Allschwil

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Allschwil
Wappen von Allschwil
Staat: Schweiz
Kanton: Basel-Landschaft (BL)
Bezirk: Arlesheimw
BFS-Nr.: 2762i1f3f4
Postleitzahl: 4123
UN/LOCODE: CH ASW
Koordinaten: 607323 / 26671347.5510937.535904287Koordinaten: 47° 33′ 4″ N, 7° 32′ 9″ O; CH1903: 607323 / 266713
Höhe: 287 m ü. M.
Fläche: 8.92 km²
Einwohner: i19'898 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 2231 Einw. pro km²
Website: www.allschwil.ch
Blick auf den Dorfplatz

Blick auf den Dorfplatz

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Allschwil (in einheimischer Mundart [ˈalʒ̊ˌʋiːl])[2] ist eine politische Gemeinde im Bezirk Arlesheim des Schweizer Kantons Basel-Landschaft.

Geographie[Bearbeiten]

Allschwil liegt am südwestlichen Rand der Stadt Basel und ist auf zwei Seiten von Frankreich umgeben. Allschwil ist mit über 19'834 Einwohner (Stand 31. Dezember 2011) die grösste Gemeinde im Kanton Basel-Landschaft. Geografisch und kulturhistorisch gehört Allschwil zum Sundgau. Seine Nachbarorte sind neben der Stadt Basel die drei basellandschaftlichen Gemeinden Schönenbuch, Oberwil und Binningen, sowie die französischen Gemeinden Neuwiller, Buschwiller, Hégenheim und Saint-Louis. Durch die Lage im Grünen und die Nähe zur Stadt Basel zählt Allschwil zu den beliebten Wohnorten im stadtnahen Baselbiet. Allschwil ist zudem die nördlichste Gemeinde des Kantons Basel-Land.

Die Fläche beträgt 8.92 km², davon sind 42 % Siedlungen, 31 % Landwirtschaftszonen und 27 % Wald.

Wappen[Bearbeiten]

Auf blauem Untergrund der goldene Schlüssel gekreuzt mit dem silbernen Schwert als Symbol der beiden Heiligen Petrus und Paulus, der Patrone der Dorfkirche. Auf amtlichen Schreiben ist das Wappen allerdings vorübergehend weitgehend einem umstrittenen Logo gewichen.

Geschichte[Bearbeiten]

Funde aus der Stein-, Bronze- und Römerzeit zeugen von einer langen Siedlungsgeschichte auf dem Gemeindegebiet. Urkundlich wird die Ortschaft als Almswilre im Jahre 1033 erstmals erwähnt. Der Ortsname ist zusammengesetzt aus einem althochdeutschen Personennamen, möglicherweise Alaman oder Almar/Almer, und dem bei den Alamannen zur Bezeichnung neuer Hofsiedlungen häufigen Hintergliede -wīlāri.[2]

Allschwil gehörte in fränkischer Zeit zum Herzogtum Elsass und kam als Teil der Herrschaft Birseck 1004 zum Fürstbistum Basel. 1525 schloss die Stadt Basel mit Allschwil vorübergehend einen Schirmvertrag, der bis 1595 die Reformation einführte.[3] Das Dorf wurde 1634 im Dreissigjährigen Krieg von schwedischen Truppen geplündert und war ab 1792 eine Zeitlang Teil der französischen Departemente Mont-Terrible und Haut-Rhin. Nach der Zerschlagung des Fürstbistums Basel wurde Allschwil 1815 am Wiener Kongress dem Kanton Basel zugeschlagen. Bis zur Kantonstrennung in die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft 1832 gehörte Allschwil zum Kanton Basel.

Die alternative Altbezeichnung für Allschwil lautet „Schwellheim“, wobei es sich bei diesem Ausdruck nicht um die sehr alte Bezeichnung handelt. Um 1950 wurde auch die Bezeichnung „Schwelleme“ verwendet.

Actelion
Das Innovationszentrum Nordwestschweiz
Das moderne Gemeindezentrum der Gemeinde Allschwil
Der historische Dorfkern mit Riegelbauten.
Die Bauten erinnern noch immer an das alte Sundgauerdorf.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Allschwil sind zahlreiche kleinere Unternehmen ansässig, da die Lage der Gemeinde sehr günstig ist und die steuerliche Belastung relativ tief ist. Allschwil liegt in Grenznähe (Nähe zur EU) und profitiert auch vom Zentrums der Stadt Basel. Darunter befinden sich viele sogenannte «Startup-Unternehmen» in der Chemie-, Pharma und Biologiebranche. Diese haben sich in Allschwil zum sogenannten Innovationszentrum Nordwestschweiz zusammengeschlossen. Darunter befinden sich Firmen wie Actelion, Abbott, Polyphor, MDL Information Systems und zahlreiche mehr. Allschwil ist Hauptsitz des grössten Schweizer Solartechnikunternehmens Tritec, das mit Tochterfirmen auch auf dem internationalen Markt auftritt.

Politik[Bearbeiten]

Die Einwohnergemeinde ist folgendermassen organisiert:

  • Exekutive: Gemeinderat (inkl. Gemeindepräsident) bestehend aus 7 Mitgliedern
  • Legislative: Einwohnerrat bestehend aus 40 Mitgliedern

Die Exekutive besteht aus den sieben Departementen Zentrale Dienste - Präsidiales (Gemeindepräsidium), Steuern und Finanzen, Soziale Dienste und Gesundheit, Hochbau und Raumplanung, Bildung, Erziehung und Kultur, Tiefbau und Umwelt und Einwohnerdienste und Sicherheit. Die Mitglieder werden alle vier Jahre nach dem Majorz-Verfahren durch die Einwohner gewählt.

