Altstetten

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Dieser Artikel erläutert den Stadtteil der Stadt Zürich; zu anderen Bedeutungen siehe Altstetten (Begriffsklärung).
Wappen von Altstetten
Wappen von Zürich
Altstetten
Quartier von Zürich
Karte von Altstetten
Koordinaten 679070 / 24905047.387538.485842402Koordinaten: 47° 23′ 15″ N, 8° 29′ 9″ O; CH1903: 679070 / 249050
Höhe 402 m
Fläche 7,47 km²
Einwohner 31'315 (31. Mrz. 2012)
Bevölkerungsdichte 4192 Einwohner/km²
BFS-Nr. 261-092
Postleitzahl 8048
Stadtkreis Kreis 9 seit 1934

Altstetten ist ein Quartier der Stadt Zürich. Die ehemals selbständige Gemeinde Altstetten wurde 1934 eingemeindet und bildet heute zusammen mit Albisrieden den Kreis 9.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung

In Gold auf rotem Dreiberg ein schwarzer Turm mit drei Zinnen

Das Wappen ist identisch mit dem Schild der Familie von Altstetten welche 1287 erstmals erwähnt wird.

Lage und Gliederung[Bearbeiten]

Bei den zwei reformierten Altstettener Kirchen treffen das 15. mit dem 20. Jahrhundert, die Landwirtschaft mit der Stadt aufeinander.

Altstetten liegt an den Ausläufern des Uetlibergs an der Limmat, hat rund 28'000 Einwohner und ist damit – gemäss der Einteilung des statistischen Amts der Stadt Zürich – das bevölkerungsreichste Quartier der Stadt.

Altstetten wird durch die Autobahn A1H (Zürich–Bern) und parallel dazu durch die Bahnstrecke der Schweizerischen Bundesbahnen – Teil der Hauptachse Zürich–Bern – in drei zusammenhängende Gebiete gegliedert. Nördlich der Autobahn befindet sich die Grünau, südlich der Bahnstrecken das «alte» Altstetten mit dem eigentlichen Dorfkern rund um den Lindenplatz. Zwischen den Bahnstrecken und der Autobahn liegt das Gebiet, welches im März 2005 auf den Namen Altstetten-Juch getauft wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Ortsmuseum, ursprünglich Mehrreihenständerbau mit Tätschdach, um 1500 erbaut; Vorgänger-Bauernhof im 14. Jh. erwähnt
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Das Gebiet des heutigen Altstettens muss bereits in vorchristlicher Zeit besiedelt gewesen sein. Beim Letzigraben wurde ein Gräberfeld aus der La Tène-Periode aufgedeckt, im Loogarten wurde eine Gewandfibel und eine Goldschale aus der Hallstattzeit um ca. 600 vor Christus gefunden.

  • um 450: Die Alemannen, die sich in der Gegend niedergelassen haben, gaben dem Ort den Namen «Altestin» was übersetzt so viel wie «bei den alten Häusern» bedeutet.
  • 1173: Das Aussterben der Grafen von Lenzburg und die Teilung des Zürichgaus bringt Altstetten unter die Obhut der Grafen von Kyburg und später der Habsburger. Von den Kyburgern war Altstetten ausserdem für lange Zeit an die Herren von Schönenwerd verliehen.
  • 1287: Das Geschlecht «von Altstetten» wird erstmals erwähnt.
  • 1410: Die Taverne Blaue Ente wird an der (heutigen) Badenerstrasse 663 eröffnet.
  • 1432: Die Vogtei Altstetten kommt am 17. Januar durch Verkauf zur Stadt Zürich und bleibt bis zum Umsturz von 1798 unter dem Regiment und der Verwaltung der Stadt. Das Hochgericht bleibt bei den Habsburgern beziehungsweise der Grafschaft Baden, die bis 1798 von den «Acht Alten Orten» verwaltet wird.
  • 1443: Altstetten wird von den Eidgenossen eingeäschert.[1]
  • 1488: Aus diesem Jahr stammt die älteste Darstellung des heutigen Wappenbildes – Turm auf Dreiberg – als Wappen der Familie «von Altstetten».
  • 1515: Von den 27 Altstettern, die an der Schlacht bei Marignano teilnehmen, alle sind namentlich bekannt, erleiden vier den Tod.
  • 1629: Die Altstetter Rotte zählt 70 Mann. Ausrüstung: 25 Mann mit Musketen, 13 mit Harnischen, 15 mit Halbarten, 15 mit Spiessen und 1 Trommler.
  • 1773: Der erste Dorfbrunnen wird errichtet. Im Kopf des Brunnenstockes ist das Wegeisen-Wappen angebracht, das der Gemeinde von 1770 bis 1896 diente. Der Brunnen steht heute auf dem Lindenplatz.
  • 1798/99: Altstetten leidet unter der Einquartierung von Franzosen. Dies bringt Schäden, die erst nach Jahrzehnten beseitigt sind.
  • 1849: In Stammheim kommt am 13. Juli im Doktorhaus der wohl berühmteste Altstetter zur Welt. Prof. Eugen Huber, der Rechtslehrer und Schöpfer des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, ist sowohl väterlicher- wie auch mütterlicherseits ein Altstetter.
Dufourkarte Bezirkskarte 1932
Altstetten auf der Dufourkarte um 1850
Die Gemeinde innerhalb des Bezirks Zürich vor der Fusion 1933
  • 1890: Im April erscheint in Altstetten erstmals der «Anzeiger für das Limmattal», anfänglich nur am Samstag. Mit der täglichen Herausgabe ändert er 1930 den Namen in «Limmattaler Tagblatt».
  • 1890: Den ungefähr 1700 Einwohnern stehen 13 Gaststätten offen. Das Bahnabonnement für jährlich 360 Retourfahrten in die Stadt kostet 36 Franken. Acht industrielle Betriebe beschäftigen 426 Personen, davon sind mehr als die Hälfte Frauen.
  • 1895: Der Quadratfuss Land kostet in der Nähe der Bahnlinie Fr. 1.50 und an der Bahnhofstrasse, heute Altstetterstrasse, 3 Franken.
  • 1934: Die selbständige Gemeinde Altstetten ist zu einem Quartier der Stadt Zürich geworden. Am 24. Februar wird der Quartierverein Altstetten gegründet. Erster Präsident ist Carl Forster, der letzte Gemeindepräsident. Am 2. Juni wird die Zunft zur Letzi gegründet.
  • 1937: Das Schulhaus Kappeli wird eingeweiht.
  • 1961: Das Schulhaus Buchlern wird eingeweiht.
  • 1971: Die Autobahn N1 auf dem Gebiet von Altstetten wird fertiggestellt. Das teure Zürich macht sich bemerkbar, nachdem für die 1.6 km lange, ebene Strecke zwischen Juchhof und Hardturm-Stadion mehr als 70 Millionen Franken aufgewendet werden müssen.

Kirchen und Religionen[Bearbeiten]

Alte reformierte Kirche

Kirchengeschichte bis zur Reformation[Bearbeiten]

In Altstetten gab es im Mittelalter eine Wallfahrtskapelle Unserer lieben Frau, welche eine Filialkapelle von St. Peter (Zürich) war. Diese Kapelle wurde 1266 erstmals urkundlich erwähnt. Das Kirchenpatronat dieser Kapelle kam zusammen mit der Mutterpfarrei St. Peter 1345 an den Bürgermeister Rudolf Brun, nach seinem Tod 1360 ans Spital in Zürich. Die Kapelle hatte seit 1418 einen eigenen Kaplan und war ein beliebter Wallfahrtsort, zu dem die Stadt Zürich jährlich fünf Prozessionen hielt und zu dem Birmenstorf AG am Tag nach Christi Himmelfahrt pilgerte. 1517 stellte Kardinal Matthäus Schiner auf Bitten des Leutpriesters am Grossmünster, Erhard Blattmann, des Vorgängers von Zwingli, einen Ablassbrief aus für Teilnehmer an den Wallfahrten und am Totengedächtnis der Wohltäter in der Kapelle in Altstetten.[2]

Kirchen und religiöse Zentren heute[Bearbeiten]

Katholische Kirche Heilig Kreuz
Reformierte Kirche Im Suteracher

In Altstetten gibt es heute einige Kirchen und Gotteshäuser:[3]

Die evangelisch-reformierte Kirche besitzt in Altstetten vier Kirchen:

  • Die Alte Kirche Altstetten, die auf eine frühromanische Kirche aus dem 11. Jahrhundert zurückgeht. Die heutige Kirche wurde um das Jahr 1303 als Dorf- und Wallfahrtskirche erbaut. Im Jahr 1418 erfolgte der Neubau von Schiff und Sakristei und im Jahr 1485 wurde das Sternengewölbe eingebaut. In den Jahren 1761 und 1842 erfolgten Umbauten bzw. die Verlängerung des Langhauses. Diese Verlängerung wurde in den Jahren 1938–1941 wieder zurückgebaut. Im Jahr 1941 wurde der Friedhof bei der Kirche aufgehoben. Bei der Renovation in den Jahren 1974–1975 wurde beim Turmaufgang ein Pfarrzimmer eingebaut. An der Nordseite der alten reformierten Kirche ist eine Bronzetafel mit folgendem Text angebracht: In den Jahren 1938–1941, mitten in harter Kriegszeit, wurde diese Kirche gänzlich renoviert und eine neue daneben gebaut. Die Ausgrabungen ergaben Überreste einer römischen Villa Rustica und die Grundmauern von zwei romanischen Kirchen aus dem 11. und 13. Jahrhundert. Die Zeit vergeht, das Gotteswort bleibt in Ewigkeit. Am 30. November 1941. Die Kirchenpflege.
  • Die Neue Kirche Altstetten, auch Grosse Kirche Altstetten genannt. Sie wurde nach Plänen des Architekten Werner Max Moser in den Jahren 1939–1941 erbaut und 1942 fertig gestellt. Die Kirche erhielt die Auszeichnung für gute Bauten der Stadt Zürich.
  • Die Kirche Suteracher, die 1981–1982 vom Architekten Benedikt Huber in der Nähe des Farbhofs erbaut wurde. Die Kirche weist eine Kronenform auf und besticht durch die geschickte Lichtführung im Innenraum. Sie erhielt im Jahr 1985 die Auszeichnung für gute Bauten der Stadt Zürich. Neben der reformierten Gemeinde feiert auch die katholische Pfarrei von Altstetten in dieser Kirche regelmässig Gottesdienste.
  • Das Chilehuus Grüenau, das 1990 nach Plänen des Architekten Werner Gysel erbaut wurde und in der Grundstruktur einer römischen Villa mit Atrium nachempfunden wurde. In diesem kirchlichen Gebäude werden von mehreren Religionen und Konfessionen Gottesdienste abgehalten. Als erste Kirche der Stadt Zürich erhielt das Chilehuus Grüenau mit der Allen-Digital-Orgel eine elektronische Orgel.

Die römisch-katholischen Kirche ist im Quartier Altstetten mit der Pfarrei Heilig-Kreuz präsent.

  • Die Kirche Heilig Kreuz wurde in den Jahren 1977-79 vom Architekten Dezsö Ercsi erbaut und steht an der Saumackerstrasse. Diese Kirche ist der jüngste Kirchenneubau der katholischen Kirche in der Stadt Zürich und ersetzt eine im Jahr 1900 erbaute Vorgängerkirche.

Weiter gibt es in Altstetten folgende religiöse Zentren:

  • Das Zoe Gospel Center Altstetten befindet sich in einem 1964 erbauten Geschäftshaus an der Badenerstrasse. Es wurde 1998 eingeweiht.
  • Das Kadampa ist ein buddhistisches Meditationszentrum, das sich in einem Wohn- und Geschäftshaus an der Mirabellenstrasse seit dem Jahr 2003 befindet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

IBM-Hochhaus Hochhaus Obsidian
Das IBM-Hochhaus (Architekt Max Dudler) auf der nördlichen Seite der Geleise …
… und das Hochhaus Obsidian gegenüber bilden das moderne Eingangstor zu Zürich

In Altstetten etliche Kleingewerbebetriebe ansässig; viele Arbeitsplätze sind hingegen im Informatik-, Bank- und Dienstleistungsgewerbe angesiedelt. Zu erwähnen sind sicherlich UBS, IBM,ABB Micafil sowie der BASF Standpunkt.

In Altstetten befindet sich seit 1975 die Zentralwerkstätte der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ). Auf dem Areal ist seit 1993 im neuen Verwaltungsbau «Silberwürfel» auch das operative Betriebszentrum der VBZ angesiedelt.[4]

Sehenswürdigkeiten / Architektur[Bearbeiten]

Zeuge früher Industrialisierung: ehemaliges Bauernhaus mit Seidenzwirnerei

Das Quartier konnte den ursprünglich dörflichen Charakter in der früheren Ortsmitte kaum bewahren. Besonders in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist Altstetten durch eine enorme Bautätigkeit stark gewachsen. Neben einigen Bausünden findet man in Altstetten aber auch Architektur auf hohem Niveau: Die neue reformierte Kirche von Werner Max Moser gilt als Bau, welcher sehr gut neben die alte Kirche passt. Das Bahnhofsgebäude von Max Vogt ist ein gelungenes und preisgekröntes Hochhaus. Auch das Bürogebäude der Helvetia Patria-Versicherung beim Bahnhof ist von guter Qualität. Das IBM-Hauptquartier von Max Dudler ist zudem ein energetisch effizientes Hochhaus. Der heutige Bahnhof Zürich Altstetten ist aus architektonischer Sicht eine der wichtigsten Bauten der SBB und mit ein Grund, weshalb diese 2005 den Wakkerpreis für eine hochstehende Baukultur erhalten haben.


Sport und Freizeit[Bearbeiten]

Sportstätten:

  • Stadion Letzigrund
  • Hallenbad Altstetten
  • Sportplatz Buchlern
  • Sportplatz Hardhof (Grünau)
  • Finnenbahn (besteht seit 1977)
  • Gemeinschaftszentrum (GZ) Loogarten
  • Gemeinschaftszentrum (GZ) Grünau
  • Gemeinschaftszentrum (GZ) Bachwiesen

Literatur[Bearbeiten]

  • Bischöfliches Ordinariat Chur (Hg.): Schematismus des Bistums Chur. Chur 1980
  • Hochbaudepartement der Stadt Zürich, Amt für Städtebau: Wiedikon, Albisrieden, Altstetten. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2005 (Baukultur in Zürich, Band IV), ISBN 3-03823-153-3
  • Präsidialdepartement der Stadt Zürich, Statistik Stadt Zürich: Quartierspiegel Altstetten. Zürich 2008 (PDF; 2.40 MB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Altstetten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Charles Knapp, Maurice Borel, Victor Attinger, Heinrich Brunner, Société neuchâteloise de géographie (Herausgeber): Geographisches Lexikon der Schweiz. Band 1: Aa – Emmengruppe. Verlag Gebrüder Attinger, Neuenburg 1902, S. 69, Stichwort Altstetten  (Scan der Lexikon-Seite).
  2. Felix Marbach: Zürich-Wollishofen, in: Bischöfliches Ordinariat Chur (Hg.): Schematismus des Bistums Chur., S. 272
  3. Vgl. zum Folgenden: Robert Schönbächler: Kirchen und Gotteshäuser der Stadt Zürich. Neujahrsblatt Industriequartier/Aussersihl. Zürich 2013, S. 97–102
  4. VBZ: Unternehmensgeschichte