Alsdorf

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Alsdorf in der Städteregion Aachen in Nordrhein-Westfalen, für weitere Bedeutungen von Alsdorf siehe Alsdorf (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Alsdorf
Alsdorf
Deutschlandkarte, Position der Stadt Alsdorf hervorgehoben
50.8833333333336.1666666666667163Koordinaten: 50° 53′ N, 6° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Städteregion Aachen
Höhe: 163 m ü. NHN
Fläche: 31,67 km²
Einwohner: 46.326 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1463 Einwohner je km²
Postleitzahl: 52477
Vorwahl: 02404
Kfz-Kennzeichen: AC, MON
Gemeindeschlüssel: 05 3 34 004
Stadtgliederung: 16 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hubertusstraße 17
52477 Alsdorf
Webpräsenz: www.alsdorf.de
Bürgermeister: Alfred Sonders (SPD)
Lage der Stadt Alsdorf in der Städteregion Aachen
Belgien Niederlande Kreis Düren Kreis Euskirchen Kreis Heinsberg Aachen Alsdorf Baesweiler Eschweiler Herzogenrath Monschau Roetgen Simmerath Stolberg (Rheinland) WürselenKarte
Über dieses Bild

Alsdorf [ˈalsdɔɐ̯f] ist eine mittlere regionsangehörige Stadt und ein Mittelzentrum in der nordrhein-westfälischen Städteregion Aachen. Bis Ende des 20. Jahrhunderts war Alsdorf eine ausgesprochene Bergbaustadt, konnte seine Struktur aber inzwischen auf Dienstleistungsunternehmen ändern und verfügt über eine große Stadthalle, ein Kinozentrum, ein Bergbaumuseum und einen Tierpark.

Geografie[Bearbeiten]

Alsdorf liegt in der Nähe des Dreiländerecks Deutschland/Belgien/Niederlande im äußersten Westen der Bundesrepublik Deutschland. Nachbargemeinden sind, im Uhrzeigersinn und im Norden beginnend, Baesweiler, Aldenhoven, Eschweiler, Würselen, Herzogenrath und Übach-Palenberg. Alsdorf gehört zum Nordkreis Aachen.

Gewässer[Bearbeiten]

  • Begauer Fließ
  • Broicher Bach
  • Euchener Bach
  • Hoengener Fließ
  • Merzbach
  • Schaufenberger Fließ
  • Siefengraben

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Alsdorf besteht aus folgenden 16 Ortsteilen:

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste geschichtliche Erwähnung fand der Ortsname Alsdorf im Jahre 1191 in einer kirchlichen Urkunde unter dem Namen „alstorp“.

Bis 1789 gehörte Alsdorf zum Herzogtum Limburg der Österreichischen Niederlande. Die heutigen östlichen Stadtteile Hoengen, Schaufenberg und Warden gehörten zum Oberamt Jülich und Ofden zum jülicher Amt Wilhelmstein. Diese Teilung setzte sich bei den Franzosen fort: 1813 gehörte die Mairie Alsdorf zum Kanton Rolduc im Département Meuse inferieure (Untere Maas), während die drei Mairien Hoengen, Bardenberg (mit Duffesheide und Reifeld) und Broich (mit Ofden und Hof Kellersberg) zum Kanton Eschweiler und die Mairie Setterich (mit Bettendorf und Schaufenberg) zum Kanton Linnich – beide Département de la Roer (Rur) gehörten.

1818 wurden in Preußen Kreise und Regierungsbezirke gebildet, und das heutige Alsdorfer Gebiet lag zum ersten Mal vollständig in einer Verwaltungseinheit: dem Regierungsbezirk Aachen. Aber die heutigen Stadtteile waren auf verschiedene Bürgermeistereien und Kreise verteilt. Bettendorf und Schaufenberg gehörten zur Bürgermeisterei Setterich, dann zu Siersdorf, dann wieder zu Setterich im Kreis Jülich. Die übrigen gehörten zu verschiedenen Gemeinden im damaligen Landkreis Aachen: Alsdorf, Bardenberg, Broichweiden und Hoengen. Von 1927 bis in die 1950er Jahre gehört Alsdorf zum Arbeitsamtbezirk Eschweiler.

In Alsdorf befand sich die Grube Anna des Eschweiler Bergwerks-Vereins. Am 21. Oktober 1930 ereignete sich das schwere Grubenunglück von Alsdorf mit 271 Toten. Die Kohleförderung wurde Ende 1983 eingestellt.

1950 erhält Alsdorf die Stadtrechte.[2] Von 1968 bis 1970 fanden in Alsdorf Prozesssitzungen zum Contergan-Skandal statt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden auf Grund von § 4 des Aachen-Gesetzes Alsdorf, Bettendorf und Hoengen zur neuen Stadt Alsdorf zusammengeschlossen sowie weitere kleinere Gebietsänderungen vorgenommen.[3] Hoengen schlug im Vorfeld den alternativen Namen „Broichtal“ für die neue Stadt vor. Ferner kam Hoengen vom Bereich des Amtsgerichtes Eschweiler an das Amtsgericht Aachen.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[4]
Wahlbeteiligung: 50,5 % (2004: 54,2 %)
 %
50
40
30
20
10
0
41,4 %
29,4 %
8,2 %
6,3 %
5,8 %
4,5 %
4,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   8
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+6,5 %p
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+0,5 %p
+1,3 %p
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-3,7 %p
+4,3 %p
Partei  % Sitze im Rat
SPD 41,4 16
CDU 29,4 6 (11)1)
ABU 5 (—)1)
GRÜNE 8,2 3
FDP 6,3 2
FWA 5,8 2
REP 4,5 2
LINKE 4,3 22)

Stand: Kommunalwahl vom 30. August 2009

1) Der CDU standen aus einem Stimmanteil von 29,4 % rechnerisch 11 Sitze im Stadtrat zu. 5 Ratsmitglieder der CDU gründeten kurz nach der Wahl eine eigene Partei und sitzen nun als ABU (Alsdorfer Bürger Union) im Stadtrat.
2) Mit dem Mandatsverzicht von Frank Thyssen hat sich die LINKE-Fraktion aufgelöst.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt Alsdorf pflegt Städtepartnerschaften mit:[5]

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Die Stadt Alsdorf führt ein Stadtwappen, eine Stadtflagge und ein Dienstsiegel.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold (Gelb) ein blauer Balken belegt mit einem goldenen (gelben) schrägliegenden Seeblatt; oben gekreuzt ein blauer Schlägel und ein blauer Hammer und ein steigender blauer Löwe; im Schildfuß der gleiche steigende blaue Löwe. “

Das Wappen geht auf ein Siegel des Goswin von Ailstorp aus dem Jahre 1439 zurück. Es wurde 1936 vom Düsseldorfer Heraldiker Wolfgang Pagenstecher entworfen, welcher Goswin fälschlicherweiser für einen Alsdorfer hielt und am 14. August 1936 vom Oberpräsidenten in Koblenz genehmigt. Die Farben sind frei erfunden; die frühere Gemeinde glaubte, es seien die Limburgschen. Das Seerosenblatt erinnert an die ehemalige Wasserburg bei Alsdorf; Hammer und Schlägel stehen für den früheren Bergbau und der Löwe soll der Limburger sein, zu dem die Gegend bis 1866 gehörte.[6]

[Bearbeiten]

Beschreibung des Banners: „Geteilt in Blau und Gelb im Verhältnis 1:1.“ Die Hauptsatzung gibt keine Beschreibung des Banners. Tatsächlich werden Banner ohne Wappen gezeigt.

Beschreibung der Flagge: „Die Flagge zeigt die Farben Blau und Gelb im Verhältnis 1 : 1 quergestreift, in der Mitte der Wappenschild der Stadt.“ Die Hauptsatzung gibt folgende völlig unzureichende Flaggenbeschreibung:„Die Stadtfarben sind blau-gold geteilt.“ Die Flagge wird auch ohne Wappen gezeigt.[7] [8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Alsdorf (Stadtmitte)[Bearbeiten]

Burg Alsdorf

Blumenrath[Bearbeiten]

  • Blumenrather Kreuz
  • Europahauptschule Johann Heinrich Pestalozzi
  • Siedlung Blumenrath (Werkssiedlung)

Kellersberg[Bearbeiten]

