Aluminiumsulfat

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Strukturformel
\mathrm{ \ \Biggl[}Aluminium-Ion \mathrm{ \ \!\ \Biggr]_2} \mathrm{ \ \Biggl[} Sulfat-Ion \mathrm{ \ \!\ \Biggr]_3}
Allgemeines
Name Aluminiumsulfat
Andere Namen
  • Schwefelsaure Tonerde
  • E520
Summenformel Al2(SO4)3
CAS-Nummer
  • 10043-01-3 (wasserfrei)
  • 17927-65-0 (Hydrat unspezifiziert)
  • 16828-11-8 (16-Hydrat)
  • 7784-31-8 (18-Hydrat)
Kurzbeschreibung

farblose Kristalle[1]

Eigenschaften
Molare Masse 342,15 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

2,71 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

770 °C (Zersetzung)[3]

Löslichkeit

gut in Wasser[3]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [4]
05 – Ätzend 07 – Achtung

Gefahr

H- und P-Sätze H: 315​‐​318​‐​335​‐​412
P: 261​‐​273​‐​280​‐​305+351+338 [4]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [5][3]
Gesundheitsschädlich
Gesundheits-
schädlich
(Xn)
R- und S-Sätze R: 37/38​‐​41​‐​68
S: 26​‐​36/37/39
MAK

6 mg·m−3 (Al)[3]

Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−3442 kJ·mol−1[6]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche nicht möglich

Aluminiumsulfatkristalle

Aluminiumsulfat, Summenformel Al2(SO4)3, ist eine chemische Verbindung des Aluminiums aus der Gruppe der Sulfate. Es bildet ein farbloses Pulver mit einer Dichte von 2,71 g/cm3.

Vorkommen[Bearbeiten]

In der Natur kommt Aluminiumsulfat beispielsweise in dem Mineral Alunogen vor. Weiterhin kann es aus natürlich vorkommenden Alaunen gewonnen werden.

Synthese[Bearbeiten]

Das Hydrat des Aluminiumsulfats lässt sich durch Auflösen von reinem Aluminiumoxid oder Aluminiumhydroxid in konzentrierter Schwefelsäure gewinnen.[1]

\mathrm{2 \, Al(OH)_3 + 3 \, H_2SO_4 \longrightarrow Al_2(SO_4)_3 + 6 \, H_2O}

Reaktionsverhalten[Bearbeiten]

Mit saurer Reaktion löst sich Aluminiumsulfat in Wasser und kristallisiert bei Zimmertemperatur als monoklines Al2(SO4)3 · 18 H2O aus. Ab einer Temperatur von 340 °C findet eine vollständige Dehydratisierung des Salzes statt und oberhalb von 770 °C zerfällt es in Aluminiumoxid und Schwefeltrioxid

Aluminiumsulfat bildet mit den Sulfaten einwertiger Metalle Doppelsalze gemäß folgender Formel (Alaune):

\mbox{M}^I\mbox{Al}(\mbox{S}\mbox{O}_4)_2 \cdot 12 \, \mbox{H}_2\mbox{O}

Verwendung[Bearbeiten]

Aluminiumsulfat findet folgende Verwendungen:

Unfälle[Bearbeiten]

Bei einem Vorfall mit Aluminiumsulfat im Trinkwasser in Camelford in Cornwall in England trank im Juli 1988 eine Reihe von Menschen Trinkwasser mit größeren Konzentrationen an Aluminiumsulfat. Die zulässigen Grenzwerte waren um das 5000-fache überschritten. Nach dem Unfall klagten zahlreiche Anwohner unter anderem über Geschwüre, Hautausschlag und Gedächtnisprobleme. Ein Todesfall im Jahr 2006 hat eine Debatte über Spätfolgen des Unglücks intensiviert [8]. Die Untersuchungen der langfristigen Auswirkungen auf die Gesundheit nach diesem Vorfall sind noch immer nicht vollständig abgeschlossen, aber es wurden in Post-Mortem-Untersuchungen besonders stark erhöhte Aluminium-Konzentrationen in den Gehirnen der Opfer festgestellt und weitere Untersuchungen in Auftrag gegeben, um festzustellen, ob es einen Zusammenhang mit Zerebraler Amyloidangiopathie gibt.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Elisabeth Schwab, in: Roempp Online - Version 3.5, 2009, Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  2. Eintrag zu Aluminiumsulfat in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 20. Dezember 2007 (JavaScript erforderlich).
  3. a b c d Datenblatt Aluminiumsulfat (wasserfrei) bei AlfaAesar, abgerufen am 31. Januar 2010 (JavaScript erforderlich).
  4. a b Datenblatt Aluminum sulfate bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 20. März 2011 (PDF).
  5. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  6. PAETEC Formelsammlung Ausgabe 2003, S. 116.
  7. Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: Deklaration von Wirkstoffen, die als Beistoffe in Pflanzenschutzmitteln enthalten sind. (Stand: 1. Dezember 2009).
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatPoisoned: The Camelford scandal. The Independent, 16. April 2006, abgerufen am 30. März 2011 (englisch).
  9. Nigel Hawkes: Alzheimers linked to aluminium pollution in tap water. In: The Times, 20. April 2006. Abgerufen am 7. April 2010.