Aluminiumbromid

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Strukturformel
Struktur des Aluminiumbromid-Dimers
Dimer des Aluminiumbromids
Allgemeines
Name Aluminiumbromid
Andere Namen
  • Aluminium(III)-bromid
  • Aluminiumtribromid
Summenformel AlBr3
CAS-Nummer 7727-15-3
PubChem 24409
Kurzbeschreibung

glänzende, farblose Blättchen[1]

Eigenschaften
Molare Masse 266,69 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

3,2 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

97 °C[2]

Siedepunkt

250–270 °C[2]

Dampfdruck

1,3 hPa (81 °C)[2]

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
05 – Ätzend 07 – Achtung

Gefahr

H- und P-Sätze H: 290​‐​302​‐​314
P: 280​‐​301+330+331​‐​305+351+338 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][2]
Ätzend
Ätzend
(C)
R- und S-Sätze R: 22​‐​34
S: 7/8​‐​26​‐​36/37/39​‐​45
Toxikologische Daten

1598 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[2]

Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−516 kJ·mol−1[4]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

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Aluminiumbromid ist eine anorganische chemische Verbindung aus Brom und Aluminium mit der Summenformel AlBr3.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Aluminiumbromid kann durch Überleiten von Bromdampf über ein glühendes Gemisch aus Kohlenstoff und Aluminiumoxid oder durch die direkte Einwirkung von Brom auf Aluminium synthetisiert werden.

\mathrm{2\ Al + 3 \ Br_2 \longrightarrow 2\ AlBr_3}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Die molare Masse beträgt 266,69 g/mol, seine Dichte 3,2 g/cm³. Es hat einen Schmelzpunkt von 97,5 °C und einen Siedepunkt von 255,3 °C.

Im festen Zustand bildet Aluminiumbromid Al2Br6-Moleküle[1], in denen zwei Bromidionen als Brückenliganden auftreten, was dazu führt, dass das Aluminiumatom ein Elektronenoktett erreicht.

Aluminiumbromid ist in Benzol und vielen organischen Lösungsmitteln löslich. Es bildet farblose rhombische und an feuchter Luft rauchende Kristalle. Es besitzt eine monokline Kristallstruktur (a = 102,0 pm, b = 119,4 pm, c = 64,4 pm, β = 111°).[5]

Aluminiumbromid reagiert unter Bildung einer stark sauren Lösung unter heftiger Reaktion mit Wasser.[1] Hierbei werden die Al-Br-Bindungen weitgehend hydrolysiert. Aus der Lösung kristallisiert Aluminiumbromid als Hexahydrat AlBr3 · 6 H2O.

Verwendung[Bearbeiten]

Die Hauptverwendung von Aluminiumbromid ist als Katalysator bei organischen Synthesen, wie beispielsweise der Polymerisation, den Friedel-Crafts-Reaktionen oder der Bromierung.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Helmut Sitzmann, in: Roempp Online - Version 3.5, 2009, Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  2. a b c d e f g h Datenblatt Aluminiumbromid bei Merck, abgerufen am 19. Januar 2011.
  3. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4. PAETEC Formelsammlung Ausgabe 2003, Seite 116.
  5.  Georg Brauer: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band I, Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 826.