791-583-3.
- Jonathan E. Helmreich: The Diplomacy of Apology: U.S. Bombings of Switzerland during World War II. In: Aerospace Power Journal, Summer 2000 (online).
- Thomas Bachmann: The Swiss can't have it both ways. Britische Neutralitätsverletzungen des Schweizer Luftraumes 1940–1945. Zürich 2004.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Peter Hug: Schweizer Rüstungsindustrie und Kriegsmaterialhandel zur Zeit des Nationalsozialismus, 2002, S. 641
- ↑ a b c Thomas Bachmann: Vor 60 Jahren fielen Bomben auf Zürich. In: Neue Zürcher Zeitung, 4. März 2005 (online)
- ↑ Michael Bloch: Churchill: Bomben auf die Schweiz.
- ↑ Simon Eppenberger: Als Bomben auf den Wipkinger Viadukt fielen. In: Tagesanzeiger Zürich, 13. August 2009 (online)
- ↑ a b Jonas Anderegg: Die Bombardierung von Schaffhausen – Irrtum oder Absicht? Ebnat-Kappel, 2007 (online; PDF; 752 kB)
- ↑ Karl Hirrlinger: Die Bombardierung von Stein am Rhein am 22. Februar 1945 und ihre Zusammenhänge. In: Heimatblätter des Historischen Vereins von Stein am Rhein, 6. Jahrgang, 1982, zitiert nach Walter Hess
- ↑ René Teuteberg: Basler Geschichte. 2. Aufl. Christoph Merian Verlag, Basel 1988. ISBN 3-85616-034-5. S. 376.