Allradlenkung

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Allradlenkung im Autosport: Fiat Stilo mit Allradantrieb bei einem Eisrennen der Trophée Andros
Allradlenkung mit 3,10 m Wenderadius bei einem Multicar Tremo Carrier
Mercedes-Benz G5 Kübelwagen von 1937 bis 1941 mit Allradlenkung

Allradlenkung ist eine Technik bei Kraftfahrzeugen, bei der zum Richtungswechsel alle Räder angelenkt werden; im Gegensatz zur gebräuchlichen Achsschenkellenkung, bei der nur die Räder der Vorderachse gelenkt werden.

Funktion[Bearbeiten]

Über eine Allradlenkung verfügen normalerweise nur Spezialfahrzeuge, die alle Räder zur Manövrierfähigkeit auf engstem Raum einsetzen müssen.

Während bei den meisten Fahrzeugen einzig die Frontachse lenkbar ist, bei einigen wenigen aber auch mehr als nur eine Achse, erhöht die Allradlenkung bei Spezialfahrzeugen, wie beispielsweise bestimmten Schwertransportern, die Fähigkeit, auch unter schwierigen bzw. stark eingeschränkten räumlichen Verhältnissen zu rangieren.

Eine Allradlenkung bei Pkw ist meist ein System, bei dem eine Lenkbewegung vorne nach dem Erfassen durch Sensoren auch auf die hinteren Räder übertragen wird. Bei geringen Geschwindigkeiten kann gegensinnig gelenkt werden, um den Wendekreis zu verringern. Bei hohen Fahrgeschwindigkeit steht die Fahrstabilität im Vordergrund. Die Hinterräder werden dann gleichsinnig zu den Vorderrädern eingeschlagen, um den Schwimmwinkel zu reduzieren. Das Verhältnis von Hinterachseinschlag zu Vorderachseinschlag beträgt dann etwa 0,15 bis 0,3.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Società Automobili Brevetti Angelino entwarf 1927 einen Prototyp mit Allradantrieb und Allradlenkung, der aber nicht in Serienproduktion ging.[1] Mercedes entwickelte in den 30er Jahren eine Allradlenkung für die Geländefahrzeuge 170 VL und G5. Das erste in Großserie gefertigte Auto mit Allradlenkung war der Honda Prelude der dritten Generation, die 1987 erschien. Weitere Autos mit Allradlenkung sind der Renault Laguna GT/Coupé, der Mitsubishi Sigma und der Mitsubishi 3000 GT, sowie der Nissan 300ZX und der Nissan Skyline. Auch der Mazda 626 in seiner dritten Generation, der Baureihe GD, und weitere, zumeist japanische Pkw waren und sind optional mit einer Allradlenkung erhältlich.

Bei BMW wurde zwischen 1992 und 1996 in der 8er-Baureihe (BMW E31) die sogenannte „aktive Hinterachs-Kinematik“ (AHK) teilweise serienmäßig (im 850 CSi) oder gegen einen Aufpreis eingebaut. Seit 2008 ist wieder eine Allradlenkung bei BMW verfügbar, allerdings nur gegen Aufpreis bei der 7er-Reihe (BMW F01) und seit 2010 bei der 5er-Reihe (BMW F10/BMW F07). Hier werden die Hinterräder allerdings um maximal 2,5 Grad gedreht.

Der Automobilzulieferer Continental Automotive Systems (CAS), eine Sparte der Continental AG, stellte im Jahr 2007 eine aktive Hinterachskinematik [2] vor. Mit diesem System sollen sowohl Fahrdynamik als auch Fahrsicherheit erhöht werden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Nick Georgano: The Beaulieu Encyclopedia of the Automobile, Volume 3 P–Z. Fitzroy Dearborn Publishers, Chicago 2001, ISBN 1-57958-293-1 (englisch)
  2. conti-online.com Pressemitteilung