Am Ufer des Flusses

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Filmdaten
Deutscher Titel Am Ufer des Flusses
Originaltitel Vale Abraão
Produktionsland Portugal, Frankreich, Schweiz
Originalsprache Portugiesisch
Erscheinungsjahr 1993
Länge 187 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Manoel de Oliveira
Drehbuch Manoel de Oliveira
Agustina Bessa-Luís
Produktion Paulo Branco
Kamera Mário Barroso
Schnitt Valérie Loiseleux
Manoel de Oliveira
Besetzung

Am Ufer des Flusses (Originaltitel: Vale Abraão) ist ein portugiesisch-französisch-schweizerischer Film des Regisseurs Manoel de Oliveira aus dem Jahr 1993.

Handlung[Bearbeiten]

Ema ist eine Frau von bezaubernder Schönheit. Sie heiratet leidenschaftslos den älteren, wohlhabenden Arzt Carlos und tritt durch ihn in eine Welt des Reichtums und des Luxus ein. Die Männer begehren sie, doch weder ihre Ehe noch ihre Liebschaften können sie vor ihren enttäuschten Illusionen und ihrer zunehmenden Einsamkeit retten.

Rezeption[Bearbeiten]

Die Cahiers du cinéma bezeichneten den in Frankreich als Val Abraham erschienenen Film als einen der schönsten der Welt.[1] Erneut verfilmte Oliveira hier einen Roman von Agustina Bessa-Luís. Ihr Vale Abraão von 1991 wurde von Flauberts Roman Madame Bovary inspiriert, auf den auch der Film gelegentlich Bezug nimmt.[2]

Der Film erzähle in ergreifender Fotografie die Geschichte einer schönen und intelligenten Frau, die sich ihrer außergewöhnlichen Macht über Männer bewusst sei, jedoch in einer von Männern bestimmten Welt lebe, die sich einem tieferen Sinn verweigere. Luxus, Traumwelten und das Spiel mit dem Begehren der Männer bewahren sie nicht vor Desillusion, und sie ziehe in erschütternder Nüchternheit kurzerhand die Konsequenz.[3]

Oliveira versammelte hier seine bevorzugten Schauspieler (v.a. Leonor Silveira, Diogo Dória und Luís Miguel Cintra) und verfilmte einen Roman seiner bevorzugten Schriftstellerin, der in der ihm vertrauten Umgebung des Douro spielt, der Fluss, der schon Thema seines ersten Filmes 1931 war. Bei der Premiere, am 20. Mai 1993 bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes, erhielt der Film zehn Minuten lang Applaus. [4]

Das Lexikon des Internationalen Films beschreibt den Film als eine „durch ihre inszenatorische Geschlossenheit überzeugende, epische Literaturverfilmung, die die Trennung von Seele und Körper als Ursprung des Lebensschmerzes reflektiert und in eine religiöse Dimension hebt.“ Zudem sei er als „hervorragend inszenierte[r] und gespielte[r] Film eine Auseinandersetzung mit der traditionsverhafteten Oberschicht Portugals“.[5]

Der Film gewann verschiedene Preise, u. a. beim Tokyo International Film Festival und dem Internationalen Filmfestival von São Paulo.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jorge Leitão Ramos: Dicionário do cinema português 1989–2003. Editorial Caminho, Lissabon 2005, ISBN 972-21-1763-7.
  • Manoel de Oliveira - 100 anos: Begleitbuch zur 21-DVD-Box zum 100. Geburtstag. ZON Lusomundo 2008.
  • A.Murtinheira & I. Metzeltin: Geschichte des portugiesischen Kinos. Praesens Verlag, Wien 2010, ISBN 978-3-7069-0590-9.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Camille Nevers in Cahiers du Cinéma, 469, Juni 1993.
  2. A.Murtinheira & I. Metzeltin: Geschichte des portugiesischen Kinos, 1. Auflage, Praesens Verlag, Wien 2010, S. 130.
  3. vgl. rottentomatoes.com
  4. Jorge Leitão Ramos: Dicionário do cinema português 1989–2003 1. Auflage, Editorial Caminho, Lissabon 2005, S. 623f.
  5. Am Ufer des Flusses im Lexikon des Internationalen Films