Alverdissen

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Alverdissen
Stadt Barntrup
Koordinaten: 52° 2′ N, 9° 7′ O52.0313888888899.1236111111111260Koordinaten: 52° 1′ 53″ N, 9° 7′ 25″ O
Höhe: 260 m ü. NN
Einwohner: 1846 (2005)
Eingemeindung: 1. Jan. 1969
Postleitzahl: 32683
Vorwahl: 05262

Der Flecken Alverdissen ist ein Ort im Kreis Lippe, welcher kommunalpolitisch zur Stadt Barntrup, Nordrhein-Westfalen, Deutschland gehört.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Lage

Alverdissen liegt im Quellgebiet der Exter, eines linken Nebenflusses der Weser. Etwa 5 km südlich befindet sich die Stadt Barntrup.

[Bearbeiten] Bevölkerung

Im Jahre 2005 lebten 1.846 Menschen in Alverdissen. Die Zahl der Männer übersteigt leicht die der Frauen.

[Bearbeiten] Geschichte

Seine erstmalige Erwähnung findet der Flecken Alverdissen im Jahre 1151. Damals fand man ihn in einem Verzeichnis der Besitzungen des Stifts Herford als Alwerdessen.

Aufgrund der günstigen Lage (fruchtbarer Boden, Quellgebiet eines Flusses...) ist jedoch davon auszugehen, dass es bereits zu Zeiten Karls des Großen hier bereits Siedlungen gab, die von Sachsen bewohnt waren.

Um 1370 erhielt Alverdissen das Stadtrecht von den Grafen zu Sternberg, welches der Ort im Jahre 1424 vermutlich wieder verlor, da aufgrund von einer Fehde zwischen dem Edelherrn zur Lippe und dem Grafen von Schaumburg Alverdissen komplett zerstört wurde. Die Burg wurde ebenso in Mitleidenschaft gezogen.

Nach dem Wiederaufbau bekam Alverdissen den Status eines Fleckens. Zu der Zeit lebten dort zwischen 40 und 80 Menschen.

Im 16. Jahrhundert fasste wie in der übrigen Grafschaft Lippe die Reformation Fuß, so dass die Alverdisser Bevölkerung evangelisch wurde.

Von 1613 bis 1777 war Alverdissen Sitz einer Nebenlinie der Grafen zur Lippe, welche Amt und Burg Alverdissen als Paragium von der regierenden Detmolder Linie erhielten. Erster Graf war Philipp I, der 1640/1647 einen Teil der Grafschaft Schaumburg inklusive der Residenz Bückeburg erwerben konnte (= Schaumburg-Lippe). Sein Sohn Friedrich Christian war der Erbauer des Schlosses Alverdissen (1662) und folgte ihm 1681 in der Bückeburger Regentschaft, ein weiterer Sohn, Philipp I. Ernst (1659 - 1723), übernahm Schloß und Amt Alverdissen. Der letzte Alverdisser Graf war Philipp II. Ernst, der zunächst eine militärische Laufbahn eingeschlagen hatte und um 1770 Generalleutnant und Kommandant der fürstbischöflichen Truppen in Münster war. Seine Macht in Alverdissen sichterte er durch Amtmänner und einige Soldaten. Nachdem der Bückeburger Graf Wilhelm kinderlos verstorben war, wurde Philipp II. Ernst 1777 Regent in Bückeburg. 1812 wurde Schloss und Amt Alverdissen von der Detmolder Fürstin Pauline von Schaumburg-Lippe zurückgekauft, Alverdissen wurde nachfolgend Verwaltungssitz des Amtes Sternberg.

1842/43 wurde von der evangelisch-reformierten Gemeinde Alverdissen eine neue Kirche erbaut, der Kirchturm datiert bereits aus dem Jahr 1555.

Haupterwerbszweig der Einwohner war bis ins 19. Jahrhundert die Landwirtschaft. Da die Einkünfte aus der Landwirtschaft aufgrund der geringen Hofgröße meist nicht ausreichte, arbeiteten viele Männer mangels industrieller Arbeitsplätze hauptberuflich als Ziegler. Im Jahre 1930 lebten noch etwa 100 Ziegler in Alverdissen.

Im 20. Jahrhundert wurde das Flecken Alverdissen durch die Erschließung der Zigarrenindustrie und sonstiger neuer Wirtschaftszweige ökonomisch belebt.

In Folge des zweiten Weltkrieges zogen 570 neue Bewohner nach Alverdissen. Der Großteil von ihnen waren heimatvertriebene Kriegsflüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten des Deutschen Reiches.

Seit 1969 gehört Alverdissen zur Stadt Barntrup. Dies fassten viele Einwohner des Fleckens negativ auf, denn sie hatten das Gefühl, von einer selbstständigen Gemeinde mit 800jähriger Geschichte „zu einem kleinen Ortsteil degradiert“ zu werden.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Bauwerke

  • Eine Kirche wird für Alverdissen 1511 erstmals urkundlich erwähnt. Der Westturm wurde bereits 1555 erbaut. Die heutige evangelisch-reformierte Pfarrkirche entstand 1842/43 als schlichter rechteckiger Saalbau nach Plänen des Detmolder Architekten Ferdinand Ludwig August Merckel. Die ursprünglich spitzbogigen Fenster wurden im Rahmen einer umfassen Renovierung in den Jahren 1951-54 durch hochrechteckige Öffnungen ersetzt. Der an den Turm gefügte Gruftanbau wurde 1723/24 im Auftrag der Gräfin Dorothea Amalie zu Lippe–Alverdissen geschaffen. In ihm fanden insgesamt 9 Mitglieder der gräflichen Familie ihre letzte Ruhe. In der Turmhalle befinden sich Wandmalereien aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, die im Zuge von Renovierungsarbeiten in den 1950e Jahren aufgedeckt werden konnten.
  • Das ehemalige Schloss befindet sich auf dem Gelände einer von den Grafen von Sternberg gegründeten Burganlage, die 1396 erstmals genannt wurde. Es entstand 1662/63 als dreigeschossiger Bau mit Krüppelwalmdach und vorgelagertem Treppenturm. Letzterer soll mit einer geschweiften Haube ausgestattet gewesen sein. Von einem Vorgängerbau dürften noch die Kellergewölbe und die Grundmauern stammen. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde das Gebäude mehrfach umgestaltet. Es präsentiert sich heute als schlichter verputzter Reckteckbau mit Satteldach, der mit Sollingplatten eingedeckt ist. An der Frontseite befindet sich ein Giebel in Neorenaissanceformen. Heute dient das Schloss als Außenstelle des Westfälischen Staatsarchivs, nach dem es von 1879-1969 wurde als Amtsgericht genutzt wurde.
  • Der nach dem Dreistraßensystem der lippischen Gründungsstädte (Lemgo, Detmold, Horn) von den Grafen von Sternberg angelegte Ortskern wird noch heute von etlichen Fachwerk-Dielenhäusern geprägt, deren ältestes sich in der Schlossstraße 19 befindet. Der Vierständerbau, dessen verbretterter Giebel über Knaggen vorkragt, wurde laut Torbalkeninschrift 1593 erbaut.

[Bearbeiten] Einrichtungen

  • ev. ref. Kirche
  • Lipperland-Orchester
  • Sportverein TBV Jahn Alverdissen (Badminton, Basketball, Fußball, Turnen u. a.)
  • Kindergarten
  • Grundschule
  • Freibad
  • Schützenverein (über 300 Jahre alt)

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter des Fleckens

[Bearbeiten] Weblinks

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