Alonso de Ercilla y Zúñiga

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Alonso de Ercilla y Zúñiga (1533-1594)

Alonso de Ercilla y Zúñiga (* 7. August 1533 in Madrid; † 29. November 1594 ebenda) war ein spanischer Edelmann, Soldat und Schriftsteller und gehört zu den herausragenden Vertretern der spanischen Literatur des Siglo de Oro. Als erster europäischer Dichter beschäftigte er sich in seinem Hauptwerk La Araucana mit der Thematik der Kolonialkriege auf dem neu entdeckten amerikanischen Kontinent und mit den dort lebenden indigenen Völkern und gilt daher gleichermaßen als Begründer der hispanoamerikanischen Literatur und „Erfinder“ des Indianerromans.

Leben[Bearbeiten]

Alonso de Ercilla stammte aus einem in Bermeo ansässigen biskaischen Adelsgeschlecht. Sein Vater Fortún García de Ercilla, der am spanischen Hof als königlicher Ratgeber tätig war, starb ein Jahr nach Alonsos Geburt, worauf seine Mutter Leonor de Zúñiga eine Stellung als Hofdame der Königin Isabella erhielt, der Ehefrau Karls V. (Karl I. von Spanien). Im Jahre 1548 trat Alonso als Page in den Dienst des Prinzen Philipp (des künftigen Königs Philipp II.) und erhielt unter der Leitung des Pagenpräfekten, des Latinisten Cristóbal Calvete de la Estrella, eine fundierte klassische Ausbildung, die neben der Lektüre der Literatur der Antike, etwa der Werke eines Vergil oder Lucan, sowie der damals hoch geschätzten Renaissance-Dichter wie Dante, Ariost und Boccaccio auch das Studium der Astronomie und der Astrologie einschloss. Hier lernte Alonso auch die Werke des spanischen Soldaten und Dichters Garcilaso de la Vega kennen, die ihn nachhaltig beeinflussten. Ab 1552 begleitete der junge Gentilhombre (Edelmann, „Gentleman“) den Kronprinzen Philipp auf Reisen nach Italien, Flandern, Wien und England, die seinen Bildungshorizont erweiterten. Er war auch bei der Hochzeit des Prinzen mit der englischen Königin Maria I. Tudor im Sommer 1554 in London zugegen. Bald darauf entschloss er sich, nach Amerika zu reisen, und kehrte zu diesem Zweck zunächst nach Spanien zurück, wo er sich 1555 der Expedition des Konquistadors Jerónimo de Alderete anschloss, der als designierter Gouverneur in das damalige Reino de Chile (das spätere Generalkapitanat Chile einschließlich Patagoniens und Feuerlands) aufbrach (allerdings auf der Reise starb).

Über Panama und Peru gelangte Alonso im Jahre 1557 als Mitglied der Expedition des neu ernannten Gouverneurs García Hurtado de Mendoza nach Chile, wo er den Auftrag erhielt, die Feldzüge seines Vorgesetzten zu beschreiben. Alonso de Ercilla nahm daraufhin als Soldat und Chronist an den Operationen der Spanier gegen die Mapuche-Indianer in Südchile in den Jahren 1557-58 teil. Nach eigenem Zeugnis notierte er seine Beobachtungen und Erlebnisse täglich auf Briefrückseiten, Lederresten und Baumrinden, wobei diese kriegstagebuchähnlichen Notizen auch bereits ganze Gedichtstrophen seines späteren Hauptwerkes enthalten haben sollen.[1] Der aus seinen Aufzeichnungen entstandene Roman La Araucana prangert die Gräueltaten der Konquistadoren und ihre Gier nach Gold und Macht an und bemüht sich um eine, wie Ercilla selbst beteuert, wahrheitsgemäße Darstellung.[2]

Denkmal für Alonso de Ercilla in Santiago de Chile

Zu Beginn der Kampagne errichteten die Spanier zunächst am Fluss Bío Bío ein Fort auf den Ruinen der im Vorjahr von den Indios zerstörten Stadt Concepción (nördlich des modernen Stadtzentrums auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Penco gelegen) und zogen dann unter blutigen Kämpfen nach Süden. Nach mehreren verlustreichen Gefechten gegen die zahlenmäßig weit überlegenen Mapuche unter ihrem Kriegshäuptling Caupolicán geriet der Vormarsch ins Stocken. Zwar konnte der indianische Anführer letztlich gefangen genommen und getötet werden und auch die Stadt Arauco wurde wieder besetzt, doch waren die Spanier nicht in der Lage, die weiter südlich errichteten Forts auf Dauer zu halten. Geschwächt erreichten die Soldaten im Februar 1558 die Insel Chiloé. Alonso beschreibt im XXXVI. Gesang der Araucana, wie er selbst „in einer kleinen, ausrangierten Schaluppe“ mit nur zehn Männern vor den übrigen Truppen als Erster auf der Insel ankommt, zu der es, wie er mit gewisser Genugtuung hinzufügt, „andere nicht geschafft haben“. Von hier aus traten die Reste der spanischen Verbände den Rückzug nach Norden an.

Nach einem Zwischenfall während der Feierlichkeiten anlässlich der Gründung der Stadt Osorno im März desselben Jahres, als Alonso vor den Augen seines Kommandanten García Hurtado die Fassung verloren und sich ein spontanes Duell mit einem verfeindeten Offizier geliefert hatte, fiel er beim Gouverneur in Ungnade und wurde zusammen mit seinem Kontrahenten zum Tode verurteilt, dann begnadigt und nach mehrmonatiger Haft Ende des Jahres 1558 nach Peru verbannt. Die Begnadigung wird der Fürsprache zweier Frauen zugeschrieben, die in der Nacht vor der geplanten Hinrichtung auf Betreiben der besorgten Bürgerschaft in das Haus des Gouverneurs eingedrungen und diesen dazu bewegt haben sollen, seinen harten Entschluss rückgängig zu machen. Eine dieser Lebensretterinnen war eine Indianerin, die Hurtado bekanntermaßen gefiel; sie soll der eigentliche Grund dafür sein, dass Alonso de Ercilla als Titelfigur für seinen Roman eine weibliche Gestalt gewählt hat.[3]

1562 kehrte Ercilla nach Spanien zurück und verfasste auf der Basis seiner Aufzeichnungen, Gesprächsprotokolle und Erinnerungen den ersten Teil seines epischen Versromans La Araucana („Die Araukanerin“), den er Philipp II. widmete und 1569 auf eigene Kosten veröffentlichte. Die zweite Auflage erschien 1574 in Salamanca.

Alonso de Ercilla unternahm verschiedene Reisen durch Frankreich, Italien, Deutschland, Böhmen und Ungarn und heiratete im Jahre 1570 die aus wohlhabender Familie stammende María de Bazán, deren Reize und Tugenden er an mehreren Stellen seines Gedichts rühmt. Mit dieser Verbindung erlangte der Schriftsteller eine gewisse wirtschaftliche Unabhängigkeit. Das Paar ließ sich in Madrid nieder, wo Ercilla an den Fortsetzungen seines von Anfang an sehr erfolgreichen Romans arbeitete. 1578 bzw. 1589 publizierte er den zweiten und dritten Teil des Werkes; 1590 wurde der Roman erstmals als Ganzes in Madrid herausgegeben.

In Anerkennung seines großen Erfolgs wurde Don Alonso 1571 zum Ritter des königlichen Ordens von Santiago erhoben. Als solcher nahm er 1578 im Auftrag des Königs an einer diplomatischen Mission in Saragossa teil. Eine Zeit lang diente er als Kammerherr bei Kaiser Rudolf II., kehrte jedoch spätestens 1580 nach Madrid zurück. Seit 1580 war er als Buchzensor für die Krone von Kastilien tätig und nahm damit eine bedeutende Position im damaligen Literaturbetrieb ein. 1580-82 nahm er ebenso wie der 14 Jahre jüngere Miguel de Cervantes als Soldat an den Kriegszügen Spaniens nach Portugal und auf die Azoren teil, weshalb manche Forscher vermuten, dass sich die beiden Autoren persönlich gekannt haben könnten.

Obwohl sich Ercilla zeitlebens über seine ärmlichen Lebensverhältnisse beschwert und mehrmals seiner Enttäuschung darüber Ausdruck verliehen hatte, dass ihm der König keine einträglichere Karriere im Staatsdienst ermöglichte, hinterließ er bei seinem Tod eine ansehnliche Summe Geldes. Er starb 1594 kinderlos in seinem Madrider Domizil.

Hauptwerk „La Araucana“[Bearbeiten]

Ercilla spricht mit Tegualda (Illustration aus der 1884 in Madrid erschienenen Edición ilustrada der Araucana). Im XX. und XXI. Gesang berichtet der Dichter von seiner Begegnung mit der Indianerin Tegualda, die nachts auf dem Schlachtfeld verzweifelt die Leiche ihres erst seit Monatsfrist mit ihr vermählten Gatten Crepino sucht. Ercilla lässt sich die Geschichte ihrer Liebe von ihr erzählen, hilft ihr bei der Suche nach dem Toten und lässt sie danach unbehelligt mit dem Leichnam ihres Mannes ziehen. Die Episode ist ein bekanntes Beispiel für die Schilderungen des Leids indianischer Kriegerwitwen in Ercillas Werk.[4]

Cervantes nennt den Roman La Araucana in dem 1605 erschienenen ersten Teil seines eigenen Hauptwerks Don Quijote an erster Stelle unter den „drei besten Versromanen in kastilischer Sprache“, die er als „Glanzstücke der Dichtung Spaniens“ bezeichnet[5][6]. Die balladenartige Dichtung im Stil der Renaissance ist in der Modegattung der damaligen Zeit abgefasst, dem so genannten „heroischen Epos“ in achtzeiligen Stanzen (octavas reales). Der Autor stellt insbesondere den Heldenmut der Araukaner (damalige Bezeichnung für die Mapuche) heraus und spart nicht an zum Teil satirisch verbrämter Kritik am Verhalten der europäischen Eroberer. Als Titelfigur gilt zumeist Fresia, die Frau des Kriegshäuptlings Caupolicán, der 1558 auf dem Feldzug von den Spaniern gefangen genommen und grausam gepfählt worden war. Vor allem dieser Häuptling wird in Ercillas Werk zum Prototyp des „edlen Wilden“ stilisiert, ein Motiv, das in der späteren Literaturgeschichte geradezu klassisch werden sollte und als dessen Schöpfer Ercilla gelten kann.[7]

Im Mittelpunkt des aus 15 Gesängen bestehenden ersten Teils der Reimchronik, in dem sich Ercilla im Wesentlichen um eine informative Darstellung bemüht, steht die Geschichte der „Provinz Chile“ und ihrer Bewohner sowie die realitätsnahe Schilderung der Kämpfe mit den spanischen Eroberern unter Pedro de Valdivia, Francisco de Villagra und Pedro de Villagra bis zum Tod des araukanischen Kriegshäuptlings Lautaro im Frühjahr 1557. Die Beschreibung der Ereignisse beruht auf den Erlebnissen des Autors und den Gesprächen, die er in Peru mit älteren Kameraden und Veteranen geführt hatte. Er berichtet in der Vorgeschichte zunächst von der Ankunft der Spanier in Chile und beschreibt die Sitten, die Kriegskunst und den Charakter der dort ansässigen Ureinwohner. Anschließend schildert er die blutigen Kämpfe des Arauco-Krieges und flicht die Erzählung der Taten und des Schicksals Lautaros, Caupolicáns und der übrigen Hauptfiguren in die Darstellung ein.

Im zweiten und dritten Teil des Romans, in denen auch die späteren Ereignisse verarbeitet werden, die Alonso selbst als Soldat miterlebt hatte, wird die historische Darstellung im Stil eines Augenzeugenberichts wieder aufgenommen, mit romantischen Visionen und anderen dichterischen Handlungselementen angereichert und um Schilderungen diverser anderer zeitgenössischer Ereignisse wie der Schlacht bei Saint-Quentin (1557), der Seeschlacht von Lepanto (1571) oder der Kriegserklärung Spaniens an Portugal (1580) ergänzt. Dabei fließen auch rechtsphilosophische und theologische Reflexionen ein, in denen sich der Autor mit der Lehre des Francisco Suárez und der Schule von Salamanca über den „gerechten Krieg“ auseinandersetzt. Besonders ins Auge fällt der Kontrast zwischen Ercillas glorifizierenden Schilderungen der europäischen Kriegserfolge Spaniens, die dem Leser als ethisch gerechtfertigt und ehrenhaft vor Augen geführt werden, und den jeweils unmittelbar anschließenden Darstellungen unbeschreiblicher Gräuel und Ungerechtigkeiten, die von den Spaniern im grausamen Kampf gegen die (von Ercilla als „Verteidiger ihres Landes“[8] bezeichneten) Indianer verübt wurden und die der Dichter als „Überschreitung der für Christen zulässigen Grenzen“[9] tadelt. Damit ruft er das Bild einer im neuen Kontext des Kolonialkrieges an ihren eigenen Idealen scheiternden Großmacht hervor.[10]

Auffällig ist auch das Fehlen einer echten Hauptperson, deren Geschichte erzählt wird. Daher sprach die Literaturwissenschaft auch von dem „Rätsel der Araucana“: ein episches Gedicht ohne Protagonisten. Der chilenische Historiker Diego Barros Arana (1830−1907) hielt das Werk Ercillas deswegen eher für eine Chronik als einen Roman und wollte es als historische Quelle ernstnehmen. Dem chilenischen Dichter Fernando Alegría (1918−2005) zufolge lässt sich das „Rätsel“ auflösen, indem man die eigentlichen Protagonisten des Versromans in den beiden Kollektiven erkennt, die sich in erbittertem und tödlichen Kampf gegenüberstehen, den Spaniern und den Araukanern.[11] Michael Rössner[12] zufolge lässt sich Ercillas Renaissance-Heldenepos als ein erster Versuch begreifen, Amerika zu „europäisieren“ und die Conquista vor der Folie der antiken Iliassage zu beschreiben.

Aufgrund seiner Biografie und der Thematik seiner Dichtung gilt Alonso de Ercilla neben Pablo Neruda, der in seinem Werk mehrfach auf ihn Bezug nimmt[13][14], auch als Nationaldichter Chiles.[15] Verwiesen wird in diesem Zusammenhang auch darauf, alle drei Teile des Werkes seien zwar in Spanien niedergeschrieben und veröffentlicht worden, beruhten aber nach eigenem Zeugnis des Verfassers großteils auf minuziösen Tagebuchaufzeichnungen Ercillas, die dieser während seines Aufenthalts auf chilenischem Boden verfasst habe.[11] Bis heute gern zitiert werden die Verse, mit denen er zu Beginn des ersten Teils seines Werkes den Furcht und Respekt einflößenden Ruf der kriegerischen Indianer Chiles besingt:

                                           Übersetzung (Horst Pérez)
                                           -------------------------
 Chile, fértil provincia y señalada        Chile, das edle und fruchtbare Land,
 en la región Antártica famosa,            in der berühmten Antarktis gelegen,
 de remotas naciones respetada             von fernen Nationen respektvoll genannt:
 por fuerte, principal y poderosa;         Macht, Stärke, Bedeutung sind ihm gegeben.
 la gente que produce es tan granada,      Ein Volk wie Granaten bringt es hervor,
 tan soberbia, gallarda y belicosa,        so aufsässig, kriegstoll und ungezwungen,
 que no ha sido por rey jamás regida       denn niemals beherrschte ein Fürst es zuvor
 ni a extranjero dominio sometida.         noch hat je ein Fremder es niedergerungen.[16]

Rezeption und Adaption[Bearbeiten]

Die Araucana inspirierte nachfolgende Autoren zu einer ganzen Reihe späterer Conquista-Heldenepen, die bis ins 17. Jahrhundert hinein entstanden. Am bekanntesten ist das 1596 in Lima erschienene, aus 19 Gesängen bestehende rhetorische Gedicht Arauco Domado („Gezähmter Araukaner“) des bereits in der Neuen Welt geborenen chilenischen Dichters Pedro de Oña (1570-1643), das zur Kolonialliteratur gehört und in bewusstem Gegensatz zur Vorlage die gewaltsame Unterwerfung („Zähmung“) der Eingeborenen, die Oña als gerechte Bestrafung für die Untaten der von ihm als abstoßende Wilde geschilderten Aufständischen begreift, rechtfertigt und verherrlicht (sein Gedicht entstand als Auftragswerk für den peruanischen Vizekönig García Hurtado de Mendoza, der mit seiner Darstellung in Ercillas Roman unzufrieden war und eine Revision wünschte). Oñas Werk fällt zudem durch ein neuartiges Reimschema sowie zahlreiche erotische Konnotationen auf, die an Pastoraldichtungen erinnern, wie sie als Topos auch bereits bei Ercilla erkennbar sind, hier jedoch in unterhaltender Absicht stark ausgebreitet werden (etwa in einer Liebesszene zwischen Caupolicán und Fresia im Badehaus).[17]

Eine von dem spanischen Dichter Diego de Santisteban verfasste und aus zwei zusätzlichen Teilen bestehende Fortsetzung von Ercillas Epos unter dem Titel La Araucana, quarta y quinta parte („Die Araucana, vierter und fünfter Teil“) wurde 1597 in Salamanca veröffentlicht und 1733 mit dem Originalwerk zusammen herausgegeben. Ercillas Gedicht erlebte in der Folge zahlreiche Neudrucke und fand als 12. Band in der ab 1846 herausgegebenen nationalliterarischen Textsammlung Biblioteca de Autores Españoles (BAE) Aufnahme. Eine Übersetzung des Versepos ins Deutsche besorgte der Sprachwissenschaftler und Übersetzer Christian Martin Winterling (1800-1884);[18] sie erschien 1831 in zwei Bänden in Nürnberg. In den 1960er Jahren gab der in Kanada lebende Literatur- und Militariasammler Horst Pérez mehrere selbst angefertigte deutsche Übersetzungen einzelner Gesänge im Eigenverlag heraus.

Werke[Bearbeiten]

Kritische Ausgabe des spanischen Originaltextes[Bearbeiten]

  • La Araucana. Herausgegeben von Isaías Lerner. Ediciones Cátedra Madrid 1993, 2005 (TB 4. Aufl.), ISBN 84-376-1151-2 (kritische Studienausgabe mit einer literaturhistorischen Einführung und fortlaufender Kommentierung auf Spanisch)

Deutsche Übersetzung[Bearbeiten]

  • Die Araucana, aus dem spanischen des Don Alonso de Ercilla zum ersten Male übersetzt. Deutsch von Christian Martin Winterling. Nürnberg 1831 (Die Übersetzung des Epos ist nicht ganz vollständig, da Winterling in jedem Gesang mehrere Strophen kommentarlos wegfallen lässt. Sie ist online als Digitalisat verfügbar: Band 1, Band 2)

Online-Versionen des spanischen Originaltextes[Bearbeiten]

  • La Araucana bei wikisource: transkribierter Text des Gesamtwerks (Teile I, II und III)
  • La Araucana in der Biblioteca Virtual Miguel de Cervantes: diverse elektronisch erfasste Werkausgaben als Faksimile oder Digitalisate konsultierbar
  • La Araucana in der Bibliothek des Nationalkongresses von Chile: transkribierter Text des Gesamtwerks (Teile I, II und III) als Hypertext mit erläuternden Anmerkungen sowie Faksimile einer seltenen Ausgabe von Teil I des Werkes (2. Auflage, 1574) im PDF-Format

Sekundärliteratur[Bearbeiten]

  • Barbara Held: Studien zur Araucana des Don Alonso de Ercilla: Vorstellungen zu Recht, Staat und Geschichte in epischer Form. Haag und Herchen, Frankfurt 1983, ISBN 3-88129-672-7
  • Werner Huber: La Araucana. In: Kindlers neues Literatur-Lexikon. Band 5. S. 248 f.
  • Hugo Montes Brunet: Alonso de Ercilla y Zúñiga. In: Gran Enciclopedia Rialp. Madrid 1991 (Lexikonartikel in spanischer Sprache)
  • Frank Pierce: Alonso de Ercilla y Zúñiga. Editions Rodopi, Amsterdam 1984, ISBN 90-6203-965-0 (englisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alonso de Ercilla y Zúñiga – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Memoria Chilena (Digitalisierungsprojekt der chilenischen Staatsbibliotheken): Alonso de Ercilla y Zúñiga (1533-1594) (Biographische Einleitung), abgerufen im Mai 2013. –– Ob die Behauptung Ercillas, seine Aufzeichnungen hätten bereits fertig gedichtete Strophen enthalten (wie er es z. B. bzgl. der Episode von seiner Ankunft auf Chiloé im XXXVI. Gesang sagt), zutrifft oder nur dazu diente, seinem Werk nachträglich noch mehr Authentizität zu verleihen, ist allerdings umstritten. Sicher ist, dass er umfangreiches schriftliches Material benutzte und die Handlung seiner Dichtung nicht völlig frei aus dem Gedächtnis rekonstruierte.
  2. „Literatur und Geschichtsschreibung stehen in Lateinamerika immer schon in enger Beziehung zueinander. Historiographische Werke wie die crónicas des 16. Jh. gelten heute als der Beginn der lateinamerikanischen Literatur.“ (Walter Bruno Berg: Literatur der Andenländer: Brüche und Aufbrüche. In: Michael Rössner (Hrsg.): Lateinamerikanische Literaturgeschichte. Metzler, Stuttgart/Weimar 1995, ISBN 3-476-01202-6, S. 445-465)
  3. Über die Frage, in welcher Beziehung diese Frau zu Ercilla stand und ob es sich möglicherweise um dieselbe, von Ercilla „Fresia“ genannte Kriegerfrau handelt, die dem Roman zufolge ein kleines Kind mit Caupolicán hatte, das sie unmittelbar vor dessen Hinrichtung aus schierer Wut und Verzweiflung vor den Augen des Vaters an einem Felsen zerschmetterte, ist häufig spekuliert worden. Unabhängig von dieser historisch wenig wahrscheinlichen und nicht näher aufzuklärenden Vermutung ist jedenfalls bemerkenswert, wie oft und intensiv Ercilla in seiner Darstellung auf das Leid der Mapuche-Frauen eingeht, deren Männer im Kampf gefallen oder von den Konquistadoren ermordet worden waren.
  4. Vgl. Francisco Ramírez: Conquista, raza y religión en el episodio de Tegualda: cantos XX y XXI de La Araucana („Eroberung, Rasse und Religion in der Episode der Tegualda: XX. und XXI. Gesang von La Araucana“). In: Revista Chilena de Literatura, Nr. 74 (2009), S. 251–265.
  5. „Rufo's ,Austriade', Virues' ,Monserrate' und Ercilla's (geb. 1533) ,Araucana' (deutsch von Winterling, 1831) bezeichnet Cervantes als die trefflichsten epischen Werke in castilianischer Sprache.“ (Karl Friedrich Merleker: Musologie. Systematische Übersicht des Entwickelungsganges der Sprachen. Leipzig 1857, S. 230)
  6. Im 6. Kapitel des Ersten Buches von Don Quixote heißt es: Que me place, respondió el barbero; y aquí vienen tres todos juntos: La Araucana de Don Alonso de Ercilla, La Austríada de Juan Rufo, jurado de Córdoba, y El Montserrat de Cristóbal de Virués, poeta valenciano.- Todos estos tres libros, dijo el cura, son los mejores que en verso heróico en lengua castellana están escritos, y pueden competir con los más famosos de Italia; guárdense como las más ricas prendas de poesía que tiene España. (In der Übersetzung von Ludwig Braunfels: »Einverstanden«, antwortete der Barbier. »Und hier kommen drei miteinander: Die Araucana von Don Alonso de Ercilla, Die Austríada von Juan Rufo, dem Stadtrat zu Córdoba, und Der Monserrate von dem valencianischen Dichter Christóbal de Virués.« - »Alle diese drei Bücher«, sagte der Pfarrer, »sind die besten, die in achtzeiligen Stanzen in spanischer Sprache geschrieben sind, und können sich mit den berühmtesten Italiens messen; sie sollen aufbewahrt werden als die reichsten Pfänder der Dichtkunst, die Spanien besitzt.«).
  7. Vgl. Sirinya Pakditawan: Die stereotypisierende Indianerdarstellung und deren Modifizierung im Werk James Fenimore Coopers. Dissertation an der Universität Hamburg, März 2008, S. 44 ff. (PDF; 4,29 MB)
  8. La Araucana XXVI, 8d
  9. La Araucana XXVI, 7a-b
  10. Vgl. Ricardo Padrón: Spacious Word: Cartography, Literature, and Empire in Early Modern Spain. University of Chicago Press, Chicago 2004. S. 200–203.
  11. a b Vgl. Memoria Chilena: Alonso de Ercilla y Zúñiga: La Araucana (Einleitung). Abgerufen im Mai 2013.
  12. Vgl. Michael Rössner: Die hispanoamerikanische Literatur. In: Kindlers neues Literatur-Lexikon (CD-ROM-Ausgabe, 2000).
  13. Vgl. María Maluenda: Neruda y Arauco. Santiago de Chile 1998, S. 57 ff.
  14. Vgl. Memoria Chilena: Alonso de Ercilla y Zúñiga (1533-1594) - Palabras a Alonso de Ercilla (Zitate und Dokumente). Abgerufen im Mai 2013.
  15. „Kurioserweise gilt La Araucana, obschon es die Siege und Niederlagen der Spanier gegen die Mapuches lyrisch dokumentiert, als chilenisches Nationalepos.“ (Gerhard Drekonja-Kornat: Frontier - Frontera. Von den Schwierigkeiten eines Vergleichs zwischen Nord und Süd in Amerika. In: Thomas Fröschl, Margarete Grandner & Birgitta Bader-Zaa (Hrsg.): Nordamerikastudien. Historische und literaturwissenschaftliche Forschungen aus österreichischen Universitäten zu den Vereinigten Staaten und Kanada. Verlag für Geschichte und Politik, Wien 2000, ISBN 3-7028-0364-5, S. 353)
  16. In Winterlings 1831 entstandener Übersetzung (die das Reimschema genauer imitiert, aber weniger textgetreu ist) lautet die Strophe:
    Verbreitet durch des Südens Regionen
    Ist Chili ein berühmt und fruchtbar Land,
    Gefürchtet und gescheut von allen Nationen,
    Da es im Kriege stets die Oberhand
    Behielt. Die Leute, die dieß schöne Land bewohnen,
    Sind als hoffärtig, stolz und kriegerisch bekannt,
    Da keinem König sie Gehorsam je bezeigten,
    Noch unter fremdes Joch den Nacken beugten.
  17. Memoria Chilena: Pedro de Oña: Arauco Domado, abgerufen im Mai 2013.
  18. Der aus Schwarzenbach an der Saale stammende Winterling lehrte ab 1823 bis zu seinem Tod neuere Sprachen und Literatur in Erlangen (zunächst als Privatdozent und ab 1834 als außerordentlicher Professor) und war ein zu seiner Zeit prominentes Mitglied des Pegnesischen Blumenordens.