Alte Burg (Koblenz)
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| Alte Burg | ||
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Alte Burg in Koblenz |
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| Entstehungszeit: | um 1185 | |
| Burgentyp: | Niederungsburg, Ortslage | |
| Erhaltungszustand: | Erhalten oder wesentliche Teile erhalten | |
| Ständische Stellung: | Kurfürsten | |
| Geographische Lage | 50° 21′ 44,5″ N, 7° 35′ 38,5″ O50.3623611111117.5940277777778Koordinaten: 50° 21′ 44,5″ N, 7° 35′ 38,5″ O | |
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Die Alte Burg ist eine ehemalige kurfürstliche Wasserburg in Koblenz aus dem 13. Jahrhundert. Erhalten geblieben ist nur noch das Burghaus, das heute das Stadtarchiv von Koblenz beherbergt.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Lage
Die Niederungsburg in Ortslage befindet sich am Ufer der Mosel.
[Bearbeiten] Geschichte
Einen romanischen Wohnbau errichtete die Familie von der Arken aus den Resten eines römischen Rundturms um 1185. Um 1250 wurde mit dem Bau einer Stadtmauer begonnen. 1276 wurde erstmals ein Koblenzer Stadtrat erwähnt und die Bürger von Koblenz strebten nach mehr Unabhängigkeit. Erzbischof Heinrich II. von Finstingen ließ ab 1277 aus dem Wohnbau die Alten Burg als eine Zwingburg gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen anlegen. Die Burg wurde teilweise auf den Resten der römischen Stadtmauer aus dem 4. Jahrhundert errichtet. Die Bürger verhinderten ab 1281 den Weiterbau von Stadtmauer und Burg. Heinrich II. von Finstingen war somit gezwungen, die Stadt zu unterwerfen und holte 1283 zu einem bewaffneten Gegenschlag aus. Erzbischof Diether von Nassau unterwarf die Stadt endgültig 1304 nach heftigen Kämpfen und Koblenz musste zukünftig auf Bildung eines Stadtrats verzichten. Vollendet wurde der Bau der Alten Burg im Jahre 1307.
Direkt neben der Burg wurde 1342 unter Erzbischof Balduin von Luxemburg mit dem Bau der Balduinbrücke über die Mosel begonnen. Erzbischof Otto von Ziegenhain schloss mit dem Bau des westlichen Rundturms und dem Brückentor zur Balduinbrücke die Burg in die starken neuen Befestigungsanlagen der Stadt ein. Unter den Erzbischöfen Johann VI. von der Leyen und Johann Hugo von Orsbeck fanden weitere Erweiterungen und Umbaumaßnahmen statt. Letzter Bewohner der Burg in kurfürstlicher Zeit war Freiherr Hugo von Kesselstadt.
Unter französischer Herrschaft zog im Jahre 1806 eine Blechwaren-Fabrik in das Gebäude ein. 1897 schloss die Fabrik und die Burg wurde an die Stadt Koblenz verkauft. Von 1899 bis 1923 war sie Sitz der Stadtsparkasse Koblenz. Ab 1938 wurde die Burg von der Gebietsführung der Hitlerjugend genutzt. Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Burg nur geringfügige Schäden und wurde in den Jahren 1960 bis 1962 komplett restauriert. Seit 2002 ist sie Teil des von der UNESCO ausgezeichneten Weltkulturerbes "Oberes Mittelrheintal".
[Bearbeiten] Heutige Nutzung
Seit 1977 beherbergt die Alte Burg einen Teil der Stadtbibliothek und das Stadtarchiv von Koblenz.
[Bearbeiten] Anlage
Die Alten Burg enthält durch die immerwährenden Umbauten Elemente der Spätgotik, der Renaissance und des Barock. Das Burghaus ist ein mächtiger Bau mit schwerem Walmdach mit zwei hohen Türmen auf der Moselseite. Der untere Teil der Moselfront ruht wie auch der östliche Turm auf römischen Fundamenten. Der schmalere Westturm wurde mit dem ehemaligen benachbarten Brückentor der Balduinbrücke erbaut und stand ursprünglich frei. Die östliche Hälfte der Stadtseite repräsentiert mit seinen gepaarten Rechteckfenstern, seiner Tür und dem Kellereingang, den muschelgefüllten Giebelbekrönungen und dem Treppenturm mit abschließendem Maßwerkfries den Renaissancestil. Die Westhälfte der Stadtseite sowie der Moselfront stammen aus der Barockzeit. Ursprünglich war sie eine Wasserburg, umgeben von einem breiten Graben und einer Ringmauer. Das Wasser wurde von der Mosel hereingeleitet. Die Alte Burg ist der einzige mittelalterliche Bau in Koblenz, der alle kriegerische Ereignisse überlebt hat. Erhalten ist aber nur noch das eigentliche Burghaus.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Literatur
- Udo Liessm: Die "Alte Burg" in Koblenz. In: Burgen und Schlösser, 16. Jg 1975, S. 21-33
- Energieversorgung Mittelrhein GmbH (Hrsg.)/Gesamtred.: Ingrid Bátori in Verb. mit Dieter Kerber und Hans Josef Schmidt: Geschichte der Stadt Koblenz. Bd. 1: Von den Anfängen bis zum Ende der kurfürstlichen Zeit. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1992, ISBN 3-8062-0876-X; Bd. 2: Von der französischen Stadt bis zur Gegenwart. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1993, ISBN 3-8062-1036-5
- Erich Keyser (Hrsg.): Städtebuch Rheinland-Pfalz und Saarland. (Reihe: Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte. IV Südwestdeutschland, 5. Teilband) Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, Stuttgart 1964
- Landesamt für Denkmalpflege (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Stadt Koblenz. Die profanen denkmäler und die Vororte (Reihe: Die Kunstdenkmäler von Rheinland-Pfalz), Unveränderter Nachdruck von 1954, Im Auftrage des Kultusministeriums von Rheinland-Pfalz, Deutscher Kunstverlag München-Berlin, 1986 ISBN 3-422-00563-3
- Ingeborg Scholz: Erzbischof Balduin von Luxemburg (1307-1354) als Bauherr von Landesburgen im Erzstift Trier. Diss. phil. Marburg 2003, Münster 2004 (Architektur 2), S. 35-39. - ISBN 3-8258-7350-1
[Bearbeiten] Weblinks
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