Altes Schloss (Stuttgart)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das Alte Schloss aus Richtung Schillerplatz

Das Alte Schloss liegt im Zentrum Stuttgarts und geht auf eine Wasserburg aus dem 10. Jahrhundert zurück. Es gehört mit der Stiftskirche zu den bestimmenden Gebäuden am Schillerplatz. In der Nachbarschaft stehen u.a. die Markthalle der Stadt, die Ministerien im Neuen Schloss und das moderne Landtagsgebäude. Das Alte Schloss ist heute ganz Museumsgebäude, die Schlosskirche dient Gottesdiensten.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Burganlage zum Schutz des Stutengartens gab es bereits um 950. Im 14. Jahrhundert wurde sie Hauptsitz der Grafen Württembergs und der Hofkammer. Die Herzöge Christoph und Ludwig ließen sie von 1553 bis 1578 zu einem Renaissance-Schloss ausbauen. In diese Zeit fallen ebenfalls der Bau der Reitertreppe von Blasius Berwart 1560, die Einweihung der Schlosskirche 1562 und die Ausgestaltung des Konferenzsaales. Die Wassergräben um das Schloss wurden im 18. Jahrhundert verfüllt.

1931 brannte ein Teil der Anlage aus,[1][2] dabei wurde der Dürnitzbau mit beiden Türmen weitgehend zerstört. Noch bevor der Wiederaufbau abgeschlossen werden konnte, wurde das Schloss im Zweiten Weltkrieg stark zerstört. Dabei fielen auch große Teile der volkskundlichen Sammlung des Landesmuseums Württemberg den Flammen zum Opfer, wie z.B. die Handwerksstuben. Der Wiederaufbau dauerte bis 1971 und wurde von Architekt Paul Schmitthenner geleitet.

Der Arkadenhof des Schlosses selbst zeigt Architekturmotive der Frührenaissance aus Italien und ist beachtlich. Als Turnierquadrat konzipiert, sollten die repräsentativen Arkaden ursprünglich um den ganzen Hof laufen. Dazu kam es nicht, weil das Schloss „politisch“ herabgestuft wurde.

Unter der Schlosskirche ist in der Königsgruft die Grablege von König Karl I. und Königin Olga. Im Innenhof steht ein von Ludwig von Hofer gestaltetes Reiterstandbild Graf Eberhards im Bart, der 1495 erster Herzog von Württemberg wurde und Stuttgart zur Residenz machte.

Landesmuseum und Gedenkstätte[Bearbeiten]

Das Schloss beherbergt heute das Landesmuseum Württemberg mit reichhaltigen Beständen und im Südwestflügel die Schlosskirche.

Im Gebäudekomplex des Schlosses wurde eine Erinnerungsstätte an den am 20. Juli 1944 hingerichteten deutschen Widerstandskämpfer Claus Graf Stauffenberg eingerichtet. Ihr Eingang ist auf der Seite des Karlsplatzes.

Bilder[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Brand
  2. Von Zeit zu Zeit 1931: Das Schloss brennt nieder bei stuttgarter-zeitung.de. Zitat: Wegen der Minusgrade war das Löschwasser an den verbrannten Mauern und Balken gefroren und bot den Betrachtern einen spektakulären Anblick.

Literatur[Bearbeiten]

  • Das Alte Schloß. In: Eugen Dolmetsch: Aus Stuttgarts vergangenen Tagen (Zweiter Band von „Bilder aus Alt-Stuttgart“). Selbsterlebtes und Nacherzähltes. Stuttgart 1931, Seite 28-30.
  • Hartmut Ellrich: Das historische Stuttgart. Imhof, Petersberg 2009, ISBN 978-3-86568-381-6.
  • Carl Alexander von Heideloff (Herausgeber): Die Kunst des Mittelalters in Schwaben. Denkmäler der Baukunst, Bildnerei und Malerei. Stuttgart 1855-1864, Seite 31-34.
  • Werner Koch; Christopher Koch: Stuttgarter Friedhofsführer. Ein Wegweiser zu Gräbern bekannter Persönlichkeiten. Tübingen 2012, Seite 161-164 (Königsgruft).
  • Eduard von Paulus: Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg, Band: Inventare [Neckarkreis]. Stuttgart 1889, Seite 25-29.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Altes Schloss (Stuttgart) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.7772222222229.1791666666667Koordinaten: 48° 46′ 38″ N, 9° 10′ 45″ O