Alto (Heiliger)

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Der heilige Alto erweckt die Altoquelle. Deckenfresko-Ausschnitt von Joseph Magges um 1770 in der Kirche St. Alto und St. Birgitta in Altomünster.

Der heilige Alto († um 760) war ein Einsiedler, der im Gebiet des heutigen Altomünster in Bayern wirkte. Der Überlieferung nach soll er das Kloster Altomünster gegründet haben. Sein Gedenktag ist der 9. Februar.

Als Beleg seiner Existenz gilt eine undatierte Schenkungsurkunde, auf der die Unterschrift „Signum Altoni reclausi“ (lateinisch in etwa für ‚Unterschrift des Reklusen Alto‘) zu finden ist. In einem Freisinger Missale aus dem 10. Jahrhundert wird sein Fest zum ersten Mal erwähnt.

Heiligenvita[Bearbeiten]

Aus dem 11. Jahrhundert ist eine Vita des Heiligen überliefert, die Vita Sancti Altonis des St. Emmeraner Mönches Otloh, die dieser im Auftrag der neu gegründeten Benediktinerinnenabtei Altomünster verfasste. Otloh betont darin, dass ihm keine schriftlichen Dokumente zur Verfügung standen.[1]

Nach dieser Vita war Alto ein Ire, der in einer Vision den Auftrag erhielt, seine Heimat zu verlassen und sich in einer peregrinatio propter Christum (lateinisch für ‚Pilgerschaft um Christi willen‘) auf Missionsreise zu begeben. Auf diese Weise kam Alto nach Bayern, wo ihm König Pippin der Jüngere einen Wald schenkte (heute noch Altowald genannt) und Alto ein Kloster, das monasterium altonis, gründete, das durch den heiligen Bonifatius geweiht wurde. Hier führte Alto ein heiligmäßiges Leben, was Othlo durch drei Wundererzählungen ausführt.

Für die Tradition, dass Alto das Kloster gegründet habe, gibt es keine Belege. Sie scheint aus einer späteren Zeit zu stammen. Eine Klostergründung lässt sich in Altomünster erst für das 10. Jahrhundert nachweisen.

Darstellung[Bearbeiten]

Der heilige Alto wird dargestellt als Abt oder als Bischof, meist mit Stab. Oft hält er auch ein Messer in der Hand oder einen Kelch, aus dem das Jesuskind hervorschaut – beides Anspielungen auf von Otloh überlieferte Wunder.

Verehrung[Bearbeiten]

Am Gedenktag Altos wird in Altomünster den Gläubigen bei einem Hochamt die Hirnschale (das Schädeldach) des Heiligen mit Bitte um Fürsprache für deren Familien beziehungsweise als „Einzelsegen gegen alle Kopfleiden und Krankheiten“ aufgelegt.[2][3]

Liste der Kirchen mit dem Patrozinium des Heiligen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alto von Altomünster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heiliger Alto. Erzdiözese München und Freising, abgerufen am 1. April 2012.
  2. Pfarrverband Altomünster: Pfarrbrief Febr. 2013. (PDF; 6,3 MB)
  3. Aichacher Zeitung: Altotag 2013.