Alte Leipziger – Hallesche

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Alte Leipziger – Hallesche
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Rechtsform Gleichordnungskonzern
Sitz Oberursel (Taunus), Stuttgart
Leitung Walter Botermann (Vorstandsvorsitzender)
Mitarbeiter 2.871[1]
Umsatz 3.686 Mio. Euro[1]
Branche Versicherungswesen
Website www.al-h.de
  Alte Leipziger Bauspar AG
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Staat Deutschland
Sitz Oberursel
Rechtsform Aktiengesellschaft
Bankleitzahl 500 128 00[2]
BIC ALTE DEFA XXX[2]
Gründung 1985
Website www.alte-leipziger.de/
Geschäftsdaten 2013[3]
Bilanzsumme 1.520 Mio. EUR
Einlagen 1.162 Mio. EUR
Kundenkredite 1.237 Mio. EUR
Leitung
Vorstand Reinhard Schlenke, Stephan Buschek
Aufsichtsrat Walter Botermann (Vors.)

Der „Alte Leipziger – Hallesche Konzern“ ist eine deutsche Versicherungsgruppe. Sie hat Beitragseinnahmen und Mittelzuflüsse von 3,7 Milliarden Euro, Kapitalanlagen in Höhe von rund 25,6 Milliarden Euro und ca. 2.871 Mitarbeiter. Die Alte Leipziger Lebensversicherung und die Hallesche Krankenversicherung sind Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit und die Muttergesellschaften des Konzerns.

Geschäftsfelder[Bearbeiten]

Die Lebens-, die Kranken- und die Sachversicherung sind die Kerngeschäftsfelder. Schwerpunkte sind dabei das Privatkundengeschäft sowie das Firmenkundengeschäft mit dem Fokus auf die betriebliche Altersversorgung und das Krankenversicherungsgeschäft. Darüber hinaus werden Finanzprodukte, wie Investmentfonds oder Bausparprodukte, angeboten.

Konzernstruktur[Bearbeiten]

Direktion Alte Leipziger in Oberursel
Direktion Hallesche in Stuttgart

Die Alte Leipziger Lebensversicherung und die Hallesche Krankenversicherung bilden einen Gleichordnungskonzern. Sie koordinieren die Strategie von Alte Leipziger – Hallesche. In den Vorständen der Alte Leipziger Lebensversicherung, der Hallesche Krankenversicherung und der Alte Leipziger Holding AG besteht Personalunion.[4]

Die erwirtschafteten Überschüsse kommen vollständig den Versicherten zugute. Im Geschäftsjahr 2012 betrugen die Beitragseinnahmen der Alte Leipziger Lebensversicherung 1.783 Millionen Euro und die der Hallesche Krankenversicherung 1.098 Millionen Euro.

Die Angebote der Alte Leipziger Lebensversicherung für die betriebliche Altersversorgung ergänzen die Tochterunternehmen:

  • Alte Leipziger Pensionskasse GmbH
  • Alte Leipziger Pensionsfonds AG
  • Alte Leipziger Pensionsmanagement GmbH
  • Alte Leipziger Treuhand GmbH

Die Anteile an der Alte Leipziger Holding AG werden von der Alte Leipziger Lebensversicherung vollständig gehalten. Die Holding ihrerseits ist Muttergesellschaft der nachfolgend genannten Unternehmen:

  • Alte Leipziger Versicherung AG: Versicherungsschutz bei materiellen Schäden und Unfällen sowie Schadenmanagement für Kunden und Geschädigte
  • Rechtsschutz Union Schaden GmbH: zuständig für die Schadenabwicklung des Rechtsschutzgeschäftes
  • Alte Leipziger Trust Investment-GmbH: Investmentfonds-Lösungen
  • Alte Leipziger Bauspar AG: Bausparen und Baufinanzierung

Geschichte[Bearbeiten]

Alte Leipziger[Bearbeiten]

Die Alte Leipziger Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit und die Alte Leipziger Versicherung AG, gegründet 1830 bzw. 1819 in Leipzig, gehören zu den traditionsreichsten Versicherungen in Deutschland. Nach Auffassung des Versicherungshistorikers Peter Koch hat die Alte Leipziger Lebensversicherung „wesentliche Beiträge zur Entwicklung der modernen Lebensversicherung geleistet“.[5] Pionierleistungen der Alte Leipziger Lebensversicherung waren

  • die Einführung der vierteljährlichen und dann der monatlichen Prämienzahlung, damit wurde das Produkt breiteren Bevölkerungsschichten erschlossen,
  • die Möglichkeit zur Abkürzung der Versicherungsdauer und zur Beitragsfreistellung,
  • die Einführung eines „natürlichen Dividendensystems“, mit dem die Überschussbeteiligung grundlegend umgestaltet und verbessert werden konnte.

19. Jahrhundert bis Ende Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Lebensversicherungsgesellschaft erfolgreich. Die Beitragseinnahmen erhöhten sich kontinuierlich. Aufgrund des Reichsgesetzes über die privaten Versicherungsunternehmen vom 12. Mai 1901 nahm die Gesellschaft die Rechtsform eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit an. Den Ersten Weltkrieg überstand das Unternehmen ohne nennenswerte Probleme. Bereits in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts widmete sich die Alte Leipziger dem damals neuen Thema der betrieblichen Altersversorgung, heute ein Schwerpunkt ihrer Geschäftstätigkeit. Während des Zweiten Weltkriegs kam das Neugeschäft allmählich zum Erliegen.

Nach 1945[Bearbeiten]

Im Herbst 1945 untersagte die sowjetische Militäradministration dem Lebensversicherer ebenso wie dem Sachversicherer, der Leipziger Feuer-Versicherungsanstalt, die weitere Betätigung. Sie wurden geschlossen und „abgewickelt“. Damit war den Gesellschaften nach weit mehr als hundertjährigem Wirken in Leipzig die Geschäftstätigkeit an ihrem Gründungsort verboten. 1946 verlegte die Alte Leipziger Lebensversicherung daher ihren Sitz nach Bad Gandersheim, 1952 nach Frankfurt am Main. Seit 1974 befindet sich die Direktion des Lebens- und des Sachversicherers in Oberursel (Taunus).[6]

Hallesche[Bearbeiten]

Am 15. September 1934 gründete die Kaufmännische Krankenkasse die Hallesche Krankenkasse mit Sitz in Berlin als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit für den nicht versicherungspflichtigen Personenkreis. Die Ausgliederung der „privat“ Versicherten aus den gesetzlichen Kassen wurde per Gesetz beschlossen. Die betroffenen Versicherten, insgesamt 20.570 Personen, wurden als Bestand auf das neue Unternehmen übertragen. Am 1. Januar 1936 wurde der Geschäftsbetrieb mit 195 Mitarbeitern und Sitz in Berlin aufgenommen. 1948 zog die Hauptverwaltung infolge der politischen Spannungen von Berlin nach Stuttgart. Die Zusammenarbeit mit der Alten Leipziger begann 1972. 1975 fusionierten die Hallesche Krankenkasse und dem Nationaler Krankenversicherungsverein a.G. unter dem Aufsichtsratsvorsitzenden Ludwig Grosse zu dem Hallesche-Nationale Krankenversicherungsverein a.G.. Mit der Gründung der Alte Leipziger Holding 1990 begann die Kapitalverflechtung von Alte Leipziger und Hallesche, die mit der Bildung des Gleichordnungskonzerns 1994 abgeschlossen wurde.[6]

Die Hallesche gilt als Pionier im Bereich der Pflegeversicherung. Als eines der ersten Unternehmen hat sie Anfang der 1990er Jahre eine Pflegeversicherung versicherungsmathematisch kalkuliert und für jedermann angeboten.[7]

Spendenengagement[Bearbeiten]

Im Rahmen der Kampagne „Gemeinsam aktiv – Bürgerengagement in Hessen“ wurde der Alte Leipziger – Hallesche Konzern im März 2012 zum Unternehmen des Monats gewählt.[8]. Mit dieser Auszeichnung will sie Spendenaktivitäten des Konzerns, wie zum Beispiel „Cents lindern Not“ fördern. Dabei verzichten die Mitarbeiter der Konzern-Gesellschaften bei ihrer Gehaltsabrechnung auf die hinter dem Komma stehenden Cent-Beträge. Am Jahresende wird dann der Gesamtbetrag von der Unternehmensleitung verdoppelt. Seit der Initiierung dieser Aktion im Jahr 1991 haben mehrere Einrichtungen von der Spendenbereitschaft der Belegschaft profitiert. Dabei werden in erster Linie solche, die behinderten oder schwer erkrankten Kindern helfen, sie betreuen oder fördern unterstützt.[9]

Im wissenschaftlichen Bereich werden Institutionen unterstützt, deren Arbeit einen besonderen Bezug zu Themen der Versicherungswirtschaft hat. Der Konzern unterstützte im Jahr 2003 mit einem Betrag von 140.000 Euro die Errichtung einer Stiftungsprofessur der Universität Göttingen zur Erforschung von Parkinsontherapien[10].

Parteispenden[Bearbeiten]

Darüber hinaus wird auch an einzelne im Deutschen Bundestag vertretene Parteien gespendet. Die Alte Leipziger Leben AG spendete im Jahr 1994 einen Betrag von umgerechnet 17.383,86 Euro an die CDU.[11][12]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b ALTE LEIPZIGER - HALLESCHE Konzern - Presseinformationen. Al-h.de. Abgerufen am 23. Mai 2013.
  2. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  3. Geschäftsbericht 2013
  4. Konzernstruktur. Alte-leipziger.de. Abgerufen am 5. März 2013.
  5. 175 Jahre Alte Leipziger. Zur Entwicklung der modernen Lebensversicherung. In: Versicherungswirtschaft Heft 13/2005, Seite 980–983
  6. a b Historie Alte Leipziger. Alte-leipziger.de. Abgerufen am 16. November 2011.
  7. Historie Hallesche. Hallesche.de. Abgerufen am 16. November 2011.
  8. Unternehmen des Monats. gemeinsam-aktiv.de. Abgerufen am 5. März 2013.
  9. Presseinformationen. alte-leipziger.de. Abgerufen am 5. März 2013.
  10. Presseinformation der Universität Göttingen. pressrelations.de. Abgerufen am 5. März 2013.
  11. TAZ Parteispenden Watch: TAZ Parteispenden Watch 2010
  12. Rechenschaftsbericht Parteien 1994 (Seite 46). bundestag.de. Abgerufen am 5. März 2013.