Allstedt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Allstedt
Allstedt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Allstedt hervorgehoben
51.411.383333333333140Koordinaten: 51° 24′ N, 11° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Mansfeld-Südharz
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Allstedt-Kaltenborn
Höhe: 140 m ü. NN
Fläche: 31,85 km²
Einwohner: 3038 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 95 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06542
Vorwahl: 034652
Kfz-Kennzeichen: MSH (bis 30. Juni 2007: SGH)
Gemeindeschlüssel: 15 0 87 015
Adresse der Stadtverwaltung: Forststr. 9
06542 Allstedt
Webpräsenz:
Bürgermeister: Jürgen Richter (CDU)

Allstedt ist eine Stadt, die im Landkreis Mansfeld-Südharz im Südwesten Sachsen-Anhalts, nur wenige Kilometer von der thüringischen Landesgrenze entfernt liegt. Allstedt ist der Hauptort der Verwaltungsgemeinschaft Allstedt-Kaltenborn.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Klima

Der Jahresniederschlag beträgt 488 mm. Die Niederschläge sind extrem niedrig. Sie liegen im unteren Zwanzigstel der in Deutschland erfassten Werte. An nur 2% der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 2,1 mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren mäßig. An 51% der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

[Bearbeiten] Geografie

Allstedt liegt an der Helme, die aus Richtung Westen kommend, nach Süden zur Mündung in die Unstrut abbiegt. Die Helme bildet mit der Unstrut hier eine fruchtbare Ebene (Das Ried in der Goldene Aue). Nördlich von Allstedt beginnen die Ausläufer des Südharzes, im Westen sieht man das markante Kyffhäuser-Gebirge. Im Süden, nach Überquerung des breiten Unstruttales, liegt der Bergrücken der Hohen Schrecke und im Osten fällt nach einer Hügellandschaft hinter Querfurt das Gelände allmählich zur Saale hin ab. Südöstlich von Allstedt liegt der Naturpark Saale-Unstrut-Triasland.

[Bearbeiten] Geschichte

Allstedt hat als althüringisches Dorf schon im 5./6. Jahrhundert existiert. Der Siedlungsplatz wird als Altsedi im Jahr 777 erwähnt. In einem zwischen 881 und 899 entstandenen Verzeichnis des Zehnten des Klosters Hersfeld wird Allstedt als zehntpflichtiger Ort Altstedi im Friesenfeld genannt. Heinrich I. unterschrieb im Jahr 935 in Allstedt eine Urkunde, Allstedt wurde Königshof, später Kaiserpfalz. Das alte erloschene Reichs-Ministerialen-Geschlecht "von Allstedt" hatte vom 12. bis Mitte des 14. Jh. hier seinen Stammsitz. Um 1200 wurde die Wigberti-Kirche als Steinbau neu errichtet. Allstedt erhält 1425 die Stadtrechte. Ab 1516 führte die Stadt ein Siegel. Thomas Müntzer predigte 1523 in deutscher Sprache. Er hielt in der Schlosskapelle vor Herzog Johann und dem Kurfürsten Friedrich die „Fürstenpredigt“. 1568 wurde eine neue Schule erwähnt und seit 1570 sind Weinbau-Erträge bezeugt. Im Dreißigjährigen Krieg hausen Wallensteins, Tillys und Gustav Adolfs Soldaten in Allstedt. Die Pest sucht Allstedt 1681 heim: von Mai bis Dezember starben in der Stadt 817 Menschen. Die neue St.-Johannes-Kirche wurde 1765 eingeweiht. Johann Wolfgang von Goethe weilte zwischen 1776 und 1802 oft in Allstedt zu Staatsgeschäften. Auf dem Schloss schrieb er unter anderem einige Akte seiner „Iphigenie“. Das erste Allstedter Wochenblatt erschien 1840. Eine Zuckerfabrik wurde 1851, eine Malzfabrik 1885 und ein Metallwerk 1890 errichtet. 1894 erfolgte der Anschluss ans Eisenbahnnetz (Strecke Oberröblingen - Allstedt), 1899 bekam Allstedt Straßenbeleuchtung mit Gaslaternen. Im Ersten Weltkrieg fielen 114 Allstedter als Soldaten. 1920 kam Allstedt, ehemals Teil des Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, mit dem Landkreis Weimar als Exklave zum Freistaat Thüringen. 1922 wurde Allstedt an das Stromnetz angeschlossen. Im April 1945 zogen die Amerikaner in Allstedt ein, im Juli übernahm die Sowjetarmee ihre Besatzungszone. Es erfolgte die Entnazifizierung, die Demontage der Betriebe begann. Ausgesiedelte und Vertriebene aus den Ostgebieten kommen nach Allstedt, das mit Wirkung vom 1. Oktober 1945 der Provinz Sachsen zugeordnet wurde. 1946 begann die Bodenreform. Ein Hochwasser überflutete 1947 Allstedt. 1952 wurde mit dem Bau des Flugplatzes der sowjetischen Armee begonnen. Die Kollektivierung in der Landwirtschaft erfolgte 1960. Im Jahr 1973 stellte die Reichsbahn den Personenverkehr zwischen Oberröblingen und Allstedt ein. Das Schloss wurde 1974 renoviert. Ein Museum wurde eingerichtet.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Stadtrat

Der Stadtrat wurde für fünf Jahre gewählt und setzt sich aus 16 Mitgliedern und dem Bürgermeister (Jürgen Richter, CDU) zusammen.

[Bearbeiten] Sitzverteilung

(Stand: Kommunalwahl am 7. Juni 2009)[1]

[Bearbeiten] Verkehr

Allstedt liegt an der neu erbauten A 38 GöttingenLeipzig (Ausfahrt Allstedt). Der Bahnhof Allstedt wird von der Deutschen Bahn seit den 1990er Jahren nicht mehr bedient, so dass die nächsten Bahnhöfe sich in Sangerhausen und Artern befinden. Zu diesen Orten existieren mehrmals täglich Busverbindungen.

Allstedt hat einen kleinen Flugplatz, den Flugplatz Allstedt.


[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen

[Bearbeiten] Freizeit- und Sportanlagen

Allstedt verfügt über ein Freibad sowie ein Rollhockey- und Tennisstadion. Der örtliche Rollhockeyverein „SV Allstedt“ spielt aktuell in der 2. Bundesliga.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Burghof von Schloss Allstedt
  • Burg und Schloss Allstedt: In der früheren Kaiser- und Königspfalz Allstedt veränderte sich die Burg Allstedt im Laufe der Jahrhunderte. Heute beherbergt die häufig auch als „Schloss“ bezeichnete Burg ein Museum über die Geschichte Allstedts und der Burg sowie ein Schlosscafé, in dem die „Kräuterhexe Tilly“ mit ihren regelmäßigen Programmen zu einer kulturellen Sehenswürdigkeit wurde. Auf der Burg finden auch regelmäßig Feste statt.
  • Sitz des VDSK (Verband deutscher Schwarzpulverkanoniere) auf Burg Allstedt

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen

[Bearbeiten] Literatur

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt
  • August Nebe: Geschichte des Schlosses und der Stadt Allstedt, in Zeitschrift des Harzvereins für Geschichte und Alterthumskunde, Bd. XX, 1887, S. 18-96


[Bearbeiten] Weblinks

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