Almadraba

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Thunfischfang mit Bootshaken

Almadraba bezeichnet sowohl Fangeinrichtung als auch eine traditionelle Art des Thunfischfangs in Spanien. In Aufzeichnungen des 18. Jahrhunderts wird die spanische Bezeichnung “matanza” (deutsch: das Gemetzel) für den Fang und den Fangvorgang verwendet.[1] Unter der Bezeichnung Mattanza wird in ähnlicher Weise Thunfischfang in Sizilien betrieben.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Fangtechnik hat sich in den letzten tausend Jahren kaum verändert. Die Herzöge von Medina Sidonia erhielten im 12. Jahrhundert umfangreiche Fischereirechte zum Betrieb von Almadrabas an Atlantik und im Mittelmeer. Aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind aus Spanien etliche Verordnungen zur Regulierung der Almadrabas bekannt. [2] Im 21. Jahrhundert findet die Fangmethode immer seltener Anwendung, da der Thunfisch durch industrielle Überfischung vom Aussterben bedroht ist und die Fangergebnisse schon ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus wirtschaftlichen Gründen vielerorts zur Einstellung des Betriebs führten.

Fangmethode[Bearbeiten]

Hierfür verwenden die Fischer Stellnetze, die am Grund des Meeres mit Ankern befestigt werden und als Fischzaun wirken. Saison für die Almadraba ist das Frühjahr, insbesondere die Monate April und Mai.

Verbreitung[Bearbeiten]

Aus Aufzeichnungen[1] und teilweise erhaltenen Almadrabas lassen sich Orte nachweisen an denen diese Fangmethode praktiziert wurde. Der Fang nach dieser Methode wird noch in folgenden Orten der Region Andalusien ausgeübt: Cádiz, Chiclana de la Frontera, Conil de la Frontera, Barbate, Rota, Zahara de los Atunes, La Línea de la Concepción, Punta Umbria, Isla Cristina , Ceuta und Tarifa. Weitere Orte der Region Cartagena und der Provinz Alicante zählen ebenfalls zu den Fangorten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Cesáreo Fernández Duro, Almadrabas: reseña histórica de su empleo en las costas de España, Dias y Lopez, Madrid, 1866
  • David Florido del Corral, Las almadrabas andaluzas: entre el prestigio y el mercado, Sevilla, Padilla Libros Editores y Libreros. Vol. 1. 2006, Seiten 193-214. ISBN 978-84-8434-387-5

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Antonio Sañez Reguart, Diccionario Historico de Las Artes de la Pesca Nacional, Verlag Joaquin Ibarra, Madrid, 1791-1795, Band 1, Seiten 44 ff., Faksimile: ISBN 978-84-9761-600-3
  2. Genevieve Corwin, A bibliography of the tunas, “Contribution from the California State Fishery Laboratoriy”, Ausgabe 87, Seiten 11 ff.

Weblinks[Bearbeiten]