Alois Glück

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Alois Glück (2005)

Alois Glück (* 24. Januar 1940 in Hörzing, Gemeinde Traunwalchen) ist Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Glück ist verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder.

Leben[Bearbeiten]

Ausbildung[Bearbeiten]

Alois Glück wuchs auf einem Bauernhof in Hörzing, Landkreis Traunstein/Oberbayern mit zwei Schwestern auf. Der Vater war 1944 im Krieg gefallen. Ab 1957 arbeitete Alois Glück auf dem elterlichen Hof mit und übernahm mit 17 Jahren die Leitung des Bauernhofes. Er besuchte die Landwirtschaftsschule und ist gelernter Landwirt. Von 1964-1971 war er Landessekretär der Katholischen Landjugendbewegung Bayerns, er bildete sich in dieser Zeit zu den Themen Jugend- und Erwachsenenbildung sowie im Bereich Journalismus fort. Von 1966-1970 war Alois Glück freier Mitarbeiter bei diversen Rundfunksendern, unter anderem als ständiger freier Mitarbeiter beim Bayerischen Rundfunk. 1970 begann seine politische Laufbahn im Bayerischen Landtag.

Politische Laufbahn[Bearbeiten]

1970 wurde Alois Glück für die CSU in den Bayerischen Landtag gewählt. Die politischen Schwerpunkte seiner Arbeit lagen in der Sozialpolitik, mit besonderem Blick auf die Behindertenhilfe. Glück hatte im familiären Umfeld schon früh Erfahrungen mit Behinderung gemacht; seine ältere Schwester saß wegen Kinderlähmung im Rollstuhl, sein Sohn ist schwerstbehindert. In den Jahren 1974-1986 war er Vorsitzender des Parlamentsausschusses für Landesentwicklung und Umweltfragen. 1986 berief ihn Franz Josef Strauß zum Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen (bis 1988), seit 1988 führte er als Vorsitzender die CSU-Landtagsfraktion und von 1994 bis 2007 den CSU-Bezirksverband Oberbayern. Zudem war er Mitglied im Parteivorstand im Parteipräsidium und Vorsitzender der CSU Grundsatzkommission bis Herbst 2009. Im Jahr 2003 wurde er zum Landtagspräsidenten des Bayerischen Landtages gewählt. Zur Landtagswahl in Bayern 2008 stand er nicht mehr zur Wahl. Zum Zeitpunkt des Ausscheidens aus dem Landtag war er mit 38 Mandatsjahren der dienstälteste Parlamentarier in Deutschland.[1]

Im März 2011 berief Bundeskanzlerin Merkel Glück in eine neu geschaffene Ethikkommission für eine sichere Energieversorgung.[2]

Kirchliches Engagement[Bearbeiten]

Alois Glück gehört seit 1983 dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) an. Am 4. September 2009 nominierte ihn der Hauptausschuss des ZdK für das Amt des Präsidenten des ZdK,[3] nachdem der ursprünglich gewählte Heinz-Wilhelm Brockmann seine Kandidatur wegen der fehlenden Unterstützung der Deutschen Bischofskonferenz zurückgezogen hatte.[4] Am 20. November 2009 wurde er mit 169 von 189 Stimmen zum Nachfolger von Hans Joachim Meyer gewählt.[5] Seither lässt er seine Ämter bei dem in Teilen des Episkopats umstrittenen Verein Donum vitae ruhen, bleibt aber Mitglied.[6] Zudem war Alois Glück Mitglied im Präsidium des Ökumenischen Kirchentags in Berlin 2003 und Präsident des 2. Ökumenischen Kirchentags in München 2010. Der Katholikentagsleitung für den 99. Deutschen Katholikentag 2014 in Regensburg gehört Alois Glück in seiner Funktion als ZdK- Präsident an. Am 22. November 2013 wurde Alois Glück mit einer Mehrheit von 97% als Präsident des ZdK von der Vollversammlung wiedergewählt.[7]

Sonstiges Engagement[Bearbeiten]

Glück ist Vorsitzender der Bergwacht Bayern, des Fördervereins Caritas-Kinderdorf Irschenberg, des Freundeskreises Abtei Frauenwörth sowie stellvertretender Vorsitzender der Hanns-Seidel-Stiftung. Er ist außerdem Kuratoriumsmitglied der Eugen-Biser-Stiftung sowie des dem CVJM nahestehenden Vereins ProChrist. Seit März 2011 ist Glück Mitglied der Ethikkommission für sichere Energieversorgung, Glück ist außerdem Mitglied des Katholischen Männervereins Tuntenhausen.[8] Seit 2010 ist er Mitglied im Stiftungsrat der Deutschen Hospiz- und PalliativStiftung.

Politische Positionen[Bearbeiten]

Eigenverantwortung der Bürger und Solidarität der Gesellschaft[Bearbeiten]

Von Juli 1999 bis Dezember 2009 war Glück zusätzlich Vorsitzender der Grundsatzkommission der CSU. Als solcher trug er maßgeblich zur Erarbeitung strategischer Positionspapiere der CSU wie „Aktive Bürgergesellschaft“ und „Soziale Marktwirtschaft für das 21. Jahrhundert“ bei. Nach einem zweijährigen Erarbeitungsprozess unter der Federführung Glücks wurde 2007 das neue Grundsatzprogramm „Chancen für alle! In Freiheit und Verantwortung gemeinsam Zukunft gestalten“ verabschiedet. Gesellschaftliches Leitbild darin ist die „solidarische Leistungsgesellschaft“ als Modell, das Eigenverantwortung der Bürger und Solidarität der Gesellschaft miteinander verbindet.

Zulassung verheirateter Diakone zur Priesterweihe[Bearbeiten]

Vier Tage nach Aufnahme seines neuen Amtes als Vorsitzender des Zentralkomitees der Katholiken sprach sich Glück dafür aus, bewährte, verheiratete Diakone mit einer entsprechenden Fortbildung zur Priesterweihe zuzulassen.[9]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Alois Glück: Warum wir uns ändern müssen: Wege zu einer zukunftsfähigen Kultur. Herbig Verlag, München 2010, ISBN 978-3776626278
  • Alois Glück (Hrsg.): Solidarische Leistungsgesellschaft : eine Alternative zu Wohlfahrtsstaat und Ellbogengesellschaft, Freiburg im Breisgau, Basel, Wien : Herder 2006, ISBN 978-3-451-23014-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alois Glück – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerischer Landtag: Bilanz 15. Wahlperiode (2003 bis 2008), abgerufen am 8. August 2013
  2. Eine einfache Lösung gibt es nicht. domradio.de. 3. April 2011. Abgerufen am 28. September 2011.
  3. ZdK-Pressemeldung vom 4. September 2009.
  4. Tagesspiegel: Katholiken nominieren Alois Glück
  5. Meldung auf br-online.de
  6. Merkur online: „Glücks Opfer für die Laienarbeit“
  7. [1]
  8. vgl. z.B. Seehofer an allen Fronten, handelsblatt.com, 24. Oktober 2008.
  9. Focus:Katholische Kirche Mixa kämpft für den Zölibat
  10. Deutscher Hospiz- und PalliativVerband e.V. Abgerufen am 18. Mai 2012