Die Legislative wird durch die Einwohner nach dem Proporz-Verfahren für vier Jahre gewählt. Die Wahlen vom 11. März 2013 ergaben folgendes Ergebnis[4]:

Gemeindepräsidentin ist seit 2013 Nicole Nüssli-Kaiser.

Neben der Einwohnergemeinde hat Allschwil eine Bürgergemeinde, in der alle Ortsbürger organisiert sind. Ihr steht ein von den Ortsbürgern in Majorzwahl gewählter fünfköpfiger Bürgerrat vor. In der Regel finden zweimal jährlich Bürgergemeindeversammlungen statt, an der auch die Einbürgerungen vorgenommen werden. An der Bürgergemeindeversammlung sind alle stimmberechtigten Ortsbürger antragsberechtigt.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Allschwil ist mit über 20'000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Gemeinde im Kanton Basel-Landschaft. Der Ausländeranteil beträgt 23.8 %. 27.7 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch und 24.7 % reformiert.[5]

Freizeit und Kultur[Bearbeiten]

Wie in der ganzen Region Basel ist auch in Allschwil die Fasnacht stark in der Bevölkerung verankert. Die Allschwiler Fasnacht zählt neben der Basler Fasnacht zu den grösseren und bekannteren Fasnachtsfeiern in der Region. Eine weitere kulturelle Einrichtung ist das Heimatmuseum Allschwil.

In Allschwil gibt es zahlreiche Vereine, welche die Freizeit in Allschwil gestalten. Neben dem Freibad Bachgraben gibt es in Allschwil auch ein Hallenbad. Durch die Nähe zum angrenzenden Frankreich kann man auch sehr schöne Ausflüge in das nahe Elsass unternehmen. Die Nachbargemeinde Basel kann man ebenfalls rasch erreichen und dadurch die Angebote der Stadt nutzen.

Für Kinder und Jugendliche gibt es hier nebst dem Jugendfreizeithaus und dem Robi-Spielplatz auch das Jugendland.

Nahe der Kantonsgrenze befindet sich zudem ein Velogarten, wo Kinder das Velofahren bei realistischen Bedingungen wie Ampeln, Fussgängerstreifen, Kreiseln, Vortrittsrecht usw. lernen.

Verkehr[Bearbeiten]

Allschwil verfügt über eine Tramlinie sowie vier Buslinien. Mit der Tramlinie 6 nach Riehen der BVB erreicht man innert 15 Minuten die Stadt Basel. Die Tram-Haltestelle "Morgartenring" ist auf dieser Tramlinie die erste Haltestelle im Kanton Basel-Stadt. Daneben existieren folgende Buslinien:

  • Linie 33 der BVB von Schönenbuch via Allschwil nach Basel/Schifflände
  • Linie 48 der BVB an den Bahnhof Basel SBB fährt zu den Stosszeiten von Montag bis Freitag
  • Linie 38 und 31 der BVB/RVL nach Wyhlen Siedlung in Deutschland bzw. nach Riehen/Habermatten
  • Linie 61 der BLT nach Basel/Neuweilerstrasse-Binningen-Oberwil
  • Linie 64 der BLT nach Arlesheim

Mit dem Auto ist Allschwil ebenfalls sehr gut erreichbar. Mit der Eröffnung der Nordtangente Basel 2008 ist Allschwil auch gut an das Autobahnnetz angeschlossen. Durch den Pendelverkehr in die Stadt Basel aus der Gemeinde Allschwil, aber auch Frankreich herrscht zu bestimmten Zeiten allerdings relativ dichter Verkehr; dazu trägt bei, dass von Frankreich nach Allschwil kein öffentlicher Verkehr angeboten wird. Die Gemeinde verfügt zudem über eine grosse Anzahl Fahrradstreifen. Allschwil liegt in der Nähe des EuroAirports, den man sehr rasch erreichen kann. Durch den Flughafen leidet die Gemeinde jedoch immer stärker unter Fluglärm.

Allschwil hat keinen durchgehend direkten Anschluss an den Bahnhof SBB.

Zudem gibt es Pläne für eine S-Bahn-Station Allschwil/Morgartenring.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Dorfkern mit typischen Sundgauer Fachwerkhäusern.
  • Dorfkirche aus dem Jahr 1698 mit ihrer spätbarocken Ausstattung.
  • Dorfmühle, als Hostienmühle im 17. Jahrhundert gebaut und heute ein Restaurant.
  • Heimatmuseum[6] - Das Heimatmuseum der Gemeinde Allschwil
  • Wasserturm Allschwil: Lange Ägerten mit seiner Aussichtsterrasse.
  • Allschwiler Wald: Beliebtes Naherholungsgebiet, das unter Naturschutz steht.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Allschwil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. a b Philipp Obrist: Allschwil BL (Arlesheim) in: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG). Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, p. 83. Angegebene Lautschrift: [ˈalʃˌʋiːl]
  3. Charles Knapp, Maurice Borel, Victor Attinger, Heinrich Brunner, Société neuchâteloise de géographie (Herausgeber): Geographisches Lexikon der Schweiz. Band 1: Aa – Emmengruppe. Verlag Gebrüder Attinger, Neuenburg 1902, S. 37, Stichwort Allschwil  (Scan der Lexikon-Seite).
  4. http://www.allschwil.ch/de/profil/Wahlergebnisse-Einwohnerrat-Allschwil-2012.pdf
  5. statistik.bl.ch: Statistik Baselland, Zugriff am 30. August 2013
  6. heimatmuseum-allschwil.ch: Heimatmuseum Allschwil, Zugriff am 15. April 2010