Altenberg (Erzgebirge)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Altenberg
Altenberg (Erzgebirge)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Altenberg hervorgehoben
50.76444444444413.757777777778750Koordinaten: 50° 46′ N, 13° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Altenberg
Höhe: 750 m ü. NHN
Fläche: 145,81 km²
Einwohner: 8272 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 57 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 01773,
01778 (Fürstenau, Fürstenwalde, Geising, Lauenstein, Liebenau, Müglitz)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 035056, 035052 (Schellerhau, Waldidylle, Falkenhain, Kipsdorf), 035054 (Bärenstein, Fürstenau, Lauenstein, Müglitz, Rudolphsdorf), 035057 (Rehefeld-Zaunhaus)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: PIR, DW, FTL, SEB
Gemeindeschlüssel: 14 6 28 010
Stadtgliederung: 20 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Platz des Bergmanns 2
01773 Altenberg
Webpräsenz: www.altenberg.de
Bürgermeister: Thomas Kirsten (Freie Wähler)
Lage der Stadt Altenberg im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Altenberg (Erzgebirge) Bad Gottleuba-Berggießhübel Bad Schandau Bahretal Bannewitz Dippoldiswalde Dohma Dohna Dorfhain Dürrröhrsdorf-Dittersbach Freital Glashütte Gohrisch Hartmannsdorf-Reichenau Heidenau Hermsdorf Klingenberg Hohnstein Sebnitz Königstein (Sächsische Schweiz) Kreischa Liebstadt Lohmen Müglitztal Neustadt in Sachsen Pirna Klingenberg Rabenau Rathen Rathmannsdorf Reinhardtsdorf-Schöna Rosenthal-Bielatal Dippoldiswalde Sebnitz Sebnitz Stadt Wehlen Struppen Stolpen Tharandt Wilsdruff Sachsen Tschechien Landkreis Bautzen Dresden Landkreis Meißen Landkreis MittelsachsenKarte
Über dieses Bild
Blick auf Altenberg mit Geisingberg im Hintergrund
Ansicht von 1839
Zinnerzabbau unter Tage (1980)
Blick auf die Tagesanlagen des VEB Zinnerz (1982)
Blick über die Pinge auf die Reste der Tagesanlagen um den Arno-Lippmann-Schacht (2009)

Altenberg ist eine Stadt im sächsischen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Sie zählt zu den staatlich anerkannten Kurorten[2] im Osterzgebirge. Die Stadt ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Altenberg. Die Grenze zu Tschechien liegt 5 km entfernt. Historisch war der Zinnerzbergbau über Jahrhunderte hinweg bedeutend.

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt Altenberg befindet sich im Osterzgebirge, ihr höchster Punkt ist der Kahleberg (905 m über NN). Im Gemeindegebiet entspringt die Rote Weißeritz, einer der beiden Quellflüsse der Weißeritz. Während die Ortsteile Kipsdorf und Bärenstein im Weißeritztal beziehungsweise Müglitztal auf etwa 400 bis 500 m Höhe liegen, liegt der Ortsteil Falkenhain auf etwa 650 bis 700 m Höhe; der Ortsteil Zinnwald-Georgenfeld liegt auf über 800 m Höhe. Nördlich von Altenberg befindet sich die Wüstung Weigelswalde.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zur Stadt Altenberg gehören die Gemeindeteile (geordnet nach dem Zeitpunkt der Eingliederung):

Bärenstein, Geising und Lauenstein sind Stadtteile, die anderen Orte werden als Ortsteile bezeichnet.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten]

Nachdem Bergleute am südlichen Fuß des Erzgebirges im Umfeld von Krupka (Graupen) wahrscheinlich bereits im 12. Jahrhundert mit dem Abbau von Zinnseifen begannen, drangen sie in späteren Jahrzehnten auf der Suche nach der eigentlichen Lagerstätte immer weiter in Richtung Erzgebirgskamm vor. Dabei entdeckten sie zuerst die Vorkommen um Zinnwald (1378 urkundlich erwähnt), bevor sie um 1440 in Altenberg fündig wurden. Die hiesige Lagerstätte, der sogenannte Zwitterstock, erwies sich im Laufe der Jahrhunderte als bedeutendste Zinnlagerstätte Mitteleuropas. Im unmittelbaren Umfeld der zahllosen kleinen Zechen, in denen die Förderung begann, entstand Altenberg als Streusiedlung der Bergleute.