  • Kellersberger Mühle
  • Wappenstein mit der Jahreszahl 1724 in der Tormauer des Kellersberger Hofs (stammt von dem abgebrannten Schloss Kellersberg)

Mariadorf[Bearbeiten]

  • ehemaliger Bahnhof Mariagrube
  • Kirche St. Mariae Empfängnis
  • Realschule Marienschule
  • Europahauptschule J.H. Pestalozzi
  • Kreuzschule Querstraße
  • Glück-Auf-Park mit Bergmannsdenkmal
  • Ehrenmal
  • Krähendenkmal Marienstraße
  • Seilscheibe Eschweilerstraße
  • Bärbelchen am Dreieck
  • Altes Rathaus
  • Bushof
  • Broicher Mühle

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Lange Zeit war Steinkohlebergbau der Kern der Alsdorfer Wirtschaft. Die letzte Zeche wurde in den 1990er Jahren geschlossen. Daneben entstanden Firmen, die entweder die Nähe zur RWTH Aachen nutzten, oder den günstigen Standort nahe der Grenzen zu Belgien und den Niederlanden als Vorteil sahen.

Größter Arbeitgeber am Ort ist die Cinram GmbH mit etwa 1200 Mitarbeitern im Ortsteil Schaufenberg. Im Spritzgussverfahren werden hier täglich bis zu 2 Millionen DVDs, Blu-rays und CDs hergestellt, verpackt und an namhafte Kunden hauptsächlich in Europa ausgeliefert. Das 1975 von Warner Music gegründete Presswerk wurde im Jahre 2003 von der kanadischen Aktiengesellschaft Cinram International übernommen. Es beliefert unter anderem namhafte Plattenfirmen und Medienkonzerne wie Warner Music, 20th Century Fox und Universal Pictures.

Verkehr[Bearbeiten]

euregiobahn an der Bahnstation in Alsdorf-Annapark

Es besteht eine direkte Anbindung an die Bundesautobahnen 44 (AS „Alsdorf“) und 4/E 40 (AS „Eschweiler-West“).

Alsdorf gehört zum Stammgebiet „Herzogenrath/Alsdorf/Würselen“ im Aachener Verkehrsverbund AVV und ist per Bus mit allen Nachbarorten verbunden. Haupthaltestellen sind „Alsdorf-Annapark“ und „Mariadorf Dreieck“. Seit dem 11. Dezember 2005 ist Alsdorf wieder über die Eisenbahn zu erreichen: Über die Euregiobahn-Haltepunkte „Alsdorf-Annapark“ und Alsdorf-Busch, sowie seit Dezember 2011 auch Alsdorf-Poststraße, Alsdorf-Mariadorf und Alsdorf-Kellersberg, ist Alsdorf mit Merkstein, Herzogenrath und Aachen verbunden. Die nächsten DB-Bahnhöfe sind „Eschweiler Hbf“ an der Strecke Köln-Düren-Aachen und „Herzogenrath“ an der Strecke Aachen–Geilenkirchen–Mönchengladbach. Siehe auch: Bahnstrecke Stolberg–Herzogenrath.

Neben der engen Einbindung in das regionale Radwegenetz in NRW führt die Wasserburgen-Route durch die Stadt. Sie verbindet über 524 km mehr als 130 Burgen am Rand der Eifel und in der Kölner Bucht.

Bildung[Bearbeiten]

In Alsdorf sind sämtliche Schularten vertreten. Es gibt ein Gymnasium, zwei Realschulen, eine Gesamtschule, eine Hauptschule, eine Schule für Lernbehinderte, zehn Grundschulen sowie eine Berufsbildende Schule. Die Europa-Hauptschule im Stadtteil Blumenrath, früher GHS-Johann-Heinrich-Pestalozzi, beteiligt sich am Comenius-Programm der Europäischen Union. In diesen Projekt, das von Schülern der Schulen bearbeitet wird, wird eine Partnerschaft mit der Europa-Hauptschule im österreichischen Leoben und einer Schule aus dem schwedischen Karlskoga aufgebaut. Die Schule in Blumenrath hat 400 bis 500 Schüler.

Es gibt 20 Kindergärten bzw. Kindertagesstätten, bei über der Hälfte ist die Kirche der Träger.

In Kooperation mit den Städten Baesweiler, Herzogenrath und Würselen betreibt Alsdorf eine Volkshochschule.

Medizinische Versorgung[Bearbeiten]

Alsdorf verfügt über eine Psychiatrische Tagesklinik. Die nächsten Krankenhäuser sind das Medizinische Zentrum Kreis Aachen in Würselen und Bardenberg und das St.-Antonius-Hospital Eschweiler.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt Alsdorf

  • Wilhelm Roelen (* 8. Juli 1889 in Mariadorf; † 22. Mai 1958 in Mülheim an der Ruhr auf Schloss Styrum) (deutscher Bergbaufachmann und Unternehmer)
  • Wienand Ungermann (* 27. August 1895 in Alsdorf; † 24. Juni 1969 in Übach-Palenberg) (Landrat des Landkreises Aachen)
  • Peter Heinrich Keulers (* 15. März 1896 in Alsdorf; † 30. August 1963 in Hiltrup) (Journalist und Schriftsteller)
  • Hubert Leclaire (* 30. Mai 1906 in Mariadorf; † unbekannt) deutscher Polizist, SS-Sturmscharführer, Mitarbeiter der Politischen Abteilung des KZ Buchenwald
  • Herbert Zimmermann (Reporter) (* 29. November 1917 in Alsdorf; † 16. Dezember 1966 in Hamburg) (Reporter der legendären Radioreportage des Endspiels der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in Bern)
  • Hubert Dellwing (* 25. September 1918, in Schaufenberg † 6. Juni 1980 in Alsdorf) (SPD-Landtagsabgeordneter)
  • Ludwig Schaffrath (* 13. Juli 1924 in Alsdorf; † 6. Februar 2011 in Würselen) (Bildhauer und Maler, Ehrenbürger der Stadt Alsdorf)
  • Hans Vorpeil (* 26. Februar 1937 in Alsdorf) (SPD-Landtagsabgeordneter)
  • Matthias Juchem (Opernsänger)
  • Hans Berger (* 28. Februar 1938 in Alsdorf) (Bergmann, Honorarprofessor an der Fachhochschule Georg Acricola, Vorsitzender der IG Bergbau und Energie 1991–1997, SPD-Bundestagsabgeordneter 1990–1998, Präsident Internationaler Berg- und Chemiearbeiteverband 1995–1999)
  • Helmut Brandt (* 24. Oktober 1950 in Bardenberg) (CDU-Bundestagsabgeordneter)
  • Hans-Peter Lehnhoff (* 12. Juli 1963 in Alsdorf) (ehem. Fußballprofi, unter anderem 1. FC Köln, Bayer 04 Leverkusen)
  • Ralf Souquet (* 29. November 1968 in Hoengen) (Billard-Weltmeister & Goldmedaillengewinner World Games)
  • Torsten Frings (* 22. November 1976 in Würselen) (Fußball-Nationalspieler)

Persönlichkeiten, die mit der Stadt Alsdorf in Verbindung stehen

  • Kurt Koblitz (* 27. September 1916; † 13. Oktober 1979 in Alsdorf) (SPD-Bundestagsabgeordneter)
  • Hans Ferner (* 23. Dezember 1928 in Malbergweich (Kreis Bitburg-Prüm); † 3. Oktober 1982 in Alsdorf) (SPD-Landtagsabgeordneter)

Literatur[Bearbeiten]

  • Albert Kraemer, neu bearb. von Friedrich Schmitz: Alsdorf. Geschichte einer Stadt. Alsdorf 1971.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. Stadt Alsdorf – Aus der Geschichte vom 7. September 2010 (PDF; 809 kB)
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 305.
  4. http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2009/Gem_raete/c354004kw0900.html
  5. Partnerstädte. Website der Stadt Alsdorf, abgerufen am 4. Februar 2014.
  6. Das Wappen von Alsdorf. Abgerufen am 10. Februar 2014 (PDF; 107 kB).
  7. Flagge der Stadt Alsdorf. Abgerufen am 10. Februar 2014.
  8. Hauptsatzung der Stadt Alsdorf, § 2. Abgerufen am 10. Februar 2014 (PDF; 31 kB).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien