Renault Alpine A310

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Renault
Renault Alpine A310.jpg
Alpine A310
Hersteller: Alpine
Produktionszeitraum: 1971–1985
Klasse: Sportwagen
Karosserieversionen: Coupé
Motoren: Ottomotoren:
1,6–2,7 l
(70–110 kW)
Länge: 4.180–4.250 mm
Breite: 1.640–1.650 mm
Höhe: 1.145–1.150 mm
Radstand: 2.270 mm
Leergewicht: 840-1040 kg
Vorgängermodell: Renault Alpine A110
Nachfolgemodell: Renault Alpine GTA

Die Renault Alpine A310 ist ein französischer Sportwagen, der zwischen Sommer 1971 und Anfang 1985 in einer Stückzahl von ca. 12.000 Exemplaren hergestellt wurde. Vorgänger war die Alpine A110, Nachfolger die Alpine GTA (D500/D501).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Entwicklung

Renault Alpine
Seitenflanke

1968 begann Jean Rédélé, der Gründer und Inhaber der Firma Renault Alpine, mit der Planung für den Nachfolger der A110.

Nach Porsche-Vorbild sollte ein „2+2-Sitzer“ entstehen, der einen V6-Motor erhalten sollte. Bei der Vorstellung 1971 gab es die Alpine A310 zunächst als Vierzylinder; der V6 erschien erst nach fünf Jahren Entwicklungsarbeit.

Die Form des A310 geht in den Grundzügen auf den britischen Designer Trevor Fiore zurück. Fiore war seit den späten 1960er Jahren freier Mitarbeiter der italienischen Carrozzeria Fissore, die unter anderem die Karosserien für den Schweizer Sportwagenhersteller Monteverdi herstellte. Es wird weithin angenommen, dass Peter Monteverdi, Inhaber des Basler Unternehmens, Fiores Entwurf aufgriff und daraus seinen eigenen Mittelmotorsportwagen namens Hai 450 gestaltete. Daraus erklärt sich die grundsätzliche Ähnlichkeit der Linien des Alpine zu denen des (früher präsentierten) Monteverdi[1].

Die Karosserie des Alpine soll im Detail in der Wohnung von Rédélé unter Mitwirkung von Roger Prieur und Renault-Mann Michel Beligond entwickelt worden sein, weil das alte Werk in der Avenue Pasteur zu klein geworden, das neue Werk im Industriegebiet von Dieppe aber noch nicht ganz fertig war. Als bewährte Komponenten flossen in die Entwicklung ein:

  • der Zentralrohrrahmen der A110 samt Aufhängung
  • bewährte Heckantriebstechnik von Renault (R8 und R10)
  • Radstand des 2+2-Sitzers aus der A110 GT 4

[Bearbeiten] Vierzylinder

Mit der Fertigstellung des neuen Werkes im Sommer 1971 begann die Fertigung der A310. Der Wagen erhielt den 1,6-Liter-Motor des Renault 16 TS, der mit seinem „Querstrom-Zylinderkopf“ 115 PS leistete und standardgemäß im Heck verbaut wurde. Der Verkauf lief schleppend, da die A110 weiterhin (bis 1977) produziert wurde, aber auch, weil die A310 mit einem Verkaufspreis von 31.975 DM deutlich teurer war als die europäische Konkurrenz.

1973 bekam die A310 eine Leistungssteigerung durch den Einbau einer elektronischen Einspritzanlage (aus dem Renault 17). Als A310 SI leistete sie nun 124 PS. Aber der Absatz ging weiter zurück. Nach 658 Exemplaren im Jahr 1973, waren es 1974 nur 344 und 1975 noch 306. Um den Absatz zu erhöhen wurde 1976 eine schwächere Version A310 SX (mit 95 PS) auf den Markt gebracht, die sich 329-mal verkaufte. Von den verschiedenen Vierzylinderversionen der A310 wurden rund 2.340 Exemplare gefertigt.

[Bearbeiten] Sechszylinder

Renault Alpine V6

1976 war die Entwicklung des V6-Motors abgeschlossen und die ersten 140 Exemplare der A310 V6 verließen das Werk in Dieppe. Wegen der damaligen Energie- bzw. Ölkrise wurde der als Achtzylinder konzipierte Motor auf 6 Zylinder „gekürzt“. Der dadurch bedingte unrunde Lauf des Motors konnte in späteren Versionen durch Modifikationen an der Kurbelwelle korrigiert werden. Der 2664 cm³ große V6-PRV-Motor, eine Gemeinschaftsentwicklung von Peugeot, Renault, Volvo (daher PRV-Motor) leistete in der Alpine 150 PS. Mit 9276 Exemplaren, die von 1976 bis 1985 gebaut wurden, war die A310 V6 deutlich erfolgreicher als ihr vierzylindriger Vorgänger. Dieser Vollaluminiummotor wurde in einem eigenen Werk in Douvrin bis 1998 gebaut.

Im Jahr 1980 erfolgte eine umfassende Modellpflege, bei der die schmalen Gummistoßstangen vorne und hinten durch große Kunststoffstoßstangen ersetzt wurden. Gleichzeitig wurden die Dreiloch-Felgen durch die aus dem Renault 5 Turbo stammenden TRX-Räder mit Turbinendesign und Vierloch-Felgen ersetzt. Die neue Achskonstruktion entsprach somit des R5 Turbo. Diese Modifikationen wurden von Robert Opron betreut, einem französischen Designer, der seinerzeit für Renault tätig war. Opron hatte zuvor bei Citroën gearbeitet und hatte dort das Design der DS mit verglasten Frontscheinwerfern sowie den Citroën SM gestaltet. Die Scheinwerfer in der Alpine stammen allerdings vom Peugeot 504 ab.

Im Jahr 1983 gab es dann eine verbreiterte Sonderversion, die in Frankreich als A310 GT-Pack und in Deutschland als A310 S offeriert wurde. Dieses Modell wurde in den Jahren 1982 bis 1984 gebaut und hat eine eingetragene Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h.[2]

Cockpit

[Bearbeiten] Produktion

A310 4 ZYL. PRODUKTION
1971 : 301 Exemplare
1972 : 402 Exemplare
1973 : 658 Exemplare
1974 : 344 Exemplare
1975 : 306 Exemplare
1976 : 329 Exemplare
TOTAL : 2 340 Exemplare
A310 V6 PRODUKTION
1976 : 140 Exemplare
1977 : 1 220 Exemplare
1978 : 1 216 Exemplare
1979 : 1 381 Exemplare
1980 : 1 138 Exemplare
1981 : 1 284 Exemplare
1982 : 1 095 Exemplare
1983 : 1 139 Exemplare
1984 : 663 Exemplare
TOTAL : 9 276 Exemplare

[Bearbeiten] Seriennummer

1971....4 Zyl. Vergaser......1600 VE......................001 to 0010
1972....4 Zyl. Vergaser......1600 VE....................0011 to 0550
1973....4 Zyl. Vergaser......1600 VE....................0551 to 1200
1974....4 Zyl.injection..........1600 VF.................21185 to 21750
1975....4 Zyl.injection..........1600 VF.................21751 to 22016
1976....4 Zyl.injection..........1600 VF.................22017 to 22137
1976....4 Zyl. einf.Verg.....1600 VG.................40000 to 40386

1977....V6..........................2700 VA.................43015 to 43795
1978....V6..........................2700 VA.................43796 to 45089
1979....V6..........................2700 VA
1979....V6 GR IV................2700 VA.................45090 to 46355
1980....V6..........................2700 VA.................46356 to 47683
1981....V6..........................2700 VA.................47710 to 48847
1982....V6..........................2700 VA.................48848 to 49960
1983....V6..........................2700 VA
1983....V6 GT.....................2700 VAA...............49961 to 52093
1984....V6..........................2700 VA
1984....V6 GT.....................2700 VAA...............E0000001 to E0001781
1985....V6..........................2700 VA
1985....V6 GT.....................2700 VAA...............F0000324 to F0001874

[Bearbeiten] Identifizierung des Produktions-Land

100 Frankreich
101 Belgien
102 Italien
103 Niederlande
120 Deutschland
123 Schweiz
267 Spanien
203 Mexiko
267 Portugal

[Bearbeiten] Literatur

  • Frédérick Lhospied: Alpine Renault A310, Boulogne, [ISBN 2726884520]
  • Bernard Sara, Gilles Labrouche: Alpine. La passion bleue. E-T-A-I (Antony) 2011. ISBN 978-2-7268-9549-8
  • Oldtimer Markt, 11/2004, Seite 8 - 16
  • Wolfgang Blaube: Hai Live. In: Oldtimer Markt 2/2006. (Dokumentation über den Monteverdi Hai 450 SS mit Bezügen zum Alpine A310)
  • Ulrich Bethscheider-Kieser, Mike Riedner (Hrsg.): Autos die Geschichte machten. Renault Alpine. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1991, ISBN 9783613014077, S. 156, DNB 911285024.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Oldtimer Markt, Heft 2/2006, S. 10 ff.
  2. Rhombus 3/2011; Seiten 17–27
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