Alpen-Leinblatt

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Alpen-Leinblatt
Alpen-Leinblatt (Thesium alpinum)

Alpen-Leinblatt (Thesium alpinum)

Systematik
Ordnung: Sandelholzartige (Santalales)
Familie: Sandelholzgewächse (Santalaceae)
Tribus: Thesieae
Untertribus: Thesiinae
Gattung: Leinblatt (Thesium)
Art: Alpen-Leinblatt
Wissenschaftlicher Name
Thesium alpinum
L.

Das Alpen-Leinblatt (Thesium alpinum), auch Alpen-Bergflachs oder Alpen-Vermeinkraut genannt, ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Sandelholzgewächse (Santalaceae) gehört.

Beschreibung[Bearbeiten]

Das Alpen-Leinblatt ist eine krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 10 und 20 Zentimeter erreicht, selten bis 50 Zentimeter. Am kantigen Stängel sind die Blätter wechselständig angeordnet. Die Knospe des Seitentriebes scheint auf die Blattfläche hinaus verschoben zu sein, das nennt man Rekauleszenz. Die ungestielten, einnervigen, spitzen und schmal linealischen Laubblätter werden bis zu 4 Zentimeter lang.

In einer schmalen, einseitswendigen, Traube sind die Blüten angeordnet. Die radiärsymmetrischen Blüten sind zwittrig. Das innen weiße, außen grüne Perigon ist meist vierzipflig, es kann aber auch drei- oder fünfzipflig sein. Ein Perigonzipfel wird hierbei zwischen 2 und 4 Millimeter lang. Der Fruchtknoten ist unterständig. Es werden kleine Nüsse gebildet.

Blütezeit ist von Juni bis Juli.

Ökologie[Bearbeiten]

Die Früchte des Alpen-Leinblatts werden durch Ameisen verbreitet.[1]

Neben der Bestäubung durch Insekten spielt wahrscheinlich die Selbstbestäubung eine gleichwertige Rolle, vor allem, wenn zur Blütezeit das Wetter überwiegend schlecht ist.[1]

Örtlich wird die Pflanze – meist mäßig häufig – von dem Rostpilz Puccinia mougeotii befallen, der nur auf dieser Art anzutreffen ist.[1]

Vorkommen[Bearbeiten]

Das Alpen-Leinblatt kommt in den Gebirgen Mittel- und Südeuropas vor, sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich auch nördlich bis Südschweden und West-Russland und östlich bis Kleinasien und den Kaukasus.[2]

Insgesamt ist die Art in Mitteleuropa sehr selten; sie kommt dort an ihren Standorten meist in kleinen, lockeren und eher in individuenarmen Beständen vor.[1]

Es besiedelt sowohl Blaugras-Rasen als auch Borstgras-Rasen in Höhen zwischen 1000 und 2000 m; seltener geht es tiefer (z. B. im Alpenvorland im Bereich der Flusstäler, wo es mit Hochwässern herabgeschwemmt wird). Vereinzelt kommt es auch in Mittelgebirgen vor (z. B. im Schwarzwald im Feldberggebiet und am Belchen, sowie im Harz).[1]

Das Alpen-Leinblatt benötigt einigermaßen basenreichen, eher stickstoffarmen, humosen und lockeren, steinigen Lehmboden in alpinem Klima.[1]

Taxonomie[Bearbeiten]

Der wissenschaftliche Name Thesium alpinum wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum erstveröffentlicht.[3]

Besonderheit[Bearbeiten]

Diese Art hat Polytänchromosomen.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.
  •  Xaver Finkenzeller, Jürke Grau: Alpenblumen. Erkennen und bestimmen (= Steinbachs Naturführer). Mosaik, München 2002, ISBN 3-576-11482-3.
  •  Oskar Angerer, Thomas Muer: Alpenpflanzen (= Ulmer Naturführer). Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2004, ISBN 3-8001-3374-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f  Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas. 2. Auflage. Band 3: Nachtkerzengewächse bis Rötegewächse, Franckh-Kosmos, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-08048-X, S. 144.
  2.  Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 4: Spezieller Teil (Spermatophyta, Unterklasse Rosidae): Haloragaceae bis Apiaceae, Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1992, ISBN 3-8001-3315-6, S. 69–70.
  3. Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 205 (Digitalisat).
  4. Peter von Sengbusch: Botanik online - die Internetlehre. Endosperm; frühe Embryonalstadien; Samenbildung. Hamburg 2003, (online), Zugriff am 20. November 2011.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alpen-Leinblatt – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Bilder: