Alliierte Kommandantur

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Gebäude der Alliierten Kommandantur
Gedenktafel am Gebäude Kaiserswerther Str. 14–18 in Berlin-Dahlem

Die Alliierte Kommandantur (Originalbezeichnung: Alliierte Kommandatura, ursprünglich: Interalliierte Militärkommandantur; russisch: Komendatura) war das Organ, mit dem die vier Besatzungsmächte USA, Großbritannien, Frankreich und Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg die Kontrolle über Groß-Berlin ausübten. Sie war dem Alliierten Kontrollrat unterstellt, der dieselbe Funktion für Deutschland wahrnahm.

Im besetzten Wien gab es ebenso eine alliierte Kommandantur, die der Alliierten Kommission für Österreich unterstellt war.

Geschichte[Bearbeiten]

Alliierte Kommandanten 1949: Gen. Bourne (GB), Gen. Howley (USA), Gen. Kotikov (UdSSR), Gen. Ganeval (F)

Bereits im September 1944 hatten sich Großbritannien, die USA und die Sowjetunion darauf verständigt, dass es nach der deutschen bedingungslosen Kapitulation „ein spezielles Berlin-Gebiet […] unter gemeinsamer Besetzung der drei Mächte“ geben solle.[1]

Die Alliierte Kommandantur für Berlin trat am 11. Juli 1945 zum ersten Mal in den Räumen der sowjetischen Zentralkommandantur zusammen, nachdem britische und amerikanische Truppen in die von der Sowjetunion eroberte deutsche Reichshauptstadt eingerückt waren. Ab 25. Juli 1945 zog die Kommandantur in den amerikanischen Sektor nach Berlin-Dahlem, in den von Heinrich Straumer errichteten ehemaligen Hauptsitz des Verbandes der öffentlichen Feuerversicherungsanstalten. Die Alliierte Kommandantur regierte dort in Form von „Anordnungen an den Berliner Magistrat und an den Oberbürgermeister“. Diese Anordnungen mussten einstimmig von den vier Kommandanten beschlossen werden. Da diese sich häufig nicht einigen konnten, wurden wichtige Anordnungen, wie zum Beispiel die Bestätigung der Wahl Ernst Reuters als Oberbürgermeister nicht getroffen.

Die Kommandanten des amerikanischen, britischen, französischen einerseits und andererseits des sowjetischen Sektors von Berlin unterhielten Verbindungen über die gegenseitigen Militärverbindungsmissionen.

Am 16. Juni 1948 zog der sowjetische Vertreter Alexander Kotikow aus der Alliierten Kommandantur aus. Die westlichen Vertreter erklärten am 21. Dezember 1948, dass die Alliierte Kommandantur fortbestehe und ließen symbolisch bei ihren Beratungen einen Platz für den sowjetischen Vertreter frei. Ihre Entscheidungen konnten sie allerdings nur in den drei westlichen Sektoren durchsetzen.

Offiziell beendet wurde die Tätigkeit der Alliierten Kommandantur mit Inkrafttreten des Zwei-plus-Vier-Vertrages 1991. Das Gebäude wird seit 1994 von der Freien Universität Berlin als Präsidialamt genutzt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Protokoll betreffend die Besatzungszonen und die Verwaltung von „Groß-Berlin“ (12. September 1944)

52.44805555555613.285833333333Koordinaten: 52° 26′ 53″ N, 13° 17′ 9″ O