Alt St. Alban

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Restaurierte Straßenfront, April 2010
Alt St. Alban, Mai 2009
Skulptur „Trauerndes Elternpaar“ (1954)
Kriegsgefangenenmahnmal. Inschrift: „Noch warten Kriegsgefangene auf ihre Heimkehr“

Alt St. Alban ist eines der ältesten romanischen Kirchengebäude Kölns.

Geschichte[Bearbeiten]

Urkundlich wurde St. Alban erstmals 1172 erwähnt. Sie wurde im Mittelalter wiederholt umgebaut und 1668–72 durch Baumeister Arnold Gülich [1] als Hallenkirche neu gestaltet. Der Turm, worin sich die St.-Bruder-Konrad-Kapelle befindet, stammt aus dem Jahr 1494, die Fassade aus dem Jahr 1896.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche bis auf den Turm stark zerstört. Danach wurde sie lediglich gesichert, aber nicht wieder aufgebaut. Sichtbar sind noch die Pfeiler und Joche der Halle und Apsiden mit den Fensteröffnungen; Fenster und Dächer fehlen. Die einzige und St. Alban gewidmete Bronzeglocke des Johann von Andernach von 1507 [2] des ursprünglich vierstimmigen Geläutes blieb von der Beschlagnahme 1943 verschont und ist erhalten. Nach verschiedenen Verwendungen in Kölner Kirchen tut sie seit 2008 ihren Dienst als Angelusglocke in St. Gereon.[3]

Am 23. Dezember 1954 erteilte Kardinal Frings die Genehmigung zur Profanierung zu profanen aber nicht schmutzigen Zwecken, so dass in den Ruinen eine Gedenkstätte für die Toten der Weltkriege errichtet werden konnte.[4]

Die Bruder Konrad-Kapelle im Erdgeschoss des Turms wurde im Oktober 1960 fertiggestellt und 1964 geweiht, Ausmahlungen sind von Peter Hecker, Glasfenster von Will Thonett. Die Mondsichelmadonna aus der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts, die zwischenzeitlich im Dom stand, hat seit 2007 wieder ihren Platz der von der Stadt mit Hilfe der Imhoff-Stiftung und des Landes bis 2007 restaurierten Kapelle in St. Alban.[5]

Für eine neue Pfarrkirche wurde der Gemeinde ein Grundstück in Köln-Neustadt-Nord angeboten, auf dem nach Plänen von Hans Schilling aus Trümmerziegeln 1957–1959 Neu St. Alban gebaut wurde.

Da noch keine Ausgrabungen in und um St. Alban durchgeführt wurden, kann nicht viel zur Baugeschichte gesagt werden.

Lage[Bearbeiten]

Der Eingang liegt im Westen an der Straße Quatermarkt. An die Ruine ist nach dem Krieg im Süden und Osten das Treppenhaus und das Foyer des Gürzenich angebaut worden. Im Norden grenzt seit 2001 das Wallraf-Richartz-Museum an, dessen Panoramafenster im Stiftersaal die Kirche mit einbezieht.

Die Ruine ist nicht öffentlich zugänglich, die Mahnmale sind aber durch Gittertore sichtbar.

Gedenkstätte[Bearbeiten]

Die Gedenkstätte wurde am 21. Mai 1959 im Beisein vom Bundespräsidenten Theodor Heuss, Kölner Oberbürgermeister Theo Burauen, Hans Kollwitz, Ewald Mataré, Baumeister Karl Band sowie vielen weiteren Würdenträgern eingeweiht.[4]

Im Inneren steht eine Kopie der Skulptur „Trauerndes Elternpaar“ aus dem Jahr 1954, die Ewald Mataré 1953 als Auftragsarbeit erhielt, den Auftrag jedoch an seine beiden Meisterschüler Joseph Beuys und Erwin Heerich weitergab, wobei Heerich die Mutter und Beuys den Vater anfertigte.[4]. Das Original von Käthe Kollwitz stand früher auf dem deutschen Soldatenfriedhof Eesen, jetzt steht es auf dem deutschen Soldatenfriedhof Vladslo in Flandern/Belgien.

Außerdem befindet sich ein Kriegsgefangenen-Mahnmal im vorderen rechten Bereich.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Colonia Romanica, Kölner Kirchen und ihre Ausstattung in Renaissamce und Barok , Band 2, Seite 107,Verlag Greven, Köln
  2. Jörg Poettgen: 700 Jahre Glockenguss in Köln, S. 255
  3. Glocke bei stgereon.de
  4. a b c  Hannelore Fischer (Hrsg.): vKäthe Kollwitz. Die trauernden Eltern. Ein Mahnmal für den Frieden. Dumont, Köln 1999, S. 125-129.
  5. [tt_news=51&cHash=3c618ed32217d9e0fdb38fe68b3eef46 Rückübertragung auf Seiten koelner-dom.de] (Zugriff Dez. 2014)

Literatur[Bearbeiten]

  • Hiltrud Kier: Kirchen in Köln, Bachem Verlag 2000, ISBN 3-7616-1395-4
  • Jörg Poettgen: 700 Jahre Glockenguss in Köln. Meister und Werkstätten zwischen 1100 und 1800. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2005, ISBN 3-88462-206-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alt St. Alban (Köln) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

50.9368715486116.9582363802778Koordinaten: 50° 56′ 13″ N, 6° 57′ 30″ O