Altmühl
| Altmühl | ||
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Lage der Altmühl zwischen Main und Donau |
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| Daten | ||
|---|---|---|
| Gewässerkennzahl | DE: 134 | |
| Lage | Bayern, Deutschland | |
| Flusssystem | Donau | |
| Abfluss über | Donau → Schwarzes Meer | |
| Quelle | nordöstlich von Rothenburg o.d. Tauber 49° 25′ 51″ N, 10° 18′ 21″ O49.43083333333310.305833333333460 |
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| Quellhöhe | ca. 460 m ü. NN | |
| Mündung | unterhalb von Kelheim in die Donau48.9111.905833333333340Koordinaten: 48° 54′ 36″ N, 11° 54′ 21″ O 48° 54′ 36″ N, 11° 54′ 21″ O48.9111.905833333333340 |
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| Mündungshöhe | ca. 340 m ü. NN | |
| Höhenunterschied | ca. 120 m | |
| Länge | 234 km | |
| Abfluss am Pegel Beilngries[1] | NNQ MNQ MQ MHQ HHQ (1988) |
4,29 m³/s 6,33 m³/s 17,0 m³/s 86,4 m³/s 159 m³/s |
| Durchflossene Stauseen | Altmühlsee | |
| Kleinstädte | Gunzenhausen, Treuchtlingen, Eichstätt, Kelheim | |
| Schiffbar | 34 km[2] (von Dietfurt a.d.Altmühl bis Kelheim, als Teil des Main-Donau-Kanals) |
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Altmühl unterhalb von Riedenburg als Teil des Main-Donau-Kanals |
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Die Altmühl ist ein 234 Kilometer langer, linker, das heißt, von Norden kommender Nebenfluss der Donau in Bayern in Deutschland.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Namensherkunft
Der Name Altmühl ist eine volkyetymologische Eindeutschung des älteren Gewässernamens, der seit dem 8. Jahrhundert unter anderem in den Formen Alcmona, Alchmona und Alcmana überliefert ist.[3]
[Bearbeiten] Flusslauf
Die Altmühl entspringt auf dem südlichen Abhang des fränkischen Landrückens (auf der Hohen Leite) nordöstlich von Rothenburg ob der Tauber. Als ihre Quelle legte das Königliche Bayerische Hydrotechnische Bureau zu München 1904 den Abflussgraben des Hornauer Weihers fest. Dieser wird von einigen Bächen gespeist, deren Quelle nahe der Siedlung Erlach inzwischen als Altmühlursprung angesehen wird. Die Altmühl fließt in südöstlicher Hauptrichtung und befindet sich damit südlich der großen Europäischen Wasserscheide. Sie ist der an Gefälle ärmste Fluss in Bayern mit einer äußerst geringen Fließgeschwindigkeit und zählt damit zu den langsamsten deutschen Flüssen.
Die Altmühl kann in drei Teile gegliedert werden.
Im oberen Drittel ist sie ein in einem breiten Tal langsam fließender Wiesenfluss. Die Landschaft ist flach, leicht hügelig und der Grund besteht im Wesentlichen aus Keupergesteinen, die sich dort aus Kalk- und Tonsteinen zusammensetzen. Tonstein dichtet den Untergrund ab, mit der Folge, dass die Altmühl im Oberlauf ein nicht allzu breiter Bach ist.
In den Altmühlsee bei Gunzenhausen gelangt nur bei Hochwasser Wasser über den Altmühlzuleiter. Dieser See wurde als Reservoir für die Donau-Main-Überleitung angelegt. Er ist als Vogel- und Naturschutzgebiet ausgewiesen. Das Wasser aus dem See wird dem Flusssystem der Regnitz nördlich der kontinentalen Wasserscheide zugeführt. Es fließt durch den Tunnel des Altmühlüberleiters zunächst in den Kleinen Brombachsee. Aus der Regnitz gelangt es über den Main letztlich in den Rhein, so dass hier eine künstliche Flussbifurkation angelegt wurde.
Bei normalem Wasserstand fließt die Altmühl über ihr beim Bau des Altmühlsees neu gebautes Bett im Norden und Osten am See vorbei. Am Südufer des Altmühlsees unterquert der Flusslauf unterirdisch den Altmühlüberleiter.
Ab Treuchtlingen fließt die Altmühl durch die fränkische Juraplatte, durch deren wasserlösliches Kalkgestein sie sich ein enges Tal gegraben hat. Die steilen Hänge weisen zum Teil bizarre Felsformationen auf. Besonders gut sind etwa 20 m über dem Flussniveau liegende kesselförmige Auswaschungen bei der Ortschaft Eßlingen zu erkennen.
Ab Dollnstein wird das Tal fast übergangslos deutlich breiter. Hier fließt die Altmühl durch ein früheres Tal der Donau, das so genannte „Urdonautal“. Bei Rennertshofen zweigt das Urdonautal vom heutigen Donautal ab. In dem Bereich, wo es heutzutage nur kleine Bäche gibt, wird es Wellheimer Trockental genannt.
Im Jahr 1927 wurde ab Treuchtlingen der Lauf des Flusses begradigt und mit zahlreichen Wehranlagen reguliert, wodurch viele Altwässer entstanden. Mittlerweile sind einige der Regulierungsmaßnahmen wieder rückgangig gemacht worden, wie zum Beispiel bei Wasserzell kurz vor Eichstätt.
Ihr Unterlauf ab Dietfurt a.d. Altmühl wurde Mitte des 19. Jahrhunderts als Teil des Ludwig-Donau-Main-Kanals mit 10 Staustufen ausgebaut. 1975-1991 benutzte der Main-Donau-Kanal die gleiche Trasse zum Ausbau als Großschifffahrtsstraße mit Staustufen in Riedenburg und Kelheim. Dabei wurden erstmalig für ein Wasserstraßenbauvorhaben in Europa landschaftspflegerische Begleitpläne für ökologische Ausgleichmaßnahmen als Ersatz für die Eingriffe in Natur und Landschaft aufgestellt; hierfür fielen 15% der Baukosten an. Die Altmühl mündet unterhalb von Kelheim in die Donau bei km 2411,54[4]. Die gut 34 Kilometer[4] lange Altmühlstrecke ist in die Bundeswasserstraße Main-Donau-Kanal[5] einbezogen; zusätzlich sind noch 580 Meter Altmühl von oberhalb des Wehres Dietfurt bis zum MDK Bundeswasserstraße[5].
Entlang der Altmühl verläuft der gut markierte und recht gut eingerichtete Altmühltalradweg. Auf dem Fluss selbst kann gefahrlos Kanu gefahren werden.
[Bearbeiten] Abflussmenge
Die mittlere Abflussmenge der Altmühl beträgt im Winter 12,4, im Sommer 6 Kubikmeter pro Sekunde.
[Bearbeiten] Hochwassergefahr
Am häufigsten führt die Altmühl im Spätwinter Hochwasser. Bedeutende Hochwässer wurden in größeren Orten der Altmühl in früheren Zeiten mittels Hochwassermarken an Gebäuden dokumentiert. Die Hochwassergefahr hat sich seit dem Bau des Ausgleichbeckens bei Gunzenhausen deutlich verringert. Diese Talsperre fängt das Hochwasser der oberen Altmühl auf und gibt es im Laufe des Jahres langsam über die Regnitz an das wasserärmere Maingebiet ab.
[Bearbeiten] Freizeitwert
Die Altmühl ist ein beliebter Bootswanderfluss. Wegen ihrer Sauberkeit und ihrer langsamen Fließgeschwindigkeit gibt es in ihrem Verlauf verschiedene Flussschwimmbäder, beispielsweise bei Ornbau.
[Bearbeiten] Nebenflüsse
[Bearbeiten] Orte am Fluss
- Leutershausen
- Neunstetten
- Herrieden
- Ornbau
- Muhr am See
- Gunzenhausen
- Treuchtlingen
- Pappenheim
- Solnhofen
- Dollnstein
- Eichstätt
- Wasserzell
- Walting
- Inching
- Kipfenberg
- Kinding
- Kloster Plankstetten
- Beilngries
- Dietfurt an der Altmühl
- Riedenburg
- Essing
- Kelheim
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Literatur
- Peter Miotk, Harald Braun, Johann Schrenk: Panorama Altmühltal, Eine Bilderreise entlang des Panoramawegs Altmühltal von Gunzenhausen bis Kelheim, Gunzenhausen 2010, ISBN 978-3-924270-65-0
- Johann Schrenk, Altmühltal und Fränkisches Seenland, Michael-Müller-Verlag Erlangen, 8. Aufl. 2010, ISBN 978-3-89953-532-7
- Das Tal der Uraltmühl. Luftbildband. 144 Seiten, Tümmels, Nürnberg (ISBN 3-921590-98-1)
- Das Urdonautal der Altmühl. Luftbildband. 132 Seiten, Tümmels, Nürnberg (ISBN 3-921590-88-4)
- Radwanderkarte Altmühltal-Radweg, 1: 50.000, Publicpress-Verlag (ISBN 978-3-89920-200-7)
- Bikeline Radtourenbuch Altmühl-Radweg, Esterbauer, (ISBN 3-850000-001)
- M. Eckoldt (Hrsg.), Flüsse und Kanäle, Die Geschichte der deutschen Wasserstraßen, DSV-Verlag 1998 (Geschichte)
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Bayerischer Hochwassernachrichtendienst (Stand: 22. Oktober 2011)
- ↑ Google Earth
- ↑ Hans Krahe: Unsere ältesten Flußnamen, Wiesbaden 1964, S. 106.
- ↑ a b Längen (in km) der Hauptschifffahrtswege (Hauptstrecken und bestimmte Nebenstrecken) der Binnenwasserstraßen des Bundes, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
- ↑ a b Verzeichnis E, Lfd. Nr. 32 und 2 der Chronik, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes