Altonaer Museum

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Front des Altonaer Museums

Das Altonaer Museum für Kunst- und Kulturgeschichte ist eines der traditionsreichsten Museen in Hamburg. Es ging aus dem städtischen Museum der bis 1938 selbständigen Stadt Altona/Elbe hervor und hieß bis ins frühe 21. Jahrhundert Altonaer Museum – Norddeutsches Landesmuseum.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Entstehung und Konzeption

Der Altonaer Pastor Georg Schaar veranlasste im Februar 1863 eine Reihe angesehener Bürger der Stadt – darunter den Naturforscher Dr. Christian Gottsche und den Reeder Ernst Dreyer – zur Gründung einer privaten Gesellschaft, um ein öffentliches Museum für die Stadt zu gründen. So entstand das Museum an der Palmaille 112, das anfangs hauptsächlich aus botanischen Sammlungen bestand. 1888 wurde die Einrichtung wegen Versagens des öffentlichen Interesses kurzzeitig geschlossen und von der Stadt übernommen. Altona, das sich zu einer industriellen Großstadt mit über 140.000 Einwohnern (1890) entwickelt hatte, wollte sich in repräsentativen Einrichtungen darstellen, wozu in damaliger Zeit auch ein Museum zählte.

Am Kaiserplatz (heute: Platz der Republik), zwischen neuem Rathaus und neuem Hauptbahnhof Altonas gelegen, entstand ein prachtvoller Neubau (Architekten: Reinhardt und Süssenguth aus Berlin), der am 16. September 1901 eingeweiht wurde.
Für dessen Ausbau entwickelte der Altonaer Lehrer Otto Lehmann (1865-1951) ein Konzept, das die schleswig-holsteinische Landes- und Volkskunde in den Mittelpunkt der "Volksbildungsstätte Museum" stellen und sich somit von den Museen in der reichen Nachbarstadt Hamburg ("Das Tor zur Welt") abgrenzen sollte, die eher einen großräumigen Anspruch vertraten. Lehmann wurde am 1. April 1899 zum ersten hauptamtlichen Direktor der nun Altonaer Museum genannten Einrichtung berufen und behielt diese Funktion bis zum 31. Oktober 1931 inne; 1906 erhielt er den Professorentitel.

Das Museum sollte den Besuchern durch die Verzahnung naturkundlicher und kulturgeschichtlicher Exponate, die auch aus Nachbauten und Inszenierungen ("Lebensbilder") bestehen konnten, die Entwicklung Schleswig-Holsteins in ihrer wechselseitigen Bedingtheit von Natur und Gesellschaft ganzheitlich nahebringen; Anschaulichkeit und Erlebbarkeit waren für dieses Konzept wichtiger als etwa die Vollständigkeit naturwissenschaftlicher Sammlungen.
Für die Zeit noch höchst ungewöhnlich war auch, dass das Altonaer Museum Ausstellungsflächen für junge zeitgenössische Künstler bereitstellte, Museumsführer zu einzelnen Themen veröffentlichte und ein Museumscafé („Erfrischungsraum“) für Besucher sein eigen nannte.

Da das Konzept auf gewaltigen Besucherzuspruch stieß, wurde das Museum bereits im August 1914 (anlässlich des 250jährigen Stadtjubiläums) auf die doppelte Fläche erweitert.

[Bearbeiten] Abteilungen und jüngere Entwicklung

Das Altonaer Museum verfügte über

  • botanische und zoologische Sammlungen
  • eine geologische Abteilung
  • Sammlungen schleswig-holstein- bzw. altonatypischer Bauten und Gebrauchsgegenstände, insbesondere zu:
    • Schiffbau und Schiffstypen
    • Fischerei
    • Bauernhaustypen und Bauernstuben
    • Trachten

Mitte der 1970er Jahre beschloss Hamburgs Senat, dass das Museum seine naturkundlichen Bestände (namentlich die Sammlungen von Konchylien und fossilen Mollusken sowie das Herbarium) an die Hamburger Universität, die vor- und frühgeschichtlichen Bestände an das Harburger Helms-Museum abgeben müsse, und entzog dem Altonaer Museum so eines seiner konzeptionellen Standbeine. Hinzu kam, dass ein Schadensfeuer 1980 erhebliche Zerstörungen an Bau und Beständen anrichtete, in deren Folge es inhaltlich zur teilweisen Neuausrichtung des Museums und räumlich zu einer Vergrößerung der Ausstellungsflächen auf rund 8.500 m² kam, die sich seither aber nur noch teilweise in dem nicht vollständig wiedererrichteten Bau von 1901/14 befinden, teilweise aber auch in der benachbarten, von Gustav Oelsner 1928 geschaffenen ehemaligen Uhrmacher-Fachschule.

Gegenwärtig verfügt das Altonaer Museum außerdem über vier Außenstellen, nämlich

[Bearbeiten] Literatur

  • Torkild Hinrichsen (Hg.), In Ottos Kopf. Das Altonaer Museum 1901 bis 2001 (Dölling und Galitz) Hamburg/München 2001 ISBN 3-935549-04-0
  • Gerhard Kaufmann, Das Altonaer Museum in Hamburg in: Wolfgang Vacano/Kurt Dohrmann (Hg.), Altona - Hamburgs historisches Kleinod mit Zukunft (Altonaer Bürgerverein) Hamburg 1989

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Altonaer Museum – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien


53.5488888888899.9344444444444Koordinaten: 53° 32′ 56″ N, 9° 56′ 4″ O

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