Entwicklung der Stadt[Bearbeiten]

Ursprünglich gehörten die Flurstücke den Herren von Bernstein, den Besitzern der Bärensteiner Herrschaft. Am 16. Dezember 1446 verkaufte der Ritter Hans von Bernstein den vierten Teil seiner Herrschaft an den Kurfürsten, damit wurde der Kurfürst Grundherr des jetzigen Altenberg. Aufgrund der Ergiebigkeit der Erzlagerstätte entwickelte sich der Ort rasch zur wichtigsten Bergstadt im Osterzgebirge. Der wirtschaftliche Aufschwung führte bereits 1451 zur Verleihung des Stadt- und Marktrechtes. In diesem Zusammenhang wurde der Ort als frymarkt erwähnt. Als Stadt wurde Altenberg 1489 als uf dem Aldenberge und 1534 als zum Aldenbergk erwähnt. Der Name wird als der (im Vergleich mit dem Berg und dem Ort Geising) alte Berg erklärt. Vom bis ins 20. Jahrhundert hinein wirtschaftlich prägend gebliebenen Bergbau zeugen heute noch die Altenberger Pinge, ein 1620 entstandener Einsturztrichter, die Zinnwäsche (technische Schauanlage), eine der ehemals 13 Wäschen mit Pochwerken und Schüttelherden im Raum Altenberg-Geising-Zinnwald, sowie der Neubeschert-Glück-Stolln, in dem die alten Abbauverfahren nachgestaltet sind.

Seit dem 18./19. Jahrhundert ergänzten verschiedene Heimarbeiten (Holzspielzeug- und Strohblumenproduktion) die Erwerbsmöglichkeiten im Bergbau. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Altenberg aufgrund der schneesicheren Lage und der guten Erreichbarkeit (1923 Anschluss an das Eisenbahnnetz) zum Wintersportzentrum im Osterzgebirge.

Vom 9. bis 14. Februar 1937 fanden in Altenberg die Deutschen Ski-Meisterschaften statt.

Von den direkten Kampfhandlungen des Zweiten Weltkrieges blieb Altenberg bis unmittelbar vor Kriegsende verschont. Im Zuge der Prager Operation rückten sowjetische Truppen ab dem 6. Mai 1945 über den Kamm des Osterzgebirges in Richtung Prag vor. Dabei kam es in Altenberg und Umgebung zu Rückzugsgefechten mit den Truppen der deutschen Heeresgruppe Mitte. Zur Unterbrechung der Rückzugswege wurde der Altenberger Bahnhof am 4., 5. und 7. Mai 1945 aus der Luft angegriffen.[3] Dabei wurde auch die Stadtkirche St. Nikolaus aus dem frühen 16. Jahrhundert zerstört, die Ruine 1953 abgetragen.[4] Am 8. Mai 1945 wurden die durch die Stadt nach Böhmen flüchtenden deutschen Truppen nochmals mehrfach von sowjetischen Tieffliegern angegriffen. Angehörige der Wehrmacht plünderten am 9. Mai die teilweise verlassenen Häuser und versorgten sich mit Zivilkleidern. Gleichzeitig kam es zu einem Gefecht zwischen den sowjetischen Truppen und einer im April 1945 in Altenberg gegründeten Werwolfgruppe. Am Abend des 9. Mai brach in der Stadt ein Brand aus, der sich bis zum nächsten Tag auf einen Großteil der Bebauung ausbreitete und 120 Wohnhäuser vernichtete.[5] Die Ursachen des Brandes sind bis heute nicht restlos geklärt. Insgesamt wurden in den letzten Kriegstagen etwa drei Viertel des historischen Stadtzentrums zerstört. Unter den vernichteten Bürgerhäusern waren zahlreiche charakteristische Bauten des 17. und 18. Jahrhunderts. Als vornehmstes Gebäude galt das aus dem 17. Jahrhundert stammende Gewerkenhaus am Breiten Markt. Es hatte über dem Erdgeschoss aus Bruchstein ein Fachwerkobergeschoss und ein steiles Walmdach.[6]

