Alt St. Johann
| Alt St. Johann | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Staat: | Schweiz | |
| Kanton: | St. Gallen (SG) | |
| Wahlkreis: | Toggenburg | |
| Gemeinde: | Wildhaus-Alt St. Johann | |
| Postleitzahl: | 9656 | |
| Koordinaten: | 739810 / 22746347.183339.283339895Koordinaten: 47° 11′ 0″ N, 9° 17′ 0″ O; CH1903: 739810 / 227463 | |
| Höhe: | 895 m ü. M. | |
| Fläche: | 53.10 km² | |
| Einwohner: | 1427 (31. Dezember 2008) | |
| Einwohnerdichte: | 27 Einw. pro km² | |
| Website: | www.altstjohann.ch | |
| Karte | ||
|
|
||
Alt St. Johann (in einheimischer Mundart [ˈa̞(ː)ɬt sa̞ŋkχt/sa̞nˑt ˌjoha̞n(ˑ)];[1][2] französisch Saint-Jean-le-Vieux) ist ein Dorf und eine ehemalige politische Gemeinde im Obertoggenburg im Kanton St. Gallen in der Schweiz.
Auf den 1. Januar 2010 wurde die Gemeinde Alt St. Johann, die auch das Dorf Unterwasser und den Weiler Starkenbach umfasste, mit Wildhaus zur neuen Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann vereinigt.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie[Bearbeiten]
Alt St. Johann war die zweitoberste Gemeinde im Toggenburg. Die Dörfer Alt St. Johann und Unterwasser liegen im oberen Thurtal. Im Gemeindegebiet liegen die Churfirsten und Teile des Alpsteins. Der höchste Punkt der Gemeinde ist der Hinterrugg mit 2'306 m ü. M. Die Nachbargemeinden waren Wildhaus, Nesslau-Krummenau, Stein SG, Amden, Quarten, Walenstadt und Grabs.
Geschichte[Bearbeiten]
Im bekannten Ausflugsort Wildenmannlisloch, einer Höhle am Selun, einem der Churfirsten, sind altsteinzeitliche Funde gemacht worden.
1152 wird ein Abt monasterii sancti Johannis Baptiste (Kloster St. Johann) erwähnt, das auch den Ortsnamen begründet. Das Kloster wurde später nach Feuersbrünsten und mysteriösen Todesfällen von Mönchen talabwärts nach Sidwald bei Nesslau verlegt (Neu St. Johann).[1] Teile des Klosters Neu St. Johann, wie zum Beispiel das Johanneum sind zwar erhalten, dienen aber anderen Zwecken.
Die Gemeinde Sant Johann wird 1439 zum ersten Mal erwähnt. Sie unterstand dem Kloster St. Johann bzw. der Schirmvogtei Starkenstein. Seit 1396 wurde die Schirmvogtei von den Grafen von Toggenburg übernommen. 1468 erwarb die Fürstabtei St. Gallen die Grafschaft Toggenburg und damit auch die Landesherrschaft über Kloster und Gemeinde St. Johann. 1559 erhielt St. Johann die gleichen Rechte wie die anderen Toggenburger Gemeinden. Nach der Verlegung des Klosters nach Sidwald in Nesslau 1626 bürgerte sich für das Dorf die Bezeichnung Alt St. Johann ein. 1803 entstand nach der Gründung des Kantons St. Gallen die moderne politische Gemeinde Alt St. Johann, zu der bis 1833 auch Stein SG gehörte. 2010 wurden die Gemeinden Alt St. Johann und Wildhaus zusammengelegt.
1934 wurde die Standseilbahn Unterwasser-Iltios, die Iltiosbahn gebaut. Es war die erste Bergbahn im Toggenburg. 1938 kam die Schlitten-Standseilbahn Iltios-Stöfeli, 1946 der Sessellift Alt St. Johann – Alp Selamatt und 1972 die Luftseilbahn Iltios–Chäserrugg auf den Gipfel des Chäserrugg dazu. Heute sind die Bahnen Teil des Skigebiets Obertoggenburg.
Zwischen Stein und Starkenbach liegt die Ruine Starkenstein. Von der Burg Starkenstein, die um 1200 erbaut wurde und im Besitz der Grafen von Montfort bzw. von Werdenberg war, sind nur Teile des Bergfrieds erhalten. Die Burg ging 1414 an die Toggenburger und schliesslich an das Kloster St. Johann. 1950 und 1954/55 wurden Rettungsgrabungen in der Burgruine vorgenommen. Der grösste Teil der Burganlage ist heute durch einen Steinbruch zerstört.
Hornschlittenrennen[Bearbeiten]
Seit 1988 fand jeweils im Februar das weit über das Toggenburg hinaus bekannte Hornschlittenrennen statt. In Spitzenjahren nahmen bis zu 200 Schlitten daran teil. Das letzte Rennen fand 2013 statt.[3]
Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Im Juli 2011 wurde in der ehemaligen Untermühle die Klangschmiede als Sitz der KlangWelt Toggenburg eröffnet. Hier soll die traditionelle Schellen- und Hackbrettproduktion erhalten und als Schauhandwerk mit Ausstellungen öffentlich zugänglich gemacht werden [4].
Tourismus[Bearbeiten]
Alt St. Johann und Unterwasser blicken auf eine lange touristische Tradition zurück, so wurde bereits 1934 die Standseilbahn zum Iltios gebaut, der seither zahlreiche weitere Transportanlagen folgten. Heute gehört Alt St. Johann mit Wildhaus und Unterwasser zum Skigebiet Obertoggenburg, welches 60 km Skipisten an den Churfirsten vereinigt und auf dem Chäserrugg eine Höhe von 2262 m erreicht. Im Sommer und Winter ist es Ausgangspunkt für Wanderungen und Skitouren zum Säntis wie auch zu den Churfirsten.
Unterwasser ist der Wohnort des Skispringers und vierfachen Olympiasiegers von 2002 und 2010 Simon Ammann.
Durch das Gemeindegebiet verläuft der 60 Kilometer lange Thurweg, ein Wanderweg, der entlang der Thur von Wil nach Wildhaus führt.
Galerie[Bearbeiten]
-
Alt St. Johann im Thurtal, im Hintergrund das Säntismassiv
Weblinks[Bearbeiten]
- Offizielle Website der ehemaligen Gemeinde Alt St. Johann
- Alt Sankt Johann im Historischen Lexikon der Schweiz
- Klangschmiede Alt St. Johann auf KlangWelt Toggenburg
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ a b Gabrielle Schmid: Alt Sankt Johann SG (Obertoggenburg) in: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG). Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, p. 84; angegebene Lautschrift: [ˈaːɬt saŋkχt ˌjohan].
- ↑ Alt St. Johann unter ortsnamen.ch; angegebene Lautschrift: ąlt sąn̄t johąn̄.
- ↑ Tagblatt Ostschweiz
- ↑ Klangschmiede Alt St. Johann auf der website der KlangWelt Toggenburg
Bütschwil-Ganterschwil | Ebnat-Kappel | Hemberg | Kirchberg | Lichtensteig | Lütisburg | Mosnang | Neckertal | Nesslau | Oberhelfenschwil | Wattwil | Wildhaus-Alt St. Johann
Ehemalige Gemeinden: Alt St. Johann | Brunnadern | Bütschwil | Ganterschwil | Krinau | Krummenau | Mogelsberg | Nesslau | Nesslau-Krummenau | St. Peterzell | Stein | Wildhaus
Kanton St. Gallen | Wahlkreise des Kantons St. Gallen | Gemeinden des Kantons St. Gallen