Betreuungsassistent

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Ein Betreuungsassistent oder Alltagsbegleiter (in der Betreuungskräfte-Richtlinie als „zusätzliche Betreuungskraft“ und ansonsten mitunter auch als „Präsenzkraft“ bezeichnet) ist in der Betreuung von Personen mit demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen[1] tätig. Nicht zu verwechseln ist er mit dem Gesundheits- und Pflegeassistenten.

Ausbildung und Aufgaben[Bearbeiten]

Eine Qualifizierung zum Betreuungsassistent dauert vier bis sechs Monate und umfasst theoretische ebenso wie praktische Abschnitte. Die Ausbildung wird von privaten und kirchlichen Einrichtungen, oft in Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur, durchgeführt. Unterrichtsinhalte sind unter anderem Pflege, Betreuung und Hygiene. Es werden in der Betreuung aber zusätzlich auch angelernte Arbeitskräfte eingesetzt. Diese übernehmen dann aber keine pflegerischen Aufgaben, sondern sind hauptsächlich für hauswirtschaftliche Tätigkeiten sowie Beschäftigung und Aufgaben der Tagesstruktur zuständig.

Zur Qualifikation und zu den Aufgaben von zusätzlichen Betreuungskräften in Pflegeheimen hat der GKV-Spitzenverband der Pflegekassen nach § 87b Abs. 3 SGB XI[2] Richtlinien erlassen (Betreuungskräfte-Richtlinie vom 19. August 2008).[3] Eine klare Abgrenzung zwischen betreuender und pflegender Tätigkeit findet hier zwar nicht statt (§ 2 Abs. 1 Betreuungskräfte-Rl: „[...] Als Betreuungs- und Aktivierungsmaßnahmen kommen Maßnahmen und Tätigkeiten in Betracht, die das Wohlbefinden, den physischen Zustand oder die psychische Stimmung der betreuten Menschen positiv beeinflussen können.“), so dass z.B. Themen wie Essen anreichen und Toilettengänge von Einrichtung zu Einrichtung unterschiedlich gehandhabt werden. Jedoch lässt sich aus den in § 2 Abs. 2 genannten Beispielen („Malen und basteln, handwerkliche Arbeiten und leichte Gartenarbeiten, Haustiere füttern und pflegen“ etc.) eine klare Stoßrichtung ersehen, ebenso aus der Beschreibung der Aufgaben einer Betreuungskraft auf der Homepage des Bundesministeriums für Gesundheit: „[...] Es soll erreicht werden, dass den betroffenen Bewohnerinnen und Bewohnern bzw. Pflegegästen durch zusätzliche Betreuung und Aktivierung mehr Zuwendung und eine höhere Wertschätzung entgegen gebracht, mehr Austausch mit anderen Menschen und mehr Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft ermöglicht werden. Pflegerische Aufgaben gehören hingegen nicht zum Aufgabenbereich der zusätzlichen Betreuungskräfte. . [...]“.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Beruf existiert seit der deutschen Pflegereform des Jahres 2008. Durch die Schaffung von Betreuungsassistenten versprach sich die damalige Gesundheitsministerin Ulla Schmidt eine Linderung des zunehmenden Personalmangels in der Altenpflege und eine Verbesserung der Betreuung stationär Pflegebedürftiger durch zusätzliche Kräfte. Kritiker hingegen befürchteten Probleme durch eine zu geringe Qualifikation und niedrige Bezahlung.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sozialgesetzbuch (SGB), Elftes Buch (XI), § 45a Berechtigter Personenkreis. Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 23. Oktober 2012 (HTML).
  2. Sozialgesetzbuch (SGB), Elftes Buch (XI), § 87b Vergütungszuschläge für Pflegebedürftige mit erheblichem allgemeinem Betreuungsbedarf. Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 23. Oktober 2012 (HTML).
  3. Richtlinien nach § 87b Abs. 3 SGB XI zur Qualifikation und zu den Aufgaben von zusätzlichen Betreuungskräften in Pflegeheimen. GKV-Spitzenverband, abgerufen am 28. Mai 2014 (PDF; 28 kB).
  4. Glossarbegriff: Zusätzliche Betreuungskraft. Bundesministerium für Gesundheit, abgerufen am 28. Mai 2014 (HTML).