Alt Zauche-Wußwerk

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Alt Zauche-Wußwerk führt kein Wappen
Alt Zauche-Wußwerk
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Alt Zauche-Wußwerk hervorgehoben
51.91666666666714.01666666666750Koordinaten: 51° 55′ N, 14° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Dahme-Spreewald
Amt: Lieberose/Oberspreewald
Höhe: 50 m ü. NHN
Fläche: 33,31 km²
Einwohner: 515 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 15 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15913
Vorwahlen: 03546, 035475
Kfz-Kennzeichen: LDS
Gemeindeschlüssel: 12 0 61 005
Adresse der Amtsverwaltung: Kirchstraße 11
15913 Straupitz
Webpräsenz: www.amt-lieberose-
oberspreewald.de
Bürgermeister: Jens Martin
Lage der Gemeinde Alt Zauche-Wußwerk im Landkreis Dahme-Spreewald
Alt Zauche-Wußwerk Bersteland Bestensee Byhleguhre-Byhlen Drahnsdorf Eichwalde Golßen Groß Köris Halbe Heideblick Heidesee Jamlitz Kasel-Golzig Königs Wusterhausen Krausnick-Groß Wasserburg Lieberose Lübben Luckau Märkisch Buchholz Märkische Heide Mittenwalde Münchehofe Neu Zauche Rietzneuendorf-Staakow Schlepzig Schönefeld Schönwald Schulzendorf Schwerin Schwielochsee Spreewaldheide Steinreich Straupitz Teupitz Unterspreewald Wildau Zeuthen BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Alt Zauche-Wußwerk (niedersorbisch Stara Niwa-Wózwjerch) ist eine Gemeinde im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg im Amt Lieberose/Oberspreewald. Seit 2008 gehört die Gemeinde nicht mehr zum amtlichen sorbischen Siedlungsgebiet.

Geografie und Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Alt Zauche-Wußwerk liegt am Nordrand des Spreewaldes. Ihre Südgrenze ist das Große Fließ.

Sie gliedert sich nach §45 Kommunalverfassung in die Ortsteile mit dem zugehörigen Gemeindeteil und den Wohnplätzen[2]:

  • Alt Zauche (niedersorbisch Stara Niwa)
    • Burglehn (Bórklin)
    • Alt Zaucher Mühle (Staroniwojski młyn)
    • Forsthaus Schützenhaus (Golnica-Stśělnica)
    • Kannomühle (Kanowy młyn)
  • Wußwerk (Wózwjerch)
    • Waldschänke (Golna kjarcma)

Geschichte[Bearbeiten]

Ein typisches Bauernhaus aus Alt Zauche mit Milch-Abholständer an der Straße

Am 26. Oktober 2003 wurde die neue Amtseinheit aus den Gemeinden Alt Zauche und Wußwerk gebildet.[3]

Alt Zauche[Bearbeiten]

Funde eines Bestattungs- und Siedlungsplatzes belegen eine frühe bronzezeitliche Besiedlung des Gebietes. Das Anwesen fand am 27. Februar 1347 als Alte Niewe in einer Urkunde eine erste schriftliche Erwähnung, nach welcher der Markgraf von Brandenburg die „Brüder von Zauche“ mit „Alt Zauche“ belehnte. In späteren Dokumenten erfolgten mehrmalige Änderungen des Ortsnamens beziehungsweise der Schreibweise und zwar über Antiqua Czuche, Aldin Czuche, Alte Zcawche, bis die heutige Schreibweise Alt Zauche im Jahre 1541 erstmals in einer Urkunde verwendet wurde.

Bis 1674 gehörte Alt Zauche zur Herrschaft Neu Zauche der Markgrafschaft Niederlausitz, anschließend kam es zum Amt Neu Zauche, das nach der Eingliederung ins Königreich Preußen ab 1815 mit dem Amt Lübben gemeinsam verwaltet wurde.

Beide Orte - Alt Zauche und Wußwerk - waren ursprünglich rein sorbischsprachig. In den 1880er Jahren sprachen noch fast alle Einwohner Sorbisch; jedoch waren sie bedingt durch den Wechsel der Schul- und Gottesdienstsprache zum Deutschen hin bereits zweisprachig.[4] Der Wechsel hin zur deutschen Einsprachigkeit vollzog sich im Wesentlichen erst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Die ansässigen Bauern errichteten sich niedrige Backsteinhäuser, die als Sackgassendorf angeordnet und bis heute gut erhalten sind. 1879 erhielt Alt Zauche eine eigene, einklassige Dorfschule, die 1930 in eine Acht-Klassen-Schule erweitert werden konnte.

Von 1949 bis 1992 gehörte Alt Zauche zum Kreis Lübben im Bezirk Cottbus. Danach erfolgte eine Zuordnung zum Landkreis Dahme-Spreewald. Alt Zauche-Wußwerk entstand 2003 aus dem freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Alt Zauche und Wußwerk. Schließlich wurde durch die Zusammenfassung von insgesamt 10 Dörfern das Amt Oberspreewald gebildet, das danach mit dem Amt Lieberose zum Amt Lieberose/Oberspreewald vereinigt wurde.

Die Schule war von 1950 bis 1981 eine polytechnische Oberschule mit zehn Klassenstufen. Seit 1990 wird diese Bildungseinrichtung als 6-klassige Grundschule betrieben.

Einwohnerentwicklung von Alt Zauche
  • 1708: 3 Bauern, 2 Kossäten, 1 Büdner
  • 1818: 42 Feuerstellen (=Häuser) und 10 weitere (nicht näher bezeichnete) Bewohner
  • 2008: circa 450 Personen

Wußwerk[Bearbeiten]

Der Fachwerkhof Wußwerk mit originalgetreu sanierten Gebäuden eines alten Bauernhofes in Fachwerkbauweise gilt als sehenswert.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen seit 1875
Alt Zauche-Wußwerk:
Bevölkerungsentwicklung in den Grenzen von 2013
Jahr Einwohner
1875 973
1890 856
1910 801
1925 758
1933 755
1939 748
1946 1 117
1950 1 029
1964 790
1971 715
Jahr Einwohner
1981 663
1985 650
1989 645
1990 640
1991 634
1992 676
1993 746
1994 735
1995 723
1996 633
Jahr Einwohner
1997 634
1998 633
1999 644
2000 628
2001 612
2002 619
2003 636
2004 610
2005 602
2006 590
Jahr Einwohner
2007 589
2008 573
2009 558
2010 551
2011 523
2012 522
2013 515
2014

Die Quellen der Daten finden sich detailliert in den Wikimedia Commons[5].

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kriegerdenkmal im Zentrum von Alt Zauche
  • Ein Gedenkstein auf dem Friedhof rechts von der Trauerhalle am Ortsausgang Richtung Wußwerk erinnert an sechs hier begrabene sowjetische Kriegsgefangene.
  • Etwa 2,5 Kilometer südlich von Alt Zauche aber auf dem Gemeindegebiet befindet sich das Naturschutzgebiet Schützenhaus. Es reicht bis an die Landesstraße 44 heran.[6]
  • Regelmäßige Veranstaltungen
Ostern, Kirmes und Fastnacht und andere mit den sorbischen Bräuchen Zampern sowie Spinteball werden als Brauchtum bewahrt und gemeinsam mit den Besuchern der Gemeinde gefeiert. Seit 2004 findet jährlich im Frühjahr das Alt Zaucher Trachtenfest statt, zu dem Spielmannszüge, Volkstanzgruppen und zahlreiche Schaulustige aus verschiedenen deutschen Bundesländern die Gemeinde besuchen.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Von 1898 bis 1967 hatten die beiden Gemeinden mit den Bahnhöfen Altzauche-Burglehn (ursprünglich Burglehne) und Wußwerk (bis 1938 Wusswergk) Bahnanschluss an der Teilstrecke Lübben HauptbahnhofStraupitz der schmalspurigen Spreewaldbahn. Die Ortsteile sind mittels der Bundesstraße 320, 2005 in die Landesstrasse L 44 umgewidmet, mit der Kreisstraße K 6115 angebunden.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Wirtschaft in Alt Zauche[Bearbeiten]

In früher Zeit waren die Landwirtschaft und der Fischfang die bestimmenden Wirtschaftszweige. Im 19. Jahrhundert kamen die Waldbewirtschaftung (Errichtung einer Försterei), die Herstellung von Ziegelsteinen (eine Ziegelei) und der Betrieb von Windmühlen hinzu (1864 waren zwei Windmühlen in Alt Zauche in Betrieb). Im 20. Jahrhundert verloren die Windmühlen ihre Bedeutung, auch die Ziegelei stellte ihre Arbeit ein. Nun konzentrierten sich die Einwohner auf Getreide- und Gemüseproduktion sowie die Haltung von Nutz- und Schlachtvieh. Zwischen 1953 und 1990 bestand das Volkseigene Gut Spreewald im Ortsteil Burglehn, zu dem auch die Landwirte aus Alt Zauche gehörten. Mit Erfolg wurden Rinder gezüchtet und Gemüse (vor allem Gurken und Meerrettich) sowie Milch und Getreide produziert. – Nach der Wende wurde das Gut abgewickelt, die Landwirtschaft verlor an Bedeutung.

Tourismus[Bearbeiten]

Gasthaus Hempel in Alt Zauche

Seit 1989 entwickelt sich der Tourismus in der gesamten Region als wirtschaftlicher Schwerpunkt. In Alt Zauche gibt es seit 1908 das Gasthaus Hempel. Ab 1993 sind das kleine Restaurant Kürbisschmiede sowie etliche private Pensionen und Ferienwohnungen hinzugekommen. Im Jahre 2007 eröffnete ein neu gebautes Gasthaus In Mühle.

Einige Fährleute bieten Kahnfahrten, speziell in den Bereich Hochwald des Spreewaldes, an, auch die Ausleihe von Booten oder Fahrrädern ist möglich. Gut ausgeschildert sind Fahrrad- und Wanderrouten in die nähere und weitere Umgebung, besonders erwähnenswert ist der Gurkenradweg.

Möglichkeiten für Kutsch- und Kremserfahrten in angemessenem Umfang vervollständigen die touristischen Angebote.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alt Zauche-Wußwerk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Ortsnamen Niederlausitz; siehe auch: Deutsch-Niedersorbisches Wörterbuch, Stichwortsuche
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  4. Arnošt Muka: Pućowanja po Serbach. Nakład Domowiny, Budyšin 1957, S. 70
  5. Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  6. Karl Lemke, Hartmut Müller: Naturdenkmale. Bäume, Felsen, Wasserfälle. Tourist-Führer, VEB Tourist Verlag Berlin-Leipzig, Seite 44; 1988, ISBN 3-350-00284-6.