Alstädten-Burbach

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Alstädten-Burbach ist ein Stadtteil von Hürth im Rhein-Erft-Kreis. Die historisch betrachtet getrennten Orte Alstädten und Burbach sind in der Neuzeit zu einer Einheit zusammengewachsen und werden nun als ein Ort betrachtet. Alstädten-Burbach hat 3664 Einwohner (Hauptwohnsitz, Stand: 30. April 2013).

Sankt Maria am Brunnen, Alstädten-Burbach
Baudenkmal Wegekapelle

Geschichte von Alstädten[Bearbeiten]

Alstädten, am Villehang gelegen, wird erstmals 1185 urkundlich erwähnt. In der Nähe lagen die Pescher Höfe, und es ist anzunehmen, dass der Ort als Ansiedlung von Kleinbauern bei diesen großen Höfen entstand. Unter französischer Herrschaft gehörten Atstädten mit Knapsack zum Kanton Brühl, seit 1846 zur Gemeinde Hürth in der Bürgermeisterei Hürth. Von den Pescher Höfen wurde auf dem Pescher Werk vom Gutsbesitzer Rolshofen in bäuerlicher Manier Braunkohle abgebaut und zu Klütten geformt und getrocknet. Eine offizielle Konzession bekam er 1824. [1]Die Grube hatte aber keinen langen Bestand. Sie wurde nach 1965 mit dem Feld Theresia bis zu den Knapsacker Werken restlos ausgekohlt. Auch die Straße nach (Alt-)Hürth wurde dabei abgebaggert und die Bewohner innerhalb des Ortes an den Fuß des Alstädter Berges umgesiedelt . [2]
(→ Hauptartikel Braunkohle in Hürth)

Geschichte von Burbach[Bearbeiten]

Burbach wird erstmals 1233 in der Stiftungsurkunde des Klosters Burbach urkundlich erwähnt, ist aber natürlich sehr viel älter. Der Ort liegt am Villehang im Tal des Burbachs (oder Bornbach, später Stotzheimer Bach), der drei Mühlen betrieb. Der Ort war lange geteilt. Der nördlich gelegene Teil gehörte zur Herrlichkeit Gleuel, der südliche zum kurkölnischen Amt Lechenich. Erst der Einmarsch der Franzosen 1794 während der Koalitionskriege beendete diesen Zustand. Nach der kommunalen Neuordnung unter den Franzosen (1798) gehörte Burbach zum Kanton Brühl und zur Mairie, unter den Preußen ab 1815 zur Bürgermeisterei Hürth. Innerhalb dieser bildete er bis 1845 eine eigene Gemeinde. 1845 hatte Burbach 226 Einwohner. Der Ort war schul- und kirchenrechtlich Gleuel zugeordnet. Seit 1846 gehörte Burbach mit Sielsdorf und sechs kleineren Wohnplätzen auch verwaltungsmäßig zur Gemeinde Gleuel. In der Nähe der Quelle des Baches lag das 1233 gegründete Zisterzienserinnenkloster Marienbrunn, im Volksmund Kloster Burbach genannt, welches während der Säkularisation aufgelöst wurde und von dem noch einzelne Gebäude erhalten sind. Heute hat hier am Otto-Maigler-See der Schwimmklub Hürth seinen Sitz.

Zusammenschluss zu Hürth[Bearbeiten]

1930 wurden beide Orte Ortsteile der Großgemeinde seit 1978 Stadt Hürth.

Eine Kirche[Bearbeiten]

Als sich abzeichnete, dass die Alstädter Straße zum Kirchort (Alt-)Hürth mit den zugehörigen Häusern abgebaggert werden sollte, begannen 1952 Überlegungen zu einer neuen Kirche für beide Orte. 1954 wurde ein Kirchbauverein gegründet. 1959 wurde der Grundstein, ein Stein des Kölner Doms, für den von Hans Pörkert entworfenen Kirchbau gelegt, der dann am 25. September 1960 durch den Knapsacker Dechant Josef Krings geweiht wurde. Gleichzeitig wurde mit Urkunde des Erzbistum Köln vom 1. Juli 1959 mit Unterschrift von Josef Kardinal Frings die neue Kirchengemeinde errichtet. Auch das Gebiet des ehemaligen Klosters wurde von Berrenrath her umgepfarrt. Zum Komplex gehören noch eine Pfarrbücherei (1964) und ein Jugendheim/Gemeindezentrum (1969). Die Orgel baute die Kölner Werkstatt Seifert. Der Name der Kirche (Patrozinium), St. Maria am Brunnen, und der Gemeinde wurde vom Kloster übernommen. Dass Traditionen lange haften, wird dadurch deutlich, dass auch nach 50 Jahren Zugehörigkeit zur neuen Gemeinde einige Burbacher immer noch lieber nach Gleuel zur Kirche gingen[3] Seit 1993 ist die Gemeinde mit Gleuel und Stotzheim zu einem Seelsorgebereich und seit 2003 zu einem Pfarrverband zusammengeschlossen [4]

Lebensmittelmarkt 100 Jahre[Bearbeiten]

Trotz fußläufiger Entfernung zum Einkaufszentrum Hürth Park hat sich das Lebensmittelgeschäft Löcher am Beginn der Theresiastraße halten können. Es wird von der 2013 neunzigjährig gewordenen Inhaberin Sophia Löcher und ihrer Tochter geführt. 2011 konnte das Geschäft 100-jähriges Bestehen feiern.[5]

Politik[Bearbeiten]

Ratsmitglied für Alstädten-Burbach ist Peter Prinz (CDU), der auch Ortsvorsteher ist. [6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schulen/Sport[Bearbeiten]

  • Carl-Orff-Gemeinschaftsgrundschule, Jabachstr. 4
  • Sport und Freizeit am Otto-Maigler See, oberhalb des Ortes

Vereine[Bearbeiten]

  • Vereinigte Väter von Alstädten
  • Väter Frauen
  • Dorfgemeinschaft Alstädten-Burbach
  • Tradition Burbach 1850 e.V.
  • Burbacher Geissböcke

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alstädten-Burbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Liste der Gruben 1812 und der Konzessionen nach 1812 bei Fritz Wündisch: Von Klütten und Briketts Brühl, ³1982 S. 44 f und 185 ff, Karte mit Gruben von 1831 in Walter Buschmann, Norbert Gilson, Barbara Rinn: Braunkohlenbergbau im Rheinland, hg. vom LVR und MBV-NRW,Wernersche VerlGes. Worms 2008, S. 40
  2. Buschmann et alii, S. 122, 246 u. 376
  3. Abschnitt Die neueren Pfarrgemeinden in Klemens Klug: Hürth. wie es war, wie es wurde, Köln o.J.(1962), S.85 ff und Birgit Lehmann: Jubiläum, vor 50 Jahren bekamen die Alstädter ihre Kirche Kölner Stadtanzeiger, Rhein-Erft, vom 21. September 2010, S. 32 (im August 2012 nicht mehr online)
  4. Web-Seite der Gemeinde (Zugriff 21. September 2010)
  5. in der Stadtillustrierten 360-Grad Hürth online (9/2012 S. 7)
  6. nach Webseite Stadt Hürth 2014

50.8819444444446.8561111111111Koordinaten: 50° 53′ N, 6° 51′ O