Alter Rhein

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Dieser Artikel beschreibt den Alten Rhein, einen Zufluss des Bodensees; zu Überresten des einstigen Flusslaufs des Rheins in Deutschland siehe Altrhein, für einen Teil des Flussdeltas Nederrijn siehe Oude Rijn.
Alter Rhein
Beilage A zum Artikel 3 des Staatsvertrags vom 30. September 1892 zwischen Österreich-Ungarn und der Schweiz betreffend die Rheinregulierung

Der Alte Rhein ist das alte Flussbett des Rheins im St. Galler- und Vorarlberger Rheintal, das bei der Begradigung des Flusslaufs im Rahmen der Rheinregulierung abgetrennt wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Alpenrhein wurde durch die Internationale Rheinregulierung (IRR) eingedämmt und begradigt. Der einst wilde Fluss wurde so gezähmt und die Gefahr von wiederkehrenden Hochwassern weitgehend gebannt.

Beide Gewässer haben sich zu einem wertvollen Naherholungs- und Naturschutzgebiet entwickelt. Zwischen den Mündungen des Alten und des Neuen Rheins in den Bodensee befindet sich das Naturschutzgebiet Rheindelta. Ein weiteres Naturschutzgebiet befindet sich am Eselschwanz bei Ruderbach, einem Ortsteil von St. Margrethen.

Staatsgrenze[Bearbeiten]

Der Grenzverlauf zwischen Österreich und der Schweiz wurde bei beiden Abschnitten jeweils entlang dem Flusslauf des Alten Rheins belassen. Somit gibt es Gemeinden im Bundesland Vorarlberg, die linksrheinisch liegen. Die St. Galler Gemeinde Diepoldsau befindet sich rechts des Rheins auf einer "Rheininsel".[1]

Folgende Grenzübergänge führen über den Alten Rhein:


Geographie[Bearbeiten]

Alter Rhein beim Fußacher Durchstich[Bearbeiten]

47.4633219.599205

Karte: Kanton St. Gallen
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"Alter Rhein beim Fußacher Durchstich"

Der Alte Rhein beim Fußacher Durchstich ist in drei Abschnitte unterteilt. Eselschwanz, Abschnitt Rheineck-Gaissau und Mündungsgebiet. Er wird beim Bruggerhorn vom Rheintaler Binnenkanal mit Frischwasser versorgt. Beim Eselschwanz wird er breiter und seine Fliessgeschwindigkeit nimmt stark ab. Im Bereich Rheineck-Gaissau bis zur Bodenseemündung ist er schiffbar. Von Rheineck aus besteht eine Kursverbindung nach Rorschach, die von der «Schweizerischen Bodensee Schifffahrt» betrieben wird. Diese Verbindung ist Teil der Rundfahrt Rorschach-Heiden-Walzenhausen-Rheineck-Rorschach. Im Mündungsgebiet bei der Ortschaft Altenrhein besteht auf Schweizer Seite ein Hafen mit Platz für 300 Boote sowie ein Campingplatz. Auf der Österreichischen Seite erstreckt sich das größte Naturschutzgebiet des Bodensees entlang des Seeufers zwischen der Mündung des Alten Rheins bis zur Dornbirner Ach bei Hard. Die Österreichische Uferseite ist nahezu auf der gesamten Länge renaturiert. Es bestehen viele Schwemmzonen, die auf einen schnellen Anstieg des Pegels vorbeugend Wirken.

Alter Rhein beim Diepoldsauer Durchstich[Bearbeiten]

47.3776629.667784

Karte: Kanton St. Gallen
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"Alter Rhein beim Diepoldsauer Durchstich"
Der Zoll Schmitter zwischen dem Matz und dem Rohrspitz

Der Alte Rhein beim Diepoldsauer Durchstich ist namentlich auf Schweizer Seite in vier Abschnitte unterteilt. Von Süden nach Norden (ehem. Fliessrichtung) heissen sie: Rheinspitz, Zollbereich (auch: beim Zoll), Matz und Rohrspitz.

Der Alte Rhein wurde in früherer Zeit intensiv zu beiden Seiten ausgebaggert und das gewonnene Kies zur Herstellung von Beton verwendet. Die Baggertiefe erreichte zum Teil eine Tiefe von 14 m, was unter dem Grundwasserspiegel dieses Bereichs (6-10 m)[2] ist. Das Grundwasser wurde dadurch verschmutzt und der Pegel senkte sich ab.[3] Das Ausbaggern des Kieses wurde daraufhin verboten. Die Ruinen der Anlagen, wie Förderbänder und Schwimmbagger, rosteten danach auf der Schweizer Seite jahrzehnte lang vor sich hin. Sie wurden von den jugendlichen Badebesucher gerne als Spielplatz benutzt. Bade-Unfälle im Naherholungsgebiet führten zu einem Umdenken. In neuerer Zeit wurde der Schrott entfernt und das Gebiet renaturiert.

Durch den Alten Rhein zieht sich in der Mitte des Gewässers ein zeitweise unterbrochener Mittelstreifen, auf dem sich die Landesgrenze Schweiz/Österreich befindet. Er ist von den jeweiligen Abschnittsgrenzen aus zu erreichen und wird oft als FKK-Strand genutzt. In früheren Zeiten wurden diese Landzungen von Schmugglern genutzt, indem sie sich als Badegäste tarnten. Von einer Seite der Grenze gekommen, vergnügten sie sich am Badesee, und verließen dann das Naherholungsgebiet in der anderen Richtung. Die Schmuggelware wurde in einer großen Badetasche versteckt.

Der Alte Rhein ist auch ein beliebtes Ziel für Sportfischer aus der Region. Hechte mit einer Länge von über 120 cm und mehr als 15 kg Gewicht wurden schon gefangen, wenn auch eher selten. Dem Sportfischer Gjordjevic Miodrag gelang der Fang eines Rekordkarpfens. Der Spiegelkarpfen war 94 Zentimeter lang und 23,8 Kilo schwer. Es war der schwerste Karpfen, der in der Schweiz bis dahin gefangen wurde.[4]

Alter Rhein beim Bruggerhorn[Bearbeiten]

Das Bruggerloch mit dem Restaurant Bruggerhorn
Hauptartikel: Bruggerhorn

Die Grenzweiher sind ein kleines unabhängiges Teilstück des Alten Rheins, zwischen dem Neuen Rhein am Fussacher Durchstich und dem Rheintaler Binnenkanal. Sie entstanden als stehende Gewässer, weil der eigentliche Alte Rhein mit dem Rheintaler Binnenkanal verbunden wurde. Es wird auf Schweizer Seite einfach nur Bruggerhorn auf der Österreichischen Bruggerloch genannt. Beide Gewässer sind heute, unabhängig voneinander, Badeseen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alter Rhein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Portrait der Gemeinde Diepoldsau abgerufen am 25. Mai 2012
  2. Grunwassermessstellen. Landesministerium AT, abgerufen am 7. Dezember 2013.
  3. Grundwasser in Vorarlberg Bericht 2003. Hydrographischer Dienst Vorarlberg, abgerufen am 7. Dezember 2013.
  4. Bilderbogen. Fischereiverein Mittelrheintal, abgerufen am 6. Dezember 2013.


Blick von der Hohen Kugel auf den Rhein, bzw. auf den alten Rhein bei Diepoldsau
Diepoldsau

47.4696459166679.6099472Koordinaten: 47° 28′ 11″ N, 9° 36′ 36″ O; CH1903: 763677 / 259917