In den 1950er Jahren begann der Ausbau des Kurwesens. Nachdem der Bergbau 1991 aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt worden war, konzentrierte sich der Ort verstärkt auf den Fremdenverkehr und das Erholungs- und Kurwesen. Im Jahr 2004 wurde das Prädikat Kneippkurort an die Stadt verliehen. Altenberg ist heute das Wintersportzentrum des Osterzgebirges.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Hirschsprung wurde 1965 eingemeindet. Es folgten zwei Gemeinden 1994, drei Gemeinden 1996, zwei Gemeinden 1999, Bärenstein 2004 und Geising 2011.

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Bärenburg[7] 1. Januar 1996
Bärenfels[7] 1. Januar 1999
Bärenstein (Dorf)[8] 1926 Eingemeindung nach Bärenstein (Stadt)
Bärenstein (Stadt)[7] 1. Januar 2004
Falkenhain[7] 1. Januar 1999
Fürstenau[7] 1. Januar 1994 Eingemeindung nach Geising
Fürstenwalde[7] 1. Januar 1994 Eingemeindung nach Geising
Geising[7] 1. Januar 2011
Georgenfeld[9][10] 1. Juli 1950 Zusammenschluss mit Zinnwald zu Zinnwald-Georgenfeld
Hirschsprung[9] 1. Januar 1965
Kipsdorf[7] 1. April 1996
Lauenstein[7] 1. März 1994 Eingemeindung nach Bärenstein
Liebenau[7] 1. Januar 1994 Eingemeindung nach Geising
Löwenhain[9] 1. Januar 1974 Eingemeindung nach Geising
Rehefeld[11] 1. März 1879 Zusammenschluss mit Zaunhaus zu Rehefeld-Zaunhaus
Rehefeld-Zaunhaus[7] 1. Januar 1994
Schellerhau[7] 1. Januar 1996
Zaunhaus[11] 1. März 1879 Zusammenschluss mit Rehefeld zu Rehefeld-Zaunhaus
Zinnwald[9][10] 1. Juli 1950 Zusammenschluss mit Georgenfeld zu Zinnwald-Georgenfeld
Zinnwald-Georgenfeld[7] 1. Januar 1994

Eingemeindung von Geising[Bearbeiten]

Der Geisinger Stadtrat stimmte am 21. Dezember 2010 mehrheitlich der Eingemeindung nach Altenberg zum 1. Januar 2011 zu.[12] Durch die Kommunalaufsicht des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge wurde die Eingemeindung am 29. Dezember 2010 genehmigt.[13] Sie wurde maßgeblich durch die prekäre finanzielle Situation Geisings beeinflusst. Die Stadt konnte 2010 keinen ausgeglichenen Haushalt mehr vorlegen, die Schulden beliefen sich Ende 2010 auf 4,8 Mio. €, darunter allein 2,28 Mio. € Fehlbeträge.[14]

Durch die Eingemeindung wuchs Altenberg auf eine Fläche von über 146 km² und wurde damit die mit Abstand größte Gemeinde im Landkreis. Die Einwohnerzahl stieg von ca. 5.700 Einwohnern auf knapp 8.900 Einwohner. Zugleich entstand eine neue regionale Touristenhochburg: 2009 zählten beide Gemeinden zusammen knapp 423.000 Übernachtungen, dies entspricht ca. 17 % der im Landkreis registrierten Übernachtungen.[15] Tourismus und Kurwesen sichern in beiden Gemeinden ca. 1.800 Arbeitsplätze.[13]

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten]

bis 1899 1900 bis 1999 seit 2000
  • 1550 − 0228 besessene Mann und 196 Inwohner (entspricht 1.341 Einwohnern) (1)
  • 1697 − 1104 (2)
  • 1764 − 1220, 72 Häusler
  • 1792 − 1365
  • 1801 − 1374
  • 1815 − 1378
  • 1834 − 1913 (3)
  • 1871 − 2352
  • 1890 − 1888
  • 1910 − 1836
  • 1925 − 1740
  • 1939 − 2032
  • 1946 − 1796
  • 1960 − 2314
  • 1964 − 2389
  • 1970 − 2490
  • 1990 − 6586 (4)
  • 1998 − 6183
  • 2000 − 5848
  • 2001 − 5592
  • 2002 − 5401
  • 2003 − 6312
  • 2004 − 6162
  • 2005 − 6007
  • 2006 − 5890
  • 2007 − 5829
  • 2008 − 5825
  • 2009 − 5694 (5)
  • 2010 − 8723 (6)
  • 2011 − 8429 (7)
  • 2012 − 8317
  • 2013 − 8272

Zusammenstellung nach BLASCHKE 2003, Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1964, ZÜHLKE 1966 und Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen, ab 1998: Stand zum 31.12. des jeweiligen Jahres

(1): errechnet nach Steuerlisten, vgl. BLASCHKE 2003
(2): erwachsene Einwohner, darunter 244 Bürger, 184 Häuser und 138 wüste Wohnstellen
(3): 243 Häuser
(4): Bevölkerung am 3. Oktober 1990
(5): Einwohner mit Hauptwohnsitz: 5575, darunter 2079 in Altenberg selbst[16]
(6): Nach Eingemeindung von Geising
(7): Nach Datenerneuerung durch den Zensus 2011

Gedenkstätten und Denkmale[17][Bearbeiten]

  • OdF-Denkmal an der Straße nach Schellerhau, unweit der Schneise 31, zur Erinnerung an die am 4. Juli 1935 nach dem Schmuggel über die tschechoslowakische Grenze erschossenen Kommunisten Max Niklas, Walter Richter und Arthur Thiermann.
  • OdF-Gedenkstein aus dem Jahre 1945 auf dem Friedhof an der Mühlenstraße für elf unbekannte KZ-Häftlinge, welche im April 1945 von SS-Männern ermordet wurden.
  • Kriegerdenkmal auf dem Friedhof an der Mühlenstraße für die namentlichen Opfer des Ersten Weltkrieges.
  • Gedenkstein mit Kreuz auf dem Friedhof an der Mühlenstraße für die Opfer des Zweiten Weltkrieges.
  • Grabstätten auf dem Friedhof an der Mühlenstraße für sowjetische Soldaten.
  • Gedenkstein mit Medaillon auf dem Friedhof an der Mühlenstraße, Grab des Heimatdichters und Sänger Max Nacke.
  • Denkmal, Gneismonolith mit wappenähnlicher Bronzetafel, geschaffen 1932 vom Dresdner Bildhauer Johannes Ernst Born, in der Nähe vom Alten Raupennest für den Ehrenbürger Max Gross.
  • Goethedenkmal am Aschergraben, Monolith mit Gedenktafel und Relief sowie vorgelagerten Stein mit Inschrift.
  • Denkmal Bronzefigur auf Natursteinsockel Der Skiläufer Bahnhofsvorplatz, geschaffen 1931 vom Dresdner Bildhauer Rudolf Löhner.
  • Denkmal an der Neustadt/Hirschsprunger Straße, Gedenkstein mit Konterfei und Inschrift für den Heimatdichters und Sänger Max Nacke.
  • Stützmauer mit Bergmannsbrunnen an der alten Kirchterrasse (Rathausstraße).
  • Kursächsische Postmeilensäule, Obelisk mit farbig gefassten Wappenreliefs an der Dresdner Straße von 1722.
  • Anton-Günther-Denkmal an der Zinnwalder Straße mit Brunnen, Naturstein mit Medaillon mit Konterfei, an der Zinnwalder Straße.
  • Bronzefigur auf Natursteinsockel Bergmann mit Pressluftwerkzeug am Arno-Lippman-Schacht, Zinnwalder Straße 5.
  • Bronzefigur Caroline, Einfahrt Gesundheitszentrum Raupennest Rehefelder Straße.
  • Des Weiteren besitzt Altenberg eine Vielzahl an Bauhistorischen Denkmale, Technische und Bergbaudenkmale sowie Naturdenkmale.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[18]
Wahlbeteiligung: 64,4 % (2009: 62,2 %)
 %
40
30
20
10
0
30,7 %
30,7 %
11,7 %
7,5 %
0,8 %
3,8 %
4,7 %
1,6 %
8,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-9,7 %p
+9,4 %p
-2,6 %p
-5,0 %p
-2,8 %p
+3,8 %p
+4,7 %p
+1,6 %p
+8,7 %p

Stadtrat[Bearbeiten]

Blick auf das Rathaus

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 22 Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • Freie Wähler Altenberg (FWA): 8 Sitze
  • CDU: 7 Sitze
  • LINKE: 3 Sitze
  • Wählervereinigung Geising (WVG): 2 Sitze
  • Bärensteiner Wählervereinigung (BWV): 1 Sitz
  • NPD: 1 Sitz

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: Das Wappen ist in Rot und Blau gespalten und in Gold geteilt. Rechts ein goldener Bischof mit Stab und links ein in Weiß und Rot geteilter doppelschwänziger Löwe. Unten ein arbeitender kniender schwarzgekleideter Bergmann.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Altenberger Zinnerzbergbau ist eine ausgewählte Stätte für die vorgesehene Kandidatur zum UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge.

Blick über die Pinge
Blick vom Kahleberg auf Altenberg – Im Hintergrund der Geisingberg

Kirche[Bearbeiten]

Die evangelische Kirche Altenberg (Adresse: Dippoldiswalder Straße 6a) ist ein Nachfolgebau der früheren Stadtkirche St. Nikolaus. Diese war im Kern spätgotisch, dann häufigen Bränden (zuletzt 1876) ausgesetzt. Es folgten jeweils bauliche Umformungen. 1878 wurde der Chor als Polygon umgestaltet, ein Satteldach errichtet und der Turm mit spitzem Helm umgebaut. Die Innenausstattung war neugotisch. Noch am Ende des Zweiten Weltkriegs, am 7. Mai 1945, wurde die Kirche im Bombenhagel zerstört. Die Ruine trug man 1953 ab. Die heutige Kirche entstand zwischen Mai 1989 und Dezember 1991.

Museen und Ausstellungen[Bearbeiten]

  • Bergbaumuseum Altenberg: Das 1957 eröffnete technische Museum befindet sich in einer ursprünglich im 16. Jahrhundert erbauten und nach Sanierung technisch wieder funktionsfähigen Zinnpochwäsche. Es zeigt in Verbindung mit dem 180 m langen Neubeschert-Glück-Stollen (aufgefahren 1802–1849, Schaustollen seit 1971) den Weg des Zinns vom Abbau bis zur Aufbereitung.
  • Besucherbergwerk Vereinigt Zwitterfeld zu Zinnwald in Zinnwald-Georgenfeld: Das 1992 eröffnete Besucherbergwerk erschließt den 1686 von der Adelsfamilie von Bünau aufgefahrenen Tiefe-Bünau-Stollen. Imposant ist vor allem die durch Feuersetzen entstandene Reichtroster Weitung. Der knapp 3 km lange Rundgang führt unter Tage bis an die deutsch-tschechische Grenze heran.
  • Bergbaumuseum Zinnwald: Das im Huthaus der Gewerkschaft Vereinigt Zwitterfeld zu Zinnwald befindliche Bergbaumuseum informiert seit 1983 über die Orts- und Montanhistorie Zinnwalds.

Naherholung[Bearbeiten]

  • Naherholungsgebiet Galgenteiche mit Campingplatz und Riesenrutsche
  • Bäderlandschaft in der Rehaklinik „Raupennest“

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Kulinarische Spezialitäten der Umgebung sind Kräuterliköre mit regional passenden Namen wie „Knappenfeuer“, „Kufenwärmer“, „Pyramidenöl“ und andere, die in verschiedenen Marken seit 1842 in der Altenberger Kräuterlikörfabrik hergestellt werden.

Wintersport[Bearbeiten]

Skilanglaufwettkampf 1952
Ski- und Rodelhang in Altenberg
Bobbahn Altenberg

Altenberg gilt als internationales Wintersportzentrum. Gab es bis in die 1950er Jahre am Geisingberg auch eine Sprungschanze und ein Eisstadion, existiert seit 1982 eine Rennschlitten- und Bobbahn.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Postkutschenhalt im Sommer am Eisenbahn- und Busbahnhof

Altenberg liegt an der Bundesstraße 170, die Dresden über Zinnwald mit Nordböhmen und Prag verbindet. Diese Straße hat sich seit ihrem Bau in den 1840er Jahren zu einer der wichtigsten Verbindungen zwischen Sachsen und der Tschechischen Republik entwickelt. Als Europastraße 55 war sie Teil des von Skandinavien nach Südosteuropa verlaufenden paneuropäischen Verkehrskorridors IV. Infolge der veränderten Wirtschaftsentwicklung nach der deutschen Wiedervereinigung sowie der EU-Osterweiterung hatte sich ihr Verkehrsaufkommen insbesondere im Schwerlastverkehr stark erhöht. Dies lag auch darin begründet, dass der Grenzübergang Zinnwald-Georgenfeld zwischen dem Vogtland (Bad Brambach) und der Oberlausitz (Neugersdorf) der einzige für den LKW-Verkehr uneingeschränkt nutzbare Übergang zwischen Sachsen und Böhmen ist. Er zeichnete sich nach dem Neubau der Abfertigungsanlagen (2001) durch sehr kurze LKW-Abfertigungszeiten (15 min) aus, was zusätzlichen Verkehr anzog. Dadurch wurde Altenberg im Sommer 2005 von etwa 3.900 LKW pro Tag passiert. Dieser Durchgangsverkehr (etwa alle 22 s ein LKW) stellte eine große Belastung (Lärm, Gefahrenquelle etc.) nicht nur für Altenberg selbst, sondern auch für den Ortsteil Kipsdorf dar. Ab März 2006 war deshalb die chronisch überlastete B 170 für den bergwärts fahrenden Schwerlastverkehr bis zur Inbetriebnahme der Bundesautobahn 17 Dresden – Prag (21. Dezember 2006) gesperrt.

Seit 1923 ist Altenberg Endpunkt der 38 km langen Müglitztalbahn, die die Bergstadt durch das Müglitztal mit Heidenau und dem oberen Elbtal verbindet. Die Bahnstrecke hat einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung Altenbergs zum Wintersportzentrum im Osterzgebirge geleistet. Zunächst als Schmalspurbahn angelegt, wird sie seit 1938 als Normalspurbahn betrieben. Seit 2002 setzte DB Regio Südost auf der Regionalbahnlinie 72 anstelle lokbespannter Züge Triebwagen des Typs Siemens Desiro Classic (DB-Baureihe 642) im Reisezugverkehr ein. Seit dem 12. Dezember 2010 verkehrt auf der Müglitztalbahn die Städtebahn Sachsen, die ebenfalls Siemens Desiro Classic einsetzt. Bei günstigen Wintersportbedingungen fahren zusätzlich spezielle Wintersportzüge, mit denen Touristen direkt ab Dresden Hbf nach Altenberg gelangen können. Unmittelbar am Bahnhof „Kurort Altenberg“ besteht eine überdachte ÖPNV-Schnittstelle zum Überlandbusverkehr. Sieben Linien binden Altenberg an die Umgebung, unter anderem auch an die tschechische Grenzstadt Teplice an:[19]

  • Linie 360: Dresden – Dippoldiswalde – Altenberg – Zinnwald
  • Linie 367: Geising – Altenberg – Kipsdorf
  • Linie 368: Glashütte – Lauenstein – Geising – Altenberg
  • Linie 370: Altenberg – Oberbärenburg – Falkenhain – Dippoldiswalde
  • Linie 373: Altenberg – Rehefeld – Hermsdorf
  • Linie 398: Altenberg – Teplice
  • Linie 733: Altenberg – Rehefeld – Hermsdorf – Holzhau

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

  • Rehaklinik „Raupennest“ (170 Beschäftigte)
  • Herbrig & Co. GmbH – CNC Dreherei (120 Beschäftigte)

Bildung[Bearbeiten]

In Altenberg gibt es eine Grundschule und das „Glückauf“-Gymnasium Dippoldiswalde/Altenberg, Außenstelle Altenberg, mit sportlicher Ausrichtung (Eliteschule des Sports). Eine Oberschule befindet sich im Nachbarort Geising.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Um Altenberg, Geising und Lauenstein (= Werte der deutschen Heimat. Band 7). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1964.
  • Östliches Erzgebirge (= Werte der deutschen Heimat. Band 10). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1966, S. 244–257.
  • Egbert Kamprath: Altenberg. Bilder einer Stadt. Dresden 1999.
  • Christoph Meißner: Umständliche Nachricht von der Churfl. Sächß. Schrifftsäßigen freyen Zien-Berg-Stadt Altenberg, in Meissen an der Böhmischen Gränze gelegen, nebst dahingehörigen Diplomatibus, und einem Anhange […]. Lesch und Hübner, Dresden und Leipzig, 1747. (Digitalisat (pdf, 37.2 MB))
  • Richard Steche: Altenberg. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 2. Heft: Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde. C. C. Meinhold, Dresden 1883, S. 3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Altenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Altenberg – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Bekanntmachung des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr über die Änderung der Liste der Kur- und Erholungsorte im Freistaat Sachsen gemäß § 3 Abs. 5 SächsKurG vom 20. Januar 2014
  3. Wolfgang Fleischer: Das Kriegsende in Sachsen 1945. Podzun Pallas, Wölfersheim-Berstadt 2004, S. 146
  4. Information zur Altenberger Kirche aus www.altenberg.de (Abruf 3. Januar 2014)
  5. Wolfgang Fleischer: Das Kriegsende in Sachsen 1945. Podzun Pallas, Wölfersheim-Berstadt 2004, S. 151
  6. Heinrich Magirius: Altenberg. In: Götz Eckardt (Hg.) Schicksale deutscher Baudenkmale im Zweiten Weltkrieg. Band 2, Henschel-Verlag, Berlin 1978, S. 369
  7. a b c d e f g h i j k l m Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
  8. Bärenstein im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  9. a b c d Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 1. Januar 1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  10. a b Verzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere, 1952, Herausgeber: Ministerium des Innern des Landes Sachsen
  11. a b Gemeinde- und Ortsverzeichnis für das Königreich Sachsen, 1904, Herausgeber: Statistische Bureau des königlichen Ministeriums des Inneren
  12. Maik Brückner: Geising stimmt der Eingemeindung zu, Sächsische Zeitung vom 23. Dezember 2010
  13. a b Mandy Schaks: Die Städte Altenberg und Geising gehen ab Januar gemeinsame Wege, Sächsische Zeitung (Dippoldiswalde) vom 30. Dezember 2010
  14. Maik Brückner: Leistet sich Geising zu viel?, Sächsische Zeitung (Dippoldiswalde) vom 23. Oktober 2010
  15. Statistisches Landesamt Sachsen – Gemeindestatistik Sachsen
  16. vgl. http://altenberg.de/cms/index.php?option=com_content&view=article&id=52&Itemid=66
  17. Kulturdenkmale im Freistaat Sachsen, Kreis: Weißeritzkreis; Ort:Altenberg vom 17. Dezember 1999
  18. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  19. Infrastrukturprogramm des Verkehrsverbundes Oberelbe – 2002. Website des Verkehrsverbundes Oberelbe. Abgerufen am 24. August 2010