Alonnisos

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Gemeinde Alonnisos
Δήμος Αλοννήσου (Αλόννησος)
Alonnisos (Griechenland)
Bluedot.svg
Basisdaten
Staat: Griechenland
Region: Thessalien
Regionalbezirk: Sporaden
Geographische Koordinaten: 39° 11′ N, 23° 54′ O39.18333333333323.9Koordinaten: 39° 11′ N, 23° 54′ O
Fläche: 129,607 km²
Einwohner: 2.750 (2011 [1])
Bevölkerungsdichte: 21,2 Ew./km²
Sitz: Patitiri
LAU-1-Code-Nr.: 430500
Gemeindebezirke: keinef7
Lokale Selbstverwaltung: keinef7f12f12
Website: www.alonissos.gov.gr/
Lage in der Region Thessalien
Datei:2011 Dimos Alonnisou.png

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Alonnisos (griechisch Αλόννησος (f. sg.)) ist eine griechische Insel der Nördlichen Sporaden. Zusammen mit drei bewohnten und zahlreichen umliegenden unbewohnten Inseln bildet Alonnisos eine Gemeinde in der griechischen Region Thessalien.

Lage[Bearbeiten]

Alonnisos liegt etwa 4 km östlich von Skopelos. Bei einer Länge von 20 km und einer Breite von etwa 4,5 km beträgt die Fläche der Insel 64,118 km². Damit ist Alonnisos die drittgrößte Insel der Nördlichen Sporaden. Die höchste Erhebung auf Alonnisos ist mit 475 m der Kouvouli, im Gemeindegebiet wird er von dem Gipfel der Insel Gioura mit 570 m übertroffen.

Geschichte[Bearbeiten]

Knochenfunde bei Kokkinokastro von prähistorischen Tieren und Menschen, sowie Werkzeugen wurden auf die Zeit um 100.000 v. Chr. datiert. Vermutlich war zu dieser Zeit Alonnisos über eine Landbrücke mit den westlichen Nachbarinseln und Thessalien verbunden. Jungsteinzeitliche Werkzeuge wurden im Inselinneren bei Kastraki entdeckt. Weitere Zeugnisse der Jungsteinzeit konnten auch auf heute unbewohnten Nachbarinseln wie Kyra Panagia nachgewiesen werden.

Die für Griechenland eher seltenen Zeugnisse aus dem Mesolithikum wurden auf der Insel Gioura zum ersten Mal auf einer Ägäisinsel nachgewiesen.[2]

Im 16. Jahrhundert v. Chr. hieß die Insel Ikos (Ίκος) und war kretische Kolonie. Die Kreter brachten den Anbau von Oliven und Wein auf die Insel. Zwischen dem 14. und 13. Jahrhundert v. Chr. wurde die Insel mykenische Kolonie.

Nachdem die Athener Flotte unter dem Kommando des Feldherren Kimon die Piraterie erfolgreich bekämpfte traten Ikos und die anderen Inseln der Nördlich Sporaden dem Attischen Seebund 476 v. Chr. bei. Der griechische Geograph Skylax berichtete im 5. Jahrhundert v. Chr. von den beiden Städten Kokkinokastro und dem alten Ort Alonnisos. Ikos war berühmt für die Weinerzeugung. Werkstätten für die Erzeugung von Amphoren konnten an verschieden Stellen der Insel nachgewiesen werden. Die Henkel der Amphoren waren mit der Aufschrift Ikion (Produkt aus Ikos) versehen. Deshalb konnte der Weinhandel bis zur Nordküste des Schwarzen Meeres und nach Alexandria nachgewiesen werden.

Die Insel wurde 190 v. Chr. von der römischen Flotte erobert.

Mit der Einnahme Konstantinopels im Zusammenhang mit dem Vierten Kreuzzug im März 1204. n. Chr. kam Ikos in den Machtbereich des neu gegründeten Lateinischen Kaiserreichs. Nach der Eroberung von Konstantinopel durch die Osmanen 1453 n. Chr. wurden die Insel venetianische Kolonie. Die osmanische Flotte unter dem Korsar und Kapitän Chaireddin Barbarossa eroberte 1538 n. Chr. die Insel.

Ihren heutigen Namen Alonnisos erhielt die Insel erst 1831. Im 16. Jahrhundert n. Chr. hieß sie Liadromia und später Chiliodromia.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Alonnisos wurde am 9. März 1965 von einem schweren Erdbeben mit der Stärke von 6,3 auf der Richter-Skala erschüttert: das Erdbeben kostete zwei Menschenleben, 85% der Häuser wurden zerstört.[3] Die Häuser im gleichnamigen Hauptort, auch Chora genannt, wurden stark beschädigt. Lediglich die dicken Häuserwände des festungsartig angelegten Dorfes blieben größtenteils stehen, die meisten Dächer stürzten aber ein. Viele Einwohner bauten ihre Häuser nicht wieder auf, sondern zogen um in den Hafenort Patitiri, der sich seitdem zu dem Verwaltungs- und Einkaufszentrum der Insel entwickelt hat. Von der Lage des zerstörten Dorfes auf etwa 250 m Höhe beeindruckt, kauften Ausländer die Ruinen auf und schufen daraus kleine Ferienhäuser.

Gemeinde Alonnisos[Bearbeiten]

Der Hafen von Patitiri

Nach der Volkszählung von 2011 [1] zählt die Gemeinde 2.750 Einwohner, die sich auf folgende Dörfer und Siedlungen verteilen. Die nach der Volkszählung bewohnten Inseln, sind inzwischen nicht mehr dauerhaft bewohnt.

  • Patitiri (Πατητήρι (n. sg.)), 1.628 Einwohner
  • Agios Petros (Άγιος Πέτρος (m. sg.)), 22 Einwohner
  • Alonnisos (Αλόννησος (f. sg.)), 208 Einwohner
  • Votsi (Βότση (f. sg.)), 473 Einwohner
  • Gerakas (Γέρακας (m. sg.)), 62 Einwohner
  • Isiomata (Ισιώματα (n. pl.)), 49 Einwohner
  • Kalamakia (Καλαμάκια (n. pl.)), 59 Einwohner
  • Marpounda (Μαρπούντα (n. pl.)), 59 Einwohner
  • Mourtero (Μουρτερό (n. sg.)), 48 Einwohner
  • Steni Vala (Στενή Βάλα (f. sg.)), 104 Einwohner

Bewohnt sind nach der Volkszählung 2011 ferner die Inseln Kyra Panagia (2 Einwohner), Peristera (30 Ew.) und Piperi (6 Ew.).

Die einzelnen Inseln[Bearbeiten]

Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google oder Bing
Name griechischer Name Fläche km² Lage
Alonnisos Αλόννησος (f. sg.) 064,1184 [4] 39° 13′ N, 23° 55′ O39.212305323.9103699
Psathoura
(Theousa)
Ψαθούρα (n. sg.)
(Θέουσα)
000,7633 [4] 39° 29′ 53″ N, 24° 10′ 49″ O39.497947724.1802216
Psathonisi
(Psathoropoula, Myga)
Ψαθονήσι (n. sg.)
(Ψαθουροπούλα, Μύγα, Μυίγα)
000,0210 [5] 39° 28′ 57″ N, 24° 10′ 53″ O39.482580424.1814661
Gioura Γιούρα (n. pl.) 011,0518 [4] 39° 23′ 41″ N, 24° 10′ 19″ O39.394683224.1718102
Drakoni 39° 23′ 48″ N, 24° 11′ 15″ O39.396623324.1875172
Piperi
(Avatos)
Πιπέρι (n. sg.)
(Άβατος)
004,2277 [4] 39° 21′ 7″ N, 24° 19′ 29″ O39.351887724.3247604
Pappous Παππούς (m. sg.) 000,0830 [5] 39° 21′ 13″ N, 24° 7′ 16″ O39.353546924.1209984
Strongylo
(Koumbi)
Στρογγυλό (n. sg.)
(Κουμπί)
000,0220 [5] 39° 21′ 0″ N, 24° 7′ 41″ O39.350095724.1280365
Prasso
(Grammeza, Gramiza)
Πράσσο Γιούρων 000,8430 [6] 39° 20′ 32″ N, 24° 8′ 18″ O39.342263424.1383362
Kyra Panagia Κυρά Παναγιά (f. sg.) 024,7600 [4] 39° 19′ 53″ N, 24° 4′ 16″ O39.331376424.0712166
Sfika Σφήκα (f. sg.) 000,0520 [5] 39° 21′ 35″ N, 24° 4′ 44″ O39.359851624.0789413
Melissa Μέλισσα 39° 17′ 33″ N, 24° 5′ 26″ O39.292394924.0906143
Kyra Κυρά (f. sg.) 39° 19′ 18″ N, 24° 3′ 19″ O39.321749224.0551662
Pelerissa
(Fagkrou)
Πελέρισσα
(Φαγκρού)
000,1740 [6] 39° 18′ 48″ N, 24° 2′ 17″ O39.313316124.0380001
Pelagonisi Πελαγονήσι (n. sg.) 39° 19′ 35″ N, 24° 2′ 29″ O39.326463424.0413904
Stavros
(Moro)
Σταυρός
(Μωρό)
39° 16′ 23″ N, 23° 59′ 21″ O39.273161823.9891195
Pedi Παιδί 39° 16′ 17″ N, 23° 59′ 5″ O39.271334523.9847851
Lechousa
(Lykorema, Lykorina)
Λέχουσα (f. sg.)
(Λυκόρεμα, Λυκουρίνα)
00,6885 [4] 39° 13′ 45″ N, 23° 59′ 57″ O39.229194823.999033
Peristera
(Aspro, Xero)
Περιστέρα (f. sg.)
(Άσπρο, Ξερό)
014,2546 [4] 39° 12′ 8″ N, 23° 58′ 54″ O39.202196223.9816093
Kokkinonisi Κοκκινονήσι (n. sg.) 39° 9′ 40″ N, 23° 54′ 16″ O39.161146323.9043832
Drakos 39° 8′ 19″ N, 23° 52′ 9″ O39.138515423.8692999
Barketa 39° 8′ 48″ N, 23° 59′ 57″ O39.146570223.9991188
Adelfopoulo
(Mikro Adelfi)
Αδελφόπουλο (n. sg.)
(Μικρό Αδέλφι)
000,3914 [4] 39° 7′ 33″ N, 23° 59′ 17″ O39.125699123.9880896
Adelfi
(Megalo Adelfi)
Αδέλφι (n. sg.)
(Μεγάλο Αδέλφι)
001,0267 [4] 39° 6′ 50″ N, 23° 58′ 49″ O39.113912723.9803648
Gaidouronisi Γαϊδουρονήσι (n. sg.) 39° 4′ 25″ N, 23° 57′ 22″ O39.073577623.9562035
Polyrichos Πολύριχος 39° 4′ 37″ N, 23° 57′ 18″ O39.07702823.955
Kasidis Κασίδης 39° 6′ 24″ N, 24° 5′ 31″ O39.106586824.0918374
Lachanou Λαχανού 000,0500 [5] 39° 6′ 17″ N, 24° 5′ 47″ O39.104605424.0963221
Polemika Πολεμικά 000,1140 [6] 39° 6′ 6″ N, 24° 6′ 2″ O39.101558224.1005707
Skantzoura Σκάντζουρα (n. pl.) 006,2288 [4] 39° 4′ 51″ N, 24° 6′ 37″ O39.080773724.1101837
Strongylo Skantzouras Στρογγυλό Σκάντζουρας (n. sg.) 39° 4′ 58″ N, 24° 5′ 11″ O39.082772424.0863228
Prasso Skantzouras Πράσσο Σκάντζουρας (n. sg.) 000,2620 [6] 39° 4′ 19″ N, 24° 5′ 45″ O39.071978424.0957642
39° 3′ 15″ N, 24° 4′ 59″ O39.054117924.0829325
Skandili Σκαντήλι (f. sg.) 000,2104 [4] 39° 2′ 56″ N, 24° 4′ 54″ O39.048985524.0816879
Korakas Κόρακας (n. sg.) 000,1204 [4] 39° 2′ 6″ N, 24° 3′ 42″ O39.035086224.0617323
Agios Georgios Άγιος Γεώργιος (m. sg.) 000,4170 [6] 39° 8′ 6″ N, 23° 48′ 5″ O39.134953723.8013649
Mikro
(Mikronisi)
Μικρό (n. sg.) 000,0810 [5] 39° 8′ 28″ N, 23° 48′ 35″ O39.141244823.809647
Stavros Σταυρός 39° 11′ 32″ N, 23° 51′ 55″ O39.192318523.8653517
Manolas Μανωλάς 000,0920[5] 39° 12′ 6″ N, 23° 51′ 46″ O39.201564323.862648

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1981 1.554 (Gemeinde)
1991 2.985 (Gemeinde), 264 (Alonissos), 1.846 (Patitiri)
2001 2.700 (Gemeinde)

Natur[Bearbeiten]

Der Boden der gebirgigen Insel besteht hauptsächlich aus Kalkstein. Auf ihm wachsen Fichten, Oliven, Feigen, Mandeln und Weinreben. An den wilden Stränden leben Robben und wilde Tauben.

Die Strände der Insel bestehen überwiegend aus grobem Kies und sind zumeist nur zu Fuß, mit einem Moped oder einem Boot zu erreichen. Das Ökosystem des Meeres an der Nordseite der Insel befindet sich in einem sehr guten Zustand. Vermutlich ist hier deswegen das seltenste Säugetier Europas, die Mönchsrobbe (Monachus-Monachus), heimisch. Um sie und andere Tiere zu schützen, wurde 1992 der Nationale Meerespark Alonnisos eröffnet.

Wissenswertes[Bearbeiten]

Auf Alonnisos befindet sich eine Lehranstalt für Homöopathie.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alonnisos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Ergebnisse der Volkszählung 2011 beim Nationalen Statistischen Dienst Griechenlands (ΕΛ.ΣΤΑΤ) (Excel-Dokument, 2,6 MB)
  2.  Cyprian Broodbank: An Island Archaeology of the Early Cyclades. Cambridge University Press, 2002, ISBN 0521528445, 9780521528443.Befestigte Siedlungen auf dem Balkan ... - Google Bücher Seite 115f, englisch
  3. Information des USGS über das Erdbeben vom 9. März 1965, englisch Historic Earthquakes
  4. a b c d e f g h i j k l Flora sporadum: Καταγραφή της χλωρίδας των Βορείων Σποράδων και οι μεταξύ τους φυτογεωγραφικές συνδέσεις, Universität Patras, 2006 PDF Online (5 MB), griechisch
  5. a b c d e f g Προσδιορισμός και χαρτογράφηση των ορνιθολογικά ευαίσθητων στα αιολικά πάρκα περιοχών της Ελλάδας, Ελληνική Ορνιθολογική Εταιρεία (Griechische Ornithologische Gesellschaft) PDF Online (1,883 MB), griechisch
  6. a b c d e  Charles Arnold (Hrsg.): Die Inseln des Mittelmeers. Ein einzigartiger und vollständiger Überblick. 2. Auflage. marebuchverlag, Hamburg 2008, ISBN 3-86648-096